Wuppertal-Ronsdorf


Wuppertal-Ronsdorf
Wappen von Ronsdorf (9)
Wappen von Wuppertal

Ronsdorf (9)
Stadtbezirk von Wuppertal

Lage des Bezirks Ronsdorf in Wuppertal
Koordinaten 51° 13′ 32″ N, 7° 12′ 0″ O51.2255555555567.2225Koordinaten: 51° 13′ 32″ N, 7° 12′ 0″ O
Höhe 225–331 m ü. NHN
Fläche 16,1 km²
Einwohner 21.685 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 1351 Einwohner/km²
Ausländeranteil 5,4 %
Vorwahl 0202
Politik
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD Grüne FDP PDS WfW
6 4 2 1 0 2
Verkehrsanbindung
Autobahn
Bundesbahn RB 47
Quelle: Wuppertaler Statistik - Raumbezogene Daten

Ronsdorf ist ein Stadtteil und Stadtbezirk von Wuppertal mit rund 22.500 Einwohnern.

Bis zum Jahre 1929 war Ronsdorf eine selbständige Stadt im zeitgleich aufgelösten Landkreis Lennep. Zu Ronsdorf gehören auch die Ortslage Heidt sowie Erbschlö, Holthausen, Blombach und die an der Landesstraße 58 (ehemals Bundesstraße 51) gelegene Ortschaft Linde (mit Marscheid, Groß- und Kleinsporkert und Kleinbeek).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Gliederung im Bezirk

Der Stadtbezirk Ronsdorf wird in sechs sogenannte „Quartiere“ aufgeteilt, die überwiegend keinem historischen Ursprung entsprechen, sondern in erster Linie statistischen Erhebungen dienen.

Es handelt sich hierbei um die Quartiere (dahinter die Ortslagen, Weiler und Hofschaften):

Einteilung in Quartiere

Rehsiepen

Das Wohngebiet „Im Rehsiepen“ liegt im Osten des Stadtteils, nahe dem Bahnhof Ronsdorf und an der Grenze zu Remscheid-Lüttringhausen. Das Stadtquartier hat 2.135 Einwohner, die auf einer Fläche von 0,97 km² leben (Stand 31. Dezember 2005). Sowohl Mehr- und Einfamilienhäuser als auch meist 3- bis 4-geschossige Häuserzeilen und Hochhäuser sind vorhanden. Im Rehsiepen gibt es – abgesehen von Bolz- und Spielplätzen – nur wenige Freizeitmöglichkeiten. Im Zentrum der Siedlung gab es bis zur Schließung des Drogeriemarktes lediglich eine Einkaufsmöglichkeit. Heute gibt es nur einen Kiosk im nahegelegenen Bahnhof Wuppertal-Ronsdorf. Der großzügige Bürgersteig vor dem ehemaligen Drogeriemarkt wird als sozialer Treffpunkt genutzt. Eine weitere soziale Anlaufstation ist der Stadtteiltreff im Gebäude der ehemaligen kath. Gemeinde. Das Wohngebiet wurde in den 1970er Jahren von der Neuen Heimat erbaut und wird heute von einer anderen Wohnungsbaugesellschaft verwaltet. Das Wohnviertel ist mit viel Grün (Wiesen, Bäume und kleinere Parks) ausgestattet.

Erbschlö-Linde

Erbschlö-Linde ist ein eher ländlich geprägtes Stadtquartier der Stadt Wuppertal, das im Nordosten des Bezirks Ronsdorf liegt. Es gliedert sich in zwei Ortschaften:

Geschichte

Ronsdorf von Nordwest; Johann Wilhelm Schirmer (1856)
Gebiet Ronsdorfs vor der Gründung Wuppertals

