Bushido (Rapper)


Bushido (Rapper)
Bushido (bei einem Konzert in München im Dezember 2009)

Bushido (* 28. September 1978 in Bonn; bürgerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi), auch bekannt unter dem Pseudonym Sonny Black, ist ein deutscher Rapper aus Berlin, dessen Stil sich an den US-amerikanischen Gangsta-Rap anlehnt. Er ist zudem Inhaber des Plattenlabels ersguterjunge und Unternehmer im Bereich der Immobilienwirtschaft.[1]

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jugend

Ferchichi wuchs als Sohn einer alleinerziehenden deutschen Mutter im Berliner Bezirk Tempelhof auf. Da sich seine Eltern früh trennten, hatte er zu seinem tunesischen Vater keinen Kontakt. Nach der Grundschule besuchte er zwei Tempelhofer Gymnasien, welche er jedoch nach der 11. Klasse verließ. Wegen diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Sachbeschädigung wurde er von einem Gericht vor die Wahl gestellt, eine staatlich geförderte Ausbildung zum Maler und Lackierer zu machen oder ins Jugendgefängnis zu gehen. Im Rahmen der aus diesem Grund absolvierten Ausbildung lernte er auch seinen späteren Kollaborationspartner Fler kennen. Zum Hip-Hop und Rap kam Bushido über Graffiti, als er unter dem Pseudonym „Fuchs“ Bilder malte.

Karriere

Bushidos Logo

Der Künstlername „Bushido“ wurde dem Japanischen entnommen und bedeutet Weg des Kriegers (siehe Bushidō).

Zusammen mit Vader und King Orgasmus One nahm Bushido unter dem Namen 030 Squad ein Demotape auf und verkaufte es in geringer Stückzahl im Bekanntenkreis. Bushidos erste Veröffentlichung ist auf dem Frauenarzt-Tanga-Tanga-Tape von 2000 mit King Orgasmus One für I Luv Money Records zu finden. Zusammen mit eben jenem King Orgasmus und Bass Sultan Hengzt bildete er während dieser Zeit die Gruppe Berlins Most Wanted (BMW). Wenig später veröffentlichte er sein erstes eigenes Tape King of Kingz, das schließlich zu seinem Wechsel zum Plattenlabel Aggro Berlin führte, wo er mit Sido, B-Tight und Fler zusammenarbeitete. Das Album wurde 2003 bei Aggro Berlin als digital überarbeitete Version veröffentlicht und 2004 unter dem Titel King Of Kingz 2004 Edition mit vier Remixen wiederveröffentlicht. Auf Grund der Indizierung von King of Kingz, welche 2005 folgte, wurde das Tape als entschärfte Version inklusive Demotape unter dem Titel King of Kingz & Demotape – extended version erneut in digitaler Form veröffentlicht. 2002 erschien unter Bushidos Pseudonym „Sonny Black“ Carlo, Cokxxx, Nutten, an dem auch Fler als „Frank White“ mitwirkte. Auch Carlo Cokxxx Nutten II produzierte Bushido unter diesem Pseudonym. 2003 produzierte Bushido mit Ilan als Co-Produzent sein erstes Soloalbum Vom Bordstein bis zur Skyline, das es aufgrund des Musikvideos zum Titel Bei Nacht und Auftritten auf größeren Hip-Hop-Festivals wie dem Splash zu einer Chartplatzierung auf Platz 88 schaffte. Das Album hat einen sehr düsteren und im Verhältnis zur restlichen deutschen Hip-Hop-Szene harten Charakter. Das „Demotape“ wurde 2003 auf CD aufgenommen, nachdem es im Internet publik wurde. Dies war auch der erste Zeitpunkt, zu dem die Existenz des Albums erwähnt wurde.

Aufgrund bestehender künstlerischer Differenzen hinsichtlich der weiteren Solokarriere des Künstlers verließ Bushido im Sommer 2004 Aggro Berlin und wurde von Urban/Universal Music unter Vertrag genommen, mit denen er mit D-Bo das Label ersguterjunge gründete. Mitte 2004 produzierte er zusammen mit Ilan im Auftrag der Neue-Deutsche-Härte-Band Rammstein einen Remix des Songs Amerika. Im Oktober 2004 veröffentlichte Bushido bei Universal die LP Electro Ghetto, die den sechsten Platz der deutschen Albumcharts erreichte. Bereits am 4. April 2005 folgte unter Bushidos Alter Ego Sonny Black (eine Anlehnung an den Film Donnie Brasco) mit Carlo Cokxxx Nutten II die vierte LP innerhalb von zweieinhalb Jahren. Diesmal wurde Bushido von Baba Saad an Stelle seines früheren Partners Fler unterstützt. Das Album erreichte in den Charts Platz 3.

