Überdruckmaske

Überdruckmaske
Redundanz Die Artikel Atemschutzmaske und Gasmaske überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Beteilige dich dazu an der Diskussion über diese Überschneidungen. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz. Steffen85 (D/B/E) 21:26, 1. Dez. 2008 (CET)

Die Atemschutzmaske (wird in Deutschland bei der Feuerwehr nur noch als Atemanschluss bezeichnet) ist eine Schutzmaske primär zum Schutz der der Atemorgane gegen Atemgifte. Als Bestandteil der Atemschutzausrüstung kann sie in Verbindung mit Pressluftatmersystemen (umluftunabhängig) und Atemschutzfiltern (umluftabhängig) verwendet werden. Solche Atemschutzsysteme werden zum Beispiel benötigt bei der Feuerwehr, z.T. beim THW, der Brandermittlung, sowie in Berufsgruppen, deren Angehörige an ihrem Arbeitsplatz Atemgiften ausgesetzt sein können. Die Atemschutzmaske (auch: Atemanschluss) ist eine aus Gummi oder Silikon gefertigte Maske, an welche der Lungenautomat des Atemschutzgerätes (Pressluftatmer), oder ein Filter angeschlossen wird. Man unterscheidet dabei zwischen Normaldruckmaske und Überdruckmaske.

Prinzipieller Aufbau einer Atemschutzmaske: A:Maskenkörper, B:Dichtring, C:Sichtscheibe, D:Innenmaske, E:Anschlussstück mit Einatemventil, F:Ausatemventil + Sprechmembran, G:Bebänderung
Normaldruckmaske Typ Auer 3S mit eingebauter Maskenbrille auf Prüfkopf
Moderne Atemschutzmaske der Armee mit angeschlossenem Trinkschlauch und Feldflasche

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

  • Atemschutzvollmasken bestehen im wesentlichen aus:
    • dem Maskenkörper (aus einer bestimmten Gummimischung gefertigt),
    • der Sichtscheibe, die von einem speziellen Dichtrahmen eingefasst wird. Bei militärischen Masken meist zum besseren Transport zwei Sichtscheiben.
    • dem Ausatemventil,
    • der Bänderung (Spinne). Alternativ auch Tragesysteme, die die eigentliche Maske gegenüber dem getragenen (Feuerwehr-)Helm verspannen (=Helm-Masken-Kombination). Seltener im militärischem Bereich auch flexible Kopfhauben aus Gummi anstelle der Spinne.
    • dem Trageriemen. In der Luftfahrt auch Kunststoff- oder Metallbügel. Die Maske kann auch an der Persönliche Ausrüstung eines Feuerwehrmannes befestigt werden oder die Tragehilfe ganz weggelassen werden.
    • der Innenmaske mit Steuerventilen, seltener stattdessen auch Luftkanäle gegen das Beschlagen der Scheibe(n),
    • und einer Sprechmembran und
    • dem Anschlussstück (für den Lungenautomaten des Pressluftatmers, als Anschluss für ein Filtergerät) mit Einatemventil. Weiter ist der Einsatz eines Kreislaufgeräts oder an einer Gebläsefilter- oder Pressluftversorgungsleitung möglich.

Es wird zwischen starren und halbstarren (flexiblen) Masken unterschieden. Eine spezielle Abart der Vollmaske stellt die Haube dar, wie sie für Flucht- und Arbeitszwecke (Sandstrahlen) angeboten wird. Sie bietet erweiterten Schutz und Komfort und leitet zum Helm und zum Vollschutzanzug über.

Beim Umgang mit Lösungsmitteln und Gasen kommen häufig Schutzmasken mit Aktivkohlefilter zum Einsatz. Hiermit können viele organische Gase (außer Kohlenmonoxid) absorbiert werden.

