Bundesverband Landschaftsschutz

Bundesverband Landschaftsschutz

Der Bundesverband Landschaftsschutz e.V. (BLS) wurde nach eigenen Angaben 1995 von 'Bewohnern der ost- und nordfriesischen Küste' gegründet.[1] Seine einzige Aufgabe ist der Kampf gegen Windenergieanlagen, die von ihm als Zerstörung der Landschaft gesehen werden. Langjähriger Vorsitzender ist Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein.

Auszug aus der Satzung:

„Der Bundesverband setzt sich für den Schutz, die Pflege und Entwicklung von Landschaft und Natur auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ein. Zweck des Verbandes ist die Bewahrung von Vielfalt, Schönheit und Eigenart der Landschaften gegenüber jeglichen Eingriffen. Zweck ist die Förderung des Bewußtseins in der Bevölkerung sowohl für die ökologisch faßbaren als auch für die naturwissenschaftlich nicht erfaßbaren Qualitäten von Landschaften, ferner die Einflußnahme in Öffentlichkeit und Fachgremien auf politische Entscheidungen, die geeignet sind, den Bestand nicht bebauter Landschaft zu gefährden. Besondere Ansatzpunkte sind dabei:

  • Konflikte um Wind- und Wasserkraftwerke,
  • Verkehrsbauten aller Art“

Manche Medienberichte und die einschlägigen Veröffentlichungen von Umweltverbänden sagen dem BLS Verflechtungen und Kontakte zur konventionellen Energiewirtschaft nach und legen Indizien dafür vor, dass der BLS eine Tarnorganisation der Atomkraftlobby ist. Der BLS selbst bestreitet, über Kontakte zur Energiewirtschaft zu verfügen und hat sich gegen einzelne Behauptungen erfolgreich gerichtlich gewehrt (Quellen siehe unten).

Im Mai 2010 teilte der BLS mit, Mitglied im (Mai 2008 gegründeten) EPAW zu sein: "413 Verbände und Vereine aus 21 europäischen Ländern - womit Hunderttausende von Bürgern repräsentiert sind - haben sich zu einer europäischen Plattform gegen Windkraftanlagen (EPAW) zusammengeschlossen ..." [2]

Die EPAW residiert in Paris und wird von französischen Verbänden dominiert.[3]

Inhaltsverzeichnis

Kontext

Seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima hat der BLS mit einem deutlich verändertem politischen Klima zu tun. Da im Zuge des Atomausstiegs feste Abschalttermine für die noch aktiven deutschen Atomkraftwerke vereinbart wurden, gibt es einen Handlungsdruck, die erneuerbaren Energien auszubauen.

Durch das Repowering (eine neue hohe WKA ersetzt mehrere alte niedrigere WKAs) hat sich die Rezeption von WKA in der Öffentlichkeit weiter verbessert.

Literatur

Aus dem Umfeld des BLS:

  • (u.a. vom BLS verteilt:) Wilhelm-Münker-Stiftung (Hg. und Verlag): Windkraft - Planung Nutzen Umweltfragen, Siegen 1997
  • Otfried Wolfrum (Hg.): Windkraft: Eine Alternative, die keine ist, Zweitausendeins, 1997, ISBN 3-86150-238-0

Kritische Publikationen:

Urteile und Fernsehberichte:

  • Bericht ARD-Magazin PLUS-MINUS, 9. Dezember 1997: DUBIOSE KAMPFMETHODEN - Windkraft im Visier des Bundesverband Landschaftsschutz
  • Urteil Landgericht Trier, 19. April 1999, Aktenzeichen: 6 O 217/98: es steht „nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ... zur Überzeugung des Gerichts fest, daß der Kläger (Bundesverband Landschaftsschutz = BLS) keine irgendwie gearteten Verbindungen und Verflechtungen mit Firmen der Stromwirtschaft hat, mithin nicht deren Tarnorganisation ist.“
  • Urteil Landgericht Gießen, 12. Juli 1999, Aktenzeichen 2 O 263/99: es wurde eine Privatperson verpflichtet, schriftlich zu widerrufen, "daß es sich bei dem Bundesverband Landschaftsschutz um eine Tarnorganisation der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) handele".
  • Bericht WDR-Magazin MONITOR, 25. März 2004: Windkraft: Das falsche Spiel der Stromlobby

Weblinks

Einzelnachweise

  1. "Wir über uns"
  2. [1]
  3. von 499 unterzeichnenden Organisationen sind 194 französische Organisationen (Stand 9. September 2011): [2]

Wikimedia Foundation.


Поделиться ссылкой на выделенное

Прямая ссылка:
Нажмите правой клавишей мыши и выберите «Копировать ссылку»