Bördetag

Bördetag
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Soest
Soest
Deutschlandkarte, Position der Stadt Soest hervorgehoben
51.5711111111118.109166666666790Koordinaten: 51° 34′ N, 8° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 85,81 km²
Einwohner: 48.526 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 566 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59494
Vorwahl: 02921
Kfz-Kennzeichen: SO
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 040
Stadtgliederung: Kernstadt und 18 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Vreithof 8
59494 Soest
Webpräsenz:
Bürgermeister: Dr. Eckhard Ruthemeyer (CDU)
Lage der Stadt Soest im Kreis Soest
Nordrhein-Westfalen Kreis Paderborn Kreis Soest Kreis Warendorf Hamm Kreis Unna Märkischer Kreis Hochsauerlandkreis Soest Ense Welver Anröchte Lippstadt Werl Geseke Lippetal Bad Sassendorf Rüthen Wickede Warstein Erwitte MöhneseeKarte
Über dieses Bild
Blick auf Soest, vom südlich gelegenen Haarstrang aus gesehen. Im Hintergrund die ca. 20 km entfernten Beckumer Berge. An Kirchen sind von Links nach Rechts zu sehen: St. Petri, St. Pauli, St. Patrokli und die Wiesenkirche
Bronze-Modell der Innenstadt. Tastmodell für Sehbehinderte am Petrikirchplatz vor dem Rathaus, Blick von Norden auf den ottonischen Kern

Soest [zoːst] ist eine westfälische Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. In der jeweils etwa 50 km östlich von Dortmund und westlich von Paderborn gelegenen Stadt in der fruchtbaren Soester Börde leben heute mehr als 48.000 Einwohner. Neben der Kernstadt mit mehr als 30.000 Einwohnern verteilt sich die übrige Bevölkerung auf die umliegenden Ortsteile.

Inhaltsverzeichnis

Schreibweise

Weil sie schon den vor 1995 geltenden Regeln widersprach, bleibt die Schreibung mit oe (sog. Dehnungs-E) nach der dringenden Empfehlung des Ständigen Ausschusses für Geographische Namen [2]) bestehen.

Geographie

Nachbargemeinden

Soest grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an Lippetal, Bad Sassendorf, Möhnesee, Ense, Werl und Welver.

Stadtgliederung

Im Zuge der Gemeindegebietsreform von 1969 in Nordrhein-Westfalen wurde die alte Stadt Soest zum 1. Juli 1969 mit 18 ursprünglich selbstständigen Gemeinden – jetzt Ortsteile – zusammengeschlossen. Diese Ortsteile standen schon immer in enger Beziehung zur Stadt Soest; im herrschaftlichen Sinne gehörten sie wie 30 weitere Gemeinden seit dem Mittelalter bis zum Jahr 1809 zur Soester Börde. Das heißt auch, dass die ursprüngliche Mehrheitskonfession der Bewohner dieser Ortsteile wie bei der Soester Stadtbevölkerung die Evangelische war. Im landschaftlichen Sinn gehört ein Teil der Soester Ortsteile jedoch nicht zur Soester Börde, sondern zur Haar. Nicht alle Einzelortschaften in der heutigen Stadt Soest sind Ortsteile im administrativen Sinn (so z.B. nicht Ellingsen nördlich von Soest).

Ortsteile der Stadt Soest im administrativen Sinn außerhalb der Kernstadt

Die auffällige Häufung von Ortsnamen auf „-ingsen“ ist kennzeichnend für die gesamte nähere Umgebung von Soest. Es handelt sich um eine Verkürzung des ursprünglichen Namensbestandteils „-inghausen“.

Geschichte

Die alte Hansestadt Soest (Sosat, latinisiert: Susatum) mit weit über 1000-jähriger Geschichte zählte im Mittelalter zu den bedeutendsten Hansestädten Europas. Zum Territorium der Stadt Soest gehörte neben der 106 Hektar großen,[3] ummauerten Stadt auch das Umland der Soester Börde mit zehn Kirchspielen.

Lage und Ursprung

Der ottonische Kern der Altstadt (grün umrandet): 1) Nikolaikapelle, 2) St.-Patrokli-Dom, 3) Morgner-Haus, 4) Standort der Alten Pfalz, 5) St.-Petri-Kirche, 6) Rathaus mit vier Gebäudeteilen aus verschiedenen Jahrhunderten; unten links ein Zipfel des Großen Teichs

Urkundlich erwähnt wird die Stadt zwar erstmals im Jahr 836. Gleichwohl ist eine Besiedlung des Gebietes südöstlich des Patrokli-Doms bereits für die so genannte bandkeramische Zeit – etwa 5500 bis 5000 v. Chr. – nachgewiesen worden. Bei archäologischen Grabungen im Stadtzentrum wurde ein Erdwerk der Michelsberger Kultur entdeckt. Ferner fanden Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe am östlichen Stadtrand (Soest-Gelmen) Besiedlungsspuren aus der Zeit um Christi Geburt. Archäologische Funde am Kohlbrink (heute C&A-Gelände) belegen darüber hinaus, dass hier etwa um 500 n. Chr. Menschen lebten und Salz gewannen. Bereits aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ist ein Gräberfeld der Merowinger bekannt, dessen Siedlungszugehörigkeit aber unbekannt ist. Die Herkunft des Namens „Soest“, um die eine frühere Debatte wieder aufgeflammt ist, verweist möglicherweise auf eine uralte (vorgermanische) Siedlungstradition.

Soest gehört, wie etwa die Städte Dortmund, Unna, Werl, Erwitte, zu einer alten Siedlungskette, die einerseits durch zahlreiche Quellen nördlich von Ardeygebirge und Haarstrang, andererseits durch die alte Handelsverbindung des Hellwegs begünstigt ist. Die fruchtbare Landschaft der Soester Börde, das relativ trockene Klima sowie das reichlich vorhandene Wasser waren schon immer für eine Ansiedlung günstig. Die Solequellen in der Nachbarschaft ließen schon früh die Salzgewinnung zu einem bedeutenden mittelalterlichen Wirtschaftszweig der Stadt werden. Neben dem Salz spielte die Eisenverarbeitung, wie man seit einigen Jahrzehnten weiß, eine wichtige Rolle bei dem Aufstieg Soests zu einer der bedeutendsten Gewerbe- und vor allem Handelsstädte, deren Kontakte bis Nowgorod (Naugarden) im heutigen Russland reichten. Der Aufstieg zur Fernhandelsstadt wurde durch die günstige Lage am Kreuzungspunkt von Hellweg (Ost-West-Achse) und einer Nord-Süd-Straße unterstützt. Die Solequellen der Umgebung werden noch heute genutzt, allerdings nicht für die Salzgewinnung, sondern für den Kurbetrieb im benachbarten Bad Sassendorf und für eine Schausaline in Werl.

Mittelalter und Übergang zur Neuzeit

Blick auf den Turm von St. Patrokli über den „Großen Teich“
Fachwerkhäuser am Markt: Doppelgieblig das historische Haus zum „Wilden Mann“. In der Originalgröße ist an der rechten Gebäudeseite die Figur „Wilder Mann“ von Eberhard Viegener zu erkennen.
Fachwerk und grüner Sandstein in der Altstadt, hier an einer Passage zwischen Markstraße- und Petrikirchplatz; Blick westlich in Richtung Bäckerei Haverland

Dass der Name Soests (Susat) im Mittelalter weithin bekannt war, davon zeugen ausländische Überlieferungen. So berichtete 972 ein mittelalterlicher arabischer Gesandter von einem volkreichen, befestigten Ort namens Shushit, an dem Salz durch Verdampfen salzhaltigen Quellwassers hergestellt werde, und die skandinavische Thidrekssaga beschreibt, in Übereinstimmung mit einer Soester Ortssage, den Untergang der Niflungen (Nibelungen) in Soest.

