Besatzungszonen

Besatzungszonen

Als Besatzungszone bezeichnet man das von ausländischen Truppen besetzte Gebiet eines Staates, in dem eine fremde Staatsmacht die Hoheitsgewalt ausübt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde gemäß Versailler Vertrag das linksrheinische Rheinland in vier Besatzungszonen eingeteilt, die zum Teil bis 1930 durch belgische, britische, US-amerikanische und französische Truppen besetzt wurden.

Als am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg beendet war (V-E-Day), wurden Deutschland und Österreich in je vier Besatzungszonen aufgeteilt und durch alliierte Truppen besetzt.

Die drei Westmächte und die Sowjetunion teilen Deutschland und Österreich 1945 in Besatzungszonen auf.

Inhaltsverzeichnis

Besatzungszonen in Deutschland und Österreich nach 1945

Deutschland nach dem zweiten Zonenabkommen 1944

Sinngemäß spricht man auch von der Zeit zwischen 1945 und 1949 in Deutschland, 1945 bis 1955 in Österreich, in der die Siegermächte die beiden Länder besetzt hielten und die politische Oberhoheit über sie hatten, von der Besatzungszeit.

Vorgeschichte

Am 15. Januar 1944 hatte die Europäische Beratende Kommission (EAC) vorgeschlagen, nach Beendigung des Krieges das Deutsche Reich in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 in verschiedene Besatzungszonen aufzuteilen. Im sogenannten 1. Zonenprotokoll der EAC vom 12. September 1944 wurden für das Nachkriegsdeutschland die Grenzen zwischen der nordwestlichen, der südwestlichen sowie der östlichen Besatzungszone mit dem zu ihr gehörenden besonderen Gebiet Groß-Berlin in den Grenzen von 1920 geplant. Die östliche Zone Deutschlands und der nordöstliche Teil Berlins wurde bereits für die Besetzung durch die Sowjetunion vorgesehen.

Im ergänzenden, dem sogenannten 2. Zonenprotokoll für Deutschland vom 14. November 1944, ordnete die Kommission nun auch die beiden noch offenen Zonen zu: die nordwestliche für Großbritannien und die südwestliche für die USA. Außerdem plante die Kommission die britischen und amerikanischen Teile Groß-Berlins innerhalb des dafür vorgesehen Sondergebietes der östlichen Zone. Es folgten erste Pläne für eine mögliche Regelung der gemeinsamen Nutzung der Häfen Bremens und Bremerhavens. Die Einrichtung einer französischen Besatzungszone war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorgesehen.

Noch anlässlich der Konferenz von Jalta weigerte sich Josef Stalin zunächst, den Franzosen eine eigene Besatzungszone zuzugestehen und sie an der Verwaltung über Deutschland mitwirken zu lassen, da Frankreich „wenig zu diesem Kriege beigetragen und dem Feind die Tore geöffnet habe“. Doch Churchill wollte nach Abzug der Amerikaner – beabsichtigt war dies nach zwei Jahren – der kommunistischen Sowjetunion nicht allein gegenüberstehen. Schließlich lenkte Stalin ein und erklärte, „dass er keinen Einwand [mehr] dagegen habe, dass ihm [Frankreich] eine Zone innerhalb der britischen und amerikanischen Zone gegeben werde“. Inzwischen hatten die französischen Streitkräfte vollendete Tatsachen geschaffen. Trotz der Weigerung des alliierten Oberbefehlshabers Dwight D. Eisenhower, Übersetzmittel zur Verfügung zu stellen, hatten die Franzosen am 1. April 1945 bei Philippsburg den Rhein überschritten, Stuttgart und Friedrichshafen am Bodensee besetzt und waren dann bis nach Vorarlberg in Österreich vorgedrungen. Am 26. Juli 1945 wurde das Zonenprotokoll für Deutschland von der EAC letztmalig ergänzt, in dem die Einzelheiten und für Frankreichs eigene Besatzungszone ausgearbeitet wurden. Der noch ausstehende formelle Beschluss für das Zugeständnis einer eigenen Zone für Frankreich und der Umsetzung der Empfehlungen der EAC zur französischen Zone fand sich dann im Wortlaut des Potsdamer Abkommens unter Abschnitt III. A.1.

