Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung


Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
— BWB —
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Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Obere Bundesbehörde
Aufsichtsbehörde(n) Bundesministerium der Verteidigung
Hauptsitz Koblenz, Rheinland-Pfalz
Behördenleitung Harald Stein
Anzahl der Bediensteten 10.800
Website www.bwb.org
Ehem. preußisches (Bezirks-) Regierungsgebäude in den Rheinanlagen in Koblenz, heute Sitz der Leitung des BWB

Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) ist eine Bundesoberbehörde der Bundeswehrverwaltung mit Sitz in Koblenz. Es ist der Hauptabteilung Rüstung im Bundesministerium der Verteidigung unterstellt. Aus einem Teil dieses Amtes ist das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw) hervorgegangen.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben

Aufgabe des BWB ist die Deckung des unmittelbaren und mittelbaren Bedarfs der Streitkräfte. Hierzu gehören Entwicklung, Erprobung und der Einkauf von Wehrmaterial aller Art, die Änderung des Wehrmaterials, die wehrtechnische Normierung und die Durchführung der Gütesicherung und -prüfung. Mit einem Beschaffungsvolumen von jährlich rund 3,7 Milliarden Euro ist das BWB die größte Beschaffungsbehörde in Deutschland.

Die dem BWB vorstehende Hauptabteilung Rüstung des Bundesverteidigungsministeriums befasst sich im Wesentlichen mit Rüstungsplanung, Internationale Rüstungskooperation, Rüstungswirtschaftliche Angelegenheiten, Wehrtechnische Forschung, Fachaufsicht über Rüstungsprojekte und Controlling.

Verfassungsrechtliche Grundlage

Das BWB ist Teil der Wehrverwaltung des Bundes gemäß Art. 87b Grundgesetz und damit nicht Teil der Streitkräfte gemäß Art. 87a GG. Die Wehrverwaltung des Bundes und die Streitkräfte bilden die Bundeswehr. Im Gegensatz zur gängigen Praxis in vielen anderen Staaten und der Geschichte der deutschen Streitkräfte beabsichtigt dies eine strikte organisatorische Trennung zwischen den Soldaten der Truppe und den zivilen Mitarbeitern der Wehrverwaltung, einschließlich des Rüstungsbereiches.

Dienstort

Das BWB ist untergebracht im Gebäude der ehemaligen preußischen (Bezirks-)Regierung dem Bundesbehördenhaus am Rheinufer, im Koblenzer Hof, sowie in einer großen Liegenschaft im Koblenzer Stadtteil Rauental.

Dienststellen

Dem BWB unterstehen sieben Wehrtechnische Dienststellen (WTD) der Bundeswehr:

Zusätzlich sind ihm zwei wehrwissenschaftliche Dienststellen, das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz in Munster und das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe in Erding), das Marinearsenal mit Betrieben in Wilhelmshaven und Kiel sowie Güteprüfstellen in Berlin, Bremen, Donauwörth, Dresden, Düsseldorf, Emden, Freiburg, Freisen, Hamburg, Heidelberg, Immenstaad, Kassel, Kiel, Koblenz, Köln, London, Lübeck, Maintal, Manching, München, Nürnberg, Oberndorf, Ottobrunn, Ulm, Unterlüß, Unterschleißheim und u.a. der Projektbereich für Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES) der Marine (S6, früher S09, IT III 5, FE VI 6) als Außenstelle des BWB in Wilhelmshaven zugeordnet.

Über die Deutsche Verbindungsstelle des Rüstungsbereiches für die USA und Kanada in Reston, werden gemeinsame Projekte betreut und bearbeitet. Des Weiteren ist ihm die Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz zugeordnet.

Kritik

Im August 2010 bezeichnete Hans Heinrich Driftmann die Bundeswehr als „Sanierungsfall“. Driftmann ist Vize- Vorsitzender der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr sowie DIHK-Präsident; er machte vor seinem Wechsel in die Wirtschaft bei der Bundeswehr und im Verteidigungsministerium Karriere.

Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (8500 Mitarbeiter) sei wesentlich größer als die Einkaufsabteilungen in deutschen Großunternehmen. Diese wickelten vergleichbare Volumen mit gerade mal zehn Prozent des Personals ab. Driftmann sah die Probleme aber nicht nur beim BWB: Das Verteidigungsministerium könne man leicht halbieren; die Führungsstäbe der Teilstreitkräfte gehörten nicht ins Ministerium.[1]

Im September 2010 kritisierte der ranghöchste Soldat der Bundeswehr Volker Wieker den gesamten Beschaffungsprozess scharf. In seinem „Bericht des Generalinspekteurs der Bundeswehr zum Prüfauftrag aus der Kabinettsklausur“ bemängelt Wieker: "Zersplitterte Zuständigkeiten, bestehende Verfahren und Prozesse, Einflussnahme von außen und unzureichende Finanzausstattung schränken den Handlungsspielraum der Streitkräfte seit geraumer Zeit ein." Alle großen Rüstungsprojekte der Bundeswehr, so Wieker,

  • "fallen aus dem Kostenrahmen",
  • "fallen aus dem Zeitrahmen" und
  • brächten "nicht einmal das geforderte Fähigkeitsspektrum".

Milliarden Steuergelder werden also für Projekte ausgegeben, die nicht schnell genug geliefert werden, den Anforderungen für den Einsatz nicht entsprechen und deutlich mehr kosten als geplant. Wieker: "Hierfür tragen Bundeswehr und Auftragnehmer in der Wirtschaft gleichermaßen Verantwortung".[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. focus.de 29. August 2010: [1]
  2. Die Zeit Nr. 37 vom 2. September 2010: Generalinspekteur beklagt Verschwendung bei Bundeswehr

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