  • Halbmasken umschließen Mund und Nase. Die Augenpartie bleibt hier ausgespart, so dass sie nicht in einer Umgebungsatmosphäre mit Schadstoffen, die eine Reizung oder Schädigung der Augen enthält, verwendet werden können. Im Gegensatz zur Vollmaske verläuft hier die Dichtlinie über die Nasenpartie, die nur schwer abzudichten ist. Der grundsätzliche Aufbau entspricht dem der Vollmaske, die Halbmaske hat jedoch keine Sichtscheibe und keine Innenmaske. Anwendungsgebiete sind z.B. Staubschutzmasken für Silobegehungen oder im Bergbau.
  • Mundstückgarnituren werden durch die Lippen abgedichtet. Wichtig ist hier natürlich, dass mit Hilfe einer Klemme oder Taucherbrille das Atmen durch die Nase verhindert werden muss. Ein Befestigungsgurt findet sich nicht immer. Mundstückgarnituren sind ein Beispiel für Atemanschlüsse, die keine Atemschutz(voll)maske im eigentlichen Sinn sind. Sie finden ihre weiteste Verwendung im sportlichen Tauchen (Lungenautomat und Schnorchel), aber auch bei Notatem- und Fluchtgeräten wie etwa dem Tauchretter.

Funktionsweise von Vollmasken (mit Lungenautomaten oder Filtern)

Beginnt der Atemschutzgeräteträger zu atmen, erzeugt er einen Unterdruck in der Atemschutzmaske. Über den Lungenautomaten (Atemgesteuerte Dosiereinrichtung) wird nun vom Druckminderer über den Lungenautomaten entsprechend Luft in die Maske nachgeführt. Dieser Mitteldruck beträgt nach Gerätetyp zwischen (4,5 ... 8,0 bar). Die Atemluft gelangt über das Einatemventil in den Maskenkörper und strömt an der Sichtscheibe vorbei. Dieser Effekt verhindert ein Beschlagen der Sichtscheibe. Nun gelangt die Atemluft, über die an der Innenmaske angebrachten Steuerventile, in diese hinein und wird veratmet. Beim Ausatmen schließt das Einatemventil und die Ausatemluft strömt über das Ausatemventil ins Freie. Bei der Überdruckmaske kommt hinzu, dass durch ein federbelastetes Ausatemventil ein Überdruck von 3,9 mbar in der Maske herrscht. Dadurch können bei Undichtigkeiten der Maske keine Atemgifte in die Maske gelangen. Der Einatemwiderstand ist im Gegensatz zur Normaldruckmaske niedriger. Aber der Ausatemwiderstand wird durch das federbelastete Ausatemventil leicht erhöht.

Beim Gebrauch von Atemschutzfiltern macht sich der Einatemwiderstand negativ bemerkbar, weil der Atemschutzgeräteträger mit der Atmung diesen Widerstand überbrücken muss. Atmet er nur sehr flach ein und aus, kann sich ein erhöhter Kohlendioxidanteil in der Maske sammeln und nach einer Weile zur Bewusstlosigkeit führen, dem so genannten Airtrapping. Die Gefahr besteht analog bei Kreislaufgeräten mit Pendelatmung.

Maskensystem

Normaldruckmaske

Der Druck im Inneren der Maske entspricht genau dem Umgebungsdruck - hierin besteht auch der Unterschied zur Überdruckmaske. Der Druck im Inneren wird durch den Lungenautomat kontrolliert und eingestellt. Bei Normaldruckmasken ist der Anschluss für den Lungenautomat im Regelfall blau oder schwarz gekennzeichnet.

Nachteil dieses Systems ist, dass im Falle einer leichten Undichtigkeit der Maske Schadstoffe aus der Atmosphäre beim Einatmen in die Maske gelangen können, da hier kurzzeitig ein leichter Unterdruck herrscht bis der Lungenautomat diesen wieder ausgleicht, dafür kann bei einer Undichtigkeit nicht ggf. unbemerkt ein größerer Luftverlust (vgl. ÜD-Maske) auftreten.

In den Feuerwehren der Bundesrepublik Deutschland befindet sich die Überdruckmaske momentan auf dem Vormarsch.

Überdruckmaske

Im Unterschied zur Normaldruckmaske sorgt hier der Lungenautomat für einen Überdruck in der Atemschutzmaske. Der Überdruck in der Maske liegt bei ca. 4 mbar.