Eine Besonderheit ist das alte Soester Stadtrecht, das erste im deutschen Raum nachweislich aufgezeichnete, überliefert in Form der alten und neuen Kuhhaut, sowie der alten Schrae. Vermutlich geht das Soester Stadtrecht auf über Köln vermittelte Vorbilder aus der Lombardei zurück. Es wurde von vielen Städten der Umgebung übernommen, beispielsweise von Korbach. Wichtiger aber war die Fernwirkung des Soester Stadtrechts: Die Übernahme durch das unter anderem von Soester Kaufleuten mitgegründete Lübeck brachte es mit sich, dass das Soester Stadtrecht in modifizierter Form, als lübisches Recht, weithin in den Ostseeraum ausstrahlte.

Wilhelm von Holland nahm als deutscher König Soest bereits 1252 in seinen und des Reiches besonderen Schutz und erteilte der Stadt weitreichende Handelsprivilegien.[4]

Soest war eine der bedeutendsten Hansestädte im Mittelalter und war Prinzipalstadt im westfälischen Hanseviertel, neben Dortmund, Münster und Osnabrück. Der letzte örtliche Hansetag für die Soest zugeordneten Städte, darunter Lippstadt, Werl, Arnsberg, Attendorn, Brilon, Rüthen und Geseke, fand 1604 statt. Das letzte Mal auf einem allgemeinen Hansetag in Lübeck war Soest im Jahre 1608 vertreten. Am letzten Hansetag 1669 der bereits im Niedergang befindlichen Hanse nahm Soest nicht mehr teil.

Wie viele andere Städte im späten Mittelalter, versuchte auch Soest seine Selbstständigkeit gegenüber der Landesherrschaft, in diesem Fall dem Kölner Erzbischof über das Herzogtum Westfalen, durchzusetzen. Bereits 1225 hatten die Einwohner von Soest die erzbischöfliche neue Pfalz gewaltsam entfestigt. Um ihre Eigenständigkeit zu wahren bzw. zu erweitern, unterstellte sich die Stadt im 15. Jahrhundert dem Schutz von Johann I., Herzog von Kleve, der ein Verwandter des burgundischen Herrscherhauses war und Soest eine weitgehende Unabhängigkeit zusicherte. Der Sieg über die Belagerungstruppen des Erzbischofs in der Soester Fehde (1444–1449) war allerdings ein Pyrrhussieg. Soest war nun fast rings umher von fremdem Gebiet umgeben, und so verlor die Handelsstadt in der Folgezeit an Macht und Einfluss und wurde mehr und mehr zu einer Ackerbürgerstadt. Viele mächtige Kaufmannshäuser aus der Blütezeit der Stadt waren nun unbewohnt und verfielen. Aus ihren Steinen entstanden die vielen Grünsandsteinmauern in der Altstadt, die häufig überraschend große Gärten umschließen.

Frühe Neuzeit

De jure war Soest nach der Soester Fehde unabhängiger als eine freie Reichsstadt; die lockere Bindung an Kleve brachte jedoch später die Eingliederung in das sich langsam nach Westen ausdehnende spätere Preußen mit sich. Nach dem Tod Johann Wilhelms, des letzten Herzogs von Kleve, im Jahre 1609 wurde Soest als Teil des klevischen Erbes den Brandenburgern zugesprochen. Die Soester Verweigerung hiergegen hatte keinen Erfolg: Mit der Kapitulation von 1616 wurde Soest erstmals „feindlich“ besetzt. Unter dem Dreißigjährigen Krieg musste die Stadt wie auch andere Städte beträchtlich leiden. Den Tiefpunkt des Niedergangs erlebte Soest hinsichtlich seiner Bevölkerung im Jahr 1756, als es nur noch ca. 3.600 Einwohner zählte. Der preußische Absolutismus und nicht zuletzt das Bestreben des preußischen Staates, den freien Zugriff auf wehrfähige Männer zu erhalten, führten zur schrittweisen Aufhebung der städtischen Privilegien: So verlor Soest 1742 das Münzrecht, und 1751 wurde die seit mehr als 490 Jahren bestehende Ratsverfassung aufgehoben (unter Hinweis auf Manipulationen bei den innerstädtischen Wahlen). In Soest stand ein preußisches Regiment zu Fuß, das seinen Ersatz aus der Grafschaft Mark erhielt.

1531 führte die Stadt, über Philipp Melanchthon vermittelt, die Reformation ein. So sind die zahlreichen, kunstgeschichtlich teilweise bedeutsamen mittelalterlichen Gotteshäuser der Altstadt wie auch der Börde alle, bis auf den St.-Patrokli-Dom als ehemalige Stiftskirche, evangelisch. Als Strafe für einen Soester Jagdfrevel auf kurkölnischem Gebiet wurde 1661 die Madonnenstatue durch den Erzbischof von Köln aus der Wiesenkirche (und damit die seit der Reformation ruhende Marienwallfahrt) nach Werl überführt. Dorthin pilgern in jedem Jahr mehrere Hunderttausend Wallfahrer und haben Werl zum drittgrößten Wallfahrtsort in Deutschland gemacht. Im Gefolge der Säkularisation zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Nonnenklöster Paradiese und Welver in der Soester Börde in den Jahren 1808 und 1809 aufgehoben, 1811 folgte das Stift St. Patrokli, 1812 das Stift St. Walburgis sowie das Dominikaner- (1812) und das Franziskanerkloster (1814).

Während der napoleonischen Zeit (1809) ging Soest auch seiner Börde, immerhin ca. 20.000 Hektar mit 48 Dörfern, verlustig.

Moderne

Obwohl Soest zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit etwa 5.000 – 8.000 Einwohnern nach Münster, Iserlohn und Minden noch zu den größten Städten Westfalens zählte (1843 hatte Soest mit 8.750 Einwohnern immer noch mehr als Dortmund mit 7.650), verpasste es im 19. Jahrhundert weitgehend den wirtschaftlichen Anschluss. Die mittelalterliche Bausubstanz verfiel zusehends; wichtige Baudenkmäler, darunter drei Kirchen, Teile des mittelalterlichen Rathauses und neun von zehn Stadttoren, wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts niedergelegt. Am wirtschaftlichen Rückstand änderte zunächst weder die Erhebung zur Kreisstadt 1817 etwas noch der Bahnanschluss 1849.

Villa Sternberg in Soest, der innen wie außen besterhaltene Bau Bruno Pauls in der Stadt.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbesserte sich die wirtschaftliche Lage, als der Güterbahnhof mehr und mehr Arbeitsplätze schuf (in der Hochzeit ca. 2.000 Beschäftigte) und sich eine mittelständische Industrie im Bereich von Lebensmittel- (Zuckerfabrik, Soest als Mittelpunkt der fruchtbaren Börde) und Eisenverarbeitung entwickelte. Gleichwohl war Soest zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine beschauliche Provinzstadt, die kaum über die Stadtumwallung hinausgewachsen war und gerade wegen ihres romantischen Charakters zum Zentrum des Westfälischen Expressionismus wurde. Bedeutsam für die moderne Architektur sind drei Villen des Architekten Bruno Paul aus den 1920er Jahren. Die kleinste dieser Villen („Plange-Villa“) beherbergt heute das Kreisarchiv. In den 1930er Jahren gab es erfolglose Bestrebungen in NS-Kreisen, das mittelalterlich anmutende Soest zu einem Nationaldenkmal zu erklären.

