Yamaha XJ 600


Yamaha XJ 600
Yamaha
XJ600
Hersteller: Yamaha Motor
Produktionszeitraum: 1984–1990
Klasse: Supersportler/Sportler
Motor: 4-Zyl.-4Takt, Reihe (eig. Doppelreihenzweier)
Bohrung (mm): 58,5
Hub (mm): 55,7
Verdichtung: 10,1:1
Hubraum (cm³): 592
Leistung (kW/PS): 54 kW (73 PS) bei 10.000/min oder 37 kW (50 PS) bei 9.250/min
Drehmoment (Nm):
Höchstgeschwindigkeit (km/h):
Kraftstoff: Benzin bleifrei
Kraftstoffverbrauch: 5,5 - 6L
Getriebe: 6-Gang
Antrieb: Kettenantrieb
Fahrwerk/Rahmen: Doppelschleifenrahmen mit Telegabel vorn und Monofederbein hinten
Bremsen: vorne: Hydraulische Doppelscheibenbremse 267mm

hinten: Hydraulische Einzelscheibenbremse 267mm

Radstand (mm): 1430 mm
Bereifung vorne: 90/90-18 51H
Bereifung hinten: 110/90-18 61H
Sitzhöhe (cm): 79
Leergewicht (kg): 203
Gewicht fahrbereit (kg): 208
Zuladung (kg): 192
Tankvolumen (Liter): 18 davon 2,5l Reserve
Nachfolgemodell: Yamaha XJ 600 S/N Diversion
Ähnliche Modelle: Yamaha XJ 900

Die Yamaha XJ 600 ist ein Motorradmodell des japanischen Motorradherstellers Yamaha aus der XJ-Serie.

Sie ist ein Supersportler/Sportler mit Halbschale 1984-1990 (XJ 600)

Durch sowohl sportliche Eigenschaften als auch große Alltagstauglichkeit und wegen des geringen Preises ist dieses Motorrad auch heute noch zahlreich verbreitet. Besonders die gute Beherrschbarkeit macht es zu einem idealen Motorrad für Fahrschulen und Fahranfänger.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die XJ 600 wurde über die Jahre hinweg in verschiedenen Modellreihen gebaut. Die erste Serie umfasst die XJ 600 51J mit einer offenen Leistung von 73 PS. Ab 1989 wurde die 3KM (73 PS) sowie 3KN (1) für alle Länder außerhalb von Deutschland und Schweden verkauft. In Deutschland und Schweden kam die modifizierte XJ 600 als 3KN (2) in den Handel. Hierbei wurde die Elektronik modifiziert und die Leistung aufgrund geänderter gesetzlicher Lärmvorgaben auf 66 PS reduziert. Hierbei wurde aufgrund der geringen Auflage keine neue Bezeichnung in der Rahmennummerierung vergeben. Alle XJ 600 der ersten Serie beginnen mit „51J" und sind nur anhand der nachfolgenden sechsstelligen Seriennummer voneinander zu unterscheiden. Die werkseitig produzierte 37 kW (50 PS) Variante, bekam die Zusatzbezeichnung 51H.

XJ600 51J XJ600 3KM XJ600 3KN (1/2)
Baujahre 1984 − 1989 1989 − 1991 1989 − 1990
Fahrzeugtyp 51J 3KM 3KN
Bauart Halbschale Halbschale Halbschale

Schwachstellen

Typische Schwachstellen hat die gesamte XJ-Serie eigentlich nicht, da ihr eine ausgefeilte und unkomplizierte Technik zugrunde liegt. Beiden XJ 600 kann man allenfalls eine gewisse Neigung zum Lenkerflattern nachsagen. In der Regel wird man das allerdings nur bemerken, wenn z. B. Reifen durch Unachtsamkeit beim Luftdruck „eckig“ gefahren wurden oder wenn beim Einbau der Lenkkopflager schlampig gearbeitet wurde. Auch ein Fehler beim Einbau der Schwinge oder ein nicht genau fluchtend eingebautes Hinterrad wirkt sich in dieser Weise aus.