Hier liegt auch der wesentliche Vorteil der Überdruckmaske: Der Feuerwehrmann kann leichter einatmen. Beim Verrutschen oder leichter Undichtigkeit können keine Brandgase oder andere gasförmige Schadstoffe (Gefahrguteinsatz) ins Innere der Maske gelangen. Das Abblasen der Atemluft durch die Undichtigkeit ist gleichzeitig der Nachteil: Der Luftverbrauch bei einer vorliegenden Undichtigkeit kann sich so gegenüber einem Normaldruck-Gerät deutlich erhöhen und damit die Einsatzzeit erheblich verkürzen, was in der Vergangenheit schon zu Zwischenfällen geführt hat. [1] [2] [3] [4] Durch Vorschriften für den Atemschutzeinsatz (Feuerwehren: FWDV 7) wird unter anderem die regelmäßige Überprüfung des Luftvorrates gefordert. Für zusätzliche Sicherheit sorgt bei den Feuerwehren die Atemschutzüberwachung (regelmäßige Druckabfragen, Einsatzzeitüberwachung) und ein Sicherheitstrupp.

In Verbindung mit dem Anlegesystem von Dräger/Gallet bzw. MSA/Auer gibt es außerdem weitere Einsatzvorteile durch leichteres und schnelleres Anlegen in Verbindung mit dem Schutzhelm. Solche Helm-Masken-Kombinationen sind allerdings sehr kritisch zu betrachten, da die Maske nur noch zwei Fixpunkte hat gegenüber fünf bei herkömmlicher Bebänderung und außerdem fest mit dem Helm verbunden ist. Beim Verrutschen des Helms (Stöße vor den Helm etc.) kommt es unweigerlich zu Undichtigkeiten der Maske.

Normaldruckmaske Typ Auer 3S im Feuerwehreinsatz

Atemanschlüsse für Normal- und Überdruckluft

Unterschiede zwischen einem Atemanschluss für Pressluftatmer mit Normaldruck gegenüber Pressluftatmer mit Überdruck:

  • Normaldruck: Rundgewindeanschluss nach EN 148-1 (Rd 40 mm x 1/7"), unbelastetes Ausatemventil
  • Überdruck: Spitzgewindeanschluss nach EN 148-3 (M 45 mm x 3 mm), federbelastetes Ausatemventil, rote Kennzeichnung des Anschlussstücks
  • Überdruck: ESA (Einheitssteckanschluss) nach DIN 58600

Es besteht auch die Möglichkeit den Steckanschluss zu verwenden.

Sonstiges

Schwierigkeiten gibt es immer wieder für Brillenträger. Eine übliche Brille mit den Bügeln, die zu den Ohren führen, kann man in diesem Fall nicht tragen, da die Maske sonst an dieser Stelle undicht würde. Kontaktlinsen sind wegen möglichem Schadstoffeintrags unter die Linse ebenfalls tabu. Eine bereits früh verfügbare Lösung sind eigene Maskenbrillen, die anstatt der Bügel Gummibänder haben, die analog zur Brille über die Ohren führen. Heutige Konstruktionen werden mittels eines Drahtgestells in der Maske festgeklemmt. Seltener werden die Sichtscheiben (bei zweiäugigen Masken) gegen geeignete optische Gläser ausgetauscht.

Undichtheiten entstehen auch durch Kinn- oder Backenbärte, eine (mehr- oder minder gründliche) Rasur ist aus Sicherheitsgründen erwünscht; messtechnisch lässt sich eine Undichtigkeit schon einige Stunden nach der Rasur nachweisen. Teils werden Bartträger beruflicherseits vom Atemgeräteeinsatz ausgenommen.

Quellen

  1. www.atemschutzunfaelle.de:Gegenüberstellung von Normal- und Überdrucktechnik
  2. www.atemschutzunfaelle.de:Heißausbildung - Problem mit Überdruckgerät
  3. www.atemschutzunfaelle.de:CSA-Einsatz - Problem mit Überdruck-PA
  4. www.atemschutzunfaelle.de:Zimmerbrand - Problem mit Überdruckgerät

Siehe auch

Weblinks


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