Bremen-Nord

Bremen-Nord
Bremen-Nord: Blumenthal, Vegesack und Teile von Burglesum
Zum Vergleich: Der Bremer Stadtbezirk Nord

Bremen-Nord ist die Bezeichnung für das Bremer Stadtgebiet nördlich des Flusses Lesum entlang der Weser. Dabei handelt es sich um eine geographische Gebietsbezeichnung.

Bremen-Nord ist auch der politische Bremer Stadtbezirk Nord (siehe Liste der Verwaltungseinheiten in Bremen). Die südlich der Lesum gelegenen, zum Stadtteil Burglesum gehörigen Ortsteile Burg-Grambke und Werderland zählen zum Stadtbezirk Bremen–Nord.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Bremen-Nord umfasst die bremischen Ortsämter Burglesum (nur nördlich der Lesum gelegene Ortsteile St. Magnus, Lesum und Burgdamm), Vegesack und Blumenthal. Die umliegenden Ortsteile der niedersächsischen Gemeinden Lemwerder, Ritterhude (insbesondere Ihlpohl, Platjenwerbe und Ritterhude) und Schwanewede (insbesondere Neuenkirchen, Schwanewede, Beckedorf und Leuchtenburg) sind mit Bremen-Nord eng verflochten. Da die Siedlungsfläche dieser Ortschaften praktisch in die von Bremen-Nord übergeht, kann von einem Ballungsraum mit Vegesack als Zentrum innerhalb der Metropolregion Bremen/Oldenburg gesprochen werden.

Geschichte

Der Begriff Bremen-Nord entstand erst nach 1939 mit der Einverleibung der bis dahin selbstständigen bremischen Stadt Vegesack und der preußischen Stadt Blumenthal sowie den Gemeinden Lesum, Grohn, Schönebeck, Aumund und Farge-Rekum in die Stadt Bremen.

Bereits im Mittelalter behandelte die Stadt Bremen die Region beiderseits der Unterweser als Interessengebiet. Neben der Versandung der Weser bedrohten die Anrainer den für Bremen wichtigen Schiffsverkehr auf der Weser. Daher war es Ziel des Bremer Rates, sein Einflussgebiet möglichst weit in Richtung Wesermündung auszudehnen, was am linken Weser-Ufer (Stedingen) misslang.

Am rechten Weserufer verlief die Politik erfolgreicher: 1436 kaufte die Stadt Bremen die im heutigen Stadtteil Blumenthal gelegene Wasserburg Blomendal. 1469 wurde das Gebiet nochmals um das Gericht Neuenkirchen in nördliche Richtung erweitert. Der Amtsbereich reichte damit von der Lesummündung (heute Vegesack) bis nach Neuenkirchen am Ende des Geestrückens der Bremer Schweiz.

Im Laufe der Jahre wechselte die Herrschaft im heutigen Bremen-Nord mehrfach. 1653 eroberte Schweden Blumenthal, Vegesack und Neuenkirchen. 1707 eroberte Dänemark das Herzogtum Bremen, so dass Vegesack und Blumenthal 1712 dänisch wurden. 1715 kaufte Kurhannover das Herzogtum Bremen von Dänemark ab. Während Vegesack 1803 wieder bremisch wurde, annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover und dessen Gebiete.

Bremen-Nord gehört heute politisch zu Bremen, trotzdem hat sich bei der ansässigen Bevölkerung durch die eigene Geschichte und die Entfernung zum Bremer Zentrum das Gefühl für eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt. Bei Fahrten in das Bremer Stadtzentrum heißt es immer noch "wir fahren nach Bremen" (oder auch: "wir fahren nach Bremen rauf", da der Weg in das Stadtzentrum entlang der Weser flussaufwärts führt). Diese Grenze macht sich auch bei Tarifgestaltung des öffentlichen Nahverkehrs bemerkbar. Der Bahnhof Bremen-Oslebshausen bildet eine Tarifgrenze, wodurch im Vergleich zu den restlichen Bremer Stadtteilen Bahnfahrten zur oder aus der Innenstadt teuer sind. Ausgenommen sind ab Sommer 2011 Schüler-Zeitkarten, wofür die Stadt bis 2013 zusätzlich 300.000 Euro aufwendet.[1]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bus- und Bahnfahren wird teurer. weser-kurier.de, 23. September 2011, abgerufen am 30. April 2011.
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