Windpark


Windpark
Windpark in Niedersachsen
Windpark-Landschaft in Mecklenburg
Windkraftanlagen in Deutschland

Ein Windpark ist eine räumliche Ansammlung von Windenergieanlagen (WEA). Er entsteht durch das vermehrte Aufstellen dieser Anlagen in windreichen Regionen. Windparks lassen sich in folgende Arten einteilen:

  • „Gewachsene“ Windparks sind durch die räumliche Nähe nacheinander errichteter Anlagen entstanden.
  • Geplante Windparks sind zum einen Ansammlungen von Anlagen eines Planers, Herstellers oder Betreibers, die im Zuge eines Bauvorhabens errichtet bzw. geplant wurden. Dies schließt auch spätere Erweiterungen mit ein.
  • Zum anderen sind es behördlich ausgewiesene Flächen für Windenergieanlagen. Ziel ist es dabei, diese in bestimmten Regionen zu konzentrieren, um das restliche Landschaftsbild zu entlasten.

Windparks können im Binnenland, an der Küste oder in erheblichem Abstand von der Küste auf See (offshore) gebaut werden. Sie können nur drei, aber auch weit über hundert Windenergieanlagen umfassen und wenige MW bis viele hundert MW Einspeiseleistung erbringen.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Tauernwindpark
  • Der weltweit größte Windpark ist die Roscoe Wind Farm in Texas, USA, mit einer installierten Leistung von 781,5 MW und 627 Anlagen.
  • Der größte Offshore-Windpark ist derzeit (Stand September 2010) der Windpark Thanet vor der englischen Nordseeküste mit einer installierten Leistung von 300 Megawatt[1]
  • Der größte (im Bau befindliche) Binnenwindpark Europas ist die Tomis Team Dobrogea Wind Farm in Rumänien mit 600 MW Spitzenleistung aus 240 Anlagen[2]
  • Der höchstgelegene Windpark Europas befindet sich auf dem Gütsch bei Andermatt auf 2331 m ü. M. Er umfasst drei Anlagen mit total 2,4 MW Leistung[3]
  • Der erste Windpark in Deutschland wurde im August 1987 im Kaiser-Wilhelm-Koog an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste in Betrieb genommen.
  • Im Windpark Holtriem in Ostfriesland ist eine Windenergieanlage mit einer Aussichtsplattform in 65 m Höhe ausgestattet.
  • Windpark Estinnes. Er umfasst elf Enercon E-126, die mit bis zu 7,5 MW derzeit (September 2011) leistungsstärkste Windkraftanlage der Welt.

Liste der größten Windparks

Rang Windpark Nennleistung
(MW)
Land Anmerkungen
1 Roscoe 781.5 USA [4]
2 Horse Hollow 735.5 USA [5] [6]
3 Tehachapi Pass CA 690 USA [5]
4 Capricorn Ridge 662.5 USA [5]
5 San Gorgonio Pass CA 619 USA [5]
6 Altamont Pass CA 606 USA [5]
7 Fowler Ridge 599.8 USA [7]
8 Sweetwater 585.3 USA [5]
9 Buffalo Gap 523.3 USA [5] [7]
10 Dabancheng 500 China [8]
11 Meadow Lake 500 USA [9]
12 Panther Creek 458 USA [7]
13 Biglow Canyon 450 USA [7]
19 Whitelee 322 UK [10]
23 Fântânele-Cogealac 300[11] Rumänien [12]

Liste der größten Windparks(in Planung)

Rang Windpark Nennleistung (MW) Land Anmerkungen
1 Gansu 20000 China [13]
2 Titan 5050 USA [14]
3 Pampa 4000 USA [15]
4 Markbygden fast 4000 Schweden [16]
5 Dobrogea 1500 Rumänien [17]

