Bukavu


Bukavu
Bukavu
Bukavu (Demokratische Republik Kongo)
Bukavu
Bukavu
Basisdaten
Staat Demokratische Republik Kongo
Provinz Sud-Kivu
Einwohner 225.431 (1. Januar 2005)
ISO 3166-2 CD-SK
-2.516666666666728.85

Bukavu (bis 1966 Costermansville bzw. Costermansstad) ist eine Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo am südwestlichen Ufer des Kivusees.

Es ist zugleich die Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu und hat 225.431 Einwohner (Stand 1. Januar 2005), wobei in den umliegenden Vororten ungefähr noch einmal so viele Menschen leben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bukavu wurde 1901 gegründet und zu Ehren des amtierenden belgischen General-Gouverneurs Paul-Marie Costermans Costermansville benannt. Zu Kolonialzeiten war Bukavu ein beliebter Aufenthaltsort von europäischen Diplomaten. Teilweise wurde Bukavu als Riviera am Kongo bezeichnet[1].

1967 war Bukavu die Hauptstadt der von Söldnern gegründeten Söldnerrepublik Kongo[2]. Die Stadt wurde durch die Kämpfe von Söldnern und Einheiten Mobutu Sese Seko fast vollständig zerstört. Rund 1020 Zivilisten sollen bei den Kämpfen gestorben sein[3].

Im Jahr 2004 war die Stadt Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Milizen, bei denen es zu Vergewaltigungen und Massakern kam. Die Befehlshaber der Milizen, Colonel Jules Mutebutsi und General Laurent Nkunda werden seitdem von der UNO als Kriegsverbrecher gesucht.[4]

2008 erhielt Denis Mukwege, Mitbegründer und Betreiber des Krankenhauses von Panzi den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen.

Wirtschaft

Es gibt in Bukavu eine Arzneimittelfabrik der Firma Pharmakina von Etienne Erny und Horst Gebbers, die Medikamente gegen Malaria (Chinin) und Aids (das Generikum Afri-vir) herstellt; im Jahr 2005 beschäftigte sie 740 feste und rund 1000 freie Mitarbeiter. Pharmakina ist damit der größte Arbeitgeber der Stadt.[5] Außerdem zählt die "Bralima", eine ortsansässige Brauerei, zu den größten Arbeitgebern der Stadt[6]; hier wird u. a. das bekannte Bier Primus gebraut.

Transport

Bukavu war ein wichtiger Verkehrsknoten und diente als Zugang zum östlichen Kongo. Jedoch als Folge der Kriege ist das Straßennetz heruntergekommen. Die Hauptstraßen nach Goma, Kisangani und zu anderen Städten sind immer noch kaum wieder hergestellt worden. Die mangelnde Transport-Infrastruktur hat eine verhehrende Auswirkung auf die Entwicklung der Region.[7] Ähnlich Goma könnte die Nähe zum asphaltierten Straßennetz von Ostafrika und des funktionierenden östlichen Teils des Lagos-Mombasa-Highway eine schnellere Erholung erlauben als bei anderen kongolesischen Städten. Bukavus Nähe zu den Häfen von Bujumbura und Uvira (Kalundu) über den Tanganjikasee könnte einen zusätzlichen Vorteil durch dessen Zugang zu den Bahnhöfen von Kigoma (Bahnverbindung nach Dar es Salaam) und Kalemie (Bahnverbindung zur Provinz Katanga) bringen.

Bukavu verfügt über zahlreiche Anlegestellen, und Transport per Boot/Schiff ist auf der kongolesischen Seite des Sees weit verbreitet mangels eines gut unterhaltenen Straßennetzes.

Der Flughafen von Kavumu (ICAO code:FZMA, IATA code: BKY) ca. 30 km nördlich gelegen dient als lokaler Flughafen für Bukavu. Seit kurzem ist der Flughafen auf einer durchgängig asphaltierten Straße zu erreichen.

Quellen

  1. [hhttp://www.jstor.org/pss/2935406 Looking for Mercenaries erschienen in der Zeitschrift Transition in der Ausgabe 75/65 von 1967.]
  2. Wo, bitte, geht’s zum nächsten Krieg? Portrait über Randolph Braumann von Jürgen Sieber in Der Tagesspiegel vom 10. Februar 2008 (Braumann berichtet dort, dass er die Regierungserklärung der Söldnerrepublik verfasst hat.)
  3. Bericht der Universität Hamburg über den Söldnerführer Jean Schramme und die Besetzung Bukavus
  4. www.tagesschau.de 25. Juli 2006: "Deutsche Kongo-Mine als Stützpunkt für Waffenschieber?" (nicht mehr online verfügbar)
  5. Die Zeit Nr.29 2005: "Kongos kleines Wirtschaftswunder"
  6. Frankfurter Allgemeine vom 21. Juli 2005: "Zwei Pillen für Kongo"
  7. Ulimwengu, J., Funes, J., Headey, D. and You, L. 2009. Paving the way for development? The impact of transport infrastructure on agricultural production and poverty reduction in the Democratic Republic of Congo, IFPRI Discussion Paper 00944, International Food Policy Research Institute (IFPRI), Washington DC, USA. 48 pp.

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