Die Besatzungszonen in Deutschland

Überblick

Besatzungszonen in Deutschland 1945
Besatzungszonen in Deutschland 1945
Deutschland 1947. Die vier Besatzungszonen gemäß dem Potsdamer Abkommen, das freie Saarland und die von der Sowjetunion unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellten Ostgebiete

Die Besatzungszonen umfassten das Staatsgebiet des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 ohne die okkupierten Gebiete ostwärts der Oder-Neiße-Linie – diese standen zunächst unter sowjetischer, später hauptsächlich polnischer Verwaltung – und waren durch Zonengrenzen voneinander getrennt. Diese waren in der Regel identisch mit den Verwaltungsgrenzen ehemaliger Länder, vereinzelt auch mit Kreisgrenzen. Dadurch wurde erreicht, dass eine ordnungsgemäße Verwaltung auch weiterhin sichergestellt werden konnte.

Zur britischen Zone zählten die ehemaligen preußischen Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover (später Niedersachsen) ohne das zum Landkreis Lüneburg gehörende Amt Neuhaus, Westfalen und nördliche Teile der Rheinprovinz (später Nordrhein-Westfalen), die Freie und Hansestadt Hamburg, die Freistaaten Lippe (1947 zu Nordrhein-Westfalen), Braunschweig ohne den Ostteil des Landkreises Blankenburg, Oldenburg und Schaumburg-Lippe (alle 1946 zu Niedersachsen) und zeitweise das heutige Bundesland Freie Hansestadt Bremen, jedoch mit Ausnahme der Stadt Bremen selbst.

Ab 1946 zogen sich die britischen Besatzungstruppen aus dem Rheinland zurück; sie wurden dort von Einheiten der belgischen Armee abgelöst. Die zivile Verwaltungshoheit blieb jedoch bei den Briten.

Nach 1949 hielt Belgien jedoch weiterhin einige Ortschaften im Grenzgebiet besetzt und betrachtete sie als zum eigenen Territorium gehörig, die Niederlande machten es ebenso, erst nach Verträgen 1956 (mit Belgien) beziehungsweise 1960 (mit den Niederlanden) erhielt die Bundesrepublik den größten Teil der besetzten Territorien zurück – einzelne Restgebiete verblieben aber bei Belgien bzw. bei den Niederlanden (bspw. Teile von Wyler). Ebenfalls zählten Luxemburg (ein Gebiet zwischen Vianden und Obersgegen), Frankreich (Kehl am Rhein) und Großbritannien (Helgoland) zunächst Gebiete des ehemaligen Deutschen Reiches als zu ihrem Staatsgebiet gehörig. Die Rückgliederung in die Bundesrepublik Deutschland erfolgte ab 1949 (Teilflächen Kehls).

Bremen, von britischen Truppen erobert, dann von amerikanischen Truppen besetzt, bildete einen Sonderfall: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bremen Hafen der US-Streitkräfte. Das Land Bremen bildete deswegen zeitweise – und zwar bis Dezember 1945 und wieder ab 1. April 1947 (Proklamation Nr. 3 des US-Militärgouverneurs McNarney und Verordnung Nr. 76 der britischen Militärregierung) eine Enklave der US-Besatzungszone innerhalb der britisch besetzten Zone, der es in der Zwischenzeit selbst angehörte; nur die Stadt Bremen selbst blieb ununterbrochen Teil der amerikanischen Zone.[1] Abgesehen von der räumlichen Zuordnung war Bremen de facto sowohl ein Teil der amerikanischen wie der britischen Zone und gehörte sowohl dem Länderrat der amerikanischen Zone wie der „Konferenz der Länder und Provinzen“ der britischen Zone an.[2]

Am 23. Januar 1947 vereinbarten die britische und amerikanische Militärregierung, rückwirkend zum 1. Januar 1947 aus der Stadt Bremen und der Stadt Wesermünde einschließlich Bremerhaven das Land Bremen zu gründen, das 1949 Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland wurde.[3]

Zur französischen Besatzungszone gehörten die ehemalige preußische Rheinprovinz (nur der Südteil), die preußische Provinz Hohenzollern, mit dem Südteil Württembergs zu Württemberg-Hohenzollern fusioniert, der Südteil des Freistaates Baden, die bayerische Pfalz, der linksrheinische Teil Rheinhessens und der Landkreis Lindau (Bodensee).

Die amerikanische Besatzungszone umfasste die ehemalige preußische Provinz Hessen-Nassau ohne den Landkreis Herrschaft Schmalkalden, mit dem Volksstaat Hessen zu „Großhessen“ fusioniert, die nördlichen Teile des Freistaates Baden und Württembergs, zu Württemberg-Baden fusioniert, und den Freistaat Bayern ohne die Rheinpfalz und den Landkreis Lindau.

