Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden


Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden

Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden in Deutschland (AMBD) ist ein Zusammenschluss von 15 Gemeinden mit zusammen etwa 1.600 Mitgliedern. Der Gemeindeverband hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins und vertritt täuferisch-mennonitische Prinzipien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Mennonitischen Brüdergemeinden entstanden um 1860 als eine vom Radikalen Pietismus beeinflusste Reformbewegung unter den mennonitischen Gemeinden in der Ukraine. Eine besondere Rolle bei der Herausbildung der Brüdergemeinden spielt der deutsche lutherische Theologe Eduard Wüst. Die erste Mennonitische Brüdergemeinde Westeuropas entstand 1950 in Neuwied im Rheinland. Sie bestand vor allem aus mennonitischen Flüchtlingen aus Russland und Polen. Zehn Jahre später folgte eine zweite Gemeinde in Neustadt an der Weinstraße. Bald gründeten sich mit Unterstützung der amerikanischen Mennonite Brethren weitere Gemeinden. Die Gemeinden schlossen sich schließlich zu einem Verein zusammen, welcher sich im Jahr 1970 den Namen Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden in Deutschland gab. Die jüngste Gemeinde der Arbeitsgemeinschaft ist die 2002 gegründete Leipziger Gemeinde Treffpunkt Jesus.

Zusammen mit dem Bund Taufgesinnter Gemeinden und der Mennonitischen Freikirche Österreich ist die Arbeitsgemeinschaft international im 1990 im kanadischen Winnipeg gegründeten International Committee of Mennonite Brethren (ICOMB) vertreten.

Aufgaben

Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft ist es, die einzelnen Gemeinden miteinander zu vernetzen und die Gemeinschaft untereinander zu fördern. Es gibt gemeinsame Jugendaktivitäten, Tauffeste und jährlich stattfindende Pfingskonferenzen. Die Gemeinden werden auch praktisch unterstützt. So gibt es einen Baufond, der finanzielle Mittel für den Aufbau von Gemeinderäumen bereitstellt.

Prinzipien

Im März 2007 wurde auf der Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft ein neues Glaubensbekenntnis beschlossen, das sich auf das international verbreitete Glaubensbekenntnis der Mennonitischen Brüdergemeinden stützt. Die Gemeinden in der AMBD praktizieren wie anderen Mennoniten ausschließlich die Glaubenstaufe und das Priestertum aller Gläubigen, lehnen den Eid ab und lehren Gewaltfreiheit.

Weblinks

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