Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger


Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger
Filmdaten
Deutscher Titel: Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?
Originaltitel: Burn After Reading
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Länge: 96 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Ethan und Joel Coen
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Produktion: Tim Bevan
Eric Fellner
Ethan und Joel Coen
Musik: Carter Burwell
Kamera: Emmanuel Lubezki
Schnitt: Ethan und Joel Coen als Roderick Jaynes
Besetzung

Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? ist eine US-amerikanische Krimikomödie aus dem Jahr 2008. Regie führten Ethan und Joel Coen, die auch das Drehbuch schrieben, den Film produzierten sowie unter ihrem gemeinsamen Pseudonym Roderick Jaynes den Schnitt übernahmen.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Weil man ihm Alkoholprobleme vorwirft und auf eine niedrigere Position versetzen will, quittiert der ältere CIA-Analyst Osbourne „Ozzie“ Cox seinen Dienst und beschließt, seine Memoiren zu schreiben. Seine Ehefrau Katie, die ihn mit dem ehemaligen Finanzministerium-Personenschützer Harry Pfarrer betrügt, strebt die Scheidung an. Um Material gegen ihren Mann zu sammeln, kopiert sie für ihren Rechtsanwalt Daten aus „Ozzies“ Computer auf eine CD, unter anderem auch den Text seines geplanten Buches. Die Sekretärin des Rechtsanwalts verliert jedoch den Datenträger in der Umkleidekabine ihres Fitnesszentrums Hardbodies. Dort findet ein Angestellter die CD und übergibt sie seinem Kollegen Chad Feldheimer. Dieser glaubt schon bald, den Ex-CIA-Mann erpressen zu können. Dabei hilft ihm seine Kollegin Linda Litzke, die das erhoffte Geld für ihre geplanten vier Schönheitsoperationen verwenden will. Doch der von dem naiven Duo kontaktierte Cox gibt deutlich zu erkennen, dass er zu keinem Handel bereit ist. Linda geht danach davon aus, dass es auch noch andere Interessenten geben müsse, denen man den Datenhandel anbieten könne, und fährt gemeinsam mit Chad zur russischen Botschaft. Davon erhält die CIA durch einen Verbindungsmann in der Botschaft Kenntnis; es wird jedoch entschieden, die Vorgänge zunächst nur zu beobachten und nicht aktiv zu werden. Währenddessen lernen sich Katies Liebhaber Harry und Linda über das Internet kennen und beginnen ebenfalls eine Affäre.

Bei einem missglückten Einbruch in Cox’ Haus trifft Chad, der auf der Suche nach weiteren verkäuflichen Informationen ist, auf Harry und wird von diesem erschossen. Linda überredet einige Zeit später ihren Chef Ted, der heimlich in sie verliebt ist, nach Chad und weiteren Daten zu suchen. Harry lässt inzwischen die Leiche Chads verschwinden. Wenig später erfährt er von den Scheidungsplänen seiner eigenen Frau und wendet sich erneut Linda zu. Ein missverstandenes Gespräch mit ihr lässt ihn jedoch glauben, dass sie eine Spionin und ihm auf den Fersen sei. Paranoid geworden läuft er in Panik davon und versucht bald darauf, nach Venezuela zu fliehen.

Als Osbourne, der inzwischen seine Scheidungspapiere zugestellt bekommen hat und auf seinem Boot übernachten muss, in sein eigenes Haus eindringt, findet er dort Ted vor, der an seinem Computer hantiert. Er schießt ihm zuerst in die Schulter und erschlägt ihn dann bei der Flucht auf offener Straße mit einem Gipserbeil, mit dem er zuvor auch die Haustüre aufgebrochen hatte. Den CIA-Agenten gelingt es danach nicht mehr, den Sinn der ganzen Verwicklungen herauszufinden. Cox liegt im Koma, nachdem er von einem CIA-Mann angeschossen wurde, bei dem Versuch, ihn davon abzuhalten, Ted zu erschlagen. Am Ende fordert Linda für ihre Kooperation mit dem Nachrichtendienst die Bezahlung ihrer Schönheitsoperationen, was ein hoher CIA-Verantwortlicher schließlich auch genehmigt. Der Film endet damit, dass sich die zwei betroffenen CIA-Abteilungsleiter darauf einigen, dass es nie wieder derartige Vorkommnisse geben darf, obwohl sie gar nicht wissen, was genau passiert ist.

Kritiken

Die Agentur Associated Press bezeichnete den Film in einer Meldung als eine „schwarze Spionagekomödie“.[1]

Das Empire Magazine schrieb beruhend auf einem Preview im Februar 2008, die Coen-Brüder seien in Hochform („back at their best“); außerdem wurden die Darsteller John Malkovich, Brad Pitt, George Clooney und Frances McDormand gelobt.[2]

Wolfgang Höbel schrieb in der Zeitschrift Der Spiegel vom 28. August 2008, der Film sorge „für fröhliches Gebrüll“. Er sei ein „toller, prächtig geölter Komödienstreich, der einem nur in ganz seltenen Momenten auf die Nerven“ gehe, wenn die Regisseure sich „allzu sehr in ihrer eigenen Brillanz sonnen“.[3]

Hintergründe

Der Film wurde u.a. in New York City und in Washington D. C. gedreht.[4] Die Dreharbeiten begannen am 27. August 2007 und wurden am 30. Oktober 2007 beendet, wobei sie aufgrund des schlechten Wetters um einen Tag verlängert wurden.[5] Das Empire Magazine schätzte im Februar 2008 die Produktionskosten auf ca. 50 Millionen US-Dollar, wobei man von möglichen Kinoeinnahmen von ca. 50 Millionen US-Dollar in den USA und ca. 180 Millionen US-Dollar weltweit ausging.[2]

Die Premiere sollte nach den ersten Planungen auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2008 stattfinden, der Film war jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig. Seine Premiere eröffnete am 27. August 2008 die 65. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.[6][5] Die breite Veröffentlichung in den Kinos der USA folgte am 12. September 2008; in Deutschland folgte sie am 2. Oktober 2008.[7][5] Bis Ende 2008 spielte der Film weltweit ca. 155 Millionen US-Dollar ein, darunter ca. 60 Millionen US-Dollar in den Kinos der USA.[8]

Entgegen hartnäckigen Gerüchten[6] basiert der Film nicht auf den gleichnamigen Memoiren von Stansfield Turner.[9]

Auszeichnungen

Golden Globe 2009 (Nominierungen)

  • Bester Film – Komödie/Musical
  • Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical (Frances McDormand)

BAFTA 2009 (Nominierungen)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zitat auf movies.yahoo.com, abgerufen am 5. August 2008
  2. a b www.clooneystudio.com/scans/empire_feb2008, abgerufen am 5. August 2008
  3. Filmkritik von Wolfgang Höbel, abgerufen am 6. September 2008
  4. Filming locations for Burn After Reading, abgerufen am 5. August 2008
  5. a b c www.clooneystudio.com, abgerufen am 5. August 2008
  6. a b Coen-Brüder eröffnen Filmfestival in Venedig in Der Spiegel vom 28. April 2008, abgerufen am 5. August 2008
  7. Release dates for Burn After Reading, abgerufen am 5. August 2008
  8. www.boxofficemojo.com, abgerufen am 8. April 2009
  9. Strikers’ dilemma: to write or not in Los Angeles Times vom 21. November 2007, abgerufen am 4. Oktober 2008

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