Die Vergaser sollten von Zeit zu Zeit synchronisiert und auch das Ventilspiel regelmäßig kontrolliert werden, da Nachlässigkeit des Nutzers hierbei mitunter den Benzinverbrauch recht deutlich in die Höhe treiben kann. Wer technisch nicht ganz unbegabt ist, kann sich dabei selbst behelfen.

Yamaha XJ 600 Bj. 1989.

Verbesserungsmöglichkeiten

Wie bei allen „Brot und Butter“-Maschinen kann man die ursprünglichen Fahrwerkeigenschaften optimieren.

1. Federung

Die Federung der alten Serie ist fast noch besser als die der neuen Serie. Dies ist den unterschiedlichen Konzepten zu verdanken.

Die 51J sollte auf dem Reißbrett ein Supersportler werden. Allerdings wurde sie eher als Sportler/Sporttourer gesehen und entsprechend gekauft. Im Gegensatz zu vielen anderen Motorrädern der 80er Jahre harmonierte das Fahrwerk der 51J mit der Motorleistung. Gleichwohl ist das Fahrwerk nach heutigen Maßstäben zweite Wahl.

Es empfiehlt sich zunächst die Umrüstung auf progressive Gabelfedern. Damit wird das Ansprechverhalten nicht nur direkter, was für mehr Rückmeldung von der Fahrbahn zum Fahrer sorgt, es verhindert in Verbindung mit der Umrüstung auf zäheres Gabelöl (15er statt 10er Viskosität) ein Durchschlagen der Gabel.

Das Federbein kann auch gegen hochwertigere Zubehörteile ausgetauscht werden, aber meist ist hier die Verbesserung im Verhalten nicht die sehr hohen Kosten (ca. 500 Euro) wert.

2. Bremsanlage

Die vordere Zweikolben-Doppelbremse der 51J ist nicht nur ausreichend dimensioniert, sondern sorgt auch nach heutigen Maßstäben für eine noch gute Bremsleistung.

Als Schwachpunkt an den Bremsanlagen werden häufig die Gummileitungen gesehen. Diese sorgen, wie bei allen PKW und Motorrädern mit Gummi-Bremsleitungen, für einen weicheren Druckpunkt, was durch eine Umrüstung auf Stahlflex-Bremsleitungen verbessert werden kann.

3. Bereifung

Die Werksbereifung und spätere Zubehörreifen (wie Michelin Macadam) gelten heute nicht mehr als zeitgemäß. Wesentliche Fortschritte in der Reifenentwicklung sind nach Hinweisen vielen Nutzer durch folgende Umrüstungen gegeben:

Die erste Wahl unter den Reifen stellt für die meisten XJ-Fahrer der BT 45 „Battlax“ von Bridgestone dar. Durch zwei Mischungen, hart in der Mitte, weich an den Flanken, erreicht der Hersteller zum einen hohe Laufleistungen, zwischen 8.000 und 15.000 Kilometern, zum anderen baut der Reifen auch bei niedriger Betriebstemperatur schon hohe Haftkräfte auf, auch bei Nässe. Hält man konstant den vorgeschriebenen Luftdruck ein, verringert er auch die latent vorhandene Neigung zum Lenkerflattern aller XJ-600-Modelle.

Weitere Alternative ist der LaserTec von Metzeler. Die Fahreigenschaften erreichen im Schnitt nicht ganz die Werte des BT 45, doch wird er insgesamt auch als ein tauglicher Reifen gesehen.

Daten zur Bereifung

Hersteller vorne hinten Typ
YAMAHA 90/90 - 18 51H / V 110/90 - 18 61H / V 51J
Bridgestone BT 45 „BattlAx“ F BT 45 „BattlAx“ R 51J
Bridgestone G 851 G  ???
Bridgestone G 709  ???
Metzeler LaserTec LaserTec 3KM
Metzeler ME33/99 ME 880 Marathon GL  ???
Avon Azaro Sport Touring AV45-ST Venom R AM41  ???
Avon AM 26 Roadrider AM 26 Roadrider 51J

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