Anfänge

Anders als bisher angenommen, wurde Ronsdorf erstmals urkundlich im Jahre 1494 durch die Nennung eines „Johann von Ronsdorp“ verlässlich erwähnt. Das bereits 1245 in den Kölner Schreinsbüchern genannte „Rumsdorp“ bezieht sich hingegen wahrscheinlich auf eine andere Siedlung, etwa auf Rondorf, heute Stadtteil von Köln. Der damalige Hof gehörte bis 1729 zur Honschaft Erbschlö, die wiederum seit dem 12./13. Jahrhundert im Kirchspiel Lüttringhausen lag. Um 1600 wurde in einer Eisenhütte Eisenerz geschmolzen, wovon sich der Name Hütte für einen Ronsdorfer Ortsteil ableitet.[1]

Stadtgründer Ronsdorfs war Elias Eller, geboren 1690 auf dem Hof Ronsdorf, und später Werkführer in der Florettbandfabrik seiner ersten Ehefrau Katharina Bolckhaus in Elberfeld. Um Eller und seine zweite Frau, die Prophetin Anna Catharina vom Büchel, bildete sich innerhalb der Evangelisch-reformierten Gemeinde Elberfeld die Philadelphische Societät, die dem radikalen Pietismus zuzurechnen war. Die Ronsdorfer Hirtentasche enthält Aufzeichnungen über die spirituellen Inspirationen und Eingebungen vom Büchels.

Eller kaufte 1737 einen Teil seines früheren Familienhofes Ronsdorf von seinem Bruder Samuel sowie andere angrenzende Grundstücke jenseits der Grenze von Elberfeld, wo er eine Siedlung nach dem Vorbild des biblischen Lagers der Israeliten errichtete. Auch seine Bandfabrik wurde hierhin verlagert, womit Eller in Ronsdorf das Textilgewerbes einführte. Aus Elberfeld und dem bergischen Umland setzte ein Exodus-artiger Auszug der sich von der Reformierten Kirche abgespaltenen Gemeinde der Zioniten in das als Neues Jerusalem propagierte Ronsdorf ein. Eller wurde von Daniel Schleyermacher und Peter Wülffing, beide Prediger in der als Ellerianische Sekte, Ellerische Rotte, oder Ronsdorfer Sekte bezeichneten Gemeinde, unterstützt.

1741 genehmigte der damalige Düsseldorfer Landesherr, Kurfürst und Herzog Karl Philipp von der Pfalz, die Gründung einer eigenen Kirchengemeinde. Eller stiftete auch das Grundstück für den Bau eines Kirchhauses, das ein Jahr später, am 5. September 1742, eingeweiht werden konnte. Dank Ellers guter Beziehungen zum preußischen Hof - König Friedrich II. hatte ihn zum preußischen Residenten und "Vorsteher aller Protestanten" im Herzogtum Jülich-Berg ernannt - bekam Ronsdorf schon 1745 die Stadtrechte vom neuen Landesherrn Kurfürst Karl Theodor verliehen. Der Kurfürst besuchte kurz darauf auch die junge Stadt. Daran erinnert noch heute die Kurfürstenstraße. Eller wurde 1747 zum ersten Bürgermeister gewählt, und starb 1750. Nach dem Tod Ellers nahm der Verfall der Glaubensgemeinschaft unter seinen verstrittenen Nachfolger immer mehr zu, und letztendlich wurde am 31. Mai 1768 die Gemeinde wieder in die reformierte Landeskirche aufgenommen.[2][3]

19. und frühes 20. Jahrhundert

Als Teil des von Napoléon beherrschten und von seinem Schwager Joachim Murat verwalteten Großherzogtums Kleve und Berg war Ronsdorf 1806–1815 Hauptort des Kantons Ronsdorf. Im Jahre 1816 ging Ronsdorf an den Landkreis Lennep über.

1849 beteiligten sich Ronsdorfer Bürger am Elberfelder Aufstand vor dem Hintergrund der Nichtanerkennung der Frankfurter Reichsverfassung durch die preußische Staatsführung.[1]

Am 29. Juli 1929 wurde Ronsdorf in die seinerzeit neugegründete Stadt Wuppertal eingemeindet (zusammen mit Barmen, Beyenburg, Cronenberg, Elberfeld und Vohwinkel).

