Busan


Busan
Großstadt Busan
Hangeul: 부산 광역시
Hanja: 釜山 廣域市
Revidierte Romanisierung: Busan Gwangyeoksi
McCune-Reischauer: Pusan Kwangyŏksi
Basisdaten
Fläche: 526 km²
Einwohner: 3.678.551
(Stand 2005)
Bevölkerungsdichte: 6.993 Einwohner je km²
Gliederung: 15 Stadtteile (Gu) und

ein Landkreis (Gun)

Verwaltungssitz: Busan
Busan

Busan (frühere Schreibweise: Pusan) ist nach der Hauptstadt Seoul die zweitgrößte Stadt Südkoreas und liegt am südöstlichen Ende der Koreanischen Halbinsel an der Küste des Japanischen Meeres. Busan gehört zur Provinz Gyeongsangnam-do, ist aber seit dem Jahre 1963 politisch eine unabhängige Einheit.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Busan Hafen, Blick nach Süden
Klimadiagramm für Busan

Der Name Busan bedeutet etwa „Kesselberg“ und spielt auf die Amphitheater-artige Ebene an, die sich von einer Bergkette umgeben zur Küste erstreckt. Die Stadt liegt an der Mündung des Nakdonggang und hat in der über die politischen Grenzen hinausgehenden Agglomeration 4.562.012 Einwohner (2005). Die vielen Buchten machen Busan zu einem guten Naturhafen. Während die Ostküste wenig Inseln oder Buchten zu bieten hat, findet man diese um so mehr, folgt man dem großzügigen Bogen der Küste nach Südwesten zur Südküste. In der Stadt gibt es mehrere Hügel und Berge zwischen 100 und 400 Metern Höhe, den Gudeoksan, den Baegyangsan, den Sanghaksan, den Hwangnyeeongsan, den Gaejwasan und Jangsan, die meist zu Parks oder Naherholungswäldern ausgebaut sind. Der Hafen wird durch die direkt vor der Küste liegende Insel Yeongdo unterteilt und geschützt.

Der bis zu 700 Meter hohe Höhenzug Geumjeongsan nördlich Busans ist ein beliebtes Ausflugsziel und Erholungsgebiet für die Einwohner der Stadt. Busan zieht auch nationale Touristen an, speziell mit dem Haeundae-Strand.

Geschichte

Auf der Insel Yeongdo gefundene Scherben und Werkzeuge weisen darauf hin, dass bereits seit 6.000 Jahren Menschen in der Region leben. In der Frühgeschichte der Region waren hier kleine Fischerdörfer angesiedelt. Ab der Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus gehörte das Gebiet zum Gaya-Königreich. Während der Yamato-Zeit entstand hier auf der Koreanischen Halbinsel von 370 bis 562 n. Chr. die erste japanische Kolonie namens Mimana. Daher gab es in der Region zu dieser Zeit regen Handel mit Japan.

Im 14. Jahrhundert plünderten oft Wōkòu die Küstenstädte Koreas. Daher wurde als Reaktion eine Festung bei Dongnae errichtet.

Im folgenden Jahrhundert begann der Handel zwischen Japan und Korea aufzublühen, reguliert und formalisiert durch einen Vertrag aus dem Jahr 1443. Busan wurde als Hafen für japanische Schiffe geöffnet, und eine kleine Gemeinde japanischer Händler ließ sich in einer ihnen zugewiesenen Handelsstation nieder, die von den Koreanern Waegwan (kor. 倭館, dt. „Japan-Gebäude“) genannt wurde. Hier trieben Kaufleute der japanischen Domäne Tsushima Handel mit Korea.

Dieses Zusammenleben fand im Jahr 1592 ein abruptes Ende, als der japanische Herrscher Toyotomi Hideyoshi nach der Einigung Japans versuchte, Korea zu erobern. Am 14. April dieses Jahres landete er mit mehr als 200.000 Mann bei Busan und eröffnete damit den heute von Nord- und Südkorea genannten Imjin-Krieg. Die Festungen in Busan und Dongnae wurden überrannt und zwanzig Tage später wurde Seoul erobert. Da Friedensverhandlungen nicht erfolgreich waren, kam es im Januar 1597 zu einer zweiten Invasion, die von chinesischen und koreanischen Truppen aufgehalten wurde. Der Imjin-Krieg endete, als die japanischen Truppen nach dem Tode Toyotomi Hideyoshis im August 1598 abzogen. Der Handel mit Japan wurde in der folgenden Zeit langsam wiederaufgenommen, die Waegwan-Siedlung 1607 in der Gegend des heutigen Jwacheon-dong neu eröffnet, dann 1678 in die Nähe des heutigen Yongdusan Parks verlegt und vergrößert. Diese Choryang Waegwan (草梁倭館) genannte Niederlassung hatte auch quasi-diplomatische Funktionen. So halfen hier Beamte von Tsushima bei der Vorbereitung koreanischer Gesandtschaften, die nach Edo zogen, wenn ein neuer Shōgun sein Amt antrat.

Kurz nachdem Japan von westlichen Mächten gezwungen wurde, sich zu öffnen, tat Japan wiederum dies nun in Korea: Im Jahr 1875 schickten sie ein Kriegsschiff, welches bei Busan und Ganghwado westlich von Seoul Vorfälle provozierte. Dadurch wurden die Koreaner 1876 gezwungen, durch den Ganghwado-Vertrag die Häfen von Incheon, Wŏnsan und Busan für japanische Händler zu öffnen. Auch andere Nationen begannen, diplomatische und Handelsbeziehungen aufzubauen. Bald wurde die Bedeutung von Busan als Handelspunkt offensichtlich. 1867 wurde dadurch das Waegwan unnötig und aufgelöst. 1888 wurde eine Telegraphenverbindung nach Seoul fertiggestellt, die mit einem Seekabel nach Nagasaki und damit Japan verbunden wurde.