Zur sowjetischen Besatzungszone wurden die preußische Provinz Brandenburg, das Land Mecklenburg ohne Randgebiete bei Ratzeburg unter Einschluss Vorpommerns, das aus der Provinz Sachsen und dem Freistaat Anhalt gebildete Land Sachsen-Anhalt, die Freistaaten Sachsen und Thüringen sowie das Amt Neuhaus, der hessische Landkreis Herrschaft Schmalkalden und der Ostteil des Landkreises Blankenburg zusammengefasst.

Durch die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen war der preußische Staat zerrissen worden und hatte faktisch aufgehört zu bestehen. Am 25. Juli 1947 wurde er durch den Alliierten Kontrollrat durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 auch staatsrechtlich aufgelöst.

Die inmitten der sowjetischen Zone gelegene, jedoch nicht zu ihr gehörende ehemalige Reichshauptstadt Berlin wurde zur koordinierten Verwaltung und Kontrolle Deutschlands in vier Sektoren aufgeteilt, in denen die Oberbefehlshaber der vier Besatzungsmächte ihren Sitz hatten.[4]

Die Fläche und Bevölkerung der Besatzungszonen nach der Volkszählung vom 29. Oktober 1946:[5]

Gebiet Fläche in km² Einwohnerzahl
(29. Okt. 1946)
Einwohner
je km²
Berlin 890 3.199.938 3.595
Amerikanische Besatzungszone 107.459 17.254.945 161
Britische Besatzungszone 97.722 22.305.027 228
Französische Besatzungszone 40.216 5.063.630 126
Sowjetische Besatzungszone 107.173 17.313.734 162
Deutschland ¹ 353.460 65.137.274 184

¹ ohne Saarland

Die Besatzungszeit beginnt

Die Oberbefehlshaber der vier Verbündeten am 5. Juni 1945 in Berlin: Bernard Montgomery, Dwight D. Eisenhower, Georgi Konstantinowitsch Schukow und Jean de Lattre de Tassigny.

Als die deutsche Wehrmacht am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulierte, hatten die alliierten Truppen bereits den größten Teil des deutschen Staatsgebietes besetzt. Die Sowjets hatten Berlin erobert, die US-Amerikaner waren tief in die für die Sowjetunion vorgesehen Zone – bis an die Elbe – vorgestoßen. Aufgrund der alliierten Abmachungen mussten sich jetzt alle Truppenteile in die ihnen zugedachten Besatzungszonen zurückziehen. Doch der britische Premierminister, Winston Churchill war damit nicht einverstanden. Mit einem Telegramm vom 11. Mai 1945 an den US-amerikanischen Präsidenten Truman bezweifelte er die Zweckmäßigkeit einer Rücknahme der US-amerikanischen Streitkräfte, denn „das würde bedeuten, dass die Flut der russischen Herrschaft auf einer Frontbreite von 300 oder 400 Meilen 120 Meilen nach vorn brandet.“ Doch Truman lehnte im Vertrauen auf die zukünftige sowjetische Politik einen solchen Vorschlag ab, obwohl Churchill in einem weiteren Telegramm am nächsten Tag darauf hinwies, dass „längs der russischen Front (ist) ein Eiserner Vorhang niedergegangen“ sei. Man wisse nicht, was dahinter passiere.

Im Juli 1945 bezogen die alliierten Truppen ihre Besatzungszonen, auch in den Berliner Sektoren wurden verabredungsgemäß Truppenteile der Besatzungsmächte stationiert.

Bis Ende 1945 wurden an verschiedenen Stellen die Grenzen der neu organisierten Länder und damit der Besatzungszonen noch geringfügig korrigiert, teils aus verkehrlichen Gründen, teils zur Verwaltungsvereinfachung. Im Wanfrieder Abkommen wurden mehrere Dörfer zwischen Thüringen und Hessen getauscht, um die für den amerikanischen Nachschub wichtige Eisenbahn-Nord-Süd-Strecke komplett auf dem Gebiet der britischen und amerikanischen Zone verlaufen zu lassen. Bis dahin verlief die Strecke auf wenigen Kilometern durch die sowjetische Besatzungszone. Das Barber-Ljaschtschenko-Abkommen regelte einen Gebietsaustausch zwischen Mecklenburg und Schleswig-Holstein.

Spannungen zwischen den Siegermächten

Aufgrund der wachsenden Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Siegermächten wurde im September 1946 aus der amerikanischen und britischen Zone die Bizone gebildet und mit Wirkung vom 1. Januar 1947 vollzogen. Mit Beitritt der französischen Besatzungszone mit Ausnahme des Saargebiets im März 1948 entstand die Trizone. Somit waren bis auf das Saarland alle westdeutschen Länder in der Trizone zusammengefasst.

Mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24. Mai 1949 wurde aus den 11 westdeutschen Ländern (ohne Saarland) die Bundesrepublik Deutschland mit Bonn als Bundeshauptstadt gegründet. 1952 fusionierten die Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Land Baden-Württemberg. Damit reduzierte sich die Zahl der Bundesländer auf 9 (ohne Berlin). Mit dem Beitritt des Saarlandes erhöhte sie sich dann wieder auf 10.

Aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR).

Einen Sonderfall stellte Berlin dar, das zu keiner der vier Zonen gehören und von allen vier Besatzungsmächten gemeinsam verwaltet werden sollte, quasi wie eine neutrale fünfte Besatzungszone. Zum Zweck der gemeinsamen Verwaltung wurde es intern in vier Sektoren aufgeteilt. Dieser besondere Status galt übrigens von 1945 bis 1955 auch für die österreichische Bundeshauptstadt Wien.

Die Sowjetunion und die DDR interpretierten im späteren Verlauf des Kalten Krieges den Status Berlins abweichend von den Westmächten dahingehend, dass Gesamt-Berlin von Anfang an zur Sowjetischen Besatzungszone gehört habe, mutmaßlich um die Anwesenheit der Westmächte in West-Berlin zu delegitimieren und die verstärkte Eingliederung Ost-Berlins in die DDR zu rechtfertigen.

Die Viersektorenstadt Berlin sollte anfangs nach dem Willen der Siegermächte weder der sie umschließenden DDR noch dem westlichen Teil der Bundesrepublik zugeordnet werden. Mit der fortdauernden politischen Spaltung allerdings vereinnahmte die DDR den Ostteil Berlins als ihre vollintegrierte Hauptstadt, während West-Berlin von der Bundesrepublik als Bundesland behandelt wurde. Die Besonderheiten des Berlin-Status und die formelle Trennung von der Bundesrepublik wurden jedoch in West-Berlin weiterhin beachtet, während sie in Ost-Berlin über die Jahrzehnte fortlaufend abgebaut wurden.

Historische Situation während der Besatzungszeit in Deutschland

Hauptartikel: Deutschland 1945–1949

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag ein Großteil Europas, insbesondere Deutschlands in Trümmern. Die Alliierten beschlossen eine Politik der Demokratisierung, der Entmilitarisierung und der Entnazifizierung im Deutschen Reich.

Bei den Nürnberger Prozessen wurden die Hauptkriegsverbrecher vor einem internationalen Tribunal angeklagt. Unter ihnen waren auch überlebende einflussreiche NS-Politiker wie zum Beispiel Hermann Göring, der wie einige andere zum Tode verurteilt wurde, wobei Göring noch vor der Urteilsvollstreckung Suizid verübte. Viele andere, die dabei zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, wurden im Lauf der 1950er Jahre wieder entlassen, einige spielten beim Aufbau der Verwaltung und der Bundeswehr in der Bundesrepublik Deutschland eine Rolle.

In den Zonen der Westalliierten wurde die Entnazifizierung schon bald eingeschränkt, nachdem der Interessengegensatz zwischen den politischen Systemen der UdSSR einerseits und der USA, Frankreichs und Großbritanniens andererseits immer deutlicher im aufkommenden Kalten Krieg zutage trat. Mitteleuropa war Ende der 1940er Jahre und auch später noch ein wichtiger Konfliktherd des Kalten Krieges. Beide Systeme verfolgten jeweils unterschiedliche soziale, politische und wirtschaftliche Konzepte. Während in den westlichen Zonen der Marshall-Plan den wirtschaftlichen Aufbau nach dem Muster einer kapitalistischen freien Marktwirtschaft vorantrieb, war die Ostzone geprägt von der Durchsetzung einer am Sozialismus der UdSSR orientierten Planwirtschaft.

1948 wurde in der Trizone in Westdeutschland die Währungsreform durchgeführt, die sehr schnell zu einem wirtschaftlichen Aufschwung im Westen führte, der das sogenannte „Wirtschaftswunder“ in den folgenden eineinhalb Jahrzehnten einleitete. Dem Schwarzmarkt wurde dadurch die Grundlage entzogen. Die Läden füllten sich wieder mit einem breiteren und reichlicheren Warenangebot, was in der Sowjetischen Besatzungszone zunächst nicht der Fall war.