Zweiter Weltkrieg

In der Nacht vom 29. zum 30. Mai 1943 wurde Ronsdorf durch einen alliierten Luftangriff auf Wuppertal stark getroffen. Dieser Luftangriff galt eigentlich din Stadtteilen Vohwinkel und Elberfeld, aufgrund eines deutschen Abwehrmanövers wurden die britischen Bomber jedoch von ihrem geplanten Kurs abgelenkt und verwechselten Ronsdorf mit Vohwinkel. Ganze Reihen von Fachwerkhäusern brannten in 20 bis 30 Minuten nieder.[4]

Das Stadtbild im Ronsdorfer Zentrum wurde von einheitlichen zwei- bis dreigeschossigen verschieferten Wohnhäusern geprägt, die bei diesem Luftangriff weitgehend zerstört wurden. Aus der erhaltenen Substanz sind die Rektoratsschule, das Postamt Ronsdorf, die Bandwirkerschule, die Lutherkirche und die Reformierte Kirche erwähnenswert.[5]

Am 15. April 1945 standen alliierte Einheiten kurz vor Ronsdorf. Zur „Verteidigung“ der Stadt hatte der Volkssturm noch Bäume gefällt und damit Panzersperren errichtet. Die hierzu herangezogenen Personen sollten sie sich danach bewaffnet in Richtung Clarenbach aufmachen um diese „letzte Schlacht“ zu führen. Ronsdorf wurde kampflos an die amerikanische Truppen übergeben, die am 13./14.April 1945 mit Tanks und Jeeps über Ronsdorf ins Wuppertal einzogen. Einen Tag später besetzen amerikanische Kampftruppen der 78. Infanteriedivision Ronsdorf. Die ersten Panzer erreichten gegen 14 Uhr aus Richtung Wermelskirchen kommend die Stadtgrenze und zogen über die Remscheider Straße und über Langenhaus, Rädchen, Heidt, Holthausen ein.[1]

Am Aufgang zum Verwaltungshaus befindet sich eine Gedenktafel mit den Namen der von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten Personen.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im April 1945 im Verwaltungsgebäude des Kabelwerkes Reinshagen die amerikanische Ortskommandantur eingerichtet. Erst im März 1946 konnte Ronsdorf mit Cronenberg und Langerfeld wieder in geringem Umfang mit Gas beliefert werden. Nach der anfänglichen großen Not[6] in der Nachkriegszeit wurde das zerstörte Ronsdorf wieder aufgebaut. Bis 1948 wurden 12.000 Kubikmeter Schutt und Trümmer beseitigt. Mit der Währungsreform 1948 begann der wirtschaftliche Aufschwung.[7][1]

Ronsdorfer Wappen

Wappen

Das historische Wappen der Stadt Ronsdorf zeigt den Bergischen Löwen auf weißem Grund, mit dem Gesicht nach (heraldisch) links. In den Pranken hält er ein Emblem mit den Worten „Der Herr mit uns“. Die ungewöhnliche Blickrichtung des Bergischen Löwen soll auf die Tatsache zurückgehen, dass Ronsdorf die Stadtrechte 1745 durch Fürsprache des preußischen Königs erhielt.

Einwohnerentwicklung

  • 1871: 8.672
  • 1880: 10.100
  • 1900: 13.297
  • 1910: 15.365
  • 1925: 15.174
  • 1946: 13.813[7]
  • 1950: 17.512[7]
  • 1990: 23.694
  • 1999: 22.833
  • 2000: 22.786
  • 2001: 22.707
  • 2002: 22.584
  • 2003: 22.387
  • 2004: 22.261
  • 2005: 22.163
  • 2006: 21.948
  • 2007: 21.776

Quelle: Stadtverwaltung Wuppertal (ab 1999)

