Štulić


Štulić

Branimir Štulić (* 11. April 1953 in Skopje) ist ein jugoslawischer Musiker aus der Generation des „Novi val“ („Die neue Welle“) und der Begründer der Gruppe Azra.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anfänge der Karriere

Štulićs Vater war Oberst in der jugoslawischen Volksarmee (JNA) in Skopje. Fünf Jahre später zog seine Familie zuerst nach Jastrebarsko und ein später nach Zagreb. Dort beendete er die Schule und studierte zuerst Philosophie, wechselte aber wiederholt die Fakultäten und schloss das Studium nicht ab. Schon damals begann er unter den Namen "Johnny" seine eigenen, aber auch fremden Lieder zu singen und die akustische Gitarre zu spielen. Seine erste Band war die „Balkan sevdah band“ die aus unbekannten Musikern zusammengesetzt war. Sie spielten alles, von den Beatles, bis zu Volksliedern und Štulićs eigenen Liedern. Wegen seines schwierigen Charakters wechselten sich die Mitglieder der Gruppe sehr oft. Einige bekanntere Musiker, die zwischenzeitlich Teil der Gruppe waren, sind Jura Stublić, Marin Pelajić und Mladen Juričić, die sich später trennten und „Film“, auch eine bekannte Gruppe dieser Zeit, gründeten. Erst nach der Begegnung mit Boris Leiner (Schlagzeuger aus der Gruppe „Haustor“) und Mišo Hrnjak (Bassist) formierte sich eine beständige Gruppe.

Azra

Ein besonderer Wendepunkt für Štulić war das erste Konzert der slowenischen Gruppe „Pankrti“ in Zagreb. Danach schnitt Štulić seine langen Haare ab und rasierte den Bart, worüber er auch in einem der populärsten Lieder von Azra, „Balkan“, singen wird. Unter dem Einfluss von Punk und „Novi val“ veränderte sich der Stil der Gruppe, und Štulić fühlte, dass es auch Zeit ist den Namen der Gruppe zu ändern. 1977 wechselt er den Namen in „Azra“ ("Jungfrau"), nach Heinrich Heines Gedicht „Der Asra“. Im Frühling 1980 entschied sich das Trio ein Album herauszubringen. Das Resultat, das Debütalbum „Azra“, erfüllte Štulićs Erwartungen nicht . Das Publikum, dagegen war begeistert, die schon lange gekannten Lieder endlich auf einer Platte zu haben. Štulićs unscharfe Gitarre und heisere Stimme bekamen sehr schnell ihr Markenzeichen und die Gruppe sicherte sich den führenden Platz auf der jugoslawischen Rock-Szene. Das nächste Album, „Sunčana strana ulice“ (1981), wurde, wie auch alle darauf folgenden Alben, von Štulić produziert. Auf dem Album befinden sich außer Štulićs Lieder, auch ein von Mile Rupčić – „Pit, i to je Amerika“ („Pete, und das ist Amerika“), das für ein gleichgenanntes Monodrama geschrieben wurde. Außer Liebesgedichten befinden sich auf dem Album auch Lieder mit gesellschaftlichen oder politisch engagierten Themen, was Štulić sehr schnell zum Pressesprecher der neuen Generation machte.

Nach einer jugoslawischen Tournee, die im Herbst 1981 endete, hielten sie im Klub „Kulušić“ in Zagreb sieben aufeinander folgende ausverkaufte Konzerte und machten daraus ein dreifaches Album „Ravno do dna“ (Geradeaus nach unten). Das Doppelalbum „Filigranski pločnici“ (Filigrane Gehwege) erschien drei Monate nach „Ravno do dna“ und wurde sehr schnell zu Azras meistverkauftem Album.