Im Winter 2004/2005 spielte Bushido eine Hauptrolle im „Beef“ um Eko Fresh und nahm im Zuge dessen den Disstrack FLERräter gegen seinen ehemaligen Partner Fler auf. Am 4. November 2005 erschien Bushidos Album Staatsfeind Nr. 1, das in Linz hauptsächlich von Beatlefield, bestehend aus dem Rapper und Produzenten Chakuza und dem Produzenten und DJ Stickle, produziert wurde. Nach einigen Zu- und Abgängen bei den ersguterjunge-Künstlern, folgte im Februar 2006 der Label-Sampler Nemesis Vol. 1. Bei der Echo-Verleihung 2006 konnte er den Preis in der Kategorie Live-Act National gewinnen.

Bushido bei einem Konzert, Anfang 2006

Am 1. September 2006 erschien das Soloalbum Von der Skyline zum Bordstein zurück, auch „VDSZBZ“ genannt. Es enthält keine Features und wurde fast vollständig von Bushido selbst produziert. Schon nach zwei Wochen erreichte das Album Gold-Status in Deutschland und hat dort inzwischen Platin-Status.

In Kopenhagen bekam Bushido am 2. November 2006, sechs Tage nach dem Erscheinen seiner zweiten Singleauskoppelung Sonnenbank Flavour, den MTV Europe Music Award für den Best German Act. Neben Bushido waren Rammstein, Silbermond, Die Toten Hosen und Sportfreunde Stiller nominiert, der Preisträger wurde über eine Internetwahl auserwählt.

Der zweite ersguterjunge-Labelsampler Vendetta erschien am 1. Dezember 2006. Als Single wurde eine Woche zuvor das Titelstück des Albums veröffentlicht. Das Lied beinhaltet Rap-Passagen von Bushido, Chakuza und Eko Fresh. Am 9. Februar 2007 erschien die dritte Single Janine aus seinem Album Von der Skyline zum Bordstein zurück. Bushido gründete Anfang 2007 die Girlband Bisou, die aus ehemaligen Kandidatinnen der Casting-Show Popstars zusammengesetzt wurde. Bei der Verleihung des Echos am 25. März 2007 konnte Bushido den Preis in der Kategorie Hip-Hop/R&B National für sich verbuchen.

Ende Juni 2007 wurde bekanntgegeben, dass Bushido und sein Label ersguterjunge von Universal/Urban zu Sony/BMG wechseln. Die erste Veröffentlichung war Bushidos Soloalbum 7 am 31. August 2007.

Im Januar 2008 wurde bekannt, dass Bushido zusammen mit einem Partner ein Unternehmen im Bereich der Immobilienwirtschaft führt. Das Unternehmen beschäftigte Anfang 2008 sechs Mitarbeiter und hatte in den ersten zehn Monaten nach seiner Gründung eine Million Euro Gewinn erwirtschaftet. Tätigkeitschwerpunkt ist der An- und Verkauf von Wohnungen.[1].

Bei der Verleihung des Musikpreises Echo im Februar 2008 erhielt er die Preise in den Kategorien Live-Act National und Hip-Hop/R&B National. Im Mai desselben Jahres wurde Bushido ein Comet als Beste/r Künstler/in verliehen.[2] Am 8. September 2008 wurde die Autobiografie Bushido veröffentlicht, die Lars Amend mit Bushido verfasste. Das Buch erwies sich als Bestseller (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste).[3]

Zu seinem Album Heavy Metal Payback, das im Herbst 2008 erschien, veröffentlichte Bushido Anfang 2009 eine dazu gehörende Live-CD/DVD.[4]

Im Februar 2009 wurde er von den Lesern der deutschen Ausgabe der Zeitschrift FHM auf Platz 13 bei der Wahl zu den "100 Unsexiest Women Of The World 2009" gewählt.[5]

