Bördebahn

Bördebahn
Düren–Euskirchen
Bördeexpress bei Zülpich
Bördeexpress bei Zülpich
Kursbuchstrecke (DB): 12474
Streckennummer (DB): 2585
Streckenlänge: 30,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung:
Minimaler Radius: 500 m
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Legende
Strecke – geradeaus
Schnellfahrstrecke von Aachen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Rurtalbahn von Heimbach
   
0,0 Düren
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Rurtalbahn nach Jülich
   
ehem. Erftbahn nach Bedburg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Schnellfahrstrecke nach Köln
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,8 Distelrath (Abzw)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
zum Bw der Rurtalbahn
   
ehem. Dürener Kreisbahn nach Zülpich
Haltepunkt, Haltestelle
4,8 Binsfeld (Bedarfshalt)
Haltepunkt, Haltestelle
7,6 Bubenheim (ehem. Bf, Bedarfshalt)
Haltepunkt, Haltestelle
9,1 Jakobwüllesheim (Bedarfshalt)
Haltepunkt, Haltestelle
13,0 Vettweiß (ehem. Bf)
   
ehem. Dürener Kreisbahn von Nörvenich
Bahnhof, Station
19,5 Zülpich
   
ehem. Dürener Kreisbahn nach Embken
   
ehem. Euskirchener Kreisbahnen
Haltepunkt, Haltestelle
21,3 Nemmenich (Bedarfshalt)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
23,9 Dürscheven (Anst, ehem. Bf, bis 1983 PV)
   
27,3 Elsig (Abzw)
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Beginn neuer Verlauf seit 1960
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ehem. Verbindungskurve zur Eifelstrecke
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28,5 Euskirchen Ingridhütte (Awanst)
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Eifelstrecke von Trier
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Ende neuer Verlauf seit 1960
Bahnhof, Station
29,8 Euskirchen
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Eifelstrecke nach Köln
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Voreifelbahn nach Bonn
Strecke – geradeaus
Erfttalbahn nach Bad Münstereifel

Die Bördebahn ist eine eingleisige (früher zweigleisige), nicht elektrifizierte Nebenbahn (früher Hauptbahn) im Rheinland, die von Düren über Zülpich nach Euskirchen führt. Sie besitzt heute vor allem Bedeutung für den Güterverkehr, in der Sommersaison verkehrt jeden Sonntag der Bördeexpress, ein ehrenamtlich betriebener Sonderverkehr. Es gibt außerdem Bestrebungen, den 1983 eingestellten Schienenpersonennahverkehr zu reaktivieren.

Inhaltsverzeichnis

Streckenbeschreibung

Die Strecke verläuft durch flaches, dünn besiedeltes und landwirtschaftlich geprägtes Bördeland. Nennenswerte Kunstbauten sind daher nicht vorhanden. Empfangsgebäude gibt es in den (ehemaligen) Unterwegshalten Bubenheim, Vettweiß, Zülpich, Dürscheven und Euskirchen.

Düren

Hauptartikel: Bahnhof Düren

Der 1841 an der Bahnstrecke Köln – Düren – Aachen eröffnete Inselbahnhof Düren ist der Streckenbeginn der Bördebahn. Bis zur Betriebseinstellung der Bördebahn 1983 fuhr der Zug immer von Gleis 17 ab. Ebenfalls in Düren begann früher die Erftbahn, außerdem liegt der Bahnhof an der Bahnstrecke Jülich–Heimbach durchs Rurtal und ist Heimatbahnhof der Rurtalbahn GmbH, die im Besitz der Bahnanlagen nördlich des Empfangsgebäudes ist.

Distelrath

In Distelrath lag bei der Streckenkilometer 1,8 die Blockstelle Posten 1. Zwischenzeitlich wurde diese als Versammlungsort der IG Rurtalbahn benutzt, bis 2007 das Stellwerk in Zülpich bezogen wurde. Distelrath selbst hatte nie einen eigenen Haltepunkt, soll aber im Fall einer Reaktivierung der Strecke im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) einen Haltepunkt erhalten.

Das 1908 gegründete Verkehrsunternehmen Dürener Kreisbahn hat seit seiner Gründung den Betriebssitz (früher für die Straßenbahn, heute für die Busse und Eisenbahnfahrzeuge) in Distelrath. Das Unternehmen liegt an der Kölner Landstraße und ist gleistechnisch vom Bahnhof Düren über die Ausfädelung der Bördebahn erreichbar. Auf dem Gelände liegt auch der Betriebshof für die 17 Regiosprinter und die im Güterverkehr eingesetzten Diesellokomotiven namens Sally, Josy und Chantal, sowie weitere Loktypen.

