Yamaha SR 500


Yamaha SR 500
Yamaha
Yamaha SR500 side.jpg
SR 500
Hersteller: Yamaha
Verkaufsbezeichnung: SR 500
Produktionszeitraum: 1978 bis 1999
Klasse: Naked Bike
Motor: luftgekühlter Viertaktmotor, Einzylinder
Hubraum (cm³): 495
Kraftstoff: Benzin
Getriebe: 5 Gänge
Antrieb: Kette
Gewicht: 169 kg

Die Yamaha SR 500 ist ein Motorradmodell des japanischen Herstellers Yamaha, das von 1978 bis 1999 gebaut wurde. In Japan wird es mit einem veränderten Motor als SR 400 bis heute angeboten.[1] Die Bezeichnung „SR“ steht für „Single Road“.

Inhaltsverzeichnis

Historie

Die SR wurde als Straßenmaschine von der Enduro XT 500 abgeleitet, die seit 1976 sehr erfolgreich vermarktet wurde. Als großvolumiger Einzylinder folgt sie der Tradition klassischer Motorräder, insbesondere englischer Modelle. Der Entwurf wirkte auf die Zeitgenossen anachronistisch, denn eigentlich ging der Trend in der Motorrad-Entwicklung hin zu leistungsstärkeren Vierzylinder-Motoren.

Ob die SR schon von Anfang an als Retro-Motorrad konzipiert wurde, ist strittig. Der Begriff Retro war zu dieser Zeit noch kein Konzept im Motorradbereich, und der Grundentwurf enthielt durchaus zeitgemäße Details wie Gussräder und Scheibenbremse. Im Rahmen der Modellentwicklung verzichtete Yamaha jedoch später auf diese Details und stattete die Modelle mit Speichenrädern und Trommelbremsen aus. Es ist anzunehmen, dass zumindest die jüngeren Modelle ab 1984 tatsächlich die ersten Retro-Motorräder waren.

Die robuste und überschaubare Technik und die große Anzahl verkaufter Motorräder führte dazu, dass es bis heute um die SR 500 ein reges Fan- und Clubleben gibt. Es existieren zahlreiche Umbauten als Cafe Racer, Scrambler, Gespanne, Bobber oder Chopper. Auch im Amateurrennsport wird das Modell häufig eingesetzt.

2003 waren in Deutschland noch ca. 20.000 Stück angemeldet, bei abnehmender Tendenz.[2]

Typenüberblick

Es gab die Modelle 2J2 (1978–1979 z. B. US-amerikanischer Markt), 2J4 (1978–1983 Deutschland) und 48T (1984–1999). In Japan wird das Modell bis heute vertrieben (z. B. Black-Edition 2008 zum 30-jährigen Jubiläum), aus Steuergründen aber als SR 400. Die SR 500 erreichte hohe Verkaufszahlen (u. a. 1981 in Westdeutschland 4.767 Stück) und galt trotz des mit 12 Litern (ab Herbst/Winter 1986 bei Lacksatzwechsel: 14 Liter) Fassungsvermögen recht kleinen Tanks als ein zuverlässiger Tourer, von einigen Eigenheiten beim Startverhalten abgesehen. In den Jahren vor dem Produktionsende sanken jedoch die Neuzulassungen. Kickstarter wollten die meisten Käufer nicht mehr, und infolge verschärfter Lärm- und Abgasvorschriften wurde die Motorleistung bis auf 17/18 kW herabgesetzt.

Technik

Yamaha SR 500 48T mit zwei Trommelbremsen

Der Motor der SR 500 basierte auf dem Motor der XT 500, einem Einzylinder-Viertakter mit verhältnismäßig viel Leistung bei niedrigen Drehzahlen. Daher leitet sich auch der Spitzname „Thumper“ ab, der auf Deutsch etwa so viel wie „Dampfhammer“ bedeutet. Durch ihre Auslegung als Kurzhuber und besonders wegen der Zweiventiltechnik liegt die maximale Leistung der SR erst bei Drehzahlen von etwa 6200/min an, das maximale Drehmoment bei ca. 3500/min.

Zur Anpassung an das andere Einsatzgebiet erhielt der SR-Motor im Vergleich zur XT unter anderem eine kontaktlose wartungsfreie elektronische Zündanlage und eine 12-Volt-Stromversorgung sowie mehr Schwungmasse an der Kurbelwelle. Im Vergleich zu ihrem Schwestermodell wurde zudem der Rahmen mit verstärkten Rohren versehen. Eine Besonderheit ist die Trockensumpfschmierung, deren Ölvorrat im oberen Rahmenrohr untergebracht ist.

48T-Modelle unterscheiden sich von den frühen Versionen vor allem durch das kleinere Vorderrad und den verschleißfesteren Motor, der eine geänderte Ölversorgung des Zylinderkopfs zum thermisch hochbelasteten Auslassventil sowie eine gasnitrierte Nockenwelle mit optimiertem Ventilhub und Hartblock-Kipphebel bekam. Das Motorrad hat einen luftgekühlten 1-Zylinder-4-Takt-OHC-Motor mit 499 cm³ Hubraum, der für den deutschen Markt wegen der damaligen Führerscheinbestimmungen und Versicherungsklassen auf 20 kW (27 PS) gedrosselt wurde. Ungedrosselt, mit vergrößertem Ansaugstutzen und beim Modell 48T auch mit einer anderen Vergaserdüse, leistet der Motor 25 kW (34 PS).

Am Produktionsende hatte der Motor wegen verschärfter Lärm-und Abgasvorschriften nur noch 17/18 kW (23/24 PS), ungedrosselt 20 kW (27 PS). Eine serienmäßige „neuere“ SR erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 135 km/h, eine SR 500 mit 25 kW (34 PS) ca. 145 km/h. Bei späten 48T-Modellen wurde die vordere Scheibenbremse aus ästhetischen Gründen durch eine technisch aufwendige und an die DS-7 (Vorgänger der RD-250) angelehnte Trommelbremse ersetzt.

Ein Alleinstellungsmerkmal der SR 500 bildet der Verzicht auf einen elektrischen Starter. Stattdessen wird das Motorrad bis heute (bei der SR 400) ausschließlich mit Kickstarter ausgeliefert. Beim Startvorgang wird mit Hilfe des Deko-Zuges (Deko für Dekompression) von Hand das Auslassventil geöffnet, um den Kolben ohne Kompression in die richtige Position bringen zu können. Erst dann ist das Ankicken möglich.

Einzelnachweise

  1. Yamaha: SR400 bei Yamaha Japan, abgerufen am 29. April 2010
  2. Modellbericht auf motorradonline.de

Weblinks


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