Busterminal


Busterminal
Busbahnhof in Ilmenau

Ein Busbahnhof (auch Bushof oder Busterminal) ist eine Verkehrsanlage, die als zentraler Verknüpfungspunkt verschiedener Omnibuslinien dient. Hierbei findet sich eine asphaltierte Verkehrsfläche mit Straßenanschluss, die von Omnibussen befahren wird. Zum Ein- und Aussteigen von Fahrgästen werden Bussteige (analog den Bahnsteigen in einem Bahnhof) angelegt, an denen die Busse halten. Zur Vernetzung mit Eisenbahn oder Stadtbahn werden bei Neu- oder Umbauten von Busbahnhöfen manchmal Kombibahnsteige angelegt.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Busbahnhöfe, in Deutschland oft ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof) genannt, finden sich meist in zentraler Lage entweder nahe dem Bahnhof oder in der Innenstadt. Eine Ausnahme dieser Regel stellt der ZOB Berlin dar. Weder in der Berliner Innenstadt gelegen, noch in der Nähe eines (Fernverkehrs-)Bahnhofs ist er dennoch sehr gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Fernlinienbusse erreichen ihn über die nahe gelegene Stadtautobahn (AVUS). Reisende, die den ZOB Berlin als Abfahrts- oder Ankunftsort wählten, erreichen ihn bequem über die S- oder U-Bahn.

Der erste ZOB in Deutschland wurde am 31. Dezember 1931 in einem umgebauten Bahnhof in Flensburg eröffnet. 1951 war das Konzept des Hamburger ZOB (Neubau 2003) mit seinen Bussteigen und einem gemeinsamen Zentralgebäude europaweit wegweisend für den Bus-Fernverkehr.

In vielen Ländern hat der Verkehr mit Langstrecken-Buslinien eine wesentlich größere Bedeutung als in Deutschland. Hier finden sich oft Busbahnhöfe mit den Dimensionen eines Hauptbahnhofes oder eines kleineren Flughafens, z. B. der 2005 in Helsinki eröffnete Kampin keskus oder der Busbahnhof Esenler in Istanbul, der größte Busbahnhof in der Türkei und einer der größten der Welt.

Oft befindet sich ein Busbahnhof in unmittelbarer Nähe zu einem Bahnhof einer Eisenbahn, Schnellbahn (S-, U-Bahn) oder Stadtbahn, um den Fahrgästen das Umsteigen zwischen den Verkehrsmitteln zu erleichtern. Dabei wird auf kurze Wege, ausreichende Fahrgastinformation und eine barrierefreie Gestaltung geachtet (z. B. Markierungen für Sehbehinderte). Zum leichteren Einsteigen auch mit Kinderwagen, Gepäck oder Rollstuhl sind abgeschrägte neben erhöhten Bordsteinkanten vorhanden.

Rendezvous-System

Der Platzbedarf für Busbahnhöfe gegenüber einzelnen Haltestellen ist hoch, in engen Innenstadtbereichen muss daher über Alternativen nachgedacht werden. Die Gestaltung eines Stadtbussystems bietet dazu beispielsweise verschiedene Möglichkeiten: Eine in der Innenstadt endende Buslinie benötigt eine Wendemöglichkeit und Pausenhaltestelle, eine Durchmesserlinie verlagert beides in den städtischen Außenbereich. Sollen direkte Anschlussmöglichkeiten zwischen mehreren Linien bestehen, müssen diese gleichzeitig An- und Abfahren (Rendezvous-Systeme) berücksichtigen. Dazu benötigt jede Linie eine eigene Haltestelle. Wird der Takt der Linienfahrpläne jedoch gegeneinander verschoben, reicht bei 5 Minuten Taktabstand zwischen den einzelnen Anfahrten eine Haltestelle für bis zu 12 Linien aus. Die Wartezeiten für die Fahrgäste sind bei verschobenen 20-Minuten-Takten gegenüber einem Rendezvous-System nicht übermäßig lang, da Umsteige- und eventuelle Wartezeiten auf verspätet eintreffende Busse ebenfalls bis zu 10 Minuten dauern können. In vielen Fällen kann durch eine günstige Fahrplangestaltung ohne größere Nachteile für die Fahrgäste auf Busbahnhöfe verzichtet werden.

Sonderfälle

Eine besondere Situation entsteht in Orten mit einem zentralen Umsteigeknoten im Zentrumsbereich und einem zweiten Knoten an einem etwas vom Ortszentrum entfernt gelegenen Bahnhof. Wenn hier bei der Fahrplangestaltung nicht auf eine Gleichwertigkeit beider Knoten geachtet wird (u. a. mit Durchmesserlinien), kommt es zu einer Verödung meistens des Bahnhofsknotens, wobei dann auch Bahnfahrgäste für das Bussystem verloren gehen. Ein Beispiel hierfür ist Minden – hier existiert ein Stadtbussystem mit ausschließlich Radiallinien, der moderne ZOB am Bahnhof wird nur im 30-Minuten-Takt bedient (Linienendpunkt nach zwei Stationen im Zentrum).

In Bünde wurde für ein neues Stadtbussystem ein ZOB im Zentrum errichtet, der Busbahnhof nahe dem Bahnhof blieb Endpunkt von Regionalbuslinien und wird damit nur werktags im Schülerverkehr lebendig, das Bild ohne Verkehr entspricht dem normalen Schlafzustand dieses Busbahnhofs.

Fotogalerie

Siehe auch


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