Am 21. Juli 2009 begannen die Dreharbeiten für den Spielfilm Zeiten ändern dich, der bis Mitte September 2009 in und um Berlin gedreht wurde. Bushido spielt die Hauptrolle in dem Werk, bei dem Uli Edel Regie führte, das von Bernd Eichinger produziert wurde und eine Verfilmung von Bushidos 2008 erschienener Autobiografie ist.[6][7] Der Film erhielt überwiegend negative Kritiken. Einige Kritiker beurteilten die Produktion unter anderem als „prolligen Film“ und „unfreiwilligen Volltrash“[8], andere erklärten, dass Bushido nicht schauspielern könne[9], kein schauspielerisches Naturtalent sei und im Film „eher peinlich“ wirke.[10] Vereinzelt wurde seine Authentizität unterstrichen, die jedoch auch aus dieser Sicht mit der Ungelenkheit Bushidos als Sprecher einhergehe.[11]

Seit spätestens 2009 hatte Bushido wiederholt öffentliche Auftritte mit Prominenten aus Politik und Gesellschaft, unter ihnen Hannelore Elsner[12][13] und Horst Seehofer.[14]

Im Februar 2010 antwortete Alice Schwarzer Bushido in einem offenem Brief auf die von ihm zuvor in einem Internetvideo verbreitete Aussage „[…] da hätt ich ihr gesagt, ganz ehrlich, weißte was, fick dich ins Knie, du Fotze, so.“[15][16][17] Unter der Überschrift Antwort an den deutschen Rapper Nr. 1! nannte Schwarzer ihn einen „kleinbürgerlicher Spießer, der die echt Verzweifelten abzapft“ und warf ihm unter anderem Feigheit vor, weil er zuvor eine Einladung in eine von ihr moderierte Sendung am 10. April 2007 in der ARD abgelehnt hatte.[18] In der an diesem Abend von Schwarzer moderierten Diskussionsrunde Menschen bei Maischberger befragte diese nach der Absage stattdessen King Orgasmus One zu dem Thema Früher, härter, unromantischer – Sex ohne Liebe?.[19] Weitere Vorwürfe waren mangelnde Authentizität als Rapper, die finanzielle Ausbeutung seiner Fans und Frauenfeindlichkeit obwohl schon seine Mutter durch seinen Vater verprügelt worden wäre.

„Und welche Lehren hast du Muttersohn daraus gezogen? Die, gewalttätige Männer zu verachten? Nein, im Gegenteil: Du identifizierst dich mit dem Täter! Auch du verachtest die Frauen. Wir sind für dich nur Fotzen, die man von hinten fickt. […] Also ganz ehrlich, Bushido: Respekt kann ich davor nicht haben.“

Alice Schwarzer[20]

Eine Reaktion Bushidos blieb aus.

Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 veröffentlichte Bushido am 11. Juni 2010 einen WM-Song mit dem Titel Fackeln im Wind, den er zusammen mit Kay One geschrieben und aufgenommen hatte.

2011 kam es zur Aussöhnung zwischen Bushido und seinem ehemaligen Erzfeind Sido. Im Anschluss wurde auf der Website von Sony BMG bekanntgegeben, Bushido und Sido würden an einem gemeinsamen Album arbeiten, das den Titel "23" tragen solle.[21]

Kontroverse

Rechtsextremismus

Bushido wurden in den Medien des Öfteren nationalistische und rassistische Inhalte und mangelnde Distanz zu rechtsextremen Fans vorgeworfen. Seine Anhänger verweisen dagegen auf Bushidos Herkunft oder seine Zusammenarbeit mit Künstlern nichtdeutscher Herkunft wie Azad, Eko Fresh und Cassandra Steen. In Interviews weist Bushido jegliche rechtsextreme Gesinnung von sich.[22]

Mit der Zeile „Salutiert, steht stramm, ich bin ein Leader wie A.“ aus Electro Ghetto habe sich Bushido nicht mit Adolf Hitler vergleichen wollen. Sie stelle ein Zitat von Azad (aus dem Lied „Der Bozz“) dar. Bushido äußerte sich zum Sachverhalt mit den Worten: „Absoluter Schwachsinn [...] Ich will jetzt gar nicht so tun, als hätte ich die Reaktionen nicht auch verschuldet. Das war halt eine willkommene Provokationsmöglichkeit. Ich finde es aber traurig, dass die Öffentlichkeit sich so leicht provozieren lässt.[23]

Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit

Häufiger Diskussionsgegenstand sind auch Inhalte, die als schwulen- und frauenverachtend sowie sexistisch und gewaltverherrlichend interpretiert werden können. Beispielsweise ist in dem Lied Nutte Bounce die herabsetzende Bezeichnung „Nutte“ das am häufigsten verwendete Wort überhaupt. Auf Nachfrage erklärte Bushido, er meine damit nicht Frauen im allgemeinen, sondern, so wörtlich, „echte Schlampen“.[24] Im November 2005 gab es diesbezüglich erneut Schlagzeilen, als Bushido sich in einem Interview verächtlich über Paris Hilton äußerte.[25] Auf dem Labelsampler Vendetta nimmt er in einer Weise Bezug auf Natascha Kampusch, die von vielen Kritikern als geschmacklos bewertet wurde.[26]

Dementsprechend gab es auch Kritik an Bushidos Teilnahme an einem von Bravo und VIVA organisierten Konzert Ende August 2007 gegen Gewalt an Schulen im Rahmen der Kampagne „Schau nicht weg“. Bushido könne aufgrund seiner „homophoben und frauenfeindlichen Texte“ nicht als Vorbild fungieren.[27] Da Bushido jedoch bereits seit 2006 an dem Projekt beteiligt war und sich laut Bravo sehr engagiert zeigte, stand eine Absage seines Auftritts für die Veranstalter nicht weiter zur Debatte.[28] Während des Auftritts wandte sich Bushido in aggressiver Weise gegen eine kleine, von Homosexuellen organisierte Gruppe von Protestierenden. Dies führte zu erneuter Kritik.[29] Dabei schütze ihn „das Bild vom guten, antirassistisch bedürftigen Migranten“, so Jan Feddersen in der Taz.[30]

Nachdem Teilnehmer des Transgenialen CSD in Berlin Bushido am U-Bahnhof Schlesisches Tor sichteten, kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der Bushido und Demonstrationteilnehmer einander beleidigten. Dabei soll er einzelne Demonstrationsteilnehmer auch wegen deren sexueller Orientierung beleidigt haben. Er und seine Begleiter wurden daraufhin aus der Demonstration heraus mit Getränken bespritzt. Die Veranstalter der Demonstration erstatteten daraufhin Anzeige wegen Beleidigung.[31][32][33]

Beim Bambi 2011 kam es zum Eklat, als einige Gäste und Preisträger, unter anderem Rosenstolz, lautstark gegen die Verleihung des Preises für Integration an Bushido protestierten. Peter Plate, der schwule Musiker der Band Rosenstolz, erklärte bei seiner eigenen Preisübergabe, dass jemand wie Bushido, der mit frauen- und schwulenfeindlichen Texten Karriere gemacht habe, keinen Bambi erhalten dürfe. Bushido meinte später, dass er sich geändert habe und jeder eine zweite Chance verdiene.[34]

Antisemitismus/Islamismus

Des Weiteren wurden Texte von Bushido als islamistisch, antisemitisch und antiamerikanisch kritisiert.[35][36] Bushido hatte zuvor im Jahre 2005 in einem Interview bestritten, rechtsradikale oder antisemitische Tendenzen zu propagieren, und gesagt, dass er kein Nazi, Judenhasser, Schwulenhasser oder Frauenfeind sei. Allerdings distanzierte er sich nicht von den betreffenden Textpassagen.[37]

Jugendgefährdung

Am 29. November 2007 verkündeten die Musiksender MTV und VIVA auf Grund nicht näher benannter Unstimmigkeiten, alle Videos Bushidos aus dem Programm zu nehmen.[38] Diese Entscheidung wurde nach zwei Wochen und Gesprächen mit Bushidos Label ersguterjunge wieder revidiert.[39] Im März 2008 kam es anlässlich eines Vergewaltigungsprozesses in der Schweiz zu erneuter Kritik an Bushido. Textstellen aus dem Lied Drogen, Sex, Gangbang von Carlo, Cokxxx, Nutten wurden von Schweizer Politikern sowie Journalisten als „menschenverachtendes Verhalten“ gewertet.[40]

Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien schätzt einzelne Lieder Bushidos als jugendgefährdend ein.

Körperverletzung

Bushido wurde am 3. August 2005 in Linz festgenommen, wurde aber nach Zahlung von 100.000 Euro nach 14 Tagen Untersuchungshaft auf Kaution entlassen mit der Auflage, bis zum Prozess Österreich nicht zu verlassen. Ihm wurde vorgeworfen, gemeinsam mit zwei Freunden einen 20 Jahre alten Mann zusammengeschlagen zu haben, weil dieser grundlos die Reifen seines angemieteten 7er-BMWs zerstochen haben soll.

