Bonaventura da Bagnoreggio

Bonaventura da Bagnoreggio
Francisco de Herrera der Ältere: Der Heilige Bonaventura tritt dem Franziskanerorden bei (1628)

Bonaventura, bürgerlich Giovanni (di) Fidanza (* 1221 in Bagnoregio bei Viterbo; † 15. Juli 1274 in Lyon) war einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano.

Bonaventura vermittelte in seinem Orden im Armutsstreit, leitete diesen seit 1257 für 17 Jahre bis zu seinem Tod und gilt wegen seines Einflusses und Organisationstalentes als „zweiter Gründer“ des Franziskanerordens. Er vermittelte zwischen den „Fratres de communitate“, die in der Frage nach der gebotenen Armut der Kirche einen gemäßigten Standpunkt einnahmen und den radikaleren „Spiritualen“ oder „Fratizellen“. Im Auftrag des Generalkapitels schrieb Bonaventura 1263 eine umfangreiche Biographie des hl. Franziskus. 1273 ernannte Gregor X. Bonaventura zum Kardinalbischof von Albano und übertrug ihm die Vorbereitung des 2. Konzils von Lyon, das die Unionsverhandlungen mit der griechischen Kirche zum Abschluss bringen sollte. Er wurde 1482 durch Sixtus IV. heiliggesprochen und 1588 durch Sixtus V. als doctor seraphicus zum Kirchenlehrer erklärt. Bonaventura war neben Thomas von Aquin einer der größten Theologen der Scholastik und galt als „Fürst unter allen Mystikern“. Er schloss sich an Augustinus und die augustinische Tradition an und wurde von der Mystik des Hugo von St. Viktor und des Dionysius Areopagita beeinflusst.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Das große Vorbild: Hl. Franz von Assisi von José de Ribera

Kindheit und Studium

Eine zeitgenössische Bonaventura-Biographie existiert nicht. Vor 1300 kursierte eine Biographie, geschrieben vom spanischen Franziskaner Zamorra, die jedoch nicht überliefert wurde. Allerdings beziehen sich Lebensbeschreibungen aus dem 14. Jahrhundert auf Hinweise im Werk von Salimbene de Adam von 1282. Bonaventura wurde als Johannes Fidanza in Bagnoregio, Latium, geboren. Das genaue Geburtsdatum ist unbekannt, wird manchmal auf 1217, häufiger auf 1221 datiert. In seiner Franziskus-Biografie berichtet er von einem Wunder des Heiligen, durch das er selbst als Kind dem Tod entgangen war. Der spätere Ordensname Bonaventura bedeutet etwa „günstiger Wind“ , „gute Zukunft“. Nach der Legende verdankt sich dieser Name dem hl. Franziskus. Das schwerkranke Kind wäre durch Franz von Assisi gesegnet worden und dann bald genesen. Als Franziskus 1226 im Sterben lag, hätte ihn die Mutter mit dem Jungen nochmals besucht und Franziskus hätte ausgerufen: „O buona ventura“.

Mit 18 Jahren immatrikulierte er sich als Laie 1235 an der Universität in Paris (Sorbonne). Dort studierte er zunächst die sieben freien Künste. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem auf der Sprache: Grammatik, Rhetorik und Logik. Johannes studierte bei Alexander von Hales, dem Begründer des Kommentars der Sentenzen des Petrus Lombardus. Zu dieser Zeit trat Hales den Franziskanern bei, wodurch der Orden einen Lehrstuhl der Theologie bekam. Hales schätzte und förderte Johannes.

