Bürgermeisterei Oberkassel


Bürgermeisterei Oberkassel

Die Bürgermeisterei Oberkassel (damals „Bürgermeisterei Ober Kassel“; auch „Bürgermeisterei Ober-Cassel“) war eine von neun preußischen Bürgermeistereien, in welche sich der 1816 gebildete Kreis Siegburg (1820 mit dem aufgelösten Kreis Uckerath vereint und 1825 in Siegkreis umbenannt) im Regierungsbezirk Köln verwaltungsmäßig gliederte.[1]1822 kam die Bürgermeisterei Oberkassel zur damals neu gebildeten Rheinprovinz. Der Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei Oberkassel umfasste vier Gemeinden.

1927 wurde die Bürgermeisterei Oberkassel in Amt Oberkassel umbenannt. 1969 wurde das Amt Oberkassel aufgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Gemeinden und zugehörige Ortschaften

Zur Bürgermeisterei gehörten folgende Gemeinden und Ortschaften (Stand 1885; heutige Schreibweise):[2]

Geschichte

Das Verwaltungsgebiet der Bürgermeisterei Oberkassel war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Teil des Amtes Löwenburg im Herzogtum Berg. Im Jahre 1808 wurde durch die französische Verwaltung unter Napoléon Bonaparte die Mairie Oberkassel gebildet. Die Mairie gehörte zum Kanton Königswinter, Arrondissement Mülheim, Département Rhein im Großherzogtum Berg.[3]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das Rheinland dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung wurden 1816 Regierungsbezirke, Kreise und Bürgermeistereien sowie zugehörige Gemeinden gebildet. Die Bürgermeisterei Oberkassel gehörte zum Kreis Siegburg (ab 1825 Siegkreis) im Regierungsbezirk Cöln. 1822 kam der Kreis Siegburg und damit die Bürgermeisterei Oberkassel zur damals neu gebildeten Rheinprovinz.

So wie alle Bürgermeistereien in der Rheinprovinz wurde die Bürgermeisterei Oberkassel 1927 in „Amt Oberkassel“ umbenannt. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn wurde zum 1. August 1969 das Amt Oberkassel sowie die dem Amt angehörenden Gemeinden aufgelöst. Heisterbacherrott, Nieder- und Oberdollendorf wurde zusammen mit anderen Gemeinden zu der neuen amtsfreien Gemeinde unter dem Namen „Stadt Königswinter“ im Rhein-Sieg-Kreis zusammengeschlossen. Die Gemeinde Oberkassel wurde ein Stadtbezirk von Bonn.[4]

Infrastruktur

Dem Bürgermeister waren zwei Beigeordnete zugeordnet. Es gab es drei stellvertretende Standesbeamte. Die vier Gemeinden hatten eigene Ortsvorsteher und jeweils eine Schule. Des Weiteren gehörte zur Bürgermeisterei ein Gemeinde-Rentmeister. Für den Schutz sorgten zwei Polizeibeamte und vier Gemeindeschützen.[5]

Statistiken

Nach einer „Topographisch-Statistischen Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen“ aus dem Jahr 1830 gehörten zur Bürgermeisterei Oberkassel fünf Dörfer, zwei einzeln stehende Höfe und zehn Mühlen. Der Bevölkerung standen sieben Kirchen und Kapellen zur Verfügung. Weiterhin gab es sieben öffentliche Gebäude und 465 Privatwohnhäuser. Im Jahr 1816 wurden in den zur Bürgermeisterei gehörenden Ortschaften insgesamt 2.332 Einwohner gezählt, 1828 waren es 2.697 Einwohner darunter 1.465 männliche und 1.232 weibliche; 2.465 Einwohner gehörten dem katholischen, 191 dem evangelischen und 41 dem jüdischen Glauben an.[6]

Weitere Details entstammen dem „Gemeindelexikon für das Königreich Preußen“ aus dem Jahr 1888, das auf den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 basiert. Im Verwaltungsgebiet der Bürgermeisterei Oberkassel lebten insgesamt 4.371 Einwohner in 2.137 Gebäuden und 2.234 Haushalten; 2.137 der Einwohner waren männlich und 2.234 weiblich. Bezüglich der Religionszugehörigkeit waren 3.938 katholisch und 370 evangelisch; in Oberdollendorf waren 48 und in Oberkassel 10 Juden ansässig.[2]

1885 betrug die Gesamtfläche der vier zugehörigen Gemeinden 1.522 Hektar, davon waren 662 Hektar Ackerland, 20 Hektar Wiesen und 594 Hektar Wald.[2]

Einzelnachweise

  1. Provinzial-Blätter für die Preussischen Länder am Rhein und in Westpalen, 1. Bd./ 1817, S. 70
  2. a b c Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII Provinz Rheinpreußen, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seite 114 ff
  3. Archive in Nordrhein-Westfalen – Verwaltungszugehörigkeit Königswinter
  4. Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz) vom 1. Juli 1969; §§ 1 und 11
  5. Einwohner-Adressbuch Siegkreis 1910
  6. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen, Nicolai, 1830, Seite 294

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