1983 verlässt Mišo Hrnjak die Gruppe und schließt sich den Zeugen Jehovas an und Boris Leiner geht in die JNA um den Wehrdienst auszuüben. Das bedeutete das Ende der Gruppe in der originalen Aufstellung. Mit Srećko Antolović am Bass nahm er „Kad fazani lete“ (Wenn die Fasane fliegen) 1983 in Frankfurt am Main auf und nach Leiners Rückkehr „Krivo srastanje“ (Falsch zusammenwachsen) 1984. Diese beiden Alben, obwohl stilistisch sehr verschieden von den früheren Albumen, finden große Anerkennung beim Publikum.

Die Niederlande

1986 löste Štulić die Gruppe auf und zog in die Niederlande. Dort übersetzte er seine Lieder auf Englisch und veröffentlichte sie auf dem Album „It ain`t like in the movies at all“ und versuchte damit mit geringem Erfolg, eine ausländische Karriere zu starten. 1987 kehrte er nach Kroatien zurück und nahm mit Boris Leiner, Jurica Pađen und Stephen Kipp „Između krajnosti“ auf. Mit ihnen machte er 1988 eine Comeback-Tour, während der das Live-Album „Zadovoljština“ aufgenommen wurde. Wegen Uneinigkeiten verließ Boris Leiner 1990 die Gruppe, womit Azra auch offiziell aufgelöst wurde. 1991 zieht er in die Niederlande zurück und bleibt dort bis heute.

Solo-Karriere

Nach dem Zerfall von Azra arbeitet Štulić mit Hilfe anderer Musiker an seinen Soloalben „Balkansta rapsodija“ (1988), „Balegari ne vjeruju sreći“ (1990), „Sevdah za Paulu Horvat“ (1995), „Anali“ (1995) und „Blase“ (1997). Keines von ihnen erlebt den Erfolg seiner früheren Werke. Heute lebt er mit seiner Frau Josefine in den Niederlanden in Houten bei Utrecht. Er beschäftigt sich mit Übersetzen und kommuniziert sehr selten mit Journalisten.

Diskografie

Singles

  • Balkan / A šta da radim (Suzy, 1979)
  • Lijepe žene prolaze kroz grad / Poziv na ples / Suzy F. (Jugoton, 1980)
  • Đoni, budi dobar / Teško vrijeme (Jugoton, 1982)
  • E pa što / Sloboda / Gluperde lutaju daleko (Jugoton, 1982)
  • Nemir i strast / Doviđenja na vlaškom drumu (Jugoton, 1983)

Alben (mit Azra)

  • Azra (Jugoton, 1980)
  • Sunčana strana ulice (Jugoton, 1981)
  • Ravno do dna (Jugoton, 1982)
  • Filigranski pločnici (Jugoton, 1982)
  • Singl ploče 1979 - 1982 (Jugoton, 1982)
  • Kad fazani lete (Jugoton, 1983)
  • Krivo srastanje (Jugoton, 1984)
  • Singlovi 1983-1985 (Jugoton, 1985)
  • It ain't Like In The Movies At All (Diskoton, 1986; Jugoton, 1990))
  • Između krajnosti (Jugoton, 1987)
  • Zadovoljština (Jugoton, 1988)

Soloalben

  • Balkanska rapsodija (Jugoton, 1989)
  • Balegari ne vjeruju sreći (Jugoton, 1990)
  • Sevdah za Paulu Horvat (Komuna, 1995)
  • Anali (Komuna, 1995)
  • Blase (Hi Fi Centar, 1997)

Bücher

  • Filigranski pločnici (Azra Music, 1982)
  • Big Bang (1985)
  • Anonymus Epigramus (1988)
  • Božanska Ilijada via Hoemer (Beogradski sajam knjige, 1995)
  • Smijurija u mjerama (Vreme, 2005),

Videokassetten

  • Zadovoljština (Jugoton, 1988)
  • Klinček stoji pod oblokon (Jugoton, 1990)

Literatur

  • Hrvoje Horvat: Johnny B. Štulić: Fantom slobode. Profil international, Zagreb 2005.,ISBN 953-12-0156-0

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