Albert Eickhoff


Albert Eickhoff

Albert Eickhoff (* 28. November 1935[1] in Horn) ist ein deutscher Modehändler. Er zählt zu den ersten Händlern in Deutschland, die sich auf hochwertige Designermode für Damen konzentrierten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Eickhoff wurde 1935 als Sohn von Inhabern eines Gemischtwarenladens in Horn geboren. Er besuchte die Realschule im benachbarten Lippstadt. Dort begann er bei Giesecke & Brand, einem Geschäft für Damenoberbekleidung und Stoffe, auch eine Lehre zum Textilkaufmann. Nach Stationen in Bielefeld, auf der Fachschule in Nagold und beim Modehaus Emil Gerhard in Betzdorf kehrte er nach Lippstadt zurück, um in seinem Ausbildungsbetrieb als Substitut an der Seite der Einkäuferin zu arbeiten.[2][3]

Am 15. März 1961 eröffnete Eickhoff mit seiner Frau Brigitte in Lippstadt ein eigenes Geschäft, den Modesalon Eickhoff. Ihr Startkapital lag bei 4000 DM. Dabei setzten sie von vornherein auf exklusive Designermode der Berliner Couture: Uli Richter, Staebe-Seger, Detlev Albers, Rolf Horn. Mitte der 60er Jahre begannen sie damit, bei italienischen und französischen Modeschöpfern wie Fouks oder Star einzukaufen. In der Folgezeit führten sie zahlreiche Designer in den deutschen Markt ein: Bei Roberto Cavalli und Giorgio Armani waren sie die ersten, bei Prada und Gucci unter den ersten deutschen Kunden. Chloé disponierten sie bereits, als Karl Lagerfeld dort noch als künstlerischer Direktor arbeitete.[2][3] 1974 eröffneten sie eine erste Filiale in Bielefeld.[4]

1976 entdeckten sie bei einer Messe in Florenz die Entwürfe des jungen Designers Gianni Versace. Sogleich kauften sie seine Kollektionen Genny, Callaghan und Complice. Auch in der folgenden Saison kauften sie exklusiv bei Versace ein. Am 5. Februar 1978 veranstaltete Eickhoff schließlich im Stadttheater Lippstadt Versaces erste weithin beachtete Modenschau überhaupt. Choreografiert wurde sie von Nando Miglio, Top-Models wie Pat Cleveland und Jerry Hall zählten zu den Mannequins. Zahlreiche wohlhabende Kundinnen, Designerkollegen und einflussreiche Akteure der Modeszene, darunter Aenne Burda, reisten aus diesem Anlass in die westfälische Provinz. Die Produktion erfuhr große mediale Resonanz und hatte bedeutenden Anteil am Durchbruch des Hauses Eickhoff und des Modeschöpfers Versace.[2]

Im Jahr 1981 verlegte Eickhoff den Hauptsitz seines Unternehmens an die Königsallee 56 in Düsseldorf.[3] Das Geschäft in Lippstadt führte er noch bis 1995 weiter. Auch die Filiale in Bielefeld wurde verkauft.[4] Inzwischen ist Eickhoff an die Königsallee 30 umgezogen[5], wo er ursprünglich seiner Tochter Susanne Asbrand-Eickhoff und ihrem Mann Stefan Asbrand-Eickhoff eine Boutique eingerichtet hatte.[6][7] 2006 übernahmen Tochter und Schwiegersohn die Leitung des Unternehmens, in dem Eickhoff gleichwohl weiterhin mitarbeitet.[3][8] Auf einer Verkaufsfläche von 1050 Quadratmetern erwirtschaftet Eickhoff mittlerweile einen Jahresumsatz zwischen 20[1][4] und 25[3][6][9] Millionen Euro.

Albert und Brigitte Eickhoff haben neben Tochter Susanne noch einen Sohn. Marcus Eickhoff ist Gründer der Firma Maile, eines Versandhandelsunternehmens für Maßkonfektion.[6][10]

Leistungen

Eickhoff gilt in Deutschland als "bekanntester Mode-Einzelhändler"[3] und Trendsetter im Bereich der Luxusmode, was sich sowohl auf die Etablierung neuer Marken als auch auf Verkaufsstrategien bezieht. Neben seinen Entdeckungen früherer Jahre hat er in jüngerer Zeit auch Steffen Schraut erfolgreich zur Selbstständigkeit geraten.[11] Hohe Abverkaufsquoten erzielt er durch den frühen Beginn der Saison und den frühen Beginn des jeweiligen Schlussverkaufs, was die Konkurrenz ebenfalls zu vorgezogenen Nachlässen zwingt.[12][13] In den Medien sind ihm deshalb Spitznamen wie "König der Allee"[3], "King of Kö"[7], "Frauenflüsterer von der Kö"[5][6], "Spürnase"[14] oder "Grandseigneur der Modewelt"[15] angeheftet worden.

Literatur

  • Ingo Salmen, Christoph Motog: Mit Albert groß in Mode. Geschichten und Anekdoten aus Lippstadt. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2009, ISBN 978-3-8313-2061-5.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Peter Paul Polte: Porträt eines glücklichen Menschen, Textilwirtschaft, 24. November 2005
  2. a b c Ingo Salmen, Christoph Motog: Mit Albert groß in Mode. Geschichten und Anekdoten aus Lippstadt. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2009
  3. a b c d e f g Anke Schipp, Alfons Kaiser: Der König der Allee, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23. September 2007
  4. a b c Sage - Fashion goes Sage KHK bei Modehaus Eickhoff, abgerufen am 27. Mai 2010
  5. a b Regina Goldlücke: "Wir leben die Firma", Welt Online, 7. März 2004
  6. a b c d Katja Wilke: Susanne Asbrand Eickhoff - Modequeen von der Kö, Ftd.de, 22. Oktober 2007
  7. a b Creditreform - Backstage: Nachgefragt bei Susanne Asbrand-Eickhoff, abgerufen am 27. Mai 2010
  8. Top-Magazin Düsseldorf: Ein opulentes Fest für die Vergangenheit und Zukunft, Herbst 2006, abgerufen am 27. Mai 2010
  9. Ingo Salmen: Entdecker von Gianni Versace, Der Patriot, 15. März 2011
  10. Klaus Ahrens: Perfekte Passform, Manager-Magazin, 5. Juni 2003
  11. Elle - Steffen Schraut, abgerufen am 27. Mai 2010
  12. Katja Aschke: Raus muß alles, Die Zeit, 11. Februar 1994
  13. Peter Paul Polte: "Unser Herbst ist schwarz.", Textilwirtschaft, 21. Juli 2005
  14. Stefanie Schütte: Der Schneider ist wieder König, Stern.de, 30. Dezember 2003
  15. Welt Online: Kauf mich!, 31. Januar 2004

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