Politik

Bezirksbürgermeister
  • Lothar Nägelkrämer (CDU)
  • stellv. Harald Scheuermann-Giskes (SPD)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Bandwirker-Denkmal
  • Bandwirker-Denkmal des Remscheider Bildhauers Max Kratz auf dem Platz vor dem Verwaltungshaus zwischen Markt- und Staasstraße. Die Einweihung erfolgte am 30. Mai 1980 durch den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau.
  • Ronsdorfer Talsperre, in den Jahren 1898 bis 1899 errichtet. Die Talsperre liegt mitten im Wald am Rande des historischen Gelpetales. Im Jahre 2004 wurde die sanierte Talsperrenmauer wieder eröffnet.
  • Bahnhof Ronsdorf in der Nibelungenstraße. Der ehemals architektonisch reizvolle Bahnhof an der Bahnstrecke Wuppertal–Opladen/Solingen wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch einen eher unansehnlichen Zweckbau ersetzt. Nach Jahren der Vernachlässigung wurde der Bahnhof im Jahr 2006 umfassend modernisiert und behindertengerecht umgebaut.
  • Bandwirkermuseum an der Remscheider Straße. Ehemalige Fachschule des Bandwirkerwesens.
  • Reformierte Kirche an der Elias-Eller-Straße. Erbaut im Jahre 1858 (Einweihung) ist dies das zweitälteste Kirchengebäude in Ronsdorf. An gleicher Stelle stand auch die von Stadtbegründer Elias Eller gegründete Kirche. Erwähnenswert sind auch die ehemalige Reformierte Schule Ronsdorf nördlich der Kirche und die historische Schwengelpumpe an der Mauer zum Kirchhof.
  • Lutherkirche in der Bandwirkerstraße. Sie wurde am ersten Advent 1793 feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Zunächst bestand das Gotteshaus lediglich aus dem Saalbau, bis 1824 der markante quadratische Turm dazu kam, der bis zu der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg noch ein hoch aufragendes Dach besaß. Die Kirche liegt auf einer Anhöhe über dem Marktplatz und ist ein dominierendes Merkmal des Ronsdorfer Stadtbildes.
  • die katholische Kirche St. Joseph in der Remscheider Straße, ein Betonbau aus den 60er Jahren mit einzeln stehendem Glockenturm.
  • der Steigerturm Ronsdorf der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf in der Talsperrenstraße, der 1892 als Übungsturm für Sprung- und Anleiterübungen und zum trocknen und lagern von Schläuchen gebaut wurde.
  • das im Wilhelminischen Stil erbaute Postamt Ronsdorf in der Lüttringhauser Straße.
  • das in den Jahren 1873/1874 errichtete ehemalige Ronsdorfer Krankenhaus an der Staubenthaler Straße. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Dialysezentrum. Das seinerzeit im Stil eines Schlösschens errichtete Gebäude soll aufgrund seiner maroden Bausubstanz abgerissen werden. Auf dem Gelände sowie dem umgebenden Park sollen Neubauten entstehen, was jedoch zu Widerstand in der Bevölkerung führt.
  • das im Juli 1959 eingeweihte Ronsdorfer Verwaltungshaus prägte bis zu seinem Abriss Ende 2005 das Ortsbild.[7][1] An seiner Stelle wurde am 1. Februar 2007 ein von einem privaten Investor neu errichtetes Gebäude eingeweiht, in dem unter anderem die Büros der Verwaltung und die Stadtteilbibliothek untergebracht sind.
  • am 25. März 2006 wurde in der Straße „Am Stadtbahnhof“ etwa an der Stelle, wo früher der Ronsdofer Stadtbahnhof stand, ein Denkmal eingeweiht, das an die hier verkehrende Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn erinnert. Das Denkmal besteht aus einem Gleisstück in Meterspurweite sowie einer Achse. Hinter dem Denkmal wurde eine Schautafel errichtet, die neben historischen Bildern und dem Streckenverlauf eine Übersicht über die wichtigsten geschichtlichen Daten dieser längst stillgelegten Bahnstrecke aufzeigt.
  • die ehemalige Lungenheilstätte, heute Klinik Bergisch-Land, sowohl eine Reha-Einrichtung der Gruppe der Helios Kliniken für an Tumor erkrankten Personen und der bit gGmbH, die hier in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung die Eingliederung von derzeit arbeitsunfähigen Menschen in den Berufsprozess fördert.
  • das ehemalige Amtsgericht Ronsdorf in der Erbschlöer Straße.
  • die Villa Carnap in der Straße "In der Krim" nahe der Ronsdorfer Anlagen, das Geburtshaus des Philosophen Rudolf Carnap.
  • das Gebäude der ehemaligen Rektoratsschule Ronsdorf, seinerzeit die "Höhere Schule" der Stadt. Heute beherbergt es das Jugend- und Kulturzentrum Ronsdorf.

