Wirbel (Spieltechnik)


Wirbel (Spieltechnik)

Als Wirbel wird beim Trommeln eine Figur bezeichnet, bei der viele einzelne Schläge so schnell aufeinander folgen, dass sie nicht mehr als Einzelschläge sondern als ein anhaltendes, gleichmäßiges Geräusch wahrgenommen werden.

Die klassische Wirbeltechnik besteht aus einer Abfolge von linken und rechten Doppelschlägen, bei denen jeweils der erste Schlag aktiv geführt wird und dann der vom Fell zurückfedernde Schlegel zu einem zweiten Schlag nachgedrückt wird. Diese Technik wird manchmal auch Mühle oder Mama-Papa (oder Papa-Mama) genannt.

Neben diesem Doppelschlagwirbel werden je nach Musikstil und verwendeter Trommel noch andere Wirbeltechniken angewandt, so der Einzelschlagwirbel (z. B. auf der Kesselpauke) oder der Presswirbel (z. B. auf der klassischen kleinen Trommel).

In den Noten werden entweder direkt die einzelnen Schläge (in der Regel 32stel) notiert, der Wirbel kann aber auch als Triller oder Tremolo notiert werden. In der Marschmusik gibt es darüber hinaus mancherorts auch traditionelle Trommelnotationen mit Symbolen, die landschaftlich sehr verschieden sein können.

Verschiedene Wirbelarten

Es gibt 5 verschiedene Arten von Wirbeln:

  • Offener Wirbel (Open Stroke Roll)
  • Geschlossener Wirbel / Presswirbel (Closed Roll)
  • Summender Wirbel (Buzz Roll)
  • Einhändiger Wirbel (One handed Roll / Gravity Roll)
  • Einzelschlagwirbel (Single Stroke Roll)

Offener Wirbel: Ein offener Wirbel wird mit kontrollierten Doppelschlägen erzeugt, indem nach dem "Rebound" (zurückfedern des Schlagzeugschlegels) die Energie des ersten Schlages in den zweiten Schlag führt.

Geschlossener Wirbel: Ein geschlossener Wirbel wird mit nicht kontrollierten Pressschlägen erzeugt, indem der Schlagzeugschlegel auf das Fell gepresst wird, ohne einen großen "Rebound" zu erzeugen. Bei dieser Technik werden nicht zwingend Doppelschläge benötigt, es sind aber Doppel-/ oder Dreifachschläge erwünscht.

Buzz Roll: Der Buzz Roll wird ähnlich wie ein "Geschlossener Wirbel" erzeugt, jedoch werden bei dieser Technik absichtlich mehr als zwei Schläge pro Handbewegung erzeugt.

Einzelschlagwirbel: Der Einzelschlagwirbel ist der einzige Wirbel, der nicht durch Doppel- oder Mehrfachschläge erzeugt wird. Bei dieser Spieltechnik werden ausschließlich Einzelschläge gespielt. Normalerweise geschieht dies auch mit einer Abfolge von rechten und linken Einzelschlägen. Der Einzelschlagwirbel kann aber auch mit nur einer Hand gespielt werden; dann ist dieser identisch mit dem "einhändigen Wirbel".

Einhändiger Wirbel: Der One handed Roll unterscheidet sich von allen anderen Wirbeln, denn dieser ist keine Abfolge von rechten und linken Mehrfachschlägen. Bei diesem Wirbel werden nur mit einer Hand Doppelschläge erzeugt, indem der Schlegel abwechselnd mit dem Handgelenk und den Fingern einen Schlag ausführt.

Anwendungsbereiche

Die verschiedenen Wirbel unterscheiden sich im Klang: Während Einzelschlag- und Doppelschlagwirbel ein sauberes Rollen ergeben, erzeugen die anderen Techniken eher ein kratzendes Geräusch, das je nach Musikstil erwünscht oder unerwünscht ist.

Alle aus Doppelschlägen bestehenden Techniken können auf alle Trommeln angewandt werden. Der Einzelschlagwirbel klingt nur auf einem nachklingenden Instrument wie z.B. einer Pauke oder einem Xylophon befriedigend.

In der Marschmusik wird ausschließlich der Doppelschlagwirbel angewandt. Hier gilt jegliches "Kratzen" als Fehler.

Früher fand auch bei der klassischen Kesselpauke der Doppelschlagwirbel Verwendung, heute wird hier aber nun noch der Einzelschlagwirbel angewandt, da dieser auf diesem Instrument zu einem gleichmäßigeren Ergebnis führt.

Siehe auch


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