Die ersten Ordensjahre

In Paris trat Fidanza im Jahr 1243, nach anderen Quellen 1244 oder sogar bereits 1238, in den Orden der Franziskaner (fratres minores, dt. Minoriten) ein und nahm den Ordensnamen Bonaventura an. Er studierte von 1243 bis 1248 Theologie. Zum Abschluss seines Studiums kommentierte Bonaventura das Lukasevangelium. Dann erhielt er vom Generalminister seines Ordens, Johannes von Parma, die Erlaubnis selbst in Paris zu lesen. In den folgenden zwei Jahren hielt er Vorlesungen über die Bibel. Von 1250 bis 1252 kommentierte er als Hales-Schüler ebenfalls die Sentenzen des Petrus Lombardus. 1254 wurde er auf den theologischen Lehrstuhl der Franziskaner berufen. Dort lehrte er bis 1257. In diesen drei Jahren überarbeitete er seinen Lukaskommentar und schrieb über das Johannesevangelium sowie über die alttestamentlichen Bücher Jesus Sirach und Weisheit. Er hielt Seminare über Die Erkenntnis Christi (De scientia Christi), über Das Geheimnis der Dreifaltigkeit (De mysterio Trinitatis) sowie über Die evangelische Vollkommenheit (De perfectione evangelica). Darin verteidigte er das Leben der Minderbrüder gegenüber Theologen, die keinem Bettelorden angehörten. In die Zeit seiner Lehrtätigkeit 1255 bis 1257 datiert man auch die Entstehung seiner Schrift De reductione artium ad theologiam, eine Darstellung des Systems der Wissenschaften, deren Authentizität in der Forschung allgemein als gesichert gilt, in jüngerer Zeit aber von D. Hattrup aus inhaltlichen Gründen in Zweifel gezogen wurde. Zum Abschluss seiner Lehrtätigkeit verfasste er noch sein Breviloquium, eine kurze Einführung in die Theologie.

Der Hl. Bonaventura empfängt die Gesandten des Kaisers von Francisco de Zurbarán

Die Zeit als Generalminister (1257–1274)

Denn als Bonaventura 1257 auf Vorschlag des Johannes von Parma als dessen Nachfolger zum Generalminister seines Ordens gewählt wurde, gab er seine akademische Laufbahn auf. Bereits im April schrieb er einen Rundbrief an seinen Orden, in dem er die Brüder ermahnte, den angeschlagenen Ruf des Ordens wieder aufzubessern. Von 1259 bis 1260 schrieb er drei Traktate zur geistlichen Erziehung der Brüder: Selbstgespräch über vier geistige Übungen (Soliloquium de quatuor mentalibus exercitiis), Der Baum des Lebens (Lignum vitae) sowie Über den dreifachen Weg (De Triplici via).

Zu dieser Zeit schrieb Bonaventura auch sein Werk Reisebericht des Geistes zu Gott (Itinerarium mentis in Deum). Es gilt als Bonaventuras mystisches Hauptwerk. Anlass für dieses Werk ist ein Besuch Bonaventuras 1259 auf dem Berg Alverna, auf dem der hl. Franziskus nach der Legende kurz vor seinem Tod die mystische Vision eines Engels mit sechs Flügeln hatte. Das Bild des Engels nahm Bonaventura zum Aufhänger für eine theologische Abhandlung über die Gotteserkenntnis. Im siebten und letzten Kapitel reflektiert er auch kurz über nicht-rationale Wege.

Der „zweite Stifter des Franziskanerordens“

1260 leitete Bonaventura erstmals das Generalkapitel der Franziskaner, das in diesem Jahr im französischen Narbonne stattfand. Es ratifizierte den Entwurf seiner Statuten für das Leben der Brüder. Das Generalkapitel in Narbonne erteilte ihm 1260 den Auftrag, eine neue Lebensbeschreibung des Franziskus von Assisi zu verfassen, und das Generalkapitel in Paris erklärte 1266 seine Arbeit für die allein authentische Franziskusbiographie. Es fanden zwei Fassungen der Legenda Sancti Francisci Verbreitung. Verbindlich war die umfangreichere Legenda maior, volkstümlicher war die kürzere Legenda minor. Insbesondere mit diesen Leistungen steuerte Bonaventura die Franziskaner auf einen gemäßigten und dauerhaften Kurs, der ihm den Ruf des „zweiten Gründers des Ordens“ einbrachte. Er versöhnte die Anhänger strengster Armut (spirituales) mit den Vertretern einer bequemeren Lebensauffassung (conventuales).