Walzen„denkmal“ am alten Werksstandort Fa. Ruthemeier, heute Gelände der Stadthalle

Im Zweiten Weltkrieg wurde Soest mehrfach Ziel alliierter Bombenangriffe, da es über einen der bedeutendsten Rangierbahnhöfe im damaligen Deutschen Reich verfügte (Güterverkehr vom Ruhrgebiet nach Sachsen und Schlesien). Außerdem befand sich in der Innenstadt eine kriegswichtige Akkumulatoren-Fabrik der Firma Akku Hagen. Außerhalb des keilförmigen Hauptbombenfeldes zwischen Bahnhof und Fabrik blieb der historische Stadtkern jedoch zu großen Teilen erhalten, obwohl insgesamt 60 % des Hausbestandes beschädigt und zum Teil zerstört wurden. Der Rangierbahnhof wurde zwar nach dem Zweiten Weltkrieg in kleinerer, jedoch modernerer Form wieder aufgebaut, ist aber später stillgelegt und abgerissen worden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen Fläche und Bevölkerung der Stadt in kurzer Zeit beträchtlich an, als im Südosten die seinerzeit bundesweit größte geschlossene Siedlung für vornehmlich schlesische Flüchtlinge (vor allem aus der Region von Glatz) errichtet wurde. Über mehrere Jahrzehnte war die Stadt ein wichtiger Garnisonsstandort für zunächst kanadische, dann belgische Einheiten (drittgrößter belgischer Standort in Deutschland), auch wohnten in der Stadt zahlreiche englische Soldatenfamilien aus Standorten in den umliegenden Gemeinden. Mit zwei Anschlüssen an die in den 1970er Jahren fertiggestellte BAB 44 und der Einrichtung der Hochschule (siehe unten) wurde die Grundlage dafür gelegt, dass sich Soest heute als wirtschaftlich prosperierende Stadt und beliebter Wohnort für Pendler ins östliche Ruhrgebiet darstellt.

Historische Gliederung

Die historische Gliederung der Stadt bestand aus der eigentlichen Stadt mit ihren sechs sogenannten „Hofen“ und dem Umland, der „Börde“. Aus den einzelnen Gemeinden der Börde gingen mit der Gebietsreform von 1969/1974 die Gemeinden Welver und Bad Sassendorf hervor. Seit 1969 besteht die Stadt Soest aus der Kernstadt und 18 Ortsteilen, darunter auch die alten Kirchdörfer Ostönnen und Meiningsen. Ebenfalls eingemeindet wurde damals die winzige Gemeinde Paradiese, deren ehemaliges Kloster in den letzten Jahren teilweise restauriert wurde. Das Kloster Paradiese ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden und wurde durch Grimmelshausens Simplicius Simplicissimus literarisch verewigt.

Alte Soester Spezialitäten

Zu den althergebrachten Spezialitäten der Soester Küche zählen Möppkenbrot und Pumpernickel. Ob der Pumpernickel aber tatsächlich in Soest erfunden wurde, ist strittig, denn um diese Ehre streiten sich mehrere Städte in Westfalen, wie beispielsweise auch Rheine. Fest steht jedoch, dass die Bäckerei Haverland im Stadtzentrum, ehemals königl. bayrischer Hoflieferant des schwarzen Brotes, auf eine mehrhundertjährige Betriebstradition (seit 1570) verweisen kann. Eine mittlerweile auch nicht mehr ganz junge Neuerung unter den Soester Spezialitäten ist das „Bullenauge“, ein Mokkalikör, der vor allem zur Allerheiligenkirmes ausgeschenkt wird. Eine weitere Soester Spezialität ist das Soester Bier, auch Zwiebelbier genannt, das seit 1993 im Brauhaus Zwiebel gebraut wird.

Politik

Stadtrat

Bei den Wahlen zum Stadtrat am 26. September 2004 hatte die SPD zwölf Sitze, allerdings spalteten sich zum Jahresbeginn 2005 zwei Mitglieder der SPD-Fraktion ab und bildeten die Gemeinschaft sozial-liberaler Wähler (GSLW), so dass nun auf die SPD zehn und auf die GSLW zwei Sitze entfallen, woraus sich folgende Sitzverteilung ergibt:

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 19 Sitze
SPD 10 Sitze
BG 6 Sitze
Grüne 5 Sitze
FDP 3 Sitze
GSLW 2 Sitze
SO! 1 Sitz

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[5] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD BG FDP Grüne SO!
1975 40,4 34,2 12,9 10,0
1979 43,5 36,9 9,9 6,7
1984 39,5 36,4 9,8 4,3 8,2
1989 33,4 38,4 12,8 4,5 8,1
1994 34,0 43,7 11,3 3,2 7,8
1999 47,0 30,6 15,1 6,0
2004 40,1 26,7 13,4 6,8 9,9 3,1

Bürgermeister seit 1948

  • 1948–1952: Hubertus Schwartz (CDU)
  • 1952–1956: Wilhelm Runte (FDP)
  • 1956–1961: Georg Düllberg (SPD)
  • 1961–1975: Walter Klemann (CDU)
  • 1975–1981: Ingrid Kipper (CDU)
  • 1981–1989: Helmut Busmann (CDU)
  • 1989–1999: Peter Brüseke (SPD), seit 1995 hauptamtlich.
  • seit 1999 hauptamtlich: Dr. Eckhard Ruthemeyer (CDU)

Wappen

Blasonierung: „In Silber ein pfahlweise gestellter, rechtsgekehrter, aufrechter roter Schlüssel, dessen Bart in bestimmter Weise von kreuzförmigen Einschnitten durchbrochen ist.“

Flagge

Die Flagge weist im ersten weißen Drittel – von der Stange an gezählt – den senkrechten roten Schlüssel des Stadtwappens auf. Die übrigen beiden Drittel sind siebenmal weiß über rot geteilt.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Haus zur Rose, auch bekannt als „Freiligrathhaus“; links daneben das Geburtshaus Wilhelm Morgners

Die alte Stadtmauer mit ihrem Wall ist noch zu drei Vierteln erhalten, ein Viertel wurde ab 1890 den Bahnschienen geopfert. Allerdings ist der noch erhaltene Teil nur der sogenannte innere Wall, da der äußere Teil bereits 1586 aus militärtaktischen Gründen abgerissen wurde. Als einziges von ehemals zehn Stadttoren (acht Haupttore und zwei Nebentore) ist noch das Osthofentor komplett erhalten, das heute eines der städtischen Museen beherbergt. Die mit Bäumen bepflanzten Wälle wie die vorgelagerte parkähnliche Gräfte sind vollständig begehbar und eignen sich gut für einen Spaziergang, zum Beispiel zum Kattenturm.

Die Soester Innenstadt steht zu großen Teilen unter Denkmalschutz, insgesamt über 600 Gebäude. Einige der alten Häuser an den vielen, oft von Grünsandsteinmauern eingefassten schmalen Gassen sind nur wenige Meter breit, bei vielen älteren Fachwerkhäusern liegt die Zimmerhöhe zudem deutlich unter 2 m, so dass man heute im Rahmen von Renovierungen teilweise dazu übergegangen ist, ganze Häuser jeweils anzuheben, um wenigstens im Erdgeschoss ausreichend hohe Decken zu erhalten. Eine Fachwerkstadt war Soest anscheinend nicht immer, wenn man alten Darstellungen Glauben schenken kann.[6] Erst in der Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs, also ab dem 15. Jahrhundert, wurde der Steinbau durch den billigeren Fachwerkbau abgelöst. Das dafür benötigte Holz stand günstig zur Verfügung, da der Trierer Erzbischof und Administrator von Köln Kuno II. von Falkenstein der Stadt im späten 14. Jahrhundert weitgehende Holzgerechtsame im Arnsberger Wald verliehen hatte, die über 400 Jahre bestanden.[7] Eine Besonderheit Soests sind die vielen Gärten in der Innenstadt. Vor allem im Mai ist ein Stadtbummel zwischen altem Fachwerk, urigem Grünsandstein und der Blütenpracht der vielen Gärten ein besonderes Erlebnis („Soester Baumblüte“).

Von den vielen unter Denkmalschutz stehenden Häusern sind unter anderem besonders bemerkenswert das „Haus zur Rose“ oder „Freiligrath-Haus“, benannt nach dem Dichter Ferdinand Freiligrath, das „Pilgrim-Haus“, ältester Gasthof Westfalens, eine ehemalige Pilgerherberge der Jakobspilger, der „Burghof“ mit dem stadtgeschichtlichen Burghofmuseum und dem Romanischen Haus sowie das doppelgieblige Fachwerkhaus „Zum wilden Mann“.