Binsfeld

Die Bördebahn verläuft am Ortsrand von Binsfeld. Seit dem 30. Juli 2006 hat Binsfeld zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Haltepunkt an der Bahnlinie. Er liegt am Streckenkilometer 5,3.

Bubenheim

Ehemaliges Empfangsgebäude in Bubenheim

Der Bahnhof Bubenheim wurde 1880 an der Bördebahn am Streckenkilometer 7,6 eingerichtet. Das Bahnhofsgebäude wird seit 1982 nicht mehr benutzt. 1988 wurde das zweite Streckengleis zwischen Düren und Bubenheim zurückgebaut und ebenso das zweite Gleis im Bahnhof Bubenheim demontiert. Bis vor wenigen Jahren war das Obergeschoss im Empfangsgebäude noch als Wohnung vermietet, heute ist das Gebäude im Besitz der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft. Neben dem Bahnhof liegt der heutige Haltepunkt Bubenheimer Spieleland. Seit 2010 halten hier an jedem Sonntag im Sommer wieder Personenzüge der Bördebahn.

Jakobwüllesheim

Jakobwüllesheim hat seit 1955 einen Haltepunkt (9,06 km) an der im Tourismusverkehr betriebenen Bördebahn. Er liegt etwas außerhalb der Ortschaft. Dieser Haltepunkt hatte einige hundert Meter weiter in Richtung Vettweiß den Posten 6. Er diente zur Sicherung des dortigen beschrankten Bahnübergangs durch anwesendes Personal.

Vettweiß

Bördeexpress im Haltepunkt Vettweiß

Von Nord nach Süd durchquert die Bördebahn die Gemeinde Vettweiß. Der Haltepunkt liegt am Streckenkilometer 12,96 und wurde 1864 zusammen mit der Streckeneröffnung in Betrieb genommen. Im nördlichen Bereich des Bahnhofs gibt es noch eine Rübenladerampe, das einzige Relikt früheren Güterverkehrs. Das zugehörige Ladegleis wurde entfernt. Das Empfangsgebäude wurde verkauft, renoviert und wird privat genutzt. Im Garten des Gebäudes liegt noch ein Stück Gleis.

Zülpich

Der Bahnhof mit der DKB und EKB

Der Bahnhof Zülpich (Streckenkilometer 19,474) wurde 1864 mit der Strecke eröffnet. Ab 1908 fungierte er als Übergabebahnhof zur Dürener Kreisbahn und zu den Euskirchener Kreisbahnen. 1959 stellten die Euskirchener Kreisbahnen ihren Betrieb in Zülpich ein, 1963 folgte die Dürener Kreisbahn. Der Personenverkehr wurde zum 27. Mai 1983 mit der Stilllegung der Bördebahn eingestellt.

Der Güterverkehr

Parallel zur Strecke verlaufendes Anschlussgleis vor der Einfahrt in den Bahnhof Zülpich

Nachdem 1962 die Anschlussgleise für die Güteranschließer eingerichtet waren, entfiel die Übergabemöglichkeit für die Dürener und Euskirchener Kreisbahn im Bahnhof Zülpich. Die Übergabeanlagen wurden demontiert bzw. umfunktioniert. Von 1976 bis 1995 wurden die Transporte von der Zülpicher Industriebahn übernommen. Diese verfügte zwischen 1987 und 1995 über zwei eigene Lokomotiven. Ansonsten wurde der Verkehr mit den Loks der Deutschen Bundesbahn durchgeführt. 1995 stellten die Zülpicher Stadtwerke den Betrieb der Industriebahn ein. Von 1996 bis 2002 wurde der Betrieb ausschließlich durch die Deutsche Bahn durchgeführt, danach betrieb die Eisenbahngesellschaft im Bergisch-Märkischen Raum (EBM) bis 2006 den Güterverkehr von Zülpich bis Euskirchen. Zusätzlich wird seit 2003 die Papierfabrik Kappa in Zülpich von der Rurtalbahn GmbH mit Braunkohle beliefert. Dieser Auftrag zur Kohlebelieferung bringt einen Jahresumfang von 38.000 Tonnen Braunkohle auf die Gleise zwischen Düren und Zülpich. Für den Betrieb der Firma Kappa mussten deshalb neue Weichenverbindungen angelegt werden. Es gab noch Industrieanschlüsse zur Zülpicher Brikettfabrik, zur Papierfabrik Sieger (später Zülpich Papier, heute Kappa), zur Firma Mundt, zu den Zülpicher Steinzeugwerken und den Firmen Liquipack, Cerestar GmbH (Weizenprodukte) sowie Albis-Plastic GmbH.