Ein Foto vom Rathaus, welches während der japanischen Kolonialzeit gebaut wurde
Eine Karte Fuzans um 1930

Busan war noch immer recht klein, als Korea 1910 in das Japanische Kaiserreich eingegliedert wurde. Da Japanisch damals Nationalsprache war, wurde der Stadtname 釜山 japanisch Fuzan gelesen. Die dieser Zeit bis zur Unabhängigkeit 1945 baute Japan die Stadt deutlich aus: Von 1911 bis 1916 wurde der Osthafen gebaut, ebenso neue Fabriken und Wohngebiete. Auch blühte der Handel weiter auf. 1935 waren 45 Prozent der Einwohner der Stadt japanischstämmig.

Im Koreakrieg war Busan zusammen mit Daegu die einzige wichtige Stadt, die nie von den nordkoreanischen Truppen eingenommen wurde. Südkoreanische und Truppen der Vereinten Nationen hielten den schmalen Streifen der Halbinsel, der heute als Busan Perimeter bekannt ist. Da Seoul schnell erobert wurde, wurde Busan für mehrere Monate temporäre Hauptstadt Südkoreas. Durch Flüchtlinge aus den besetzten Gebieten schwoll die Einwohnerzahl in dieser Zeit vorübergehend auf vier Millionen an.

Während der Olympischen Sommerspielen 1988, die in Seoul ausgetragen wurden, wurden die Segel-Wettbewerbe in Busan veranstaltet. Seit 1996 findet jährlich das Pusan International Film Festival statt. Im Herbst 2002 war Busan Gastgeber der Asienspiele und eine der Städte, in der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 ausgetragen wurden.

Wirtschaft

Die Millionenstadt ist eine der führenden Industriestädte des Landes: Textil- und Bekleidungsindustrie, Schuhproduktion, Nahrungsmittelverarbeitung u.a. Seefrüchte (großer Fischereihafen), Maschinenbau,Schiffsmaschinenbau, Fahrzeug- und Schiffbau, Holzindustrie, chemische und pharmazeutische Industrie, Gummiprodukte, Elektroindustie (u.a. Rundfunk- und Fernsehgeräte).

Handel

Busan ist mit seinem Containerhafen, der seit dem Jahre 2003 konstant an fünfter Stelle weltweit steht, das wichtigste Logistikzentrum für den internationalen Handel Südkoreas.

Verkehr

In Busan sind zurzeit vier U-Bahn-Linien in Betrieb, siehe U-Bahn Busan. In der U-Bahn gibt es eine, wahrscheinlich in der Welt einzigartige, U-Bahn-Bibliothek, in der aus offenstehenden Regalen Bücher für das Lesen während der Fahrt geliehen und anschließend zurückgegeben werden können. Abgesehen davon gibt es ein ausgedehntes Netz von Stadtbussen.

Busan verfügt mit dem Flughafen Busan über einen eingeschränkt internationalen Flughafen, mit Verbindungen nach Tokio, Osaka, Nagoya und Fukuoka in Japan, Wladiwostok und Juschno-Sachalinsk in Russland, Peking, Shanghai, Xi'an, Shenyang, Qingdao, und Hong Kong in China, Manila auf den Philippinen, Bangkok in Thailand, Taipei in Taiwan, Guam in den USA und Ho Chi Minh in Vietnam. National werden Seoul, Incheon und Jeju-do angeflogen. Lufthansa verbindet Busan mit Zwischenstopp in Seoul mit Deutschland.

Weiterhin gibt es internationale Fährrouten nach Shimonoseki, Hakata und zur Insel Tsushima in Japan, sowie nach Yantai in China. Die nationalen Fährrouten wurden zusehends reduziert, es gibt aber weiterhin Routen zu den Inseln Jejudo und Geojedo.

Wie die meisten Städte Südkoreas ist Busan durch viele Express-Busse und Intercity-Busse sehr gut zu fast allen Städten des Landes angebunden. Als Endpunkt der Gyeongbu-Strecke ist Busan ebenfalls sehr gut an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Hochgeschwindigkeitszug KTX schafft die Strecke von 409 Kilometern nach Seoul in 160 Minuten.

Stadtbezirke

Das Stadtgebiet ist in 15 Stadtteile (Gu) und einen Landkreis (Gun) unterteilt.

  • Gijang-gun (기장군, 機張郡)
  • Buk-gu (북구, 北區)
  • Busanjin-gu (부산진구, 釜山鎭區)
  • Dong-gu (동구, 東區)
  • Dongnae-gu (동래구, 東萊區)
  • Gangseo-gu (강서구, 江西區)
  • Geumjeong-gu (금정구, 金井區)
  • Haeundae-gu (해운대구, 海雲臺區)
  • Jung-gu (중구, 中區)
  • Nam-gu (남구, 南區)
  • Saha-gu (사하구, 沙下區)
  • Sasang-gu (사상구, 沙上區)
  • Seo-gu (서구, 西區)
  • Suyeong-gu (수영구, 水營區)
  • Yeongdo-gu (영도구, 影島區)
  • Yeonje-gu (연제구, 蓮堤區)

Besonderheiten

Im Norden der Stadt liegt die Universität Busan. Rund um die Universität befinden sich Cafés, Bars und Restaurants sowie Unterhaltung für die Studenten. Der Jalgalchi-Markt in der Nähe des Hafens ist für seine große Auswahl an frischem Fisch und anderen Meeresprodukten bekannt. Der Markt liegt in einem von engen Gassen durchzogenen Stadtgebiet. Außerdem steht in Busan das größte Kaufhaus der Welt.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

 Commons: Busan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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