St.-Patrokli-Dom

Sehenswert sind die Kirche St. Petri („Alde Kerke“) (evangelisch, erster Bau um 780 n. Chr. und damit die wohl älteste Kirchengründung Westfalens; im heutigen Stil ab 1150) und der St.-Patrokli-Dom (ein katholisches Münster, gegründet 954 n. Chr. als Kollegiatstift), die im Stadtzentrum weniger als zehn Meter auseinder stehen. Die Petrikirche war früher mit der ersten Pfalz (später so genanntes „Hohes Hospital“) verbunden, deren Mauerreste in Nachbarschaft des Turmes noch besichtigt werden können („Wittekindsmauer“). Der St.-Patrokli-Dom – „Inbegriff der Romanik in Westfalen“ – feierte vor kurzem sein 1050. Weihejubiläum und zählt somit zu den ältesten Kirchen in Deutschland. Besonders monumental wirken der Turm („Turm Westfalens“, von Experten oft als schönster romanischer Turm Deutschlands bezeichnet) und das Westwerk, in dessen oberer Etage sich das Dommuseum befindet.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind u.a. die in unmittelbarer Nähe des Doms gelegene Nikolaikapelle, die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche St. Maria zur Wiese (Wiesenkirche) – eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Deutschlands – und die so genannte „Hohnekirche“ (St. Maria zur Höhe) mit mittelalterlichen Innenausmalungen (teilweise wahrscheinlich von griechischen beziehungsweise byzantinischen Künstlern verfertigt) und einem Scheibenkreuz, wie man es sonst nur auf Gotland findet, ein Relikt der weitgespannten Handelsbeziehungen im Mittelalter. Die Dombauhütte der Wiesenkirche ist in Expertenkreisen ebenso bekannt wie die des Kölner Doms. Wie auch die anderen der insgesamt noch sieben Kirchen und zwei Kapellen (Nikolaikapelle und Brunsteinkapelle) im historischen Stadtkern, sind auch diese beiden Kirchen aus heimischem Grünsandstein, wie er in Anröchte gewonnen wird, erbaut.

Die Teichsmühle in Soest

Die Kirche Alt-St. Thomä fällt durch ihren „schiefen“ Turmhelm auf. Vermutlich im Zusammenhang mit der ehemals benachbarten (2.) bischöflichen Pfalz entstanden, gehört sie heute der reformierten Gemeinde. Der zumeist unzugängliche eigentliche Kirchenraum ist ein beeindruckendes Erlebnis, da die Wände unverputzt und der Boden ebenfalls kaum bedeckt ist. Im Chorbereich der Kirche findet sich, auch vom Wall aus sichtbar, eines der wahrscheinlich ältesten gotisch eingefassten Fenster in Deutschland.

Beachtenswert ist auch der sogenannte „Große Teich“, der die Besonderheit aufweist, dass er aufgrund mehrerer salzhaltiger Quellen nicht zufriert.

Historische Kunstschätze in und aus Soest

Glocken Soest besitzt nach Bamberg das zweitgrößte historische Geläut in Deutschland. Herausragend ist hier vor allem der Patroklidom, in dessen Turm sich 11 der 34 Glocken befinden.

Orgeln Zahlreiche alte Kirchen in Soest besitzen bedeutende Orgeln. Ein kunst- und musikhistorische Besonderheit von internationalem Rang ist die Orgel in St. Andreas zu Ostönnen, eine der ältesten bespielbaren Orgeln der Welt.

Gemälde, Graphiken, Glaskunst

Heinrich Aldegrever: Selbstbildnis 1537
Wilhelm Morgner: Einzug Christi in Jerusalem
  • Aus Soest stammt das älteste erhaltene Antependium Deutschlands, das sich heute im Westfälischen Landesmuseum in Münster befindet.
  • Zu den ältesten Kunstwerken ihrer Art in Deutschland zählen die in Fragmenten erhaltenen Glasbilder von St. Patrokli. Die Herstellung von Glasbildern stand in Soest bereits sehr früh in Blüte, wie auch Glasbilder aus dem benachbarten Bad Sassendorf-Lohne belegen.
  • Von besonderer Bedeutung waren bzw. sind auch die erhaltenen romanischen Apsismalereien in St. Patrokli und der Hohnekirche, die auf griechisch-byzantinischen Einfluss hinweisen
  • Aus dem 16. Jahrhundert stammen die riesigen Glasfenster in der Wiesenkirche, in dieser Größe und im Erhaltungsgrad eine kunsthistorische Besonderheit
  • Conrad von Soest bzw. seine Schüler hinterließen bedeutende Bildnisse in St. Petri und der Wiesenkirche
  • Ebenfalls hinterließ der Kupferstecher und Maler Heinrich Aldegrever ein Bildnis in der Wiesenkirche
  • Zahlreiche Künstler des Expressionismus wirkten in Soest, so Wilhelm Morgner, Emil Nolde, Christian Rohlfs, Eberhard Viegener, Karl Schmidt-Rottluff, Heinrich Schlief
  • Lange Jahre war der Informelle Hans Kaiser in Soest tätig, der nicht nur zwei Fenster im Patroklidom und das Fensterband in der Johanneskirche hinterließ, sondern auch Werke für die Nationalkathedrale in Washington und das UNO-Gebäude in New York schuf.
  • Kunstgegenstände aus Soest befinden sich im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster, in der Berliner Gemäldegalerie, im Pariser Louvre und im New Yorker Metropolitan Museum of Art.

Theater

In der Stadthalle gastieren regelmäßig bekannte deutsche Tourneetheater. Darüber hinaus finden hier Konzerte, Musicals, Opern, Operetten, Kindertheater und Ballettveranstaltungen statt.

In Soest ist das größte englischsprachige Tourneetheater Europas ansässig, das White Horse Theatre, das vornehmlich pädagogische Ansätze verfolgt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Wippe am „Großen Teich“ in Soest
  • Tanz in den Mai: traditionell findet jedes Jahr am 30.April im Zentrum der Stadt ein Tanz in den Mai statt, zu dem alle Bürger eingeladen sind.
  • Bördetag (Stadtfest): Der Bördetag am zweiten Wochenende im Mai (zuletzt immer am ersten Juni Wochenende) ist das große Stadtfest in Soest. Neben verkaufsoffenem Sonntag und Trödelmarkt wird ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm mit Musik und Show geboten. In jedem Jahr wird zum Bördetag die Bördekönigin ernannt.
  • Bürgerschützenfest: Das Bürgerschützenfest ist immer am ersten Samstag nach Johanni (24. Juni). Es wird vom Bürger-Schützen-Verein zu Soest, der seinen Ursprung im Spätmittelalter hat, ausgerichtet. Den Auftakt bildet traditionsgemäß das „Wippen in den großen Teich“, bei dem zwei bekannte Soester Bürger und ein Schützenbruder in den Teich „gewippt“ werden. Am Freitagabend wird an der Stadthalle der große Zapfenstreich aufgeführt; am Schützen-Samstag folgt die Festrede auf dem Markt und anschließend die große Parade vor dem Rathaus; am Sonntagmorgen gibt der Kommandeur im Burghofmuseum einen Empfang für das neue Königspaar mit Ehrengästen und Schützenbrüdern.
  • Campus Summernight: im Juli, zum Start der Semesterferien findet die Campus Summernight statt, bei der die Absolventen der Fachhochschule offiziell verabschiedet werden.[8]
Allerheiligenkirmes: Riesenrad mitten in der Soester Altstadt. Blick östlich Richtung Vreitshof, die drei Fassaden rechter Hand gehören zum Rathaus
  • Allerheiligenkirmes: Im November 2008 fand zum 671. Mal die Allerheiligenkirmes statt. Sie ist die größte Altstadtkirmes in Europa (Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als größte Innenstadtkirmes Europas) und verläuft durch große Teile des mittelalterlichen Stadtkerns. Die Allerheiligenkirmes beginnt immer am ersten Mittwoch nach Allerheiligen und dauert insgesamt fünf Tage. In jedem Jahr wird zur Allerheiligenkirmes das Jägerken von Soest als Symbolfigur für die Stadt ernannt. Der Jäger von Soest ist die Hauptfigur in dem 1669 erschienenen Simplicissimus-Roman von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, der im Dreißigjährigen Krieg spielt. Ein verfremdeter Landsknecht, der den Jäger von Soest symbolisieren soll, wirbt jährlich auf den Werbeplakaten zur Allerheiligenkirmes. Jägerken und Bördekönigin vertreten meistens gemeinsam die Stadt Soest auf Stadtfesten in und außerhalb von Soest.
  • Soester Weihnachtsmarkt: Der Soester Weihnachtsmarkt findet alljährlich in der Soester Innenstadt statt. Der von der Soester Wirtschaftsförderung organisierte Markt findet auf dem nördlichen Petrikirchhof, der Rathausstraße und mittlerweile auch auf dem Soester Marktplatz statt. Er beginnt meist am Montag nach Totensonntag und dauert bis wenige Tage vor Weihnachten. Der Soester Weihnachtsmarkt erfreut sich zunehmender Beliebtheit, so dass er den Bördetag als zweitgrößte Soester Veranstaltung abgelöst hat.
  • Philippsessen: Eine der ältesten Veranstaltungen seiner Art ist das Philippsessen, das der Rat der Stadt alljährlich mit offiziell geladenen Gästen im historischen Burghof durchführt.

