Butadien-Kautschuk


Butadien-Kautschuk
Polymere aus 1,3-Butadien (schematische Präsentation)[1]
Cis-1,4-Polybutadiene V.1.png
Ausschnitt aus einer Polymerkette von cis-1,4-Polybutadien. Eine C4-Einheit ist blau markiert.
Trans-1,4-Polybutadiene V.2.svg
Ausschnitt aus einer Polymerkette von trans-1,4-Polybutadien. Eine C4-Einheit ist blau markiert.
Isotactic-1,2-Polybutadiene V.1.png
Ausschnitt aus einer Polymerkette von isotaktischem-1,2-Polybutadien. Eine C4-Einheit ist blau markiert. In den Seitenketten erkennt man die Vinylgruppen.
Syndiotactic-1,2-Polybutadiene V.1.png
Ausschnitt aus einer Polymerkette von syndiotaktischem-1,2-Polybutadien. Eine C4-Einheit ist blau markiert. In den Seitenketten erkennt man die Vinylgruppen.
70% des weltweit produzierten Polybutadiens werden für die Herstellung von Reifen verbraucht.

Butadien-Kautschuk (Kürzel: BR (engl. Butadiene Rubber) oder BuNA -- Butadien katalysiert durch Natrium) gehört zu den Elastomeren.

Butadien-Kautschuk wird mittels Lösungspolymerisation aus 1,3-Butadien hergestellt. Je nach verwendetem Katalysator entstehen Polybutadien mit unterschiedlichen Anteilen an Polymeren mit der 1,4- Verknüpfung (cis und trans) oder der 1,2-Verknüpfung mit den Vinylgruppen in der Seitenkette. In der Praxis entstehen also Makromoleküle mit verschieden Verknüpfungsarten in der Kette:

cis-1,4-Polybutadien (%) trans-1,4-Polybutadien (%) 1,2-Polybutadien (%)
Neodym 98 1 1
Cobalt 96 2 2
Nickel 96 3 1
Titan 93 3 4
Lithium 10 bis 30 20 bis 60 10 bis 70

Es besitzt eine hervorragende Elastizität und ist im Temperaturbereich von - 80 °C bis 90 °C einsetzbar. Butadien-Kautschuk besitzt auch ohne Füllstoffe eine gute Festigkeit (ähnlich wie Naturkautschuk), eine hervorragende Abriebfestigkeit, wenn gefüllt und vulkanisiert auch eine hohe Rissbeständigkeit. Zur Verbesserung der Eigenschaften und der Verarbeitbarkeit wird Poly(butadien) mit Naturkautschuk oder Styrol-Butadien-Kautschuk SBR versetzt. Es findet Verwendung in KFZ-Reifen und Golfballkernen.

Einzelnachweise

  1. M. D. Lechner, K. Gehrke und E. H. Nordmeier: Makromolekulare Chemie, 4. Auflage, Birkhäuser Verlag, 2010, S. 29, ISBN 978-3-7643-8890-4.

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