Zachary Taylor


Zachary Taylor
Zachary Taylor
Unterschrift Taylors

Zachary Taylor (* 24. November 1784 in Barboursville, Virginia; † 9. Juli 1850 in Washington D.C.) war ein US-amerikanischer General und Politiker. Er gehörte der Whig Party an und war vom 4. März 1849 bis zum 9. Juli 1850 der 12. Präsident der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Taylor wurde auf einer Farm in Virginia als eines von neun Kindern geboren. Seine Eltern waren wohlhabende Plantagenbesitzer. Taylors Vater Richard Taylor (1744-1829) besaß 10.000 Acres Land und 26 Sklaven und war als Oberstleutnant am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beteiligt gewesen. Zachary selbst genoss nur eine sehr geringfügige Schulausbildung und hatte Zeit seines Lebens erhebliche Rechtschreibprobleme.

Er beschloss später, beim Militär tätig zu werden, und trat am 3. Mai 1808 als Leutnant in die US-Armee ein. Zunächst wurde er im Westen des Indiana-Territoriums stationiert und im November 1810 zum Captain befördert. 1810 heiratete er Margaret Mackall Smith, mit der er sechs Kinder hatte, von denen zwei früh verstarben. Seine zweitälteste Tochter Sarah Knox Taylor heiratete später Jefferson Davis, sein Sohn Richard wurde ein konföderierter General.

Taylor konnte einen großen Erfolg während des Amerikanisch-Britischen Krieges von 1812 vorweisen, als es ihm gelang, das Fort Harrison gegen einen Angriff von Angehörigen des Volks der Shawnee, welche unter dem Kommando von Tecumseh standen, zu verteidigen. Dies verhalf ihn zu einer Beförderung zum Brevet-Major. Als der Krieg im Jahr 1814 endete, wurde er jedoch wieder auf seinen ursprünglichen Rang gesetzt und trat deshalb aus der Armee aus. Im darauffolgenden Jahr trat Taylor wieder ein, nachdem er wieder zum Major befördert worden war. Weitere Beförderungen folgten zum Oberstleutnant 1819 und schließlich zum Oberst im Jahr 1832.

Taylor befehligte im Black-Hawk-Krieg 1832 die 1. US-Infanterie und empfing Black Hawk persönlich zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes. Im Zweiten Seminolenkrieg konnte er 1837 die Seminolen bei Lake Okeechobee zurückschlagen und wurde dafür zum Brigadegeneral und Oberbefehlshaber aller US-Truppen in Florida ernannt. Die Seminolen blieben allerdings trotz Anstrengungen Taylors, der 1841 das Amt des Kommandeurs der Southern Division im Western Department der Army übernahm, de facto unbesiegt.

Nach der Annexion von Texas 1845 wurde er mit einem Expeditionskorps an den Rio Grande entsandt, wo es im April 1846 zum Ausbruch von Feindseligkeiten kam, die sich zum Mexikanisch-Amerikanischen Krieg 1846–1848 ausweiteten. Taylor hielt mit einer Unterlegenheit von 1:4 der mexikanischen Armee stand und führte seine Truppen zu Siegen in den Schlachten von Palo Alto, Resaca de Palma, Monterrey und Buena Vista.

1848 wurde er wegen seiner militärischen Erfolge von den Whigs als Präsidentschaftskandidat aufgestellt und konnte sich in der Präsidentschaftswahl dieses Jahres gegen den Demokraten Lewis Cass durchsetzen, da diesem in den Nordstaaten von der sich strikt gegen die Sklaverei in den neugewonnenen Gebieten aussprechenden Free Soil Party und ihrem Kandidaten Martin Van Buren wichtige Stimmen abgezogen wurden. Sein Wahlkampfschlager, der auf seine militärische Karriere anspielte, trug den Titel „Rough and Ready“.[1]

Präsidentschaft

Obwohl Südstaatler und Sklavenbesitzer, sprach er sich vehement für die Einheit der Union aus. Er drohte sogar, im Fall einer Sezession persönlich die Armee zu führen und die Führer der Südstaaten als Hochverräter erschießen zu lassen. Seine Außenpolitik war vor allem auf den Bau eines Kanals durch Nicaragua ausgerichtet, was jedoch durch Großbritannien blockiert wurde. Im Clayton-Bulwer-Vertrag von 1850 gelang ein Ausgleich zwischen beiden Staaten. Taylors plötzlicher Tod und die Aufnahme Kaliforniens als sklavenfreier Staat 1849 ebneten den Weg für den Kompromiss von 1850, der unter seinem Vizepräsidenten und Nachfolger Millard Fillmore ausgehandelt wurde.

Tod

Taylor starb als zweiter US-Präsident im Amt. Bei einer Feier des Nationalfeiertags hatte er eisgekühlte Milch, rohes Gemüse und Kirschen zu sich genommen und litt danach unter Durchfall, Erbrechen und Fieberanfällen. Er starb wenige Tage später, wobei als Todesursache Gastroenteritis angegeben wurde, und wurde zunächst auf dem Congressional Cemetery in Washington beigesetzt; später wurde sein Leichnam auf den Familienfriedhof in Kentucky umgebettet, der später den Namen Zachary Taylor National Cemetery erhielt und im Zachary Taylor National Cemetery aufgeführt ist. In den 1980er-Jahren wurde dahingehend spekuliert, ob Taylor vielleicht vergiftet wurde. Zu diesem Zweck wurde sein Leichnam am 17. Juni 1991 exhumiert und anhand von Haaren und Nägeln eine Laboruntersuchung durchgeführt. Die Laborergebnisse ergaben jedoch, dass er aufgrund des viel zu geringen Giftgehaltes nicht vergiftet worden sein kann.

Nach seinem Tod wurde Fort Zachary Taylor auf Key West nach ihm benannt, der heutige Fort Zachary Taylor Historic State Park.

Siehe auch

Literatur

  • Elbert B. Smith: President Zachary Taylor: the hero president. Nova History Publ., New York 2007, ISBN 978-1-60021-602-2.
  • Felice Flanery Lewis: Trailing clouds of glory: Zachary Taylor's Mexican War campaign and his emerging Civil War leaders. University of Alabama Press, Tuscaloosa 2010, ISBN 978-0-8173-1678-5.
  • James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges. Deutsche Ausgabe Econ Ullstein List Verlag München 1992, ISBN 3-8289-0398-3

Nachweise

  1. http://en.wikisource.org/wiki/Rough_and_Ready

Weblinks

 Commons: Zachary Taylor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Zachary Taylor – Quellen und Volltexte (Englisch)

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