Böhmenkirch


Böhmenkirch
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Böhmenkirch
Böhmenkirch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Böhmenkirch hervorgehoben
48.6844444444449.9338888888889696
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 696 m ü. NN
Fläche: 51,08 km²
Einwohner:

5.515 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89558
Vorwahl: 07332
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 100
89558 Böhmenkirch
Webpräsenz: www.boehmenkirch.de
Bürgermeister: Matthias Nägele
Lage der Gemeinde Böhmenkirch im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild
Fernmeldeturm südwestlich von Schnittlingen

Böhmenkirch ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Böhmenkirch liegt zwischen der Kreisstadt Göppingen (25 km) und Heidenheim an der Brenz (17 km) auf der Schwäbischen Alb in 495 bis 746 Meter Höhe.

Gemeindegliederung

Zu Böhmenkirch gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Schnittlingen, Steinenkirch und Treffelhausen. Zur Gemeinde Böhmenkirch in den Grenzen vom 31. Dezember 1972 gehören das Dorf Böhmenkirch und der Weiler Heidhöfe sowie die abgegangenen Ortschaften Schönenberg, Neuhausen, Boxweiler, Hoebert und Siggenweiler. Zur ehemaligen Gemeinde Schnittlingen gehören das Dorf Schnittlingen und die Häuser Berg (Funkstelle) und Ziegelhütte sowie die abgegangenen Ortschaften Wintereswanc und Winterreute. Zur ehemaligen Gemeinde Steinenkirch gehören das Dorf Steinenkirch, der Weiler Trasenberg, das Gehöft Lindenhof und die Häuser Obere Roggenmühle und Ravenstein. Zur ehemaligen Gemeinde Treffelhausen gehören das Dorf Treffelhausen.[2]

Geschichte

Böhmenkirch wurde im Jahre 1225 in einem vatikanischen Register erstmals als Bominwirche urkundlich erwähnt. 1302 befindet sich Böhmenkirch als Pfand des Reiches im Besitz der Grafen von Helfenstein. Graf Ulrich III. von Helfenstein ist 1307 auf Grund seiner Verschuldung gezwungen Gebiete, darunter auch Böhmenkirch, an Albert I. von Rechberg zu verpfänden. Böhmenkirch war Reichsgut und genoss besondere Rechte, die beim bekannten Böhmenkircher Bauernaufstand von 1580 bis 1582 gegen Haug (Hugo) von Rechberg eine Rolle spielten. Die ritterschaftliche Herrschaft Rechberg verlor in der napoleonischen Zeit ihre Reichsunmittelbarkeit. Dabei fiel Böhmenkirch 1806 an das Königreich Württemberg.

Am 14. April 1910 ereignete sich eine Brandkatastrophe, bei der 74 Wohnhäuser zerstört und 372 Personen obdachlos wurden.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1973 Treffelhausen und Schnittlingen sowie am 1. Januar 1974 Steinenkirch eingemeindet.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden

Treffelhausen
Treffelhausen
Schnittlingen
Schnittlingen
Steinenkirch
Steinenkirch

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung der Gemeinde zwischen 1837 und 2004.

Datum Einwohner
1837 2565
1907 2671
17. Mai 1939 2683
13. September 1950 3906
27. Mai 1970 4510
31. Dezember 1983 4576
31. Dezember 2000 5620
31. Dezember 2005 5601

Politik

Gemeinderat

Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 20 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,05 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Freie Wählergemeinschaft Böhmenkirch 14 Sitze (69,69 %)
Freie Bürgervereinigung/CDU 6 Sitze (30,31 %)

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Böhmenkirch lautet: In Rot eine goldene Holzkirche.

Für das Jahr 1924 ist für Böhmenkirch ein Baum als Siegelbild belegt. Später änderte sich diese in eine Kirche. Nach einem Vorschlag der Archivdirektion in Stuttgart nahm die Gemeinde 1957 das heutige „redende Wappen“ an: Der Ortsname Böhmenkirch leitet sich von Baumenkirche ab, was durch eine aus Baumholz bestehenden Kirche versinnbildlicht wird. Die Farben Gelb und Rot weisen auf die Herrschaft Rechberg hin. Das Wappen und die gelb-rote Flagge wurde am 4. September 1958 vom Innenministerium verliehen.

Gemeindepartnerschaften

Böhmenkirch unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur Marktgemeinde Böheimkirchen im Mostviertel in Niederösterreich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Böhmenkirch ist durch die Bundesstraße 466 (SüßenHeidenheim) an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Im ÖPNV ist die Gemeinde ein Kreuzungspunkt der Busverbindungen zwischen Göppingen, Geislingen an der Steige und Heidenheim.

Bildung

In Böhmenkirch gibt es eine Grund- und Hauptschule und im Ortsteil Treffelhausen eine reine Grundschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Böhmenkirch liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Bauwerke

St.-Vitus-Kirche in Treffelhausen

Naturdenkmäler

  • Mordloch im Roggental, mit 4,3 km die drittlängste Höhle der Schwäbischen Alb
  • Magentäle mit den Felsen Roggenstein und Roggennadel
  • Eybquelle unterhalb von Treffelhausen

Energie

Nordöstlich von Böhmenkirch steht ein Array von Windkraftanlagen.

Ein Windkraftanlage des Arrays von Windkraftanlagen nordöstlich von Böhmenkirch

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks

 Commons: Böhmenkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 279–282.

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