Genehmigungsverfahren

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat im Juni 2004 entschieden, dass in Deutschland genehmigungsrechtlich eine Ansammlung von mindestens drei Windenergieanlagen als Windpark gilt, wenn sie „einander räumlich so zugeordnet sind, dass sich ihre Einwirkungsbereiche überschneiden oder wenigstens berühren“[18]. Diese müssen dann nach dem aufwändigeren Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt werden, während sonst nur eine Baugenehmigungspflicht besteht. Es ist unerheblich, ob die zu betrachtenden Anlagen mehreren Betreibern zugeordnet werden. Darüber hinaus müssen auch einzelne oder „nur zwei“ Anlagen nach dem BImSchG genehmigt werden, wenn eine Anlage eine Gesamthöhe von mehr als 50 Metern erreicht. In Nordrhein-Westfalen erhöhte die schwarz-gelbe Landesregierung im Jahr 2005 den Mindestabstand für neu zu bauende Windenergieanlagen zum nächsten Gebäude von 500 m auf 1.500 m[19]. Damit brachte sie den Bau von neuen Anlagen fast zum Erliegen[20]. Im Juli 2011 lockerte die rot-grüne Landesregierung mit einem neuen 'Windenergieerlass' Bestimmungen, die bis dahin den Ausbau der Windenergie gebremst hatten[21].

Finanzierung

Windparks wurden zunächst entweder durch einzelne Großinvestoren finanziert oder über eine Projektfinanzierung, etwa in Form der Gründung eines geschlossenen Fonds. Bei einem geschlossenen Fonds bringen mehrere Anleger das Eigenkapital auf, das durch ein Bank-Darlehen ergänzt wird[22]. Seit 2005 sind auch andere Formen, wie etwa das Leasing oder die Ausgabe von Genussscheinen möglich.

Daneben haben sich zunehmend Bürgerwindparks als alternative Finanzierungsmöglichkeit etabliert. Hier haben die Menschen, die die Beeinträchtigung durch Windparks ertragen, auch den Gewinn.

Für die Finanzierung von großen Offshore-Windparks mit einem Investitionsvolumen von derzeit (Mai 2011) bis zu über einer Milliarde Euro kommen nur internationale Konzerne oder Konsortien solcher Konzerne in Frage.

Planung

Aus Sicht der Investoren ist es ein Vorteil, dass die Planung aus einer Hand erfolgen kann: Es braucht dann nicht für jede Anlage ein eigenes Genehmigungsverfahren durchgeführt werden. Andererseits sind für die Planung von Windparks ein aufwändigeres Verfahren (siehe oben) und Gutachten erforderlich.

Abstand der Anlagen

Um die gegenseitige Beeinflussung zu minimieren, müssen die Rotoren mit einem bestimmten Mindestabstand zueinander angeordnet werden. Dieser ist hauptsächlich abhängig von der Anlagengröße und der vorherrschenden Windrichtung. Als Faustformel für Windparks an der Küste gilt in Hauptwindrichtung der fünffache, in Nebenwindrichtung der dreifache Rotordurchmesser als Mindestabstand.

Allerdings ist in großen Windparks das Turbulenzverhalten der Rotoren in sogenannter multifraktaler Weise von der Position abhängig, was signifikante Abweichungen von der Kolmogoroff’schen Turbulenztheorie für einzelne Rotoren ergibt[23].

Erst bei ca. 15-fachen Rotorabstand erreichen die einzelnen Windkraftanlagen eines Windparks den optimalen Wirkungsgrad.[24]

Die Parkleistung ist deshalb immer geringer als die Summe der Leistungen (Nennwerte) der einzelnen Park-Komponenten. In der Vergangenheit wurde dieser Windpark-Effekt in vielen Veröffentlichungen, bis hin zu in Datenblättern zu einzelnen Projekten, nicht berücksichtigt. Wird dieser zu hohe Wert auch in Prospekten angegeben, so kann das zu rechtlichen Folgen für die Verantwortlichen führen (Prospekthaftung).