Der Prozess vor dem Landesgericht für Strafsachen Linz fand am 4. November 2005 statt. Der genaue Hergang der Ereignisse konnte nicht aufgeklärt werden. Nachdem Bushido die Verantwortung für die Schlägerei übernommen hatte, endete das Verfahren mit einer Diversion gegen Zahlung von 20.000 Euro an die Staatskasse. Dem Opfer wurde ein Teilschmerzensgeld in Höhe von 1.000 Euro zugesprochen.

Angebliche abfällige Bemerkungen Bushidos über die Stadt Linz in einem Prozessbericht des deutschen Magazins Der Spiegel („Hart wie Nutella“, Ausgabe 45/2005)[41] lösten heftige Proteste unter anderem des Linzer Bürgermeisters Franz Dobusch aus. Die Aussagen in dem Artikel über Linz stammten jedoch nicht von Bushido,[42] sondern von dem Spiegel-Autor, der sie als seine „freie journalistische Übertreibung“ verteidigte.

Durch den Prozess wurde publik, dass Bushido seit mehreren Jahren verheiratet ist, was er jedoch am 20. Dezember 2005 in der TV-Sendung „VIVA live“ dementierte.

Urheberrechtsverletzungen

Anfang November 2007 wurde bekannt, dass Bushido für den Track „Mittelfingah“, den er zusammen mit King Orgasmus und Bass Sultan Hengzt 2001 veröffentlichte, ein Sample aus dem Lied „Mourning Palace“ der norwegischen Dark-Metal-Band Dimmu Borgir verwendete, ohne die Band darüber zu informieren. Nach einem Rechtsstreit musste Bushido Schadensersatz wegen Verletzung des Urheberrechts zahlen.[43][44]

Die US-amerikanische Band Nox Arcana wirft Bushido vor, für die Titel „Weißt du?“, „Kurt Cobain“ und „Blaues Licht“ von seinem Album „Von der Skyline zum Bordstein zurück“ Musik von den Titeln „Beyond Midnight“, „No Rest for the Wicked“ und „Cthulhu Rising“ ohne Absprache verwendet zu haben. Rechtliche Schritte wurden eingeleitet.[45]

Die französische Neoklassik-Band Dark Sanctuary verklagte Bushido, da dieser sich für das Album Von der Skyline zum Bordstein zurück in mindestens acht Fällen aus ihrem Songmaterial bediente. Eine außergerichtliche Einigung scheiterte. Das Hamburger Landgericht verurteilte Bushido am 23. März 2010 [46] zu einer Billigkeitsentschädigung für den immateriellen Schaden in Höhe von 63.000 Euro. Darüber hinaus wurde Bushido zu Schadenersatz verurteilt, dessen Höhe aus der Menge der verkauften Tonträger ermittelt wird. Die 13 beanstandeten Titel befinden sich auf elf CDs und Samplern von Bushido, welche alle aus dem Verkauf genommen und vernichtet werden müssen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.[47][48][49]

Bereits zuvor hatte sich Bushido mit der Schweizer Metal-Band Samael außergerichtlich geeinigt, da er sich bei seinem Stück Behindert eines Samples von The Cross bedient hatte. Er zahlte der Gruppe etwa 2000 Euro.[50]

Ghostwriting

Sowohl die Rapperin Bahar, als auch das Rapduo La Honda beschuldigten Bushido, sich albumübergreifend diverse Songtexte seiner Titel von nicht genannten Ghostwritern hat schreiben zu lassen. Sich den Texten eines Ghostwriters zu bedienen, ist im Deutschrap ein umstrittenes Thema, das negativ behaftet ist und gemeinhin als nicht echt gilt. So soll laut La Honda der Rapper Eko Fresh, der einige Zeit lang bei Bushidos Label ersguterjunge unter Vertrag stand, in erster Linie als Ghostwriter angestellt worden sein. Dieser habe daraufhin die Texte von drei Bushido-Alben geschrieben. Nach Ablaufen des Vertrags von Eko Fresh, soll im Anschluss der Rapper Kay One die Rolle als Bushidos Ghostwriter übernommen haben.[51][52] Laut Bahar soll auch der früher bei ersguterjunge unter Vertrag stehende Rapper Baba Saad für Bushido als Ghostwriter aktiv gewesen sein.[53] Auch der Rapper Sentino wird in diesem Zusammenhang als Bushidos ehemaliger Ghostwriter genannt.