Pastoralreisen und Lehrtätigkeit

In den neun Jahren von 1257 bis 1266 begab sich Bonaventura auf Pastoralreisen durch Frankreich und Italien, nach franziskanischer Art zu Fuß. Schließlich kehrte er nach Paris zurück, wo seine Brüder von konservativen Theologen und radikalen Philosophen angegriffen wurden. Er veröffentlichte erneut eine Serie von Publikationen, vor allem über moralische Themen: Über die Zehn Gebote (Collationes de decem praeceptis), 1267, Über die sieben Gaben des Heiligen Geistes (Collationes de septem donis Spiritus sancti), 1268, eine Verteidigung der Minderbrüder (Apologia pauperum), 1269. Zwischen Ostern und Pfingsten 1273 trug er in Paris eine unvollendete Reihe von Gesprächen über das Sechstagewerk (Collationes in Hexaemeron) vor, die nur durch Hörermitschriften erhalten sind.

Aufbahrung des Hl. Bonaventura im Beisein des Papstes Gregor X. und des Königs Jaime I. von Aragón von Francisco de Zurbarán

Kardinalsernennung, Konzilsteilnahme und Tod

In seinen letzten Lebensjahren war er zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Christenheit geworden. In der dreijährigen Sedisvakanz im Papstamt von 1268 bis 1271, hielt Bonaventura in Viterbo eine bedeutsame Predigt und vermittelte wahrscheinlich bei der Einberufung des Konklaves. Er galt als aussichtsreicher Kandidat, soll aber selbst Teobaldi Visconti als Papst vorgeschlagen haben. Nach dessen Wahl zum Papst Gregor X. ernannte dieser Bonaventura zum Kardinalbischof von Albano am 28. Mai 1273, als er über die Wiedervereinigung der orthodoxen und römischen Kirche predigte. Der Papst übertrug ihm zugleich die Vorbereitung und Leitung der Geschäfte des 2. Konzils von Lyon, das die Unionsverhandlungen mit der griechischen Kirche endgültig zum Erfolg führen sollte.

Am 20. Mai 1274 wählten die Franziskaner zum Generalminister als Nachfolger Bonaventuras Girolamo Masci d'Ascoli, den späteren Papst Nikolaus IV. Das Ziel der kirchlichen Wiedervereinigung schien auf dem 2. Konzil von Lyon schon fast erreicht, als Bonaventura während des Konzils nach kurzer und schwerer Krankheit mit 53 oder 57 Jahren am 15. Juli 1274 im Ruf der Heiligkeit verstarb. Als Todesursache nennt Bonaventuras Sekretär Peregrinus von Bologna in seiner 1905 wiederentdeckten Chronik Vergiftung. An der feierlichen Beerdigung am folgenden Tag nahmen der Papst, der König von Aragon, die Kardinäle und weitere Konzilsmitglieder teil. Das Traueramt hielt der Dominikaner Pietro von Tarantasia, der spätere Papst Innozenz V.

Philosophie

Bonaventura steht in der platonisch-augustinischen Tradition und kritisiert eine von vielen Dominikanern verfolgte Methode, die sich am Wissenschaftsverständnis, der Methode, den Begriffen und einigen Thesen des Aristoteles orientiert. Diese Herangehensweise ist für Bonaventura unzureichend. Aristoteles erkenne zwar durchaus Anteile der Wahrheit. Deren Vollgestalt lasse sich jedoch nur durch die Erkenntnis des göttlichen Logos erschließen. Da sich diese weitere Erkenntnis in biblischer und kirchlicher Überlieferung manifestiere, sollten diese Erkenntnisquellen leitend sein. Gott könne zwar philosophisch erkannt werden, seine lebendige Gegenwart habe Christus jedoch nur in und durch die Kirche, die als Versammlung der Vernünftigen den Geist erleuchte und die Tugend festige. Die Tugend verwirkliche sich in der Beachtung des göttlichen Gebots, im Lieben des göttlichen Friedens und im Übereinstimmen im göttlichen Lob.