Plätze, Parks und Waldgebiete

  • Das Zentrum von Ronsdorf bildet die zwischen dem kleinen Marktplatz und dem derzeit neu erbauten Verwaltungsgebäude gelegene Marktwiese, dem heutigen Bandwirkerplatz.
  • In dem kleinen Stadtpark entlang des Weges Am Grünen Streifen befindet sich ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Eine weiterer Bronzetafel, die vom Heimat- und Bürgerverein an einem gegenüberliegenden Stein angebracht wurde sowie ein Gedenkstein gegen alle Kriege und zur Erinnerung an alle Opfer jeglicher Gewaltherrschaft mit der Aufschrift „Nie wieder Krieg“ (nicht zuletzt in Anlehnung an Personen wie Käthe Kollwitz oder Ernst Barlach) ,der von Mitgliedern einer Friedensinitiative aufgestellt wurde, sollen allen Opfern jeder Kriege und Gewaltherrschaft gedenken und zum Nachdenken anregen.
  • Die dem Ronsdorfer Verschönerungsverein gehörenden Ronsdorfer Anlagen im Norden Ronsdorfs sind ein etwa 20 ha großes parkähnliches Waldgelände mit einer Wegelänge von fast 7.000 Metern, das ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger darstellt.
  • Die Offenlegung des Leyerbachs im Bereich Ascheweg/Kniprodestraße/Am Stadtbahnhof wurde im Juni 2005 abgeschlossen. Der wieder an der Oberfläche fließende Bach durchläuft sowohl Ruhezonen mit Parkbänken und Spielgeräten als auch als „Stadtbach“ eine belebte Einkaufsstraße.
  • Westlich von Ronsdorf an der Grenze zu Cronenberg befindet sich das überregional bekannte Naherholungsgebiet des Talsperrenwaldes mit der Ronsdorfer Talsperre sowie dem Saalbach und der Gelpe, in deren Tälern sich noch die Überreste von Hammerwerken und Schleifkotten befinden. Beide Bäche sind nach FFH-Richtlinie als Naturschutzgebiete gesichert.
  • Im Norden des Stadtteils nahe Lichtscheid befindet sich auf dem Gelände eines inzwischen aufgelassenen Standortübungsplatzes das Naherholungsgebiet Scharpenacken, das zur Hälfte bereits auf Barmer Gebiet liegt. Der Freiraum, der durch weitläufige Wald- und Freiflächen mit unverbauten Aussichten geprägt ist, steht unter Landschaftsschutz und beherbergt einige wertvolle Biotope. Darunter den Schmalenhofer Bach als naturnahen Mittelgebirgsbach, die größten Magerwiesen des Niederbergischen Landes und einige kleine artenreiche Feuchtbiotope auf einem ehemaligen Langwaffenschießstand bei Erbschlö. Der Scharpenacken ist unter anderem bei Wanderern, Joggern und Drachensteigern beliebt. Das Team Wuppertal der Sielmanns Natur-Ranger bemüht sich seit 2004 intensiv um eine nachhaltige Entwicklung des Freiraumes als "Natur-Erlebnisgebiet", genannt "Wuppertaler Naturerbe Scharpenacker Bäche".
  • Im Nordosten, schon außerhalb der Ortsgrenze, liegt nahe der Ortschaft Linde der Staatsforst Marscheider Wald, ein ausgedehntes Waldgebiet, das insbesondere von Wanderern und Joggern genutzt wird.
  • Der Park um die "Klinik Bergisch Land" mit dem Löschwasserteich, der genau wie die von hier ausgehenden Wanderwege praktisch "nahtlos" in den "Talsperrenwald" übergeht.
  • An der "Luhnsfelder Höhe" besitzt die ronsdofer Abteilung der Naturfreunde als eigenes Domizil das "Naturfreundehaus" mit Übernachtungsmöglichkeit für Gäste.

