Reederei Norden-Frisia


Reederei Norden-Frisia
Wappen der Reederei Norden-Frisia

Die Aktiengesellschaft Reederei Norden-Frisia hat ihren Sitz auf der ostfriesischen Insel Norderney. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb der Schifffahrt, insbesondere der Linienschifffahrt für den allgemeinen Personen- und Güterverkehr zu den Nordseeinseln Norderney und Juist. Darüber hinaus werden auch Ausflugsfahrten zu den Nachbarinseln Borkum, Juist, Baltrum und Langeoog angeboten. Die Reederei ist mit knapp 34,9 Prozent an der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum beteiligt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der AG Reederei Norden-Frisia

Im Jahre 1797 erlangte Norderney den Titel als erstes deutsches Nordseebad. Die Anreise gestaltete sich jedoch recht schwierig und lang. Schiffe legten nur von Bremen und Hamburg ab und erreichten Norderney, manchmal erst nach Tagen, nur über Helgoland. Ab 1843 wurde Norderney auch von Emden und Leer mit großen Dampfschiffen angefahren. Die Schiffe, die in der Zeit vom heutigen Norddeich ablegten, waren nur kleine unkomfortable Segler, deren Fahrplan von den Witterungsverhältnissen abhängig war.

Im Juni 1871 beschlossen schließlich 23 Männer aus Norden und Norderney „den Verkehr nach den Inseln Norderney und Juist in geordnete Bahnen” zu bringen und gründeten die Dampfschiffsrhederei Norden. 1872 wurde der erste Dampfer in Dienst gestellt und erstmals eine befestigte Landungsbrücke im Norderneyer Hafen errichtet. Aus anfänglicher Problemen, wie die Unzuverlässigkeit im Winter, sowie dem daraus resultierenden Unmut der Norderneyer Bevölkerung entstand eine Einstiegschance für Konkurrenten, und so wurde 1893 die Norderneyer Dampfschiffsrhederei Einigkeit gegründet. Der scharfe Konkurrenzkampf wurde jedoch später beigelegt und man arbeitete zusammen.

Der Konkurrenzkampf entbrannte 1906 erneut, als die Neue Dampfschiffs-Reederei Frisia ihren Betrieb aufnahm. 1909, nach Liquidation der Norderneyer Dampfschiffsrhederei Einigkeit, schlossen sich die beiden übrig gebliebenen Reedereien zu einer Betriebsgemeinschaft zusammen und fusionierten schließlich 1917 zur Aktiengesellschaft Reederei Norden-Frisia.

Den Ersten Weltkrieg überstand man unversehrt. 1922 wurde die erste Motoren- und Maschinenwerkstatt erworben und der Fuhrpark erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schiffe von der Marine beschlagnahmt und gingen teilweise verloren. Nach Kriegsende übernahmen die Briten kurzzeitig den Inselverkehr, bis im Spätsommer 1945 die Reederei wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte.

Bisher wurden nur Personen befördert, bei vielen Besuchern und Insulanern stieg jedoch das Interesse daran, wie es die Briten boten, ihr Auto mit auf die Insel zu nehmen. Dieser Wunsch wurde mit Hilfe von umgebauten Frachtern umgesetzt, bis schließlich 1962 die erste kombinierte Personen-Autofähre in Dienst gestellt wurde.

1969 erschloss die AG Reederei Norden-Frisia auch den Luftraum. 1970 wurde die Frisia Luftverkehrs GmbH als Tochtergesellschaft ausgekoppelt.

Im Laufe der 1980er Jahre wurde die gesamte Flotte komplett erneuert bzw. umgebaut und Mitte der 1990er Jahre abermals modernisiert. Ein weiterer Schritt wurde im April 2002 mit der neuen Frisia IV bewältigt. Das neue Schiff ist erstmals eine Doppelendfähre, das heißt das Schiff braucht in der Mole von Norddeich nicht mehr zu wenden und kann in beide Richtungen fahren. Am 11. März 2003 wurde die Frisia VIII an die Reederei Coonatramar in Puntarenas, Costa Rica überführt. Sie fährt dort unter dem Namen San Lucas II.

Seit 1998 wickelt die AG Reederei Norden-Frisia für die Gemeinde Norderney die Abführung der Kurtaxe eines jeden Inselbesuchers, der die Fährüberfahrt von Norddeich-Mole nach Norderney in Anspruch nimmt, durch unabdingbare Kombination des Fährtickets mit der Kurkarte ab. Damit ist ein Inselbesuch per Frisia-Fähre – unabhängig von der Inanspruchnahme von Kurleistungen – ohne Entrichtung der Kurabgabe nicht möglich. Dies gilt mittlerweile auch für die Gemeinde Juist.

Neben den Fährschiffen gibt es auch Schiffe, die beispielsweise die Offshore-Windparks wie alpha ventus versorgen. Um diese Versorgung zu verbessern wurde im Sommer 2008 zusammen mit der WIKING Helikopter Service GmbH die FRI KING Offshore GmbH gegründet. Sitz dieser Firma ist der Stammsitz der WIKING am Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel.[2]

Flotte der Reederei Norden-Frisia

Momentan fahren unter der Flagge der Reederei Norden-Frisia die Frisia I, Frisia II, Frisia IV, Frisia V, Frisia VI, Frisia VII, Frisia VIII, Frisia IX, Frisia X sowie die Wappen von Norderney.

Das größte Schiff der Flotte ist die Frisia IV. Sie kann bis zu 60 Fahrzeuge und 1500 Passagiere befördern. Das äußeres Erkennungsmerkmal sind die beiden Schornsteine.

Der Katamaran Cat No. 1, der 1999 für den Helgolandverkehr in Dienst gestellt worden war, wurde mit Wirkung zum 20. Dezember 2006 an das Fährunternehmen Linda Line Express in Tallinn verkauft. Dort wird er seit Frühjahr 2007 als Merilin unter der Flagge Estlands zusammen mit zwei Tragflächenbooten im Liniendienst zwischen Tallinn und Helsinki eingesetzt. Der Grund für den Verkauf waren zu hohe Betriebskosten, die nicht mehr durch entsprechend hohe Fahrpreise aufgefangen werden konnten. Mit dem Cat No. 1 wurden zunächst in der Saison täglich zwei Abfahrten von Cuxhaven nach Helgoland sowie weitere Abfahrten von Borkum, Norderney, Langeoog, Sylt und Amrum angeboten. 2001 wechselte der Katamaran auf die Strecke Hooksiel – Helgoland, von 2005 an fuhr er von Wilhelmshaven nach Helgoland.

Tochterunternehmen

Die „Frisia-Offshore GmbH“ ist ein Tochterunternehmen der AG Reederei Norden-Frisia. Zur Flotte des Tochterunternehmens gehört der Offshore-Katamaran „Wind Force I“, der speziell als vielseitig einsetzbares Transportfahrzeug für Personen und Ladung zu Offshore-Windparks gebaut wurde.[3]

Einzelnachweise

  1. WDR
  2. Peter Andryszak: Frisia: Offshore Versorgung. In: Deutsche Seeschifffahrt. 10/2009, Storck-Verlag, Hamburg 2009, ISSN 09489002, S. 12–17.
  3. Frisia-Offshore GmbH: Wind Force I, abgerufen am 16. November 2011

Weblinks


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