Die Gleisanlagen im Einzelnen

Aus Richtung Düren verläuft nach der Bahnhofseinfahrt neben dem Streckengleis ein Nebengleis des Bahnhofs, über das die Gleisanschlüsse von Zülpich KAPPA Papier und eines Autogroßhandels (ehem. Brikettfabrik) bedient werden. Nach dem Ende des Nebengleises passieren die Züge die Infrastrukturgrenze zwischen Rurtalbahn und DB Netz, anschließend folgt der eigentliche Bahnhof Zülpich mit Bahnsteig und Rangiergleisen. Im Bereich der Einfahrt aus Richtung Euskirchen befindet sich noch ein weiterer, derzeit nicht genutzter, Anschluss für die Bedienung zweier Industrieunternehmen.

Gegenwart und Zukunft

Nach der Einstellung des Personenverkehrs ist es auch im Bahnhof Zülpich ruhig geworden. Das Bahnhofsgebäude ist neben dem vermieteten Lagerschuppen noch erhalten. Das Empfangsgebäude im Bahnhof Zülpich ist vermietet, es befindet sich aber im Besitz der Deutschen Bahn. Die Bahnbetriebsanlagen des langgestreckten Bahnhofs Zülpich umfassen zahlreiche Gleise, die nur noch zum Teil befahrbar sind. Die Ladegleise sowie Gleis 1 sind durch Weichenausbau abgetrennt. Das ehemalige Stellwerk Zf, konzipiert als mechanisches Stellwerk, wurde renoviert und wird seit 2007 von der IG Rurtalbahn als Vereinsheim genutzt, die gesamten Bahnbetriebsanlagen sind auf Handbetrieb umgestellt. Da seit 2006 im Sommerhalbjahr sonn- und feiertags der Bördeexpress im Bahnhof Zülpich hält, wurde der Bahnsteig zwischenzeitlich erneuert.

Nemmenich

Der Haltepunkt Nemmenich wurde 1955 bei km 21,26 direkt am westlichen Ortsrand von Nemmenich gebaut. Der Haltepunkt liegt an dem kleinen Weg Heerfahrt. Die hölzerne Bahnsteigkante ist heute noch erhalten, ebenso eine kleine Postenhütte.

Dürscheven

Bis zur Stilllegung der Bahnstrecke im Jahr 1983 hatte Dürscheven einen eigenen Bahnhof, dieser wurde 1880 am Streckenkilometer 23,873 gebaut. Das renovierte Empfangsgebäude des Bahnhofs Dürscheven befindet sich in Privatbesitz und hat noch das Bahnhofsschild. Aufgrund des Privatbesitzes wird der Haltepunkt vom Bördeexpress derzeit nicht angefahren. Bei einer Reaktivierung der Bördebahn für den Personenverkehr muss ein neuer Haltepunkt gebaut werden. Am ehemaligen Bahnhof ist noch der frühere zweigleisige Ausbau der Bördebahn zu erkennen, eine Brücke hat bis heute einen Gleisrest des zweiten Gleises. Im Bereich des Bahnhofs hatte es offensichtlich unter anderem einen Anschluss zum gegenüber dem Bahnhof gelegenen Landhandel gegeben. Gleisreste sind teilweise heute noch erkennbar.

Elsig

Elsig hatte nie einen Haltepunkt, obwohl die Strecke direkt durch den Ort läuft. Bei Streckenkilometer 27,27 gab es ein Schrankenwärterhäuschen für einen Bahnübergang. Elsig hatte früher die Funktion einer Abzweigstelle, weil dort eine Verbindungskurve zur Eifelstrecke nach Trier abzweigte. Die Strecke zwischen Elsig und der Abzweigstelle Euenheim an der Eifelstrecke existierte 1923–1924 und 1942–1949, wobei sie bereits 1945 stillgelegt wurde. Sie wurde ausschließlich im Güterverkehr genutzt.

1960 wurde der Streckenverlauf zwischen Elsig und Euskirchen geändert. Die Strecke folgte ein Stück dem früheren Verlauf der Verbindungskurve in südliche Richtung, um dann über die Ingridhütte, die an einer Ausweichanschlussstelle einen Gleisanschluss erhielt, auf die Eifelstrecke einzuschwenken. Diese Abzweigung befindet sich bei km 28,7, ist jedoch unbenutzt.

Bei einer Reaktivierung des SPNV auf der Bördebahn ist vorgesehen, in Elsig einen Haltepunkt einzurichten.

