Anna-Louisa-Karsch-Straße


Anna-Louisa-Karsch-Straße
Blick von der Friedrichsbrücke in die Anna-Louisa-Karsch-Straße
Straßenschild am Ende der Anna-Louisa-Karsch-Straße an der Kreuzung Rosenstraße / An der Spandauer Brücke / Rochstraße

Die Anna-Louisa-Karsch-Straße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Mitte zwischen der Friedrichsbrücke und der Kreuzung Rosenstraße / An der Spandauer Brücke / Rochstraße.

Der Straßenzug ist Teil einer der ältesten Straßen Berlins, die mehrfach in ihrer Trassenführung umgebaut und umbenannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Blick vom Berliner Dom auf die Burgstraße mit der Börse (1939). Links von der Börse begann die Neue Friedrichstraße, heute Anna-Louisa-Karsch-Straße

Um 1700 hieß die Straße Bei der Pomeranzenbrücke. Sie erhielt ihren Namen nach der an ihr gelegenen Pomeranzenbrücke (später Friedrichsbrücke). Die Brücke wiederum hatte ihren Namen nach dem in der Nähe gelegenen Pomeranzenhaus erhalten. Der Straßenabschnitt wurde in dieser Zeit auch Am Walle, Garnison-Kirchen-Straße (1760) bzw. Am Königswall genannt. Mit anderen Straßenabschnitten erhielt er dann den Namen Neue Friedrichstraße.

Vor 1778 entstand die Neue Friedrichstraße in ihrer bis 1978 erhaltenen Gesamtlänge zum größten Teil erst nach der Abtragung des Walls der Festung Berlins um 1746. Ihren Namen erhielt sie nach Friedrich II. Sie umschloss mit dem parallel hinter ihr befindlichen ehemaligen Festungsgraben das eigentliche Berlin an der nördlichen und östlichen Seite und reichte von der großen Pomeranzenbrücke (heute Friedrichsbrücke) bis an die Spandauer Brücke, dann weiter bis zur Königsbrücke und danach bis an die Stralauer Straße an der Waisenbrücke (nahe der Jannowitzbrücke).

Ab dem 10. Mai 1951 erhielt die Neue Friedrichstraße den Namen Littenstraße (nach Hans Litten). Die Straße führte noch immer in voller Länge von der Friedrichsbrücke bis an die Stralauer Straße.

Am 15. November 1978 wurde der Abschnitt der einst an der Burgstraße beginnenden Littenstraße zwischen Spree und Spandauer Straße in Burgstraße umbenannt. Die Burgstraße führte ihren Namen nach der nahe gelegenen, in den Jahren 1443 bis 1451 erbauten kurfürstlichen Burg, dem späteren Berliner Stadtschloss am gegenüberliegenden, zu Cölln gehörenden Spreeufer.

Straßenverlauf

Anna-Louisa-Karsch-Straße 9 Ecke Spandauer Straße
Theologische Fakultät in der Burgstraße 26, Ecke Anna-Louisa-Karsch-Straße

Am 15. Januar 2001 wurde die Burgstraße in Anna-Louisa-Karsch-Straße umbenannt. Sie erhielt ihren Namen nach der deutschen Dichterin Anna Louisa Karsch genannt die Karschin.

Die Straße beginnt an der Friedrichsbrücke Ecke Burgstraße im Westen und endet in östlicher Richtung an der Kreuzung Rosenstraße / An der Spandauer Brücke / Rochstraße. Es handelt sich um eine Nebenstraße, an der sich Wohn- und Geschäftshäuser befinden.

An der Nordseite der Straße liegen die Grundstücke mit den Nummern 1–9 und an der Südseite die mit den Nummern 2–4. Die Nummerierung beginnt an der Friedrichsbrücke und endet an der Kreuzung Spandauer Straße.

Gebäude

An der Nordseite befinden sich Wohn- und Geschäftshäuser. Bemerkenswert ist hier in der heutigen Nummer 9 das ehemalige Schul- und Predigerhaus zur damals benachbarten Garnisonkirche. Die Kinder in Berlin stationierter Soldaten erhielten hier vor fast zweihundert Jahren kostenlosen Unterricht. Nach einem Garnisonpfarrer erhielt es den Namen Frommel-Haus.

Das Viertel südlich des heutigen Straßenabschnitts wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Finanzzentrum Berlins, beginnend mit dem Neubau der Börse in unmittelbarer Nähe. 1906 wurde hier die Handelshochschule begründet, heute wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität. Mitte der 1930er Jahre gab es Baumaßnahmen zur Ansiedlung von Wirtschaftsverbänden im Block zwischen der nördlichen Straßenseite und dem Stadtbahnviadukt.

Auf der südlichen Straßenseite befinden sich außerdem die Neubauten des Spreepalais. Ab der Kreuzung Spandauer Straße sind die an der Straße liegenden Gebäude noch nicht nummeriert (Stand Oktober 2009). Hier entsteht an der Nordseite der Straße das Hackesche Quartier, für das Ende 2009 Richtfest gefeiert werden konnte.[1]

Weblinks

 Commons: Anna-Louisa-Karsch-Straße – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

  • Berlin um 1723, Stadtplan von Abraham Guibert Dusableau.
  • Berlin um 1850, Stadtplan von Reimer
  • Berlin in der Tasche, Stadtatlas Ullsteinverlag Berlin um 1960
  • Berlin 1968, Stadtplan von SenBauWohn.
  • Berlin Atlas, VEB Tourist Verlag, 4.Auflage 1988
  • Städteatlas Berlin, RV-Verlag, 73751 Ostfildern, ISBN 3-575-11467-6

Einzelnachweise

  1. Mehr Mitte geht nicht. Informationen auf dem Architekturportal detail.de mit Hinweis auf das Richtfest und den Entwurfsvorstellungen des Quartiers. Abgerufen am 23. Oktober 2010
52.52100613.401675

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