Über Gott und die Welt

Wer seine Hoffnung auf Gott setzt ist selig, wer dagegen sein Heil in der Welt sucht ist eitel. Gott steht selbst in seiner Seligkeit und vermag deshalb dem Hoffenden durch die Teilhabe an seiner Seligkeit Halt zu geben. Er schenkt durch die Teilhabe an seiner Fülle Erfüllung. Er gibt Ruhe und Frieden. Gott ist in ewigem Genuss seiner selbst selig und kann deshalb auch dem Menschen den Genuss seiner Seligkeit gewähren.

Die Welt ruht nicht in sich selbst und kann keinem Halt geben. Weil die Welt nur ein Schatten des Ewigen ist, kann sie den Menschen, der für das Ewige geschaffen ist, niemals wirklich erfüllen. Sie vermag auch weder Ruhe noch Frieden zu verschaffen. Wer versucht, die Welt zu genießen, wird Schaden erleiden. Die Welt spiegelt Erhabenheit, Erfüllung und Weisheit vor, in Wahrheit erweckt sie dadurch aber Hochmut, Habgier und Neugier. Der Mensch wird dadurch innerlich eitel und geistig unfruchtbar. Die Neugier verführt ihn zu einer schwatzhaften „Weltweisheit“, die unstet und ziellos umherirrt. Durch seinen Hochmut verkennt der Mensch die eigene Unzulänglichkeit und schließt sich selbst von der Gottesschau aus. Vor Gott ist dies eine Torheit, die nicht zum Heil führt. Christus ist der einzige wahre Lehrer, ohne ihn gelangt niemand zu der zum Heil führenden Gotteserkenntnis.

Die trinitarische Struktur Gottes

Gott ist das Gute selbst (ipsum bonum) und das Sein selbst (ipsum esse). Da Gott reines Sein ist, ist sein Nichtsein undenkbar. Da er das Gute selbst ist, kann über Gott hinaus nichts Größeres gedacht werden. Das Gute teilt sich selbst mit (diffusivum sui). Da dies innerlich, substantiell und persönlich erfolgen muß, findet eine innerliche Differenzierung statt: Das höchste Gut teile sich als Vater ewig im Zeugen des Sohnes und Hauchen des Geistes mit.

Der göttliche Logos

Das Viele geht aus dem Einen hervor. Alles ist durch den göttlichen Logos erschaffen. Dieser ist das geistige Abbild des sich selbst erkennenden göttlichen Vaters und als Abbild des Einen zugleich Vieles. Der göttliche Logos enthält die exemplarischen Ideen aller Dinge (rationes aeternae) in sich. Nach diesen wurde die Welt geschaffen. Die geschaffene Welt konnte deshalb bis zum Sündenfall vom Menschen wie ein Buch gelesen werden, in dem sich der Schöpfer spiegelt. In den geschaffenen Dingen (Abbilder der Ideen) nahm der Mensch den Schöpfer wahr und wurde so zur Verehrung und Liebe Gottes geführt. Nach dem Sündenfall verstand der Mensch die Sprache dieses Buches nicht mehr. Aber die Heilige Schrift hilft dem Menschen wieder dabei, die Bild- und Gleichnishaftigkeit der Schöpfung zu verstehen und so zur Liebe und Erkenntnis Gottes zu gelangen.

Das Licht als substantielle Form

Alle geschaffenen Dinge sind aus Materie und Form zusammengesetzt. Die substantielle Form der körperlichen Dinge ist das Licht. Es wurde von Gott am ersten Tag vor allen anderen Dingen geschaffen. An ihm haben deshalb alle Dinge in unterschiedlicher Weise teil.