Errichtung

Errichtung von Windkraftanlagen in der Erkelenzer Börde

Bei der Errichtung von geplanten Windparks in einem Zuge hat der Investor den Vorteil, dass die gesamte Infrastruktur konzentriert werden kann. Anlagen, Kräne und Zuwegung können gleich für mehrere Anlagen genutzt werden. So müssen etwa die großen Raupenkräne nicht abgerüstet werden, um von einer Windenergieanlage zur nächsten zu fahren. Kommt es bei der Errichtung einer Anlage zu Verzögerungen, so kann in dieser Zeit an einer anderen Anlage gearbeitet werden.

Wartung

Auch die Anlagen-Wartung kann konzentriert an mehreren Anlagen durchgeführt werden. Große Fahrtstrecken und -zeiten für die Techniker entfallen. Die Erfahrung zeigt, dass die längere Verweildauer von Wartungstechnikern auch die Wahrscheinlichkeit steigert, dass ein Techniker bei einer Anlagenstörung vor Ort (im Windpark) ist. Die Reaktionszeiten werden so verkürzt.

Kennzeichnung der Anlagen

In Windparks müssen die Anlagen mit einer Hinderniskennzeichnung versehen sein. Dazu zählen die farbige Kennzeichnung der Rotorblatt-Spitzen und die Befeuerung bei schlechter Sicht. Innerhalb eines Windparks wird bei neuen Parks das Blitzen bzw. Blinken der Lampen über das DCF77-Zeitsignal synchronisiert. Teilweise wird dies auch bei älteren Parks nachgerüstet.

Betrieb

Für den Stromnetzbetreiber (Energieversorger) erscheinen alle Windenergieanlagen eines Windparks wie ein einziges Kraftwerk; somit vereinfacht und verbilligt sich beispielsweise die Einspeisungsabrechnung für den Betreiber des Windparks. Die Regelung eines Windparks erfolgt ebenfalls zentral für den gesamten Windpark. Jede Anlage verfügt zudem auch über eine eigene Steuerung. Der äußere Betrachter nimmt diese jedoch nicht mehr wahr.

Da sich ein gewachsener Windpark oft aus unterschiedlichen Typen von Windkraftanlagen zusammensetzt, welche unterschiedliche Anforderungen an die Windgeschwindigkeit stellen, kann es aufgrund der Windverhältnisse dazu kommen, dass einzelne Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Außerdem können innerhalb eines Windparks unterschiedliche Windgeschwindigkeiten herrschen, so dass auch Anlagen gleichen Typs stillstehen.

Windkraftanlagen können sich gegenseitig negativ beeinflussen, indem sie sich gegenseitig aerodynamisch „abschatten“ (Windschatten). Es ist dann teilweise sinnvoll einzelne Anlagen abzuschalten.

Netzprobleme

Da das bestehende Stromnetz noch nicht auf den starken Ausbau der Windparks eingestellt ist, kann es zu lokalen Energieüberschüssen kommen, die zu einer Begrenzung der eingespeisten Energie durch den Netzbetreiber führen kann. Neuerdings werden die Temperaturen und Windgeschwindigkeiten bei den Freileitungen gemessen, da beide Faktoren die Kapazität einer bestehenden Freileitung beeinflussen (niedrigere Temperaturen und höhere Windgeschwindigkeiten wirken sich positiv aus)[25].

In der Dena-Netzstudie wurden darüber hinaus die notwendigen Anpassungen betrachtet, die mit den im Meer geplanten Windparks verbunden sind. Aus Sicht eines Stromnetzbetreibers müssen hier virtuelle Großkraftwerke in großer Entfernung zum Verbraucher an das Stromnetz angeschlossen werden, was zu erheblichen Investitionen führt.