Sonstiges

  • Eine Besonderheit aus der Zeit der Merowinger ist die bekannte Soester Scheibenfibel, ehemals im archäologischen Landesmuseum Münster.
  • In Berlin befinden sich heute die Reste des historischen Patroklischreins aus dem Patroklidom.
  • Die Werler Madonna befand sich ursprünglich in der Soester Wiesenkirche.

Sport

Soest ist ein Zentrum des Kraftsports. So ist der AC Soest mehrfacher Deutscher Meister im Gewichtheben und hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von bedeutenden Gewichthebern und anderen Kraftsportlern hervorgebracht. Ende der 1980er Jahre war Soest Austragungsort der Weltmeisterschaft im Kraftdreikampf. Auch fand die Wrestlingliga wXw in Soest statt.

In Soest ist das Ziel des größten Silvesterlaufes Deutschlands. Der Silvesterlauf von Werl nach Soest, dessen 15 Kilometer lange Strecke über die Bundesstraße 1 führt, lockt jährlich über 8000 Läufer.

Der Verein TuS Jahn Soest hatte in den 1980er Jahren eine starke Tischtennis-Damenmannschaft. Sie spielte seit der Saison 1979/80 in der 2. Bundesliga und schaffte 1984 den Aufstieg in die 1. BL.[9] 1990 wurde die Mannschaft Deutscher Vizemeister. Bekannte Spielerinnen waren Jin-Sook Cords, Katja Nolten, Ilka Böhning, Brigitte und Nicole Dekein, Eva Ferenczi, Olawunmi Majekodunmi.

Des Weiteren hat am nahegelegenen Flugplatz Soest-Bad Sassendorf (im Lohner Klei) die Flugsportgemeinschaft Soest e.V. ihren Sitz und übt dort die Sportarten Motorflug und Segelflug aus.

Infrastruktur

Medien:

  • Soest besitzt zwei Tageszeitungen: Der Soester Anzeiger (Marktanteil: 88,10% laut IVW 2006) und die Westfalenpost (11,90%). Am Mittwoch wird an alle Haushalte unentgeltlich das Wochenblatt verteilt, am Sonntag erscheint der kostenlose Stadt-Anzeiger. Beide Anzeigenblätter werden vom Ressort „Sonderthemen“ des Soester Anzeigers erstellt.
  • Mehrmals im Jahr wird außerdem die kostenlose Werbezeitschrift Tango verteilt.
  • Monatlich erscheint das Stadtmagazin SoSo.
  • Das Soester Lokalradio heißt Hellweg Radio, mit Sitz in der Jakobistraße.

Die Soester Medienlandschaft ist weitgehend monopolisiert. Außer Tango und der Westfalenpost gehören alle Medien zur Ippen-Gruppe.

Bildung

In Soest befindet sich ein Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (Fachhochschule Südwestfalen) mit den drei Fachbereichen Agrarwirtschaft, Elektrische Energietechnik und Maschinenbau-Automatisierungstechnik (früher: Universität/Gesamthochschule Paderborn – Abteilung Soest). Bei internationalen Studiengängen besteht eine Kooperation unter anderem mit der Soester Abteilung „Westphalia“ der „Swiss German University of Jakarta“. Entstanden ist der Campus aus der Konversion, also Um- und zum Teil auch Neugestaltung eines ehemaligen Kasernengeländes der früher in Soest stationierten belgischen Streitkräfte.

Zur Bildungslandschaft gehören drei Gymnasien, das Aldegrever-Gymnasium, das Archigymnasium und das Conrad-von-Soest-Gymnasium, zwei Realschulen, die Christian-Rohlfs-Realschule und die Hansa-Realschule, weiterhin die reformorientierte Hannah-Arendt-Gesamtschule, eine Waldorfschule sowie mit dem Börde-Berufskolleg des Kreises Soest und dem Hubertus-Schwartz-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung des Kreises Soest zwei Berufskollegs. Das Archigymnasium ist das älteste humanistische Gymnasium in Westfalen.

Im Stadtgebiet gibt es acht Grundschulen mit jeweils mindestens einer Gruppe für den offenen Ganztagsbereich. Die öffentlichen Gemeinschaftsschulen sind die Astrid-Lindgren-Grundschule, die Georg-Grundschule, die Hellweg-Grundschule, die Johannes-Grundschule, die Petri-Grundschule und die Wiese-Grundschule. Dieses Angebot wird ergänzt durch die beiden katholischen Bekenntnis-Grundschulen Bruno-Grundschule und Patrokli-Grundschule.

Weiterhin befinden sich für blinde und sehbehinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein Berufskolleg, das Berufsbildungswerk und die Förderschule (Grund, Haupt- und Realschule) in Soest.

Stadtbücherei in Soest

Soest besitzt eine Stadtbücherei und ein überregional bedeutsames Stadtarchiv[10], hinzu kommt das Kreisarchiv des Kreises Soest. Wichtig unter den Soester Archiven ist auch das Islam-Archiv Deutschland, maßgeblich mitgeformt von Mohammed Salim Abdullah.

Verkehr

Straße Die alten Handelsstraßen, denen Soest seine frühere Bedeutung verdankt, gibt es noch heute: aus dem alten Hellweg der Hansezeit, den Karl der Große als Verbindung von Aachen nach Paderborn angelegt hatte, wurde die heutige Bundesstraße 1. Sie verläuft, aus dem Ruhrgebiet kommend, zumeist schnurgerade auf die Kirchtürme Soests zu und ebenso weiter in Richtung Paderborn. Die alte Nord-Süd-Verbindung bilden heute in etwa die B 475 ins Münsterland, die seit einigen Jahren aber an Soest vorbeigeleitet wird, und die im Soester Süden beginnende B 229 ins Sauerland.

Wichtigster Verkehrsweg von und nach Soest ist die südlich an der Stadt vorbeiführende, das Ruhrgebiet im Westen und Kassel im Osten verbindende Autobahn 44 mit den Ausfahrten „Soest“ an der B 229 und „Soest-Ost“ zur B 475.