Die Seele

Die individuelle Seele ist eine unsterbliche geistige Substanz und zugleich die Form des organischen Körpers. Die Seele ist auf Gott ausgerichtet. Um zu Gott aufsteigen zu können muß die Seele in sich selbst Einkehr halten. In ihrer eigenen Struktur von Gedächtnis, Verstand und Wille erkennt die Seele die trinitarische Struktur Gottes und sich selbst als Gottes Ebenbild.

Erkenntnisweg

Es ist die Aufgabe des Weisen, den zur Seligkeit führenden Erkenntnisweg zu lehren. Dazu muss man das ewige Himmlische lieben und das nur gegenwärtige, nur vergängliche Irdische verachten.

Die Erkenntnis als Abstraktion der sinnlichen Wahrnehmung ist unzureichend. Wahre Erkenntnis kommt nur in der Erleuchtung zustande. Diese erfolgt durch den göttlichen Logos. Er ist im menschlichen Geist als unerkennbares Licht gegenwärtig. In ihm sind die Ideen als exemplarische Formen alles Geschaffenen immanent. Zwar können diese durch den menschlichen Geist nicht direkt erkannt werden, aber der Logos ermöglicht dem Menschen in der Erleuchtung die wahre Erkenntnis.

In vier geistlichen Übungen soll die Seele die Liebe Gottes und die Liebe zu Gott erfassen:

  1. Zuerst soll die Seele das Licht der Kontemplation nach innen lenken. Dadurch soll sie Einsicht in die eigene Naturhaftigkeit, Versündigung und Begnadung erlangen.
  2. Dann soll die Seele das Licht der Kontemplation nach außen leuchten lassen. Dadurch erkennt sie, wie fragwürdig Reichtum, weltliche Erhabenheit und irdirsche Größe sind.
  3. Weiter soll sie das Licht der Kontemplation auf das Niedere richten. Dadurch gewinnt sie die Einsicht in die Todesnot, das göttliche Strafgericht und die Höllenpein.
  4. Schließlich soll die Seele das kontemplative Licht auf das Höchste ausrichten, um so die Freuden des Himmels zu schauen.

Das Ziel der Seele ist es, das erste, ganz und gar vergeistigte Prinzip zu erreichen. Der Weg führt sie von der Welt und den Menschen als dem Exemplarischen zu Gott als dem Urgrund. In der mystischen Entrückung der Seele kommt die Verstandestätigkeit zur Ruhe. Das Gemüt geht ganz in Gott auf und findet in der ekstatischen Vereinigung mit Gott Frieden. Dieser Weg kann aber nicht nachvollzogen werden, er muß selbst gegangen und erlebt werden.

Wirkung

Acht Jahre nach seinem Tod erschien der erste Katalog seiner Werke von Salimbene de Adam (1282). Weitere Kataloge folgten von Heinrich von Gent (1293), Ubertino da Casale (1305), Tolomeo da Lucca (1327) und in der Chronica XXIV generalium ministrorum (zwischen 1365 und 1368). Im 15. Jahrhundert gab es nicht weniger als 50 Ausgaben seiner Werke. Besonders berühmt war die Römische Ausgabe in sieben Bänden, die von 1588-96 im Auftrag von Sixtus V. angefertigt wurde. Sie wurde mit leichten Verbesserungen in Metz 1609 und Lyon 1678 neu gedruckt. Eine vierte Ausgabe in 13 Bänden erschien 1751 in Venedig und wurde 1864 in Paris neu gedruckt. All diese Ausgaben enthielten Werke, die später aussortiert und durch andere ergänzt wurden. Die neuere Forschung orientiert sich weitgehend an der Quaracchi-Edition in zehn Bänden von 1882-1902.

Alexander von Alexandria († 1314) schrieb eine "Summa quaestionum S. Bonaventura". Weitere bekannte Kommentare sind von Johannes von Erfurt († 1317), Verilongus († 1464), Brulifer († 1497), de Combes († 1570), Trigosus († 1616), Coriolano († 1625), Zamora († 1649), Bontemps († 1672), Hauzeur († 1676), Bonelli († 1773) und anderen. Sixtus V. richtete in Rom einen Bonaventura-Lehrstuhl ein. Bekannt sind auch die Lehrstühle in Ingolstadt, Salzburg, Valenzia, und Osuna.