Friedhöfe

Neben den drei konfessionellen Friedhöfen gibt es in Ronsdorf den eigentlich einzigen Kommunalfriedhof (von zwei weiteren Begräbnisfeldern in Cronenberg und Schöller abgesehen) in der Stadt Wuppertal.

Sport

Das Ronsdorfer Stadtbad ist ein eher zweckmäßiger Bau der 70er Jahre mit einem 25 x 10 Meter großen kombinierten Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie Sprungbrett.

Der TSV 05 Ronsdorf besitzt einen Kunstrasenplatz auf seiner vereinseigenen Sportanlage, der Waldkampfbahn. Seit 2004 erhielt der TSV 05 Ronsdorf organisierte Unterstützung von den Supporters-Ronsdorf, die sich aber zu Beginn der Saison 2007/08 auf Grund von Differenzen innerhalb der Supporters Ronsdorf auflösten.

Der SV Jägerhaus Linde besitzt mittlerweile ein ansehliches Vereinsheim mit einer Sport-/Gymnastikhalle. Der unmittelbar benachbarte Fußballplatz soll bald einen Kunstrasenbelag erhalten.

Des Weiteren gibt es fünf Turnhallen; die Anlage an der Erich-Fried-Gesamtschule mit drei abtrennbaren Einzelspielfeldern kann bei Veranstaltungen als Großsportfläche genutzt werden.

Musik

Das von Kalle Waldinger 1985 gegründete Ronsdorfer Rockprojekt fördert Bands und Einzelkünstler in Wuppertal und Umgebung und richtet alljährlich das Schüler-Rock-Festival aus.

Regelmäßige Veranstaltungen

Alle zwei Jahre (in ungeraden Jahren) findet der Ronsdorfer Liefersack statt, ein Volksfest in der Innenstadt, das von örtlichen Vereinen und Institutionen organisiert und durchgeführt wird und dessen Erlös hauptsächlich gemeinnützigen Zwecken zugute kommt.

In den geraden Jahren findet in der Innenstadt „das Ronsdorfer Bürgerfest“ statt, ein Volksfest mit Kirmescharakter.

Die Verbraucherausstellung (Handel, Handwerk und Dienstleister präsentieren ihre Leistungen) findet seit 1999 alle zwei Jahre in der Erich-Fried-Gesamtschule statt.

Kulinarische Spezialitäten

Spezielle Ronsdorfer Gerichte gibt es nicht, aber es gibt auch hier wie überall im Bergischen Land regionaltypische Gerichte wie z. B.:

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Neben der Textilindustrie, insbesondere der Bandwirkerei, war das schon im Mittelalter entstandene eisenverarbeitende Gewerbe der wichtigste Wirtschaftszweig in Ronsdorf. Ronsdorf beherbergt heute noch einige bedeutende Industriebetriebe wie z. B. Delphi und Brose Fahrzeugteile GmbH als Zulieferer der Automobilindustrie sowie den Kabelhersteller Draka oder die Textilfirma Gebrüder Jaeger GmbH.