Offshore-Windparks

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Offshore-Windpark Thornton Bank
Hochseewindpark Nystedt

Die Bezeichnung Offshore-Windpark wird in Deutschland zum Teil unterschiedlich verwendet. Manchmal werden damit alle Windparks bezeichnet, deren Fundamente (im Tidebereich vielleicht auch nur zeitweise) im Meer stehen. Der deutsche Name Hochsee-Windpark bezieht sich dagegen ausschließlich auf Windparks, die in erheblicher Entfernung von der Küste errichtet werden. Auch dieses Wort ist allerdings missverständlich, denn Windparks werden (bisher) keinesfalls auf „hoher See“, sondern ausschließlich auf dem Festlandsockel gebaut.

Im Folgenden soll ausschließlich die Rede von Windparks sein, die außerhalb der 12-Meilen-Zone, aber innerhalb der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) eines Landes entstehen.

In Deutschland ist die Errichtung großer Offshore-Windparks geplant. 40 Windparks sollen in Nordsee und Ostsee entstehen. Die deutsche Bundesregierung beschloss im Spätsommer 2009 (bzw. für die Ostsee im Dezember) einen Raumordnungsplan, wonach bis 2030 bis zu 25.000 Megawatt über Offshore-Windkraft erzeugt werden könnten.[26]

Zuständig ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Demnach können 30 Windparks in der Nord- und 10 in der Ostsee gebaut werden. Bereits seit mehreren Jahren sind Windparks in Planung, doch deren Bau hatte sich immer wieder wegen technischer und finanzieller Probleme verzögert[27].

Der erste deutsche Offshore-Windpark in der AWZ „alpha ventus“ ging im April 2010 offiziell ans Netz. „BARD Offshore 1“ befindet sich derzeit in Bau. In anderen Staaten, beispielsweise in Dänemark, den Niederlanden oder England, sind einige Offshore-Windparks errichtet worden und in Betrieb.

Bisher (Stand September 2010) sind in der deutschen AWZ vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 26 Offshore-Windpark-Projekte mit insgesamt 1850 Windenergieanlagen (WEA) genehmigt worden, davon 23 in der Nordsee und drei in der Ostsee; zwei Anträge für die Ostsee wurden abgelehnt. Das entspricht nach Fertigstellung der Anlagen einer potenziellen Energieleistung von ca. 9 GW. Insgesamt laufen in der AWZ von Nord- und Ostsee Planungen für 95 Vorhaben (78 Nordsee, 17 Ostsee)[28].

An die langfristige Standsicherheit solcher Offshorebauwerke erhöhen sich die Anforderungen, je größer die Wassertiefe am Standort ist. Die Windenergieanlagen müssen sicher auf dem Boden gegründet werden. Es gibt verschiedene Gründungsmöglichkeiten:

  • Flachgründung mit und ohne Schürzen für flachere Gebiete,
  • Monopile- (1 Pfahl), Tripod- (3 Pfähle) und Jacket-Gründungen (4 Pfähle) für tiefere Bereiche.

Auf die Gründung der Bauwerke wirken das eigene Gewicht, die Strömung des Wassers (zyklisch durch Ebbe und Flut) und die Kraft der Wellen. Die Kraft des Windes wirkt auf alle oberirdischen Teile des Bauwerks und indirekt auf die Gründung. All diese Kräfte können sich addieren. In der Nordsee ist der Grund meistens sandig und damit relativ nachgiebig. Damit besteht die Gefahr von Langzeitverformungen, die die Standsicherheit der Anlagen gefährden[29].

Das Bremerhavener Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) koordiniert das HiPRWind-Projekt (High Power, High Reliability Offshore Wind Technology) mit einem Gesamtbudget von 20 Mio. Euro. Dabei sollen auch kosteneffiziente Ansätze für schwimmende Windenergieanlagen zum Einsatz in Offshore-Windparks entwickelt und getestet werden[30].

Aus verschiedenen Gründen zögern viele Banken bei der Kreditvergabe an Betreiber und Werften[31].

Seit der Energiewende bzw. dem Atomausstieg 2011 – nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima – steht der Ausbau der Windenergie verstärkt im Fokus des öffentlichen Interesses. Anlässlich einer Novellierung des EEG wurde auch öffentlich bewusster, dass Windenergie von See bisher teurer ist als „an Land“ erzeugte Windenergie.