Bahnhofsgebäude Soest

Bahn Die Anbindung an das Eisenbahnnetz erfolgt über die von IC-, ICE-, Regionalexpress-Zügen und Regionalbahnen befahrene Bahnstrecke Hamm–Warburg und die Bahnstrecke Dortmund–Soest. Die folgenden Nahverkehrslinien bedienen Soest:

Die AG Ruhr-Lippe-Eisenbahnen (RLE) verband von 1898 bis 1953 den Norden (Hovestadt und Lippborg) sowie von 1898 bis 1964 den Westen (Ostönnen und Werl) und Südwesten des Kreises mit Soest. Die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) verband von 1899 bis 1970 das obere Möhnetal über Belecke und Wamel mit der Kreisstadt. Diese Eisenbahnen sind heute Geschichte. Der nierenförmig erbaute und erhalten gebliebene Kleinbahnhof wurde 2007 in das neue Einkaufszentrum integriert.

Soest liegt im Verkehrsgebiet der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe.

Nach Stilllegung und Abbruch des Rangierbahnhofes wurde auch die örtliche Bedienung des Eisenbahngüterverkehrs eingestellt.

Der verbliebene Bahnhof Soest wird derzeit umfassend renoviert bzw. saniert, um seiner Rolle sowohl als „Kreisbahnhof“ als auch als (touristisches) Tor zur Stadt gerecht zu werden. Neben der Sanierung des Gebäudes werden im Umfeld auch rund 5 ha Gewerbeflächen geschaffen. Momentan kann man einen Teil des Tunnels nutzen, um zwischen den Bahnsteigen zu wechseln. Nach kompletter Fertigstellung der neuen Unterführung wird man auf direktem (unterirdischem) Weg die Nordseite der Stadt erreichen. Außerdem wird das Niveau des Bahnsteigs 1 angehoben. Mit den Baumaßnahmen am Gebäude wird im Mai 2009 begonnen werden; die Fertigstellung ist für Mai 2010 geplant. Neben bahnhofsnahem Einzelhandel im Erdgeschoss entstehen in den Obergeschossen Büroflächen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Heinrich Wenning (1827–1908), 1869–1899 städtischer Beigeordneter, 1893 zum Ehrenbürger ernannt.[11]
  • Otto Coester (1833–1890), 1858–1890/94 Bürgermeister in Soest, 1894 zum Ehrenbürger ernannt.[12]
  • Wilhelm Bresina (1840–1928), 1867–1907 Professor am Soester Archigymnasium, 1876–1911 Stadtverordneter in Soest, 1911–1919 Beigeordneter in Soest, 1901 zum Ehrenbürger ernannt.[13]
  • Theodor Nottebohm (1850–1931), Direktor des Soester Predigerseminars, Generalsuperintendent von Schlesien, stiftete Gelände zur Errichtung eines Stadtparks, deshalb 1901 zum Ehrenbürger ernannt.
  • Paul von Hindenburg (1847–1934), Reichspräsident, und Adolf Hitler (1889–1945), Reichskanzler, erhielten 1933 die Ehrenbürgerschaft; sie wurde beiden 1946 wieder aberkannt.
  • Hubertus Schwartz (1883–1966), in Soest gestorben, promovierter Jurist und Verwaltungsbeamter, 1920 bis 1929 Senator der Freien Stadt Danzig, ab 1932 wieder in Soest, 1946 –1948 ehrenamtlicher Landrat des Kreises Soest, 1948 – 1952 ehrenamtlicher Bürgermeister von Soest, verfasste etliche Aufsätze und Bücher zur Soester Geschichte, 1958 zum Ehrenbürger ernannt.
  • Theodor Heuss (1884–1963), deutscher Politiker (DDP, FDP/DVP), 1949–1959 Bundespräsident, MdR, MdB, Bundesvorsitzender der FDP, schrieb 1916 in der Zeitschrift „Die Hilfe“ einen sehr positiven Artikel über Soest, 1950 Besuch in Soest zur Wiedereinweihung der kriegszerstörten gotischen Wiesenkirche, 1960 zum Ehrenbürger ernannt.

Söhne und Töchter der Stadt

Personen in Beziehung zur Stadt

A

  • Heinrich Aachen (1829–1879), preußischer Staatsmann, besuchte das Soester Archigymnasium
  • Albertus Magnus (etwa 1193 Lauingen – 1280 Köln), größter deutscher Philosoph und Theologe des Mittelalters, wirkte eine Zeit lang am ehemaligen Dominikaner-Kloster
  • Heinrich Aldegrever (1502 – zwischen 1555 und 1561), bedeutender Kupferstecher und Maler, lebte ab 1525 bis zu seinem Tode in Soest

B

  • Theodor Balhorn (1662–1708), Pastor an St. Walburgis, 1700–1708 Inspector Ministerii der Soestischen Landeskirche[16]
  • Antonius Beermann (latinisiert Cerevisiander) (?–1563), Kanonikus am St.-Patrokli-Stift, letzter katholischer Pfarrer an der St.-Petri-Kirche[17]
  • James Blunt (* 1974 Tidworth, Wiltshire, Großbritannien), eigentlich James Hillier-Blount, britischer Musiker, bei Soest aufgewachsen
  • Otto Boelitz (1876 Wesel – 1951 Düsseldorf), Pädagoge und Politiker, 1915–1921 Rektor des Archigymnasiums
  • Jochen Borchert (1993–1998) Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Absolvent der Hochschule in Soest
  • Thomas Borchwede (? – vor 1537), Dominikanermönch, schlug die ersten lutherischen Thesen an die Tür von St. Patrokli (20. November 1531), erster evangelischer Pfarrer der Wiesenkirche[18]
  • Karl Brauckmann (1862 Hengsen – 1938 Jena), Sonderpädagoge, ausgebildet zum Lehrer in Soest
  • Adolf Heinrich Brockhaus (18. Jhdt.), genannt „Susatensium Chrysostomus“, geistlicher Schriftsteller und Pfarrer an Alt-St.-Thomä (1700–1724)[19]

D

  • Johann de Brune (* 16. Jhdt. Gent), erster evangelischer Superintendent in Soest (1532–1534)[20]
  • Johann de Rode (15. Jhdt.), Heerführer der Soester Bürger in der Soester Fehde, Bürgermeister 1440–41, 1444–46, 1448–50[21]
  • Henricus de Suderlande († 14. Jhdt.), Priester und Offizial, Kanoniker in Soest (belegt am 4. Mai 1346)
  • Johann Georg Diemel (Dimel) (1700–1772), letzter nach der alten Stadtverfassung gewählter Bürgermeister von Soest[22]
  • Konrad Duden (1829–1911), lebte 1854 und von 1859 bis 1869 in Soest, Gymnasiallehrer am Archigymnasium, Philologe und Lexikograf, entwickelte in Soest seine „Zukunftsorthographie“

E

  • Carl Gotthilf Ehrlich (1776 Halle – 1857), erster Direktor des Lehrerseminars in Soest (1806–1847) und Lehrer am Archigymnasium (1806–1816)[23]
  • Conrad von Ense genannt Varnhagen (um 1500), Stammvater der Familie Varnhagen, Kanonikus in Soest

F

  • Robert Feulgen (1884–1955), deutscher Mediziner und Universitätsprofessor, besuchte das Soester Archigymnasium
  • Wilhelm Fix (1824–1899), Direktor des Lehrerseminars in Soest (1871–1892), Schulrat, Verfasser von Lehrbüchern[24]
  • Ferdinand Freiligrath (1810–1876), Dichter/politischer Lyriker, lebte von 1825 bis 1832 in Soest

G

  • Michael Gantenberg (* 1961), Radio- und Fernsehmoderator, lebt in Soest
  • Arnold Geck (1787–1826), Land- und Stadtgerichtsdirektor, Justizrat, Schriftsteller zur Soester Geschichte[25]
  • Jürgen Girgensohn (* 1924 Kassel, Politiker, 1970–1983 Kultusminister von Nordrhein-Westfalen, Schüler des Archigymnasiums
  • Heinrich Grymhardt (Heinrich Grimhart von Westerholt) (†1419 Köln), Priester und Offizial in Köln, Domherr an St. Patrocli in Soest

