Alwin Bauer


Alwin Bauer

Emil Alwin Bauer (* 30. April 1856 in Wildenfels; † 2. Februar 1928 in Aue) war ein deutscher Unternehmer, Geheimer Kommerzienrat und nationalliberaler Politiker. Von 1907 bis 1918 gehörte er der II. Kammer des Sächsischen Landtags an.

Leben und Wirken

Alwin Bauer wurde als Sohn eines Müllers geboren. Nach dem Schulbesuch erlernte Bauer den Beruf eines Webers und absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann. Im Januar 1882 gründete er gemeinsam mit Samuel Wolle aus Berlin in der erzgebirgischen Kleinstadt Aue eine Baumwollweberei als OHG. 1893 wurde diese Firma von den beiden Inhabern um eine elektrische Bleicherei, Färberei und Appreturanstalt erweitert. 1898 erwarben sie eine weitere Weberei in Eibau, mit der sie starken Handel nach Amerika betrieben. Handelsfilialen bestanden in Berlin, Düsseldorf, München und Wien. 1920 wurde die Firma in eine GmbH umgewandelt. Seit 1926 befindet sie sich im Alleinbesitz der Familie Bauer und agiert unter dem Firmennamen Weberei Curt Bauer.

Bauer war von 1905 bis zu seinem Tod Vorstandsmitglied des Verbandes Sächsischer Industrieller und 1908 Gründer der Auer Ortsgruppe, der er bis 1917 auch vorstand. Zusätzlich war er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Chemnitzer Bankvereins. Er war Stadtrat seiner Heimatstadt und von 1907 bis 1918 als Vertreter des 20. städtischen Wahlkreises Abgeordneter in der II. Kammer des Sächsischen Landtags. Ab 1910 gehörte ihm das Mohrenhaus in Niederlößnitz bei Dresden, wo er nach umfangreichen Baumaßnahmen ab 1913 einen Wohnsitz nahm. Im Jahr 1915 übergab Alwin Bauer seinem Sohn Curt Bauer die Leitung des Gesamtunternehmens.

Literatur

  • Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952. Sächsischer Landtag, Dresden 2001, S. 90.
  • Elvira Döscher, Wolfgang Schröder: Sächsische Parlamentarier 1869–1918. Die Abgeordneten der II. Kammer des Königreichs Sachsen im Spiegel historischer Photographien. Droste, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7700-5236-6, S. 334 (Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 5).

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