Ein wichtiger Akteur ist die „Stiftung Offshore-Windenergie“[32]. In ihr gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, zum Beispiel die 'Arbeitsgemeinschaft Betreiber in der Offshore-Stiftung'. Deren Sprecher Jörg Buddenberg sagte 2011:

„Kostensenkungen setzen mit der Industrialisierung ein. Genau dieser Prozess setzt nun bei der Windkraftnutzung auf See ein. So haben wir es in zwei, drei Jahren nicht mehr länger nur mit drei Anbietern von Offshore-Windturbinen zu tun. Auch der Flaschenhals, dass es derzeit zu wenig Errichterschiffe gibt, weitet sich zunehmend. Die Zahl der Seehäfen, die in die notwendige Logistik für die Offshore-Windturbinen investieren wollen, steigt ebenso. Der Wettbewerb nimmt zu, und das spiegelt sich demnächst auch in Preissenkungen wider. Dafür müssen aber mehrere Rädchen ineinander greifen. Wir dürfen nicht übersehen, dass die Windkraftnutzung auf See heute da steht, wo die Windkraft an Land vor fünfzehn Jahren und mehr begann. Und deren Lernkurve und Kostensenkungen halte ich für die Windparks auf See möglich.“[33]

Eine Alternative für Errichterschiffe sind Hubinseln.

Elektrische Anbindung von Offshore-Windparks

Abschluss eines Leerrohrs für ein Seekabel auf Norderney
Meteorologischer Messmast beim Windpark Gussenstadt

Hochseewindparks liefern ihre Energie über Seekabel an die Küste. Dort wird die Energie in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Der weitere Ausbau der Windenergie an der Küste macht dort eine Verstärkung des Netzes erforderlich, um diese Energie vom Norden Deutschlands weiter in den Süden, wo sie benötigt wird, zu transportieren. Es spricht alles dafür, dass dieses über Hochspannungs-Überlandleitungen geschehen wird, da das isolierende Medium Luft sich im Falle eines Durchschlages selbst „heilt“ und Überlandleitungen somit billiger im Betrieb sind als bodenverlegte Kabel.

Bei längeren Übertragungsstrecken ist zur Energieübertragung von See zu Land die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) eine Alternative zur Wechselstrom-Übertragung. Bei Gleichstrom-Übertragung fallen prinzipbedingt weniger Verluste an, da dann keine Blindleistung übertragen werden muss. Blindleistung führt im Wechselspannungsnetz immer zu Wirkverlusten durch den erhöhten Strom in der Leitung. Da die Kapazität eines Kabels deutlich höher ist als die einer Freileitung, ist der Einsatz von HGÜ – gerade bei hohen Kupferpreisen – auch bei relativ kurzen Entfernungen wirtschaftlich.

Da weltweit die meisten Stromnetze Wechselstromnetze sind, steht am Ende jeder HGÜ ein Stromrichter, der den ankommenden Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt („Wechselrichter“). Weil diese teuer sind, wägt man bei jeder Windpark-Errichtung alle technischen und wirtschaftlichen Aspekte ab, wenn man über die Art seiner elektrischen Anbindung an die Küste entscheidet. Zurzeit ist in Deutschland bereits eine derartige Anlage realisiert: die HGÜ BorWin1 zur Anbindung des Windparks BARD Offshore 1. Weitere HGÜ sind in Bau bzw. geplant.

Liste der größten Offshore-Windparks

Messmasten

Zu einigen Windparks gehören auch meteorologische Messmasten.

Umweltauswirkungen

Ein durch eine WKA eines Windpark im Sauerland getöteter Mäusebussard

Der Offshore-Windpark Butendiek westlich von Sylt ist beispielsweise in einem Europäischen Schutzgebiet nach FFH (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) geplant und wird deshalb kontrovers diskutiert.

