Winzer (Niederbayern)


Winzer (Niederbayern)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Winzer
Winzer (Niederbayern)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Winzer hervorgehoben
48.72611111111113.070833333333311
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 311 m ü. NN
Fläche: 27,59 km²
Einwohner:

3.803 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94577
Vorwahl: 09901
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 153
Marktgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schwanenkirchner Str. 2
94577 Winzer
Webpräsenz: www.marktwinzer.de
Bürgermeister: Jürgen Roith (CSU)
Lage des Marktes Winzer im Landkreis Deggendorf
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Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Georg

Winzer ist ein im Osten des niederbayerischen Landkreises Deggendorf an der Donau liegender Markt.

Inhaltsverzeichnis

Gemeindegliederung

Es existieren folgende Ortsteile:

  • Flintsbach
  • Gries
  • Neßlbach
  • Mitterndorf
  • Winzer

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1005. Der Ort Winzer/Donau ist aber schon älter. In frühgeschichtlicher Zeit war das Gebiet zwar siedlungsarm, aber nicht unbewohnt. Dieses beweisen Funde aus jener Zeit. Der Fund von einigen Terra-Sigilada-Stücken und einer römischen Münze am Fuße des Burgberges besagen aber noch nicht, dass die Römer einst siedelten. Eine erste feste Ansiedlung dürfte schon vor 950 bestanden haben. Diese befand sich im heutigen Unterwinzer bei der Kirche. Der Name Winzer kommt von „Weinbau“ und wird aus dem lateinischen „Vinitor“ = Winzer-Weinbauer abgeleitet. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es hier mehrere Weinberge.

Die ganze Gegend war ursprünglich im Besitz des Bayerischen Herzogs. Dieser gab das Gebiet um 1009 dem Bischof von Bamberg. Zur Verwaltung wurde ein sogenannter Ministerialer eingesetzt. Dieser erbaute sich dann Mitte des 11. Jahrhunderts die Burg Winzer und nannte sich „Winzerer“. Ab 1230 wurden die „Winzerer“ adlige Ritter. 1324 starb das Geschlecht aus.

Durch die Heirat von Hildebrand von Puchberg (bei Cham) mit Eufemia von Winzer kamen die Puchberger hierher. Diese waren eines der reichsten und angesehensten Rittergeschlechter des Bayerwaldes. In ihrem Wappen führen sie drei Halbmonde wie diese auch heute noch im Gemeindewappen zu sehen sind. Im Gemeindewappen befindet sich auch noch eine Weintraube als Hinweis auf den seit dem 9. Jahrhundert bezeugten Weinbau.

Am Fuße des Burgberges entstand ein reiner „Herrschaftsmarkt“, der aber keine besondere Bedeutung erlangte. Vermutlich entstand dieser im Jahre 1307, als der Herzog den Puchbergern die Anlegung eines Vorhofes unter seiner Burg (an der Säcker) gestattete. Diese neue Ansiedlung wurde sogar in das Befestigungssystem der Burg einbezogen. Von der Mauer sind noch heute wenige Reste erhalten. Für diese sogenannte grundherrschaftliche Marktgründung war keine besondere Genehmigung notwendig. Am 16. Oktober 1322 verliehen die niederbayerischen Herzöge Hartlieb von Puchberg für die Ansiedlung die Marktfreiheit: „privilegia mercatus publici“, Urkunde Nr. 342. Nun konnten alle Fremden mit jeder Gattung von Waren zusammenkommen, freie Handelsgeschäfte treiben, kaufen und verkaufen. Dieser „Nahhandelsmarkt“ wurde an der platzähnlich erweiterten Durchgangsstraße zwischen dem östlichen und westlichen Markttor in Oberwinzer abgehalten.

Der letzte Puchberger Jakob hatte keinen männlichen Erben. Seine Tochter Elisabeth heiratete den späteren Grafen Ott-Heinrich von Schwarzenberg. Nun ging Burg und Herrschaft an das Geschlecht der Schwarzberger über. Doch schon die 2. Generation unter Wolf Jakob musste den Besitz im Jahre 1603 verkaufen. Der spätere bayerische Kurfürst Maximilian erwarb Burg und Herrschaft und war nun Landes- und Grundherr von Winzer. Im Jahre 1591 bestand der Markt, der sich zwischenzeitlich in Richtung Mittelwinzer ausdehnte, lediglich aus 44 Häusern. Es gab je einen Bader, Bierschank, Krämer, Wirt, Binder, Schlosser, Schmied, zwei Bäcker und zwei Schneider. Zwischen Ober- und Unter-winzer (Markt und Dorf) lag das Spital. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden in Mittelwinzer vier zum Schloss gehörige Verwaltungsgebäude errichtet (Gerichtsschreiber-, Weißbierbräu-, Amtmann- und Pflegegerichtshaus - jetziges Rathaus). Im österreichischen Erbfolgekrieg sprengten die Panduren das Schloss am 1. November 1744 in die Luft. Es wurde nicht mehr aufgebaut. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden die Kolonien Pledl, Reckenberg und Grafenhölzl. Durch den Zuzug der vielen Neusiedler entstand aber eine große Armut. Auf der Suche nach einer Erwerbsquelle kam es in Winzer zu einer besonderen Entwicklung. Aus den wildwachsenden Weiden am Donauufer und in den Auen wurden Körbe gezäunt und verkauft. Schon bald hießen die Winzerer in der ganzen Umgebung „Körblzäuner“. Das Korbmachergewerbe wurde strukturbestimmend. Bei der Bildung der Gemeinden im Jahre 1818 wurde Winzer eine selbstständige Ruralgemeinde.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform kam am 1. April 1971 ein Teil der aufgelösten Gemeinde Schwanenkirchen hinzu.[2] Im Jahr 1978 folgte die Gemeinde Neßlbach mit 1041 Einwohnern.

Einwohnerzahlen

Die Einwohnerzahl beträgt derzeit ca. 3950.[3]

Politik

Das Rathaus von Winzer

Marktgemeinderat

Die Werte spiegeln die Sitzverteilung (in Klammern das prozentuale Wahlergebnis) wider:

CSU UWG SPD/
Freie Bürger
FWG ödp Junge Liste Gesamt
2002 7 3 3 3 - - 16
2008 6
(34,5 %)
4
(21,7 %)
2
(15,1 %)
2
(13,1 %)
1
(8,1 %)
1
(7,5 %)
16

Bürgermeister

Amtierender erster Bürgermeister ist Jürgen Roith (CSU), zweiter Bürgermeister ist Franz Melchart (Unabhängige Wähler).

Bürgerentscheide

Am 21. Januar 2007 wurden zwei Bürgerentscheide, die beide die Errichtung von Mobilfunkmasten im Gemeindebereich verhindern sollten, mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau eine hängende goldene Traube über drei voneinander abgekehrten silbernen Halbmonden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ortstafel „Winzer“
  • Die Sternwarte Winzer wurde in den Jahren 2004/05 errichtet.
  • Ziegel- und Kalk Museum Flintsbach
  • Burgruine Winzer
  • St. Georg Kirche

Quellen

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 445
  3. Offizielle Homepage des Marktes Winzer

Weblinks

 Commons: Winzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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