Almira Scripcenco


Almira Scripcenco
Almira Scripcenco, 2010

Almira Scripcenco ([skriptʃenko], französisch auch Almira Skripchenko; * 17. Februar 1976 in Chișinău) ist eine französische Schachspielerin aus Moldawien.

Die Tochter eines Russen und einer Armenierin erlernte als 5-jährige Schach und machte schnelle Fortschritte: als 10-jährige war sie bereits Spielerin der 1. Kategorie. International machte Almira Scripcenco erstmals 1992 auf sich aufmerksam, als sie die Jugendweltmeisterschaft der Altersklasse U16 weiblich gewann und mit der moldawischen Frauenauswahl an der Schacholympiade in Manila teilnahm. 1995 wurde ihr der Titel einer Frauengroßmeisterin verliehen, 1998 der eines Internationalen Meisters (der Männer).

2001 gewann Scripcenco die Europameisterschaft der Frauen in Warschau. Sie nahm an zwei Weltmeisterschaften der Frauen teil und erreichte 2000 das Achtelfinale, 2001 das Viertelfinale. 2006 gewann sie die französische Einzelmeisterschaft in Besançon.

Seit 1996 lebt Scripcenco in Frankreich und ist seit 2002 für ihre neue Heimat international spielberechtigt. Von 1997 bis 2003 war Scripcenco mit dem französischen Großmeister Joël Lautier verheiratet.

Seit 1998 spielt Scripcenco auch in deutschen Vereinen, zunächst beim SC Heiligenhaus, ab 2002 beim SC Baden-Oos (der im Dezember 2004 in OSC Baden-Baden umbenannt wurde), und seit 2003 bei Werder Bremen (und gleichzeitig als Gastspielerin in der Frauenbundesliga beim OSC Baden-Baden). 2005 gewann Scripcenco mit Werder Bremen die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Scripcenco gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Association of Chess Professionals (ACP) und ist zurzeit deren Schatzmeisterin.[1] Ihre aktuelle Elo-Zahl beträgt 2464, damit belegt sie den 36. Platz in der Frauenweltrangliste (Stand: Mai 2010).

Nach der Scheidung von Joël Lautier ist Almira nun mit dem französischen Großmeister Laurent Fressinet verheiratet. Seit Januar 2007 sind sie Eltern einer Tochter.

In den vergangenen Jahren nahm Scripcenko auch an internationalen Pokerturnieren teil, so gewann sie bei der World Series of Poker 2009 im Event 36 beim No Limit Texas Hold'em den 7. Platz bei 1695 Teilnehmern und ein Preisgeld von 78.664 US-Dollar.[2] 2010 wurde sie mit dem France Poker Award als beste französische Spielerin ausgezeichnet.[3]

Am 8. Mai 2010 verstarb Skripcencos Vater Fjodor Fjodorowitsch,[4] der Präsident der moldauischen Schachföderation war.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vorstand der ACP
  2. Event 36 bei wsop.com. Abgerufen am 10. Mai 2010
  3. Top poker award for chess player, Chessbase.com, 14. April 2010
  4. Nachruf auf chessfederation.md vom 8. Mai 2010 (russisch)
  5. The Week In Chess 809. 10. Mai 2010. Abgerufen am 29. Mai 2010

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