Verkehr

Bahnhof Ronsdorf

Straße

Ronsdorf besitzt eine Autobahnauffahrt (Wuppertal-Ronsdorf (Nr. 94)) an der A 1. Durch den Ortsteil Linde führt die Landesstraße 58 (ehemals Bundesstraße 51), die die Autobahnauffahrt Wuppertal-Ronsdorf anbindet. Am nördlichen Rand von Ronsdorf verläuft die Landesstraße 419 als Autobahnzubringer, die den Lichtscheid mit der L 58 verbindet und über die Blombachtalbrücke führt.

Schiene

Der etwas außerhalb nahe der Wohnsiedlung Rehsiepen gelegene Bahnhof Ronsdorf wird im 20 Minuten-Takt von Regionalbahnen der Linie RB 47 angefahren. Die Züge verkehren von hier aus über die Bahnstrecke Wuppertal–Opladen/Solingen zu den Solinger und Wuppertaler Hauptbahnhöfen, wo Anschluss an das IC- bzw. ICE-Netz der DB besteht.

Die Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn sowie die aus ihr hervorgegangenen Straßenbahnverbindungen nach Elberfeld und Barmen sind schon seit Jahrzehnten stillgelegt und abgebaut.

Busverkehr

Die Schnellbuslinien CE61 und CE62 verbinden Ronsdorf auf direktem Wege mit den Zentren von Barmen und Elberfeld. Die Stadtbuslinien 620, 630, 640 und 670 verbinden die Randgebiete mit dem Ronsdorfer Zentrum und weiter mit Elberfeld, Hahnerberg, Barmen und Remscheid. Seit dem 16. Oktober 2006 können mit einem Bürgerbus bisher nicht direkt angeschlossene Wohngebiete wie z. B. die Linde erreicht werden. Die Buslinie 650 verkehrt im Stundentakt zwischen der HELIOS Klinik Bergisch-Land und Ronsdorf und ermöglicht somit den Rehabilitanten durch Umsteigen in die Buslinie 620 die Weiterfahrt in die Wuppertaler City.

Medien

In Ronsdorf erscheinen zwei Wochenzeitungen, die "Ronsdorfer Wochenschau" und das "Sonntagsblatt regional", welches in einer Auflage von 23.500 Stück kostenlos im Großraum Ronsdorf/RS-Lüttringhausen verteilt wird.

Sonstiges

Am 22. Mai 1864 hielt Ferdinand Lassalle (nur wenige Wochen vor seinem Tod bei einem Duell in Carouge bei Genf) seine letzte öffentliche Rede in Ronsdorf, damals einer Hochburg der Arbeiterbewegung in Deutschland, vor etwa 2.000 Zuhörern/Innen. Sie ist als die sogenannte Ronsdorfer Rede bekannt geworden. Heute befindet sich in der Remscheider Str. (Hausnr. 24) an jener Stelle, wo sich seinerzeit die Gaststätte mit dem Saal befand, in dem die Rede gehalten wurde, eine Tafel zur Erinnerung hieran. Ferner wurde in Ronsdorf eine Straße nach Ferdinand Lassalle benannt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Stadtbezirkes

Siehe die ausführliche Liste Söhne und Töchter der Stadt Wuppertal

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e Geschichtswerkstatt-Ronsdorf.de, Zeittafel für Wuppertal-Ronsdorf, Zugriff April 2009
  2. Ronsdorf. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). , Zugriff April 2009
  3. Wilhelm Crecelius: Eller, Elias. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 50–52., Zugriff April 2009
  4. zeitspurensuche.de, Zugriff April 2009
  5. wolfgang-mondorf.de, Ronsdorf, Cronenberg, Müngsten, Zugriff April 2009
  6. Sohiro.de, Chronik Soziales Hilfswerk Wuppertal-Ronsdorf e.V., Zugriff April 2009
  7. a b c d Ronsdorf-wirkt.de, Wuppertal-Ronsdorf 1900 bis 1999 im Rückspiegel, Zugriff April 2009

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