Insbesondere in der Viersektorenstadt Berlin eskalierte die politische Situation aufgrund der dicht nebeneinander bestehenden Wirtschaftssysteme. Es kam zur Berlin-Blockade durch die UdSSR. Berlin wurde vom Westen abgeriegelt. Das diplomatische Kräftemessen stand kurz vor einer Wende vom Kalten zum Heißen Krieg. In einer berühmt gewordenen Rede rief der West-Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter bei einer Großdemonstration die Weltgemeinschaft auf, West-Berlin nicht im Stich zu lassen („Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt“). Der westliche Teil Berlins wurde daraufhin von den Westalliierten über Monate hinweg durch die Luftbrücke mit den notwendigsten Gütern versorgt, bis schließlich die Blockade aufgegeben wurde.

Im Herbst 1949 wurden in den deutschen Besatzungszonen kurz hintereinander zwei unterschiedliche deutsche Staaten gegründet, wobei Ost- und Westdeutschland neu organisiert wurden:

Im Westen entstand die Bundesrepublik Deutschland als eine parlamentarische Demokratie, an deren Spitze bei der ersten Bundestagswahl eine CDU-geführte Bundesregierung unter Bundeskanzler Konrad Adenauer gewählt wurde. Adenauer orientierte sich von Anfang an dem auch militärisch entstehenden Bündnissystem des Westens.

Aus der Sowjetischen Besatzungszone entstand die am so genannten Demokratischen Zentralismus der UdSSR orientierte Deutsche Demokratische Republik unter der Herrschaft der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Walter Ulbricht. Die SED war 1946 aus der Vereinigung der SPD mit der KPD im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands hervorgegangen, dieser Zusammenschluss wird einerseits als wichtigstes Vermächtnis der Häftlinge aus den Konzentrationslagern (siehe u. a. Volksfrontkomitee Buchenwald, Buchenwalder Manifest) gesehen, andererseits als Zwangsvereinigung.

Mit bedingt durch die Westbindung Adenauers wurde der ersten Regierung der Bundesrepublik aus den Reihen der Opposition (vor allem der SPD) vorgeworfen, die Spaltung Deutschlands über Jahrzehnte hinaus zementiert zu haben.

Am 2. April 1950 veröffentlichte der Bundestagsausschuß für Besatzungsangelegenheiten einen Bericht, wonach die neugegründete Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 rund 4,5 Milliarden DM an die alliierten Besatzungsmächte gezahlt hat, was fast 50 Prozent der gesamten Bundeseinnahmen entsprach. Für jeden Bundesbürger bedeutete dies einen Anteil von 95,46 DM, was fast einem durchschnittlichen Monatslohn gleichkam. 1951 wurde die Demontage in der Bundesrepublik eingestellt.

Die Besatzungszonen in Österreich 1945–1955

Hauptartikel: Besetztes Nachkriegsösterreich

Besatzungszonen in Österreich

Wie Deutschland war Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten besetzt und in vier Besatzungszonen geteilt. Wie in Berlin waren auch in Wien alle vier Besatzungsmächte vertreten. Der einzige Unterschied bestand in einer vorhandenen fünften inter-alliierten Zone, mit wechselnder Besatzungsmacht.

Die Besatzungszeit dauerte bis zum österreichischen Staatsvertrag im Jahre 1955, wodurch in Österreich das Ende der Besatzungszeit und die Erlangung der vollen Souveränität zeitgleich vollzogen wurden.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bettina Blank, Die westdeutschen Länder und die Entstehung der Bundesrepublik – Zur Auseinandersetzung um die Frankfurter Dokumente vom Juni 1948, Seite 57 ff., Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1995; Hermann Kinder/Werner Hilgemann, dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Band 2, diverse Auflagen
  2. Bettina Blank, a.a.O., Seite 60
  3. Gesamtdeutsches Institut (Hrsg.), Geteilte Hoffnung. Deutschland nach dem Kriege. 1945–1949. 2., aktualisierte Auflage, Bonn 1990
  4. „Gemäß dem in gegenseitigem Einvernehmen festgelegten Plan werden die Streitkräfte der drei Mächte je eine besondere Zone Deutschlands besetzen. Der Plan sieht eine koordinierte Verwaltung und Kontrolle durch eine Zentralkontrollkommission mit Sitz in Berlin vor, die aus den Oberbefehlshabern der drei Mächte besteht.“ (Bericht von der Krimkonferenz in Jalta)
  5. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch Deutscher Gemeinden. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch Gmünd 1949

Weblinks


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