H

  • Franz Haas (1873–1957), Röntgenstrahlenforscher, 1903–1938 Vermessungsrat in Soest[26]
  • Wilhelm Harhoff (im 17. Jhdt.), Rektor des Archigymnasiums (1685–1708)[27]
  • Hans Rudolf Hartung (* 1929 Münster), Journalist und Schriftsteller, lebt in Soest
  • Gerwin Haverland (16. Jhdt.), Guardian und Provinzial der Minoriten, erbaute den gotischen Kreuzgang des Minoritenklosters (1525)[28]
  • Anton Herbst (um die Wende vom 17. zum 18. Jhdt.), (ursprünglich aus Tirol), Baumeister, baute u.a. den Turmumgang der St.-Petri-Kirche (1702)[29]
  • Meister Herenfridus, (um 1000(?)), Baumeister der St.-Petri-Kirche
  • Wigbold von Holte († 1304 Soest), Erzbischof von Köln
  • Dieter Hecking (* 1964), Fussballtrainer

I

J

  • Johann von Soest, ein in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts tätiger Maler

K

  • Herbert Kelletat (1907 Saalfeld, Kreis Mohrungen – 2007 Flensburg), Musiker, Musikwissenschaftler, Organist; 1948–1951 Kantor und Organist an der St.-Petri-Kirche
  • Johann Kelberg (* Soest(?) – 1558 Lübeck), Pfarrer an St. Pauli, predigte als erster in Soest evangelisch, unterschrieb das erste evangelische Glaubensbekenntnis[30]
  • Werner Kirsch (* 1956 Heinsberg), Mathematiker, Politiker, forscht und lehrt an der Fernuniversität Hagen
  • Matthias Knipping (1560 (Soest?) – ca. 1620), Maler in Soest
  • Carl Koppe (1803–1874), Mathematiker, Professor und Prorektor des Archigymnasiums (1830–1867), Autor mathematischer und physikalischer Lehrwerke[31]
  • Hugo Kükelhaus (1900 Essen – 1984 Herrischried), Bau- und Möbelschreiner, Innenarchitekt, Schriftsteller, Pädagoge, Philosoph und bildender Künstler; Mitglied des Widerstandskreises um Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg; Beteiligung an der Weltausstellung 1967 in Montreal mit ca. 12 Spiel- und Erfahrungsgeräten; Schöpfer des „Erfahrungsfeldes zur Entfaltung der Sinne“, lebte 30 Jahre lang in seiner Wahlheimat Soest

L

  • Leverad von Soest (12. Jhdt.), erster Bürgermeister von Lübeck 1159[32]
  • Heinrich Luhmann, (1890 in Hultrop – 1978 Hamm), Pädagoge und Dichter, 1922–1926 Rektor der Patrokli-Schule in Soest
  • Johannes Lycaula († 1572 Soest), Theologe und Reformator

M

  • Arnold Andreas Friedrich Mallinckrodt (1768 Dortmund – 1825 Soest), Schriftsteller, Verleger und Publizist
  • Ingrid Matthäus-Maier (* 1945 Werlte), zeitweise Schülerin des Aldegrever-Gymnasiums
  • Marsilius von Soest (13. Jhdt.), (Familie in Soest erstmals belegt 1141), erster Schulze (=Bürgermeister) von Berlin (1247)[33]
  • Klaus Murmann (* 1932 Dortmund), ehemaliger Arbeitgeberpräsident, Schüler des Archigymnasiums
  • Heinemann Musoge (15. Jhdt.), Freigraf und diplomatischer Vertreter der Stadt im Vorfeld der Soester Fehde (u.a. beim Hofgericht Graz und gegenüber dem Herzog von Sachsen)[34]

N

  • Agnes Neuhaus, geb. Morsbach (1854 Dortmund – 1944 Soest), Zentrumspolitikerin
  • Hermann Nicephorus (um 1555 Stromberg (Oelde) – 1625 Soest), Philosoph der Barockzeit

O

  • Johann Friedrich (von) Offerhaus (1702–1770), Bürgermeister von Soest (1744–46, 1750–52), letzter Regierender Bürgermeister nach der alten Stadtverfassung[35]
  • Gerd Omeken (16. Jhdt.), wirkte als Theologe 1532 in Soest
  • Heinrich Johann Friedrich Ostermann (1687 Bochum – 1747 Beresow (Sibirien)), in Russland Andrei Iwanowitsch Ostermann (russisch Андрей Иванович Остерман), russischer Diplomat und Staatsmann, besuchte das Soester Archigymnasium

P

  • Jochem Poensgen (* 1931 Düsseldorf), Entwerfer von Glasgestaltungen im Kirchenbau, lebt seit 1991 in Soest
  • Johann Pollius (16. Jhdt.), wirkte von 1532 bis ca. 1534 als Theologe in Soest
  • Ludwig Prautzsch (* 1926 Hardisleben (Thüringen)), Kirchenmusiker und Bachforscher; 1952–1957 Organist und Kantor an der St.-Petri-Kirche

R

  • Amplonius Rating de Berka (1363 oder 1364 Rheinberg – 1435 Köln), Wissenschaftler und Arzt, studierte an der Kapitelschule des St.-Patrokli-Stifts in Soest sowie in Köln, Wien, Prag und Erfurt. Amplonius war zweimal Rektor der Universität Köln. In Erfurt findet sich die so genannte Amploniana, die größte noch zusammenhängend erhaltene Sammlung eines spätmittelalterlichen Gelehrten
  • Heinrich Adam Regenhertz (1743 Unna – 1809 Soest), 1792–1809 Stadtpräsident von Soest
  • Christian Rohlfs, (1849 Groß Niendorf, Kreis Segeberg – 1938 Hagen), Künstler, zahlreiche Malaufenthalte in Soest (erstmals 1905), Namensgeber der Christian-Rohls-Realschule und Begründer der Jung-Soester Malerei

S

  • Michael Sagurna (* 1955 Paderborn), 2007–2008 Chef der sächsischen Staatskanzlei, in Soest aufgewachsen, 1966–1975 Schüler des Aldegrever-Gymnasiums
  • Wilhelm Schaphusen, im 15. Jahrhundert zweimal vertreten: Der ältere Wilhelm war sechsmal Bürgermeister von Soest (12 Jahre zwischen 1457 und 1486), der jüngere Wilhelm war Sohn des älteren und wurde 1475 Alderman des hansischen Stalhofs in London[36]
  • Kurt Schaumann (Filmemacher) (1909 Berlin-Schöneberg – 1970), mehrfach ausgezeichneter Amateurfilmer, wirkte von 1949 bis zu seinem Tod in Soest, war außerdem Lehrer am städtischen Aldegrever-Gymnasium
  • Johann Schendeler (14. Jhdt.), erster Baumeister der Wiesenkirche (1314/1331)[37]
  • Paul Schneider (1897 Pferdsfeld – 1939 KZ Buchenwald), der „Prediger von Buchenwald“, ausgebildet am Soester Prediger-Seminar
  • Ferdi Schüth (* 1960 Allagen, jetzt Warstein/Westfalen), Chemiker und Träger des Leibniz-Preises, 1970–1978 Schüler des Aldegrever-Gymnasiums
  • Rolf Sethe (* 1960 Witten/Ruhr), Juraprofessor, Träger des „Ars legendi“-Preises für exzellente Hochschullehre, Schüler des Aldegrever-Gymnasiums 1971–1980
  • Karl Friedrich Stellbrink (1894 Münster – 1943 Hamburg (hingerichtet)), einer der Lübecker Märtyrer, besuchte 1913 bis 1915 das Diaspora-Seminar in Soest

T

  • Wilhelm Tappe (1769 Lüdenscheid – 1823 Dortmund), Landbaumeister in Soest, Autor einer der ersten deutschen Kunstgeschichten (Die Altertümer der deutschen Baukunst in Soest), Baedecker, Essen 1823)[38]
  • Brictius thom Norde (16. Jhdt), wirkte von 1534 bis ca. 1549 als Theologe in Soest
  • Sebastian Tyrala, * 1988 in Racibórz (Polen), Fußballspieler, besuchte die Christian-Rohlfs-Realschule in Soest

