Alcatel S12


Alcatel S12

Die Abkürzung S12 steht für „System 12“. Dies ist eine digitale Vermittlungsanlage der Firma Alcatel (ehemals SEL – Standard Elektrik Lorenz – entwickelt im ITT-Firmenverbund), welches im Gegensatz zum EWSD von Siemens und Bosch keinen Koordinationsprozessor besitzt. Später wurde es auch als „Alcatel 1000“ vermarktet. Ein weiteres Merkmal dieses Vermittlungssystems ist die dezentrale Wegesuche sowie die getrennte Schaltung des Hin- und Rückweges (vom Sprachkanal).

In kleineren Ortsnetzen werden meist S12-Vermittlungsstellen ohne eigentliches Vermittlungsmodul (sogenannte Abgesetzte periphere Einheiten) eingesetzt. Falls ein Teilnehmer in solch einem Ortsnetz einen anderen Teilnehmer im selben Ortsnetz anruft, wird die Verbindung erst zur Fernvermittlungsstelle in der nächstgrößeren Stadt durchgeschaltet.

Diese Fernvermittlungsstelle verbindet dann erst und schaltet wieder zum Ortsnetz zurück. Der Sprechweg läuft dann vom Ortsnetz zur Fernvermittlungsstelle und von dort dann wieder zurück zum Ortsnetz. Solche Ortsvermittlungsstellen sind im Prinzip nur Konzentratoren.

In größeren Bereichen werden aber auch S12-Ortsvermittlungsstellen mit eigenem Vermittlungsmodul eingesetzt. Diese erkennt dann, ob der Anrufer einen Teilnehmer im Ortsnetz oder im Fernnetz anrufen möchte und schaltet dann entweder zur Fernvermittlungsstelle oder zum gewählten Ortsnetzteilnehmer durch.

Technisch verwandt ist es mit dem „System 12B“, das die Grundlage vieler Nebenstellenanlagen von ITT/SEL und später Alcatel war. Die meist gewerblich genutzten Anlagen (das B stand für Bürokommunikation) der Serien 56xx, Office 2000 oder auch Alcatel 3000 arbeiten mit vergleichbarer Software, jedoch völlig anderen Bauteilen als das System 12.


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