Diskografie

Hauptartikel: Bushido/Diskografie
Studioalben von Bushido
Cover Titel Jahr Kommentar
King of Kingz 2001
Carlo Cokxxx Nutten - Cover.jpg Carlo Cokxxx Nutten 2002 als Sonny Black, mit Frank White
Vom Bordstein bis zur Skyline - Cover.jpg Vom Bordstein bis zur Skyline 2003
Electro Ghetto 2004
Carlo Cokxxx Nutten II 2005 als Sonny Black, mit Saad
Staatsfeind Nr. 1 2005
Von der Skyline zum Bordstein zurück 2006
7 2007
Heavy Metal Payback 2008
Carlo Cokxxx Nutten 2 2009 als Sonny Black, mit Frank White
Zeiten ändern dich 2010
Berlins Most Wanted 2010 mit Fler & Kay One als Berlins Most Wanted
Jenseits von Gut und Böse 2011
23 2011 mit Sido als „23

Filmografie

Auszeichnungen

1. Platz in den Kategorien Beste Website für kingbushido.de, Bestes Album National für Staatsfeind Nr. 1
  • 2005: Bravo Otto in Silber in der Kategorie HipHop National
  • 2006: Echo-Gewinner der Kategorie Live-Act National [54]
  • 2006: Goldenes Tape für 20 Nummer 1 Platzierungen des Videos Von der Skyline zum Bordstein zurück in der MTV-Show TRL
  • 2006: MTV Europe Music Award in der Kategorie Best German Act [55]
  • 2006: Juice-Awards:
1. Platz in den Kategorien Live Performance National, Video National für Sonnenbank Flavour, Single National für Von der Skyline zum Bordstein zurück, Rap Solokünstler National
Echo-Gewinner der Kategorie Hip-Hop/R&B National
Echo-Gewinner der Kategorie Live-Act National
Comet in der Kategorie Beste/r Künstler/in
  • 2008: Juice-Awards:
1. Platz in den Kategorien Solokünstler National, Produzent National, Single National (Für immer jung, ft. Karel Gott), Album National (Heavy Metal Payback), Video National (Für immer jung, ft. Karel Gott), Live Performance National, Bestes Cover[58]
  • 2009: Bravo Otto in Gold in der Kategorie Supersänger international
  • 2010: GQ-Mann des Jahres in der Kategorie Musik national
  • 2011: Bambi Integrationspreis[59][60]