V

  • Eduard Vogeler (1851–1915), Professor am Archigymnasium und Stadtarchivar, verfasste allein in der Soester Geschichtszeitschrift 184 Aufsätze[39]
  • Antje Vollmer (* 1943 Lübbecke), ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, war Vikarin am Predigerseminar in Soest
  • Bartholomäus von der Lake († 1463), zeitnaher Historiograph der Soester Fehde und Stadtsecretarius[40]
  • Mester Godert von Sünte Druden (14. Jhdt. (* St. Truiden?)), Leitender Baumeister der Wiesenkirche (1392)[41]
  • Eduard Vorwerck (1806–1882), Professor am Archigymnasium, Geschichtsforscher und Urkundensammler, Kompilator der „Collectaneen“, einer wichtigen 42-bändigen Quellensammlung zur Stadtgeschichte[42]

W

  • D. Julius Wiesmann (1811–1884), Pfarrer der Wiesen-Georgii-Gemeinde (1837–1853), Generalsuperintendent von Westfalen, wesentlich an der Instandsetzung der Wiesenkirche und der Gründung des Walburgis-Kinderhauses (1851) beteiligt[43]
  • Thomas Woesthoff (vor 1520 (Soest?) – 1542 Köln), 1527–1542 Dechant an St.-Patrokli, 1528–1532 Pfarrer an der Wiesenkirche, zuletzt Dechant an St. Gereon in Köln[44]

Z

  • Heinz Zahrnt (1915 Kiel – 2003 Soest), evangelischer Theologe, Schriftsteller und Publizist, Mitglied des deutschen PEN-Clubs; Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages und 1971–1973 dessen Präsident; 25 Jahre lang Chefredakteur des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes

Bildergalerie

Stadtbild und Profanbauten

Kirchen

Befestigung


Neuere Literatur

  • Michael Brocke: Der jüdische Friedhof in Soest und Gerhard Köhn: Die jüdische Gemeinde Soest – Ihre Mitglieder von 1700 bis zur Vertreibung und Ermordung im Dritten Reich. Soest 1993. ISBN 3-87902-040-X.
  • Gerhard Köhn: Der Dreißigjährige Krieg in Stadt und Land – zum Beispiel in Soest/Westfalen und in der Soester Börde. Soest 1998.
  • Gerhard Köhn: Soest in alten Bildern. 1. 1870–1920 (Das Stadtbild). Soest 1979. ISBN 3-87902-208-9.
  • Gerhard Köhn: Soest in alten Bildern. 2. Die Soester im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Soest 1986. ISBN 3-87902-209-7.
  • Gerhard Köhn: Soest in alten Bildern. 3. Das Auto erobert eine Stadt. Soest 1987. ISBN 3-87902-210-0.
  • Gerhard Köhn: Soest in alten Bildern. 4. 1919–1939, Teil 1. Soest 2003. ISBN 3-87902-213-5.
  • Gerhard Köhn: Soest in alten Bildern. 4. 1919–1939, Teil 2 (Soest im Nationalsozialismus). Soest 2006. ISBN 3-87902-214-3.
  • Gerhard Köhn: Soester Stadtgeschichten. Soest 1985.
  • Gerhard Köhn: Geschichte des Feuerlöschwesens in Soest. Soest 1997. ISBN 3-87902-703-X.
  • Gerhard Köhn (Hrsg.): Bomben auf Soest. Soest 1994. ISBN 3-87902-041-8.
  • Walter Melzer: Alltagsleben in einer westfälischen Hansestadt. Stadtarchäologie in Soest. Soest 1995. ISBN 3-87902-300-X.
  • Hubertus Michels: Städtischer Hausbau am mittleren Hellweg. Die Entwicklung der Wohnbauten in Soest von 1150 bis 1700. Münster 1998. ISBN 3-89325-539-7.
  • Joachim Poeschke: Das Soester Antependium: Fakten, Fragen, Forschungsperspektiven, in: Das Soester Antependium und die frühe mittelalterliche Tafelmalerei. Kunsttechnische und kunsthistorische Beiträge, hg. von Joachim Poeschke, Hermann Arnhold, Manfred Luchterhandt und Hans Portsteffen, Münster 2005, S. 11–36
  • Michael Römling: Soest – Geschichte einer Stadt. Tertulla-Verlag, Soest 2005. ISBN 3-9810710-0-X.
  • Soest. Geschichte der Stadt. 2. Die Welt der Bürger – Politik, Gesellschaft und Kultur im Spätmittelalterlichen Soest. Soest 1996. ISBN 3-87902-043-4.
  • Soest. Geschichte der Stadt. 3. Zwischen Bürgerstolz und Fürstenstaat. Soest in der Frühen Neuzeit. Soest 1995. ISBN 3-87902-044-2. (Die Bände 1 (Mittelalter), 4 (19. Jahrhundert) und 5 (20. Jahrhundert) werden vorbereitet.)
  • Gerhard Köhn (Hrsg.): Soest in der Geschichte. Ein Kalender von 5500 v. Chr. bis 1996 mit ausführlicher Literaturliste. Soest 1997. ISBN 3-87902-605-X.
  • Gerhard Köhn (Hrsg.): Soest. Stadt – Territorium – Reich. Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Soest mit Beiträgen zur Stadt-, Landes- und Hansegeschichte. Soest 1981. ISBN 3-87902-031-0.
  • Hans Weller: Die Selbstverwaltung im Kreis Soest 1817–1974. Ein Beitrag zur Geschichte der übergemeindlichen Selbstverwaltung. Paderborn, 1987 (Mit ausführlichen Informationen zur Gemeindeneugliederung betreffend Soest)
  • Norbert Wex (Hrsg.): Soester Schau-Plätze. Historische Orte neu erinnert. Soest 2006. ISBN 3-87902-049-3.
  • Periodika/Reihen zur Soester Geschichte:
    • Soester Beiträge zur Archäologie. Zuletzt Band 7, Soest 2007. ISBN 3-87902-306-9.
    • Soester Zeitschrift. Zuletzt Heft 117 (2005). ISSN 0176-3946.

Weitere Literatur auch unter: www.koehn-soest.de sowie hier

Quellen

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Empfehlung des ständigen Ausschusses für Geographische Namen (StAGN) vom 17.9.1999 – zur Anpassung der Rechtschreibung von Toponymen an die reformierten Regeln
  3. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand vom 1. April 1966, Soest 1966, S. 8
  4. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 62
  5. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004
  6. Braun und Hogenbergs sicherlich nur in Teilen historisch authentische Stadtansicht zeigt Steingiebel noch in der frühen Neuzeit als vorherrschendes Element; dies wird auch durch alte Bauten wie das Romanische Haus im Burghof und teilweisen Steinbau besonders bei den ältesten Profanbauten unterstützt, vgl. Daelscher Hof u.ä.
  7. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 38
  8. http://www.campus-summernight.de
  9. Zeitschrift DTS, 1984/6 S. 32
  10. Vgl. zu Geschichte und Beständen des Soester Stadtarchivs http://www.b2i.de/fabian?Wissenschaftliche_Stadtbibliothek_(Soest)
  11. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 61
  12. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 20
  13. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 18
  14. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 37
  15. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 34
  16. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 17
  17. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 15
  18. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 58
  19. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 19
  20. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 34
  21. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 21
  22. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 21
  23. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 22
  24. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 24
  25. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 25
  26. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 24
  27. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 29; vgl. auch Zwei Disputationes Harhoffs
  28. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 26
  29. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 30
  30. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1.&.April 1966, Soest 1966, S. 34
  31. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 37
  32. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 39
  33. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 34
  34. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 30
  35. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 45
  36. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 52
  37. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 53
  38. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 57
  39. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 59
  40. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 17
  41. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 43
  42. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 60
  43. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 64
  44. Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 58

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