Zikkurat

Zikkurat
Choghazanbil Ziggurat, Iran

Eine Zikkurat, auch Ziqqurrat, Zikkurrat, Ziggurat oder Schiggorat (babylonisch „hoch aufragend/aufgetürmt, Himmelshügel, Götterberg“; Plural: Zikkurate), ist ein gestufter Tempelturm in Mesopotamien. Die biblische Überlieferung des Turmbaus zu Babel geht wahrscheinlich auf einen solchen Bau zurück. Der sumerische Bericht, der die „Sprachenverwirrung“ beinhaltet, war den Juden aus dem babylonischen Exil bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Entstehung der Zikkurate aus der früheren Tempelterrasse gilt zum Teil heute noch als erwiesen. Spätere Formen von Tempelterrassen bestanden jedoch neben den Zikkuraten weiter. Die Zikkurat scheint eine elamitische Entwicklung zu sein. Ausgrabungen in der südöstlichen Gegend des Iran in der Provinz Kerman brachten in einer dort entdeckten Siedlung zwei Hügel/Terrassen (Konar Sandal A und B) ans Tageslicht, bei denen es sich bei Sandal B um eine Zikkurat-Anlage aus der ersten Hälfte des dritten Jahrtausends gehandelt haben dürfte. [1]

Verbreitung

Ungefähr 25 Ruinenstätten lassen sich in Babylonien nachweisen. Die am besten erhaltene Zikkurat (Zikkurat des Mondgottes Nanna) befindet sich in Ur auf dem Gebiet des heutigen Irak. Die Architektur von Zikkurat ist am besten an der Zikkurat der kassitischen Residenzstadt Dur Kurigalzu nachvollziehbar, wo sich ein Zikkuratkern besonders gut erhalten hat.

Auch im benachbarten Elam wurden Zikkurate erbaut, die sich dadurch von den sumerisch-babylonischen unterschieden, dass sie durch Innentreppen erschlossen wurden. Auch bautechnisch gibt es einige Besonderheiten. Der älteste Bau steht in Tschoga Zanbil und hat heute eine Resthöhe von 25 m (einstmals um 50 m) und eine Seitenlänge von 105 m.

Merkmale

Schema des Zikkurattempels von Sialk

Die Gemeinsamkeiten, die alle Zikkurate (in Babylonien, Assyrien und Elam) zeigen, sind die Stufenform (zwei oder mehr solcher Stufen, sich nach oben jeweils verkleinernd) sowie ihre beiden Hauptbaukörper bestehend aus:

Mantel (Backsteine) und Kern (ungebrannte luftgetrocknete Lehmziegel mit Strohmattenlagen).

Ob jeweils ein Tieftempel sowie ein Hochtempel existierten, lässt sich heute nur noch schwer nachweisen. Zumindest aber in Babylon und Borsippa erscheint die Existenz einer solchen Zweiteiligkeit des Heiligtums zumindest seit der spätbabylonischen Zeit nachgewiesen.

  • Babylon: Etemenanki (Hochtempel)- Esagila (Tieftempel)
  • Borsippa: Euriminanki (Hochtempel) - Ezida (Tieftempel)

Zumindest bei diesen beiden Bauten scheint es sich im Fall des Hochtempels nicht um einen eigenen Tempel auf der Spitze des Turmes zu handeln, sondern um einen „aufgeklappten“ Tieftempel, der vertikal alle Einzelheiten, die auch zur ebenen Erde existierten, widerspiegelt. Somit befindet sich an der Spitze des Turmes lediglich das „Allerheiligste“ (Cella).

An den hauptsächlich rechteckigen südbabylonischen Zikkuraten wurde meist eine zentrale Mitteltreppe nachgewiesen. Zusätzliche beidseitige seitliche Treppenaufgänge, an die Mitteltreppenkonstruktion angelehnt, bestanden ebenfalls. Die zeitliche Einordnung gerade dieser Hauptmerkmale erweist sich zum Teil als unmöglich, da ebendiese zu allen Zeiten neu überbaut wurden.

Standorte

Futuristische Art der Zikkurat

Dubai plant gegenwärtig unter der Bezeichnung Zikkurat die Entwicklung einer neuen Art von riesiger Wohnpyramide. Federführend ist die in Dubai angesiedelte Firma für Umweltdesign Timelink.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Wilfried Allinger-Csollich: Birs Nimrud I. Die Baukörper der Ziqqurat von Borsippa, ein Vorbericht. In: Baghdader Mitteilungen 22, 1991, ISSN 0418-9698, S. 383–499.
  • Wilfried Allinger-Csollich: Birs Nimrud II. „Tieftempel“ – „Hochtempel“. Vergleichende Studien Borsippa-Babylon. In: Baghdader Mitteilungen 29, 1998, ISSN 0418-9698, S. 95–330.
  • Hansjörg Schmid: Der Tempelturm Etemenanki in Babylon. von Zabern, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1610-0 (Baghdader Forschungen. 17).

Weblinks

 Commons: Zikkurat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachw. u. Anm.

  1. Volkert Haas und Heidemarie Koch: Religionen des Alten Orients / Band I / Hethiter und Iran, Grundrisse zum Alten Testament, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2011, S. 25-28
  2. Das Zikkurat-Projekt in Dubai (englisch)

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