Euskirchen

Hauptartikel: Bahnhof Euskirchen
Der Bördeexpress im Bahnhof Euskirchen

Der Bahnhof Euskirchen ist der Endbahnhof der Bördebahn mit Streckenkilometer 29,816. Er wurde 1864 zusammen mit der Strecke in Betrieb genommen. Da die Eifelstrecke erst 1871 eröffnet wurde, war die Bördebahn zunächst die einzige Bahnverbindung in die Eifel, bei der Streckenfortführung in Richtung Mechernich musste stets in Euskirchen Kopf gemacht werden. Später fuhren die Züge der Bördebahn bis zur Stilllegung auf Gleis 47 ein, der Bördeexpress hält heute an Gleis 4.

Geschichte

Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft erhielt am 5. März 1856 die Konzession für Bau und Betrieb der Vollbahnstrecke Düren – Schleiden. Diese Strecke wurde von der Hüttenindustrie in der Eifel gefordert, um Erze absetzen und Steinkohle aus dem Inderevier und Wurmrevier heranschaffen zu können. Am 6. Oktober 1864 wurde die Bördebahn Düren – Euskirchen eingeweiht. Die Dampflokomotive Roer zog sieben Personenwagen von Euskirchen nach Düren.

1871 wurde der Abschnitt der Eifelstrecke von Euskirchen nach Kall eröffnet. Die weiter gebaute Eifelstrecke verlief dann aber am ursprünglich anvisierten Schleiden vorbei. 1875 wurde der Streckenabschnitt Kalscheuren – Euskirchen fertig gestellt. 1880 folgte die Inbetriebnahme der Strecke Euskirchen – Bonn parallel zur Verstaatlichung der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft durch das Königreich Preußen.

Das damalige Verkehrsaufkommen spiegelt sich in der Zahl der im Jahr 1905 verkauften Fahrkarten wider, und zwar in

  • Bubenheim 21.226 Karten,
  • Vettweiß 37.883 Karten,
  • Zülpich 60.532 Karten und
  • Dürscheven 22.170 Karten.

In den 1920er-Jahren baute die französische Besatzung die Strecke zweigleisig aus, 1955 begann der Rückbau: Zwischen Bubenheim und Dürscheven wurde das zweite Gleis wieder entfernt. Damals verkehrten täglich nur noch je 18 Züge pro Richtung. 1964 kam die Idee auf, die Verbindung Düren – Euskirchen – Bonn zu elektrifizieren, um eine elektrisch befahrbare Umgehung des Großknotens Köln zu haben, wurde aber nicht verwirklicht.

Niedergang

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wurde die Verbindung Düren – Bonn Hbf zum 27. Mai 1979 in zwei Linien getrennt, und zwar Düren – Euskirchen und Euskirchen – Bonn Hbf. Gleichzeitig wurde die Strecke Düren – Euskirchen in eine Nebenbahn umgewandelt und Zugleitbetrieb eingeführt. Der fahrplanmäßige Reisezugverkehr der Deutschen Bundesbahn wurde am 27. Mai 1983 mit dem Nahverkehrszug 7844 Euskirchen – Düren eingestellt. Erstmals seit Jahren rollte am 6. Juli 1997 wieder ein Sonderreisezug von Düren nach Euskirchen. Doch 1998 wurde der Abschnitt Distelrath–Zülpich stillgelegt.[2]

Übernahme durch die Dürener Kreisbahn

Am 19. Dezember 2002 kaufte die Dürener Kreisbahn von der Deutschen Bahn die 310.000 m² große Gleisanlage von Düren bis Zülpich zum Preis von rund 860.000 Euro.

Die Rurtalbahn GmbH, ein Tochterunternehmen der Dürener Kreisbahn mit Sitz in Düren, ist seit der Gründung der Betreiber des Streckenabschnittes zwischen Düren und dem Industriegleisanschluss der Firma KAPPA-Zülpich-Papier im Bahnhof Zülpich. Mehrmals wöchentlich werden von Düren aus Kokszüge zur Firma Kappa gefahren.

Vorübergehend fand in der Folge Personenverkehr an Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten bis einschließlich Oktober statt. Es bestand hierbei eine Verbindung zwischen Düren und Euskirchen im Drei-Stunden-Takt mit modernen RegioSprintern der Rurtalbahn; geplant waren auch Fahrten in historischen Triebwagen. Zielsetzung der Sonntagsfahrten war nicht der Betrieb einer Museumsbahn, sondern die Reaktivierung für den SPNV. Diese Fahrten waren Sonderfahrten der IG Rurtalbahn und nicht in den AVV- oder VRS-Tarif eingegliedert, sie waren jedoch der Grundstein des heutigen Bördeexpress.