Literatur

Weblinks

 Commons: Bushido (Rapper) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b A. Hagelüken und A. Mühlauer: Reden wir über Geld (1): Bushido Die geilste Droge von allen, 25. Januar 2008, sueddeutsche.de.
  2. viva.tv: „COMET 2008 Gewinner“, Mai 2008
  3. Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste: www.rap2soul.de
  4. http://www.sonybmg.at/artists2.php?artist=374368
  5. Siehe hierzu die auf fhm-online.de veröffentlichte Liste
  6. IMDb: Zeiten ändern Dich (2010)
  7. Zeiten ändern sich: Dreharbeiten für Bushido-Film laufen
  8. Rüdiger Suchsland: "Bushido wird schwul", Telepolis, heise.de
  9. vgl. Zeiten ändern Dich, cinema.de.
  10. Rap-Szene - Bushidos Lebensbeichte, Ad Hoc News, ad-hoc-news.de.
  11. Hannah Pilarczyk: Bushido-Film "Zeiten ändern dich", unter spiegel.de.
  12. Er wünscht sich Hannelore Elsner als Mutter bild.de 26. April 2009,
  13. Bushido und seine Filmmama, tagesspiegel.de 3. Februar 2010
  14. Rapper Bushido – hier mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer – warf sich in Schale, focus.de 17. Januar 2010
  15. Schwarzer disst Bushido - "Wir sind für dich nur Fotzen" taz.de 9. Februar 2010
  16. Duell Schwarzer vs. Bushido - Grüße an die Frau Mama spiegel.de 8. Februar 2010
  17. Offener Brief - Alice Schwarzer kanzelt Bushido ab morgenpost.de 22. Februar 2010,
  18. Bushido kuscht vor Alice Schwarzer, faz.net 11. April 2007
  19. Zum Ablauf der Sendung vgl. King Orgasmus One#Fernsehauftritte.
  20. Antwort an den deutschen Rapper Nr. 1!, 8. Februar 2010, aliceschwarzer.de.
  21. http://www.sonymusic.de/Bushido/News/I/32915/O/W
  22. „Harte Texte und die Härte der Nazis“ – Interview über Gewalt, Sex und Nationalismus in der deutschen HipHop-Szene sueddeutsche.de 27. Juni 2005
  23. http://www.laut.de/vorlaut/news/2005/09/26/00268/index.htm
  24. Artikel auf emma.de, abgerufen am 20. April 2007
  25. netzeitung: 39 Fragen an Bushido, 16. November 2005
  26. Seitenblicke.at: „Bushido zeigt keinen Respekt – Skandalsong mit Kampusch-Zeile“, 20. Dezember 2006
  27. Die Welt: „CDU und Grüne gegen einen Auftritt von Bushido“, 2. August 2007
  28. CDU/Grüne: „Bushido taugt nicht zum Vorbild!“ (laut.de), 3. August 2007
  29. laut.de: „Bushido: Kritik nach Auftritt in Berlin“, 27. August 2007
  30. Taz: Generalpardon für alles 28. August 2007
  31. Bushido bekommt Ärger bei Homosexuellen-Demo. Berliner Morgenpost, 27. Juni 2009, abgerufen am 28. Juni 2009. (Artikel der Onlineausgabe mit Fotos des Vorfalls.)
  32. Tilla Masberg: Transgenialer CSD in Kreuzberg – Frauen, holt die Bärte raus! die tageszeitung, 29. Juni 2009, abgerufen am 29. Juni 2009.
  33. Ein Unfall am Mahnmal und Streit um Bushido. Der Tagesspiegel, 28. Juni 2009, abgerufen am 30. Juni 2009.
  34. http://www.stern.de/kultur/tv/integrationspreis-fuer-bushido-bambi-fuer-den-boesewicht-1749879.html
  35. Gideon Ancel: „Mehr als Gesten der Gewalt“, September 2007
  36. http://www.bpb.de/themen/6K9DMU,0,0,Ich_bin_ein_Taliban__.html
  37. Bushido - Roh & ungeschnitten - Interview mit hip.hop.de
  38. laut.de: „Bushido: MTV und VIVA boykottieren Rapper“, 30. November 2007
  39. laut.de: „MTV und VIVA beenden Boykott“, 11. Dezember 2007
  40. News-Artikel vom 25. März 2008 auf Laut.de
  41. Der Spiegel: Hart wie Nutella. In: Der Spiegel. Nr. 45, 2005, S. 196 (online).
  42. derstandard.at: Linz im Kulturhauptstadt-Fieber: Nur kein zweites Graz!
  43. Netzeitung: Bushido und die Satanisten, 1. November 2007
  44. Interview mit Bushido in Juice Nr. 10/2008, S.53
  45. Presseveröffentlichung auf noxarcana.com
  46. LG Hamburg, Urt. v. 23. März 2010, Az. 308 O 175/08 = ZUM-RD 2010, S. 331 ff.; Urt. v. 23. März 2010, Az. 310 O 155/08 = ZUM-RD 2010, S. 399 ff.
  47. Plagiatsvorwürfe: Landgericht verurteilt Bushido. Der Tagesspiegel, 23. März 2010, abgerufen am 18. Dezember 2010.
  48. Plagiatsurteil - Gericht lässt Bushido-Alben schreddern, 23. März 2010, unter spiegel.de
  49. Bushido klaut Songs - Die Hegemann des Hip-Hop, 24. März 2010, taz.de.
  50. "Dreister Diebstahl": Metal-Bands greifen Bushido an, 26. März 2010
  51. http://archiv.raid-rush.ws/t-358035.html
  52. http://www.musik-base.de/news/hat-bushido-einen-ghostwriter/5118
  53. http://www.youtube.com/watch?v=Ez5osg6zCDE
  54. echopop.de - Gewinner Live-Act national
  55. mtv.de - Liste der Gewinner
  56. Viva TV COMET 2007: Die Gewinner
  57. mtv.de - Liste der Gewinner
  58. Juice Magazin 3/2009; S. 84ff
  59. - Bambi für den Bösewicht
  60. - Eklat bei Gala-Bushido Bambi ärgert Rosenstolz

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