Andrew Gregg Curtin


Andrew Gregg Curtin
Andrew Gregg Curtin

Andrew Gregg Curtin (* 22. April 1817 in Bellefonte, Centre County, Pennsylvania; † 7. Oktober 1894 ebenda) war ein US-amerikanischer Politiker und von 1861 bis 1867 der 15. Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre und politischer Aufstieg

Andrew Curtin, Enkel von US-Senator Andrew Gregg, besuchte die Grundschule in Milton und danach bis 1837 das Dickinson College. Nach einem anschließenden Jurastudium wurde er 1839 als Rechtsanwalt zugelassen. Danach arbeitete er in seinem neuen Beruf in einer Gemeinschaftspraxis in Bellefonte.

Curtin war zu Beginn seiner politischen Laufbahn Mitglied der Whigs, für die er bei der Präsidentschaftswahl von 1848 dem Electoral College angehörte. Über die Peoples Party gelangte er schließlich im Jahr 1860 zur Republikanischen Partei. Unter Gouverneur James Pollock wurde Curtin 1855 Staatssekretär von Pennsylvania und Schulminister. Im Jahr 1860 wurde er, nach einigen Auseinandersetzungen mit Simon Cameron und dessen Anhängern, als Kandidat der Republikanischen Partei zum neuen Gouverneur seines Staates gewählt.

Gouverneur von Pennsylvania

Andrew Curtin trat sein neues Amt am 15. Januar 1861 an. Nach einer Wiederwahl im Jahr 1864 konnte er bis zum 15. Januar 1867 im Amt bleiben. Der größte Teil seiner Amtszeit war von den Ereignissen des Bürgerkrieges überschattet, der im April 1861 ausbrach. Unter Gouverneur Curtin überbot Pennsylvania das von der Bundesregierung angeforderte Truppenkontingent. Die überzähligen Truppen wurden dann nach der Niederlage bei Bull Run zur Verteidigung von Washington D.C. abgestellt. In Pennsylvania musste, wie in allen Staaten der Union, die Industrieproduktion auf den Rüstungsbedarf umgestellt werden. Curtin unterstützte Präsident Abraham Lincoln nicht nur mit Truppen, sondern er machte auch alle Anstrengungen, um die Sklavenemanzipationsakte in Pennsylvania zu verteidigen.

Im Jahr 1863 kam der Krieg nach Pennsylvania. Dort kam es in den ersten Juli-Tagen zur blutigen Schlacht von Gettysburg. Der Sieg der Unionstruppen in dieser Schlacht, zusammen mit dem gleichzeitigen Fall der konföderierten Festung Vicksburg im Staat Mississippi markierten die Kriegswende zu Gunsten des Nordens. Gouverneur Curtin war auch die treibende Kraft hinter dem Plan zur Errichtung eines Friedhofs auf dem Schlachtfeld von Gettysburg. Er bat seinen Freund Lincoln um dessen Teilnahme bei der Einweihung am 19. November 1863. Dieser sagte zu und hielt an diesem Tag seine berühmte Gettysburg-Rede.

Während seiner ersten Amtszeit erlitt Curtin einige stressbedingte Zusammenbrüche, so dass er zeitweise vertreten werden musste. In seiner zweiten Amtszeit musste auch in Pennsylvania die Wirtschaftsproduktion auf den zivilen Bedarf umgestellt werden. Die heimkehrenden Soldaten mussten wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden und die Invaliden mussten versorgt werden. Der Gouverneur ließ für die Waisenkinder Schulen erbauen. Durch die Abschaffung einer Transportsteuer konnte die Eisenbahn Pennsylvanias das größte Transportunternehmen der Vereinigten Staaten in jener Zeit werden.

Weiterer Lebenslauf

Nach dem Ende seiner Gouverneurszeit blieb Curtin politisch aktiv. Nach einer erfolglosen Kandidatur für den US-Senat wurde er von Präsident Ulysses S. Grant zum amerikanischen Botschafter in Russland ernannt. Diesen Posten hatte er zwischen 1869 und 1872 inne. Wegen seiner Unzufriedenheit mit der Korruption der Grant Regierung gab er seinen Posten auf und trat der Demokratischen Partei bei. Zwischen 1881 und 1887 war er für seine neue Partei Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus. Dort war er in mehreren Ausschüssen vertreten. Andrew Curtin starb im Oktober 1894. Er war mit Catherine Irvine Wilson verheiratet, mit der er sieben Kinder hatte.

Literatur

  • Robert Sobel und John Raimo (Hrsg.): Biographical Directory of the Governors of the United States, 1789–1978. Band 4, Meckler Books, Westport, 1978. 4 Bände.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Andrew Gregg Curtin — Andrew Gregg Curtin. Cliché sur collodion humide pris aux alentours de 1860 par Mathew Brady ou Levin C. Handy. Andrew Gregg Curtin (22 avril 1817 7 octobre 1894) est un homme politique américain, 15e gouverneur de l État de… …   Wikipédia en Français

  • Andrew Gregg Curtin — Infobox Governor name = Andrew Gregg Curtin order = 15th office = Governor of Pennsylvania term start = January 15, 1861 term end = January 15, 1867 lieutenant = predecessor = William F. Packer successor = John W. Geary title2 = Member of the… …   Wikipedia

  • Andrew Gregg — (* 10. Juni 1755 in Carlisle in Pennsylvania; † 20. Mai 1835 in Bellefonte) war ein US amerikanischer Politiker (Demokratisch Republikanische Partei). Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Andrew Gregg — (June 10 1755 ndash; May 20 1835) was a U.S. political figure. He was born near Carlisle, Pennsylvania and died in Bellefonte, Pennsylvania.He married the daughter of Major General James Potter who was a vice president of the state of… …   Wikipedia

  • Andrew Curtin — Andrew Gregg Curtin (* 22. April 1817 in Bellefonte, Pennsylvania; † 7. Oktober 1894 ebenda) war ein US amerikanischer Politiker und von 1861 bis 1867 der 15. Gouverneur von Pennsylvania. Inhaltsverzeichnis 1 Frühe Jahre 2 Politischer Aufstieg 3… …   Deutsch Wikipedia

  • Gregg (surname) — Gregg is a family name in the United States, the United Kingdom, and New Zealand.According to genealogical researchers, most Americans with the surname Gregg descend from people associated with the Scottish Clan Gregor from western Scotland, some …   Wikipedia

  • Curtin — ist der Name von: Andrew Gregg Curtin (1817–1894), US amerikanischer Politiker David Yarrow Curtin (* 1920), US amerikanischer Chemiker und Mitverfasser des Curtin Hammett Prinzips Jane Curtin (* 1947), US amerikanische Schauspielerin John Curtin …   Deutsch Wikipedia

  • Curtin Village — U.S. National Register of Historic Places U.S. Historic district …   Wikipedia

  • Curtin — This surname comes from Ireland, having a Dalcassian origin. Its form comes from the Irish language O Cruitin, anglicised as Curtin. Curtin may refer to a University: Curtin University, named after John Curtin Curtin may refer to several people:… …   Wikipedia

  • David McMurtrie Gregg — General David McMurtrie Gregg Born April 10, 1833(183 …   Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.