Der Streckenabschnitt Zülpich – Euskirchen stand weiterhin zum Verkauf, wurde aber bisher nicht verkauft und befindet sich weiterhin im Besitz von DB Netz. Die Streckenstilllegung steht nicht mehr zur Disposition, weil der Entlastungscharakter der Voreifelbahn und Bördebahn im Güterverkehr für die Strecke Bonn - Köln - Aachen erkannt wurde und ein Trassensicherungsvetrag geschlossen wurde.

Reaktivierungsbemühungen: Der Bördeexpress

Bördeexpress im Bahnhof Zülpich (2007)
Gleis im heutigen Haltepunkt Bubenheim

Im September 2006 erlebte die Strecke eine kurze Belebung. Mit einem Schulsonderzug ab Zülpich, der mit einer Fahrt über Düren bereitgestellt wurde, erfolgte ein Transport von annähernd 1.000 Personen mit einem Zug von beachtlicher Länge. Von Gleis 2 des Bahnhofs Zülpich startete das ortsansässige Gymnasium zu einer Sonderfahrt Zülpich – St. Goar und zurück. Gezogen wurde der Zug von Diesellokomotiven der DB-Baureihe 218 in Doppeltraktion.

Im Jahr 2007 fanden nach erneuter Stilllegungsgankündigung der Deutschen Bahn für den Streckenabschnitt Zülpich – Euskirchen wieder Sonderfahrten auf der Gesamtstrecke statt. Der Arbeitskreis Bördebahn-IG Rurtalbahn konnte wie geplant alle touristischen Sonderfahrten durchführen. Erstmals seit über 20 Jahren verkehrte am 3. Oktober 2007 wieder ein durchgehender Zug der Relation Düren – Zülpich – Euskirchen – Bonn Hbf und zurück, der zwischen Euskirchen und Bonn Hbf als Durchlaufzug ohne Zwischenhalte verkehrte. Am 1. und 15. Dezember 2007 wurde die durchgehende Verbindung Euskirchen – Zülpich – Düren – Aachen Hbf angeboten.

Im Dezember 2007 erhielt die Gesamtstrecke die neue Kursbuchnummer 12474. Nach 2007 erfolgte der Eintrag im Kursbuch und die Wiedereinzeichnung der Strecke in der Streckenkarte zum Kursbuch. Im Juni 2008 gründete sich der Trägerverein Bürgerbahn. Mithilfe der Anliegerkommunen, des Landes NRW, der Verkehrsbetriebe und der ehrenamtlichen Helfer soll der Fahrbetrieb des Bördeexpress nach den Prinzipien eines Bürgerbusses (Bürgerbahn) erfolgen.

Für den 30. und 31. August 2008 konnte der Arbeitskreis Bördebahn-IG Rurtalbahn e. V. zusammen mit der Stadt Zülpich als Besteller eine Reaktivierung der Bahnstrecke für zwei Tage erreichen. An beiden Tagen fuhren Züge im Stundentakt nach Euskirchen und im Zwei-Stunden-Takt nach Düren – sonntags zweimal als Eilzug bis Aachen Hauptbahnhof. Im Rahmen der EuRegionale 2008 wurde so ein Vorzeigebetrieb für eine mögliche Reaktivierung zur Landesgartenschau 2014 ermöglicht.

Im Jahr 2010 verkehrten die Triebwagen des Bördeexpress (Typ RegioSprinter) alle 14 Tage, an Sonntagen im 4-Stunden-Takt zwischen Düren und Euskirchen. Seit dem Fahrplanjahr 2011 wird an jedem Sonntag in den Sommersaison (Mai bis Oktober) gefahren, weiterhin im 4-Stunden-Takt.[3] Diese Fahrten können auch mit Tickets des AVV und des VRS genutzt werden. Fahrräder und Hunde werden kostenlos befördert.[4]

Weblinks

 Commons: Bördebahn – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6 Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Martin Krauss: Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur 1997/98, in: Bahn-Report 2/1999, S. 4–7, hier: S. 6.
  3. BördeExpress Fahrplan 2010. IG Rurtalbahn e. V., Bürgerbahn e. V., abgerufen am 7. September 2010..
  4. NEUE Tarifbestimmungen für den Bördeexpress 2010. IG Rurtalbahn e. V., Bürgerbahn e. V., abgerufen am 7. September 2010: „Verbundfahrscheine des VRS und des AVV werden anerkannt“.

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