Im Dezember 2004 lehnte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erstmals zwei geplante Offshore-Windparks in der Ostsee vor Rügen ab. Betroffen sind die Parks „Adlergrund“ sowie „Pommersche Bucht“. Begründet wurde die Entscheidung mit den möglichen ökologischen Auswirkungen.

Der von Windparks zu Brutvögeln eingehaltene Minimalabstand beträgt selten mehr als hundert Meter, obwohl bei einigen Arten wie Enten und Gänsen mehrere hundert Meter benötigt werden. Bei Kiebitzen, Goldregenpfeifern und Pfeifenten zeigte sich in einer wissenschaftlichen Studie ein möglicherweise negativer Effekt auf die Bestandsentwicklung. Ein weiteres Problem kann bei besonders windreichen Standorten im Binnenland die Konkurrenz zwischen der energetischen Nutzung des Menschen und der Nutzung (Thermik) zur optimalen Flugroute von Zugvögeln sein.

Neuere ausführliche Studien zeigten, dass Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen mit Windrädern in verschiedenen Windparks sehr unterschiedlich sein können, zudem verschiedene Arten extrem unterschiedlich betroffen waren. So wurden z.B. in 140 Windparks in Nordspanien mit zusammen 4.083 Windkraftanlagen im Zeitraum von 2000 bis 2006 732 getötete Gänsegeier gefunden[34]. Bei einem Test im Herbst 2006 wurde ein Windrad in Dänemark insgesamt 2400 Stunden überwacht. Dabei wurden nur 15 Vögel und Fledermäuse entdeckt, die in seine Nähe kamen, und es kam nur zu einer einzigen Kollision mit einer Fledermaus. Und das, obwohl die Windenergieanlage in einem der am stärksten frequentierten Fluggebiete steht[35]. Auch das Verhalten von Meeressäugern, Wasservögeln und Fischen zeigt keine negativen Veränderungen[36].

Aus Taiwan wurde von einem Fall berichtet, bei dem das Geräusch der Turbinenflügel vermutlich tödliche Auswirkungen auf in der Nähe lebende Ziegen hatte, da diese nachts nicht schlafen konnten[37].

Bei der Errichtung von Offshore-Anlagen wird unterseeisch durch Rammen und Bohrer ein erheblicher Geräuschpegel verursacht. Deshalb fordert unter anderem der Naturschutzbund Deutschland NABU, beim Bau solcher Anlagen Blasenschleier einzusetzen, mit deren Hilfe der Lärmpegel gesenkt wird. Insbesondere Schweinswale würden durch den Lärm verschreckt und teilweise orientierungslos[38]. Der NABU kritisiert, dass beim Bau von alpha ventus diese Technik nicht wie geplant eingesetzt wurde.

Bei einer Untersuchung des Offshore-Windparks Egmond aan Zee kamen niederländische Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass sich der Windpark positiv auf die Tierwelt auswirkt. So sei die Biodiversität innerhalb des Windparks größer als in der umgebenden Nordsee. Dies trifft insbesondere auf Meerestiere zu, die in dem Windpark Ruhestätten und Schutz finden. Negative Auswirkungen habe es nur während des Baus gegeben. Allerdings mieden einige auf Sicht jagende Vogelarten den Windpark, während andere Vögel sich durch die Anlagen nicht gestört fühlten.[39]

Klimatische Auswirkungen

Nach einer Studie des Massachusetts Institute of Technology von 2009[40] ist davon auszugehen, dass mit deutlichen Klimaeffekten zu rechnen wäre, würden 10 % der benötigten Energie durch Windkraft gedeckt. Während an Land mit einer deutlichen Erwärmung zu rechnen wäre, sei auf See von einem gegenteiligen Effekt auszugehen.

