Zentralbibliothek Bern


Zentralbibliothek Bern
Das Gebäude der Zentralbibliothek, Sicht vom Casinoplatz

Die ehemalige Stadt- und Universitätsbibliothek Bern (StUB) wurde 2007 reorganisiert und ist jetzt Teil der Universitätsbibliothek Bern. Seither ist die Zentralbibliothek Bern ein wichtiger Repräsentant der Universität Bern und zugleich öffentliche bernische Kantonsbibliothek.

Da die Zentralbibliothek gleichzeitig Kantons- und Universitätsbibliothek ist, muss sie Literatur für ein breites und eher heterogenes Publikum bereit stellen. Sie besitzt rund 2,3 Millionen Bände. Von der Schweizerischen Nationalbibliothek (früher Schweizerischen Landesbibliothek) unterscheidet sie sich darin, dass sie ebenfalls ausländische Literatur sammelt. Weiteres zentrales Element der Sammlung stellt das Bernische Schrifttum (Bernensia) dar, welches zusammen mit der Burgerbibliothek Bern betreut wird.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ein genaues Gründungsdatum der heutigen Zentralbibliothek existiert nicht. Ihre Entstehung ist jedoch mit der Reformation in Bern im Jahr 1528 verknüpft. Damals gründete Bern eine Hochschule zur Ausbildung des theologischen Nachwuchses. So nimmt man an, dass zwischen 1528 und 1535 der Entscheid zur Gründung einer Hochschulbibliothek fiel.

Der Einmarsch der französischen Truppen in die Schweiz 1798 brachte auch Turbulenzen für das Bibliothekswesen. Im Gegensatz zum bernischen Staatsschatz wurde die Bibliothek nicht nach Paris entführt. Nach einer zweijährigen Schliessung ging die Stadtbibliothek in den Besitz der Stadt Bern über. Stadt, Kanton und Burgergemeinde trugen seither mit wechselnden Anteilen die Kosten für die Bibliothek.

Die Universität begann nun, ihre eigene Bibliothekspolitik zu verfolgen. So entstanden ab 1859 Fachbibliotheken von einzelnen Universitätsinstituten, die nicht öffentlich zugänglich waren. 1887 trennte sich die Hochschulbibliothek von der Stadtbibliothek. Die räumliche Trennung von Bibliothek und Universität förderte die Gründung und den Ausbau vieler Institutsbibliotheken. Deshalb bemühte sich die Bibliotheksleitung über Jahrzehnte, einen Neubau in Universitätsnähe zu realisieren.

1951 wurde die Burgerbibliothek gegründet, welche die Handschriften- und Grafikabteilung der alten Stadtbibliothek übernahm.

1990 begann die StUB als letzte schweizerische Universitätsbibliothek mit der elektronischen Katalogisierung. Sie schloss sich dem Datenverbund der Universitätsbibliothek Basel an

1999 erfolgte die Migration der Daten in den Informationsverbund Deutschschweiz (IDS), was einen grossen Schritt zu einem besseren Dienstleistungsangebot darstellt.

2007 ist Ausgangspunkt einer weiteren Umstrukturierung. Die ehemalige StUB Hauptbibliothek nennt sich neu Zentralbibliothek (ZB) und gehört zusammen mit den universitären Instituts-, Fachbereichs- und Fakultätsbibliotheken zur Organisation Universitätsbibliothek Bern (UB Bern). Begründet wird dieser Schritt vor allem wegen der Synergien und der verbesserten bibliothekarischen Leistungen für Universität und Kanton. 2008 plant man ferner die Bildung eines Kompetenzzentrums (Zentrum historische Bestände ZHB) für die grossen und wertvollen Sondersammlungen.

Chronologie

1528–1535: Reformation in Bern: In diesem Zeitraum entsteht mit der theologischen Hochschule im ehemaligen Barfüsserkloster (am Standort des heutigen Casinos) eine Stadtbibliothek (Bibliotheca Bernensis)

1803: Die alte staatliche Bibliothek wird der Stadt Bern und 1852 der Burgergemeinde Bern übertragen

1903: Fusion mit der Hochschulbibliothek zur Stadt- und Hochschulbibliothek (StUB)

1951: Errichtung der Stiftung Stadt- und Universitätsbibliothek und Gründung der Burgerbibliothek Bern

1986: Einsatz der EDV im Verwaltungsbereich (Erwerb, Datenbankabfrage)

1999: Einführung des Informationsverbundes Deutschschweiz (IDS Basel/Bern), der den Verbundkatalog Basel/Bern weiterführt und das Lokalsystem BerNI ablöst

1999–2000: Eröffnung der Freihandbibliothek (vorher Lehrbuchsammlung) im zweiten Untergeschoss sowie Eröffnung einer Cafeteria in der Galerie

2007: Umstrukturierung: Die ehemalige StUB heisst neu Zentralbibliothek (ZB) und gehört der Organisation Universitätsbibliothek Bern (UB Bern) an.

Bestand

Sie besitzt rund 2,3 Millionen Bände auf 46 Kilometer besetzten Regalen. Die ZB Bern beherbergt darunter mehrere Spezialbestände:

  • Musik-CDs und Musik-DVDs
  • Kartensammlung Ryhiner
  • Historische Sammlungen
  • Wagnersammlung
  • Pressendrucke
  • Fachdokumentation Konservierung und Restaurierung von Schriftgut, Grafik und Fotografie
  • Bongarsiana deutsch
  • Bongarsiana français
  • Bongarsiana english
  • Atlas céleste: Franz Niklaus König
  • Zesiger-Sammlung
  • Sammlung Holzer
  • Bibliothek Neues Schloss Gerzensee

Benutzung und Katalog

Die ZB ist dem Informationsverbund Deutschschweiz (IDS) angegliedert. Ein Grossteil der ausleihbaren Bücher ist in geschlossenen Magazinen aufgestellt, sie können elektronisch oder schriftlich bestellt werden. Im 2. Untergeschoss findet man die Freihandbibliothek, in der Bücher und CDs direkt aus dem Gestell genommen werden können.

Weblinks

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