Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr


Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr
Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr
— IT-AmtBw —
Wappen des IT-AmtBw
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde(n) Bundesministerium der Verteidigung
Gründung 1. Juli 2002 [1]
Hauptsitz Koblenz
Behördenleitung Wolfgang Stolp
Anzahl der Bediensteten ca. 1000 [1]
Website www.it-amtbw.de

Das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw) ist eine Bundesoberbehörde im Rüstungsbereich der Bundeswehrverwaltung mit Hauptsitz in Koblenz.

Aufgabe des IT-AmtBw ist es, die Projekte zur Ausstattung und Ausrüstung der Streitkräfte und der Wehrverwaltung mit aufgabengerechten, modernen und wirtschaftlichen IT-Verfahren und IT-Systemen zu realisieren. Das Bundesamt ist damit zentraler Dienstleister für die Streitkräfte und die Bundeswehrverwaltung. Dies umfasst die Konzeption, die Analyse, die Projektierung und die Einführung sowie das Nutzungsmanagement. Das IT-AmtBw schafft so die Rahmenbedingungen für ein zeitgemäßes Informationsmanagement in der Bundeswehr.

Das IT-AmtBw ist eine Ausgründung aus dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (kurz: BWB) sowie einigen militärischen Ämtern. Sein Hauptsitz befindet sich im Stadtteil Rauental in Koblenz, wo es sich in der Liegenschaft Rauental des BWB, in Gebäuden, die früher dem BWB gehört hatten, angesiedelt hat. Ebenso wie das BWB unterliegt es eigentlich der verfassungsrechtlichen Trennung gemäß Artikel 87a und 87b GG, wonach sich die deutsche Bundeswehr in Streitkräfte und zivile Wehrverwaltung aufteilt. Im Gegensatz zur gängigen Praxis in vielen anderen Ländern und auch der Geschichte der deutschen Streitkräfte sollte es daher eine strikte Trennung zwischen den Soldaten in der Truppe und den zivilen Mitarbeitern der Wehrverwaltung, einschließlich des Rüstungsbereiches geben. Dieser verfassungsrechtliche Imperativ wird in der täglichen Verwaltungspraxis aber nicht mehr angewendet: denn in der Abteilung Modernisierung (M) des BMVg, der Hauptabteilung Rüstung, im BWB und dem IT-AmtBw arbeiten Soldaten gleichberechtigt neben Beamten und Angestellten. Eine entsprechende Billigung des Parlaments zur Aussetzung der verfassungsrechtlichen Trennung zwischen Truppe und Wehrverwaltung liegt nicht vor.

Das IT-AmtBw untersteht in fachlicher, organisatorischer und personeller Hinsicht der Abteilung Modernisierung (M) des BMVg. Die Aufgabenbereiche der Abteilung M sind die Beteiligungsführung der Gesellschaften mit Bundesbeteiligung, Modernisierung, Prozessorientierung der Bundeswehr im Rahmen von SASPF (Standard-Anwendungs-Software-Produktfamilien) und Informationstechnik (IT).

Inhaltsverzeichnis

Struktur IT-AmtBw

Die Struktur des IT-AmtBw orientiert sich an seinem komplexen und anspruchsvollen Aufgabenspektrum. Sie ist konsequent darauf ausgerichtet, die Verfahrenbestimmungen für die Bedarfsermittlung und Bedarfsdeckung in der Bundeswehr, dem Customer Product Management (CPM), effektiv umzusetzen. Die querschnittlichen Aufgaben Konzeption, Vertrag, Finanzen und Wirtschaftlichkeit werden so eng mit den Aufgaben der Projektierung, der Einführung und des Nutzungsmanagements verzahnt.

Organigramm IT-AmtBw

Das IT-AmtBw wird von einem Präsidenten geleitet, ein Vizepräsident vertritt ihn. Derzeitiger Präsident ist Wolfgang Stolp, Vizepräsident ist derzeit Brigadegeneral Klaus Veit. Die Leitung des IT-AmtBw wird unmittelbar durch den Leitungsstab/Controlling sowie die Zentrale Unterstützung bei der Wahrnehmung administrativer Aufgaben unterstützt. Die Konzeptionsaufgaben obliegen der Abteilung A. Die Aufgabenbereiche Realisierung der Projekte und Nutzungsverantwortung werden in den Abteilungen C, D und der im Jahr 2007 neu eingerichteten Abteilung F bearbeitet. Weiterhin wurde 2007 die Realisierungsorganisation SASPF eingerichtet. Die Aufgaben der Vertragsgestaltung, des Haushalts und der Wirtschaftlichkeit nimmt die Abteilung B wahr.