Siehe auch

Literatur

  • Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz (Hrsg.): Offshore-Windparks und Naturschutz: Konzepte und Entwicklung. NNA-Berichte 16. Jg., Heft 3/2003, 76 Seiten, 2003
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz u. Reaktorsicherheit: Entwicklung der Offshore-Windenergienutzung in Deutschland (PDF) 2007
  • E. Brandt, K. Runge: Kumulative und grenzüberschreitende Umweltwirkungen im Zusammenhang mit Offshore Windparks: Rechtsrahmen und Untersuchungsempfehlung. 2002, ISBN 3-7890-7797-6
  • S. Pestke: Offshore-Windfarmen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone: im Zielkonflikt zwischen Klima- und Umweltschutz. Nomos-Verl.-Ges., Baden-Baden; teilw. zugl.: Univ. Bremen, Diss., 2008, ISBN 978-3-8329-3132-2
  • M. Richter: Offshore-Windenergie in Deutschland. Potenziale, Anforderungen und Hürden der Projektfinanzierung von Offshore-Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee. Centre for Sustainability Management, Lüneburg 2009 CSM Lüneburg (PDF)
  • Peer Janssen: Dilettanten – ahoi • Offshore-Windparks: Viele Steuer-Millionen und wenig Sicherheit. In: Waterkant, Heft 2/2010, S. 12–14. Förderkreis Waterkant e.V., Emsdetten 2010, ISSN 1611-1583
  • Kay-Uwe Fruhner, Bernhard Richter: Fundamentkonstruktionen von Offshore-Windanlagen. In: Schiff & Hafen, Heft 9/2010, S. 224–230. Seehafen-Verlag, Hamburg 2010, ISSN 0938-1643
  • Uwe Pfeiffer, Manfred Voß: Entwurf einer Caisson-Schwergewichtsgründung für einen Offshorewindpark in der Nordsee. In: Hansa, Heft 12/2010, S. 30–34, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2010, ISSN 0017-7504
  • Sylvia Karsch, Jörg Kubas: Offshore-Windenergie managen. In: Schiff & Hafen, Heft 3/2011, S. 64−65, Seehafen-Verlag, Hamburg 2011, ISSN 0938-1643
  • Deutscher Nautischer Verein (DNV): Offshore-Windparks und Schifffahrt. In: Hansa, Heft 3/2011, S. 99, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Iven Krämer, Christian Hein: Chancen und Herausforderungen für die deutschen Häfen. In: Schiff & Hafen Heft 5/2011, S. 54–59, Seehafen-Verlag, Hamburg 2011, ISSN 0938-1643
  • DEWI: Jahresbilanz Windenergie 2010. In: Hansa, Heft 5/2011, S. 22, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Zahlen und Fakten zur Windkraft. In: Hansa, Heft 5/2011, S. 23, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Bestehende Hemmnisse müssen schnell überwunden werden. In: Hansa, Heft 5/2011, S. 28/29, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Zu wenig Schiffe für den Bau von Offshore-Windparks. In: Hansa, Heft 6/2011, S. 55/56, Schiffahrtsverlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Anne-Katrin Wehrmann: Rückenwind für Offshore-Windkraft. In: Hansa, Heft 7/2011, S. 56/57, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504