Seine Schriften beeinflussten die Konzilien von Wien (1311), Konstanz (1417), Basel (1435), Florenz (1438), Trient (1546) sowie das Erste Vatikanische Konzil (1870) und das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965).

In Dantes Göttlicher Komödie tritt Bonaventura im vierten Himmel, dem Sonnenhimmel, auf. In hübscher Vertauschung erzählt der Franziskaner dort die Lebensgeschichte des heiligen Dominik, während der Dominikaner Thomas von Aquin die Lebensgeschichte des heiligen Franziskus erzählt.

Werke

Werkausgaben:

  • Doctoris Seraphici S. B. Opera omnia, 10 Bde., hg. in Quaracchi 1882-1902, Online: [19], [20]
  • Opera theologica selecta, 4 Bde., 1934-1949
  • Mystisch-ascetische Schriften, hg. und Übers. Siegfried Johannes Hamburger 1923.

Literatur

  • Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI.): Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura. München: Schnell & Steiner, 1959; Neuaufl. Sankt-Ottilien: Eos Verlag, 1992
  • Gilson, Étienne: Die Philosophie des hl. Bonaventura, 2. Aufl. Darmstadt: WBG 1960
  • Hemmerle, Klaus: Theologie als Nachfolge. Bonaventura, ein Weg für heute. Freiburg im Breisgau: Herder, 1975, ISBN 3-451-17183-X
  • Hermann Schalück: Armut und Heil. Eine Untersuchung über den Armutsgedanken in der Theologie Bonaventuras, 1971, ISBN 3506794140
  • Vanni Rovighi, Sofia: San Bonaventura. Milano: Vita e Pensiero 1974 (= Filosofia e scienze umane, 2)
  • Bougerol, Jacques Guy: Saint Bonaventure. Études sur les sources de sa pensée. Northampton: Variorum Reprints, 1989 (= Collected studies series, 306)
  • Bonaventura. Studien zu seiner Wirkungsgeschichte. Referate des Bonaventura-Kongresses vom 10.-12. September 1974 in Münster/Westfalen. Werl: Dietrich-Coelde 1976
  • S. Bonaventura 1274-1974. Volumen commemorativum anni septies centenarii a morte S. Bonaventurae Doctoris Seraphici, cura et studio Commissionis Internationalis Bonaventurianae, Praeses J. G. Bougerol, vol. II: Studia de vita, mente, fontibus et operibus S. Bonaventurae, Grottaferrata 1973
  • S. Bonaventura francescano. Convegno del Centro di Studi sulla spiritualità medievale, 14-17 ottobre 1973, Rimini / Maggioli / Todi: Accademia Tudertina, 1974 (= Convengi del Centro di Studi sulla spiritualità medievale, 14)
  • San Bonaventura maestro di vita francescana e di sapienza cristiana. Atti del Congresso internazionale per il VII centenario di San Bonaventura di Bagnoreggio, Roma, 19-26 settembre 1974. Roma: Pontificia Facoltà teologica «San Bonaventura», 1976
  • Dieter Hattrup: Ekstatik der Geschichte. Die Entwicklung der christologischen Erkenntnistheorie Bonaventuras. Paderborn: Schöningh, 1993. – 341 S., ISBN 3-506-76273-7
  • Dieter Hattrup: Bonaventura zwischen Mystik und Mystifikation. Wer ist der Autor von De Reductione? In: ThGl 87 (1997) 541 - 562
  • Gaß, F. Nitzsch: Bonaventura, Johannes Fidanza. In: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche (RE). 3. Auflage. Band 3, Hinrichs, Leipzig 1897, S. 282–287.

Weblinks

Werke
Sekundärliteratur

Fußnoten




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