Dem IT-AmtBw nachgeordnet ist das Zentrum für Informationstechnik der Bundeswehr (IT-ZentrumBw). Die Fachgruppen des IT-ZentrumBw nehmen insbesondere Aufgaben der IT-Sicherheit, der Systemintegration, der Projektunterstützung sowie der konkreten IT-Unterstützung für den Einsatz wahr. Zusätzlich ist der Stab Feldversuch Führungsinformationssystem (FüInfoSys) Heer als temporäres Organisationselement des IT-ZentrumBw eingerichtet. Er ist zuständig für die Koordinierung und Steuerung der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Feldversuchen und Einsatzprüfungen für das FüInfoSys Heer.

Die Abteilungen

Am 1. April 2010 nahm das IT-AmtBw eine neue Struktur an. Z.B. wurde das Nutzungsmanagement intensiviert und dazu Personal und Aufgaben aus dem Logistikamt der Bundeswehr übernommen. Gleichzeitig wurden die Abteilungen C und D zusammengelegt. Die bisherige Abteilung F wurde thematisch in die Abteilung H für die Bearbeitung des Projektes Herkules und eine Abteilung für die Bearbeitung des Projektes SASPF getrennt.

Abteilung A

Komponenten des IT-Systems der Bundeswehr

Die Abteilung A bildet den konzeptionellen Kern des IT-AmtBw und ist insbesondere für die Ausgestaltung des IT-Systems der Bundeswehr, in dem alle IT-Anteile im Gesamtsystem dargestellt sind, verantwortlich. Dies umfasst Aufgaben des Informationsmanagements und der Interoperabilität ebenso wie die Festlegung von IT-Standards und Sicherheitsarchitekturen. Ziel ist es, durch den Verbund Aufklärung - Führung - Wirkung ein System zur Vernetzten Operationsführung zu schaffen.

Abteilung B

Die Abteilung B realisiert die vertragliche Umsetzung der Projekte des IT-AmtBw. Sie sichert die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung und führt die Planung, Bewirtschaftung und Abrechnung der Haushaltsmittel durch.

Abteilung C

Die Abteilung C ist für die Projektrealisierung und Nutzungssteuerung für die nicht HERKULES-relevanten Anteile der Kommunikationsplattform Einsatz verantwortlich. Hierzu gehören u. a. Funkkommunikationssysteme, Data Link Systeme, Satellitenkommunikationssysteme und verlegefähige Netze. Ausgenommen davon sind die im Rahmen des HERKULES-Vertrages durch die BWI-Gesellschaften zu erbringenden Leistungen der Modernisierung und des Betriebes der administrativen Informationstechnik und der Kommunikationsnetze der Bundeswehr im Inland. Dazu gehören unter anderem feste Netze, der Betrieb der Rechenzentren sowie die Bereitstellung von IT-Diensten.

Seit dem 1. April 2010 wurde die ehemalige Abteilung D integriert, die die Forderungen zur Führungsunterstützung umsetzt, Informationssysteme zur Führungsunterstützung realisiert und diese mit dem Ziel bereitstellt, einen Verbund zwischen Sensoren, Aufklärungs- und Auswertesystemen, Waffensystemen und Systemen der Einsatzunterstützung zu schaffen.

Sonderorganisation "Grundbetrieb IT-SystemBw" (HERKULES)

Die Organisationseinheit bearbeitet das auftraggeberseitige Projektmanagement und -controlling HERKULES.

Abteilung G

Die Aufgabe "Informationssysteme Unterstützung" der Abteilung G umfasst die Steuerung der Softwarepflege und -änderung der bestehenden Fachinformationssysteme der Bundeswehr ("Systeme in Nutzung" (SinN)) sowie die Nutzungsleitung und das Produktmanagement für die aus der Realisierung von SASPF (Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien) übernommenen Anteile.

Realisierungsorganisation SASPF

Die Realisierungsorganisation SASPF - ein temporäres Organisationselement - ist verantwortlich für die Realisierung von SASPF in der Bundeswehr. Mit Einführung von SASPF für administrative und logistische Aufgaben werden die bisherigen Systeme in Nutzung soweit wie möglich durch eine organisationsbereichsübergreifende SAP R/3-basierte Lösung schrittweise abgelöst.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b BUND.de - Behördenverzeichnis. Abgerufen am 16. August 2011.



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