Weblinks

 Commons: Windparks – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Thanet Offshore Wind Farm. vattenfall.co.uk, abgerufen am 24. September 2010 (englisch).
  2. CEZ Group: Seite über ihren Dobrogea Wind Park
  3. wind-data.ch: Anlagenübersicht der Schweiz mit Details des Windpark Gütsch
  4. E.ON Delivers 335-MW of Wind in Texas
  5. a b c d e f g Drilling Down: What Projects Made 2008 Such a Banner Year for Wind Power?
  6. AWEA: U.S. Wind Energy Projects - Texas
  7. a b c d AWEA: U.S. Wind Energy Projects - Texas
  8. China - Dabancheng Wind Farm now has a combined generating capacity of 500 MW
  9. Energy Information Administration der USA - Ausgabe Oktober 2010 des Electric Power Monthly
  10. Whitelee Winfarm - About the Windfarm
  11. weitere 300 MW in Bau
  12. CEZ Romania develops its business in renewables
  13. China starts building first 10-GW mega wind farm
  14. BP Ramps Up to Full Construction of First Phase of Wind Farm in South Dakota 5. August 2009.
  15. http://www.genewscenter.com/content/detail.aspx?releaseid=3601&newsareaid=2
  16. Svevind and Enercon Team up for 4GW Wind Plan. Clean Edge (from New Energy Finance) (June 26, 2008). Abgerufen am 16. April 2009.
  17. Iberdrola Plans World’s Largest Wind Farm in Romania. Abgerufen am 7. Oktober 2011.
  18. Definition einer Windfarm laut Bundesverwaltungsgericht (PDF)
  19. Erlass vom 21. Oktober 2005 (PDF)
  20. 6. Februar 2011: Rot-Grün erlaubt höhere Windräder
  21. nrw.de 11. Juli 2011
  22. In der Regel verlangt die Bank eine Eigenkapitalquote von 40 %, einen Generalübernehmer für den Bau des Parks, Versicherungsschutz während des Betriebes, einen Wartungsvertrag während des Betriebs und die Beachtung des Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland oder vergleichbarer Gesetze in anderen Ländern.
  23. M. Greiner, Siemens Corporate Technology, Vortrag im physikalischen Kolloquium der Universität Regensburg, 24. November 2008. Kolloquium-Webseite
  24. New study yields better turbine spacing for large wind farms. gazette.jhu.edu (18. Januar 2011). Abgerufen am 6. August 2011.
  25. wind-energie.de: Mehr Windstrom im norddeutschen Stromnetz
  26. BMVBS (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Offshore-Windenergie: Raumordnungsplan für die Ostsee beschlossen
  27. Regierung schafft Grundlagen für Offshore-Windparks. In: taz, 17. September 2009
  28. Nico Nolte: Nutzungsansprüche und Raumordnung auf dem Meer. In: Hansa, Heft 9/2010, S. 79–93. Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2010, ISSN 0017-7504
  29. Torsten Wichtmann et al: Die an den Fundamenten rütteln · Ingenieure prognostizieren Langzeitverformungen bei Offshore-Windenergieanlagen. In: Hansa Heft 6/2010, S. 73–77, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2010, ISSN 0017-7504
  30. Potenzial für Tiefwasserstandorte. In: Schiff & Hafen, Heft 1/2011, S. 83, Seehafen-Verlag, Hamburg 2011, ISSN 0938-1643
  31. sueddeutsche.de vom 24. Juni 2011, Seite 26 Professor Kemfert sagte 2011, selbst großen Firmen fehle die Co-Finanzierung durch Banken. Zum Beispiel habe RWE sich über die mangelnde Kreditvergabe beklagt.
  32. Homepage (www.offshore-stiftung.com)
  33. www.energiemarkt-medien.de "E&M"
  34. Camina, A, (2008):LAS ENERGÍAS RENOVABLES Y LA CONSERVACIÓN DE AVES CARROÑERAS: EL CASO DEL BUITRE LEONADO (Gyps fulvus) EN EL NORTE DE LA PENÍNSULA IBÉRICA. (PDF)
  35. Technologie Review; Seevögel kontra Windkraft (23. Februar 2007)
  36. Dänische Langzeitstudie über acht Jahre zu den beiden dänischen Windparks Horns Rev und Nysted (PDF)
  37. Reuters; Wind turbine noise suspected of killing 400 goats
  38. Hannes Koch: Windpark-Boom bedroht Schweinswale. Spiegel Online, 23. Januar 2011, abgerufen am 27. April 2010.
  39. Ruhe unter Rotoren. In: Deutschlandradio, 26. Oktober 2011. Abgerufen am 26. Oktober 2011.
  40. http://www.atmos-chem-phys.net/10/2053/2010/acp-10-2053-2010.pdf

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