Burgk (Freital)

Burgk (Freital)
Burgk
Große Kreisstadt Freital
Koordinaten: 51° 0′ N, 13° 41′ O51.003413.6811170Koordinaten: 51° 0′ 12″ N, 13° 40′ 52″ O
Höhe: 170–300 m ü. NHN
Eingemeindung: 1924
Postleitzahl: 01705
Vorwahl: 0351
Karte

Lage von Burgk in Freital

Burgk, wendisch Bórk, bed. Föhrenwald, ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Freital in Sachsen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und grenzt an den Dresdner Stadtteil Gittersee. Zu Burgk gehören die ehemaligen Ortsteile Zschiedge, Kleinburgk und Großburgk.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemarkungen des Ortsteils erstrecken sich in einem östlichen Seitental des Döhlener Beckens zwischen dem südlicher gelegenen Windberg und den nördlicheren Osterbusch und Zschiedgeberg ausgehend vom Fluss Weißeritz von ca. 170 m ü. NN empor bis an die Kohlenstraße (ca. 300 m ü. NN.). Diese morphologische Hohlform wird durch den nur mehrere hunderte Meter langen Burgker Bach entwässert.

Angrenzende Ortsteile sind:

sowie der Dresdner Stadtteil Gittersee (Ortsamt Plauen) im Nordosten.

Siedlungen

Markantestes Bauwerk ist das Schloss Burgk, welches nahe dem Burgker Bach aus einem erweiterten Vierseithof mit Herrschaftsgebäude und Park besteht. Um dieses herum befindet sich ein teils enges, verwinkeltes Straßen- und Wegenetz mit kleineren Wohnhäusern, Bauzeugnissen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das Altburgk oder Großburgk genannt wird. Diese Siedlung wurde mit dem Bau und der Verlegung der Burgker Straße ab dem 20. Jahrhundert deutlich in Richtung Windberg erweitert. In Richtung Weißeritz wurden in den 1990er Jahren auf vorher landwirtschaftlich genutzten Flächen ein Supermarkt sowie das Berufsschulzentrum Freital errichtet.

Kleinburgk befindet sich davon östlich auf höherem Geländeniveau und wird durch den Gemeindeweg und den Hartmannsberg sowie die obere Burgker Straße erschlossen. Am hier gelegenen Knappenweg befand sich bis in die 1990er Jahre auch die Schule Burgk.

Zschiedge (von die Siedige) bildet einen weiteren historischen Siedlungskern und den nordöstlichsten Teil des Stadtteils. In diesem sind neben modernerer Bebauung aus den Heimstättenbewegung der 1920er und 1960er Jahre noch alte Bebauungen auszumachen. Hier bildet die Karlsruher Straße die Stadtgrenze zu Dresden-Gittersee. Am nahen Kesselgrund ist der steil beginnende Verbindungsweg in den Stadtteil Birkigt zu sehen. Die extreme Steile endet mit dem Durchgang unter der Trasse der Windbergbahn. Das einstige Sandsteinviadukt ist noch vor der Wende durch ein Brückenbauwerk aus Beton ausgetauscht worden.

Die bergmännische Vergangenheit des Stadtteils Burgk, der zudem auch ländlich geprägt war, schlägt sich im ganzen Stadtteil in den Straßennamen nieder, der Meiselschachtweg, die Bergmannstraße, der Glück-Auf-Weg, Bergerschachtweg und die Kohlenstraße erinnern an die Vergangenheit.

Geschichte

Siedlungen

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Großburgk im Jahre 1168 als Borch. Als Namenswurzel gilt das slawische Wort borek, das (Kiefern-) Wäldchen. Zschiedge erfuhr eine Ersterwähnung 1558 und Kleinburgk im Jahre 1671. 1912 kam Kleinburgk nach Großburgk und 1916 kam Zschiedge zum Ort und alle drei Teile wurden, zu Burgk zusammengefasst, am 1. April 1924 nach Freital eingemeindet.

Bergbau

Im Jahr 1571 wurde erstmals in Burgk bergmännisch Steinkohle abgebaut. Als die Vorräte zu Neige gingen, gerieten die Schächte in Vergessenheit. In Burgk begann die Konzentration der kleinen Bergbaubetriebe erst 1819, als Carl Friedrich August Krebß (später Freiherr Dathe von Burgk) neuer Rittergutsbesitzer auf Burgk wurde. Er erbte fünf Schachtanlagen und kaufte umliegende Kohlefelder hinzu. Daraus gründete er die „Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke“.

Durch den Steinkohlenabbau im Plauenschen Grundes gehörte Burgk bis in die 1870er Jahre zur technologischen Spitzenregion in Deutschland. Technische Innovationen kamen hier zu erst zum Einsatz. Für Burgk erwähnenswert ist:

Am 2. August 1869 ereignete sich im Neuhoffnungschacht der Burgker Steinkohlenwerke eine Schlagwetterexplosion, bei der 276 Bergleute umkamen. Am Segen-Gottes-Schacht nahe dem Windberg erinnert daran ein Denkmal.

Besonderheiten

Burgk gilt als das erste Dorf der Welt mit öffentlicher Gasbeleuchtung. Bereits 1828 wurde im Ort eine Gaserzeugungsanlage auf Basis des lokalen Steinkohlebergbaus in Betrieb genommen. Dresden führte im gleichen Jahr durch Rudolf Sigismund Blochmann eine Gasbeleuchtung ein. Am 9. Mai 2003 wurde eine Tafel zum Andenken an die Inbetriebnahme am Eingang der Bergbautagesstrecke im Schlossgarten eingeweiht.

Sehenswertes

  • Die Windbergbahn, die durch die Mittelgebirgsstrecke in Normalspur berühmt wurde, versorgte einst die Bergbaubetriebe am Windberg und im Burgker Hinterland. Sie ist derzeit (2009) eine in Rekonstruktion befindliche Museumsbahn, die Aufnahme eines regelmäßigen Museumsbahnverkehrs ist geplant.
  • Das im Schloss Burgk untergebrachte „Haus der Heimat“ gehört zu den größten nichtstaatlichen Museen Sachsens. Darin sind neben bergbau-historischen und stadtgeschichtlichen Sammlungen auch zwei Kunstsammlungen der Dresdner Malschule des 18. Jahrhunderts zu finden, darunter mehrere Gemälde von Otto Dix.
  • Im Schlosspark befindet sich ein Besucherbergwerk als Technisches Denkmal mit barrierefreien Schaustollen mit dem Namen Tagesstrecke Oberes Revier Burgk, das den Steinkohlenbergbau zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigt.
  • Das Schloss selbst war die einstige Heimstatt der Kohlebarone Freiherren Dathe von Burgk.

Literatur

  • Cornelius Gurlitt: Burgk. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 19.

Weblinks

 Commons: Burgk (Freital) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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