BL 8-inch-gun Mk I


BL 8-inch-gun Mk I
BL 8-inch-gun Mk I – VII naval gun


BL 8 inch Mk VII in Devonport NZ

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: Ordnance BL 8 inch gun Mks I - VII[1]
Hersteller Bezeichnung: BL 8 inch gun
Herstellerland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Entwickler/Hersteller: Royal Arsenal (Mk I, VI)
Elswick (Mk VII)[2]
Produktionszeit: 1884 bis
Waffenkategorie: Kanone
Technische Daten
Rohrlänge: Mk III: 5,105
Mk VII: 5,182
Mk IV & VI: 6,020[3]
Kaliber:

203,2

Ausstattung
Ladeprinzip: Hinterlader

Die BL 8 inch gun mit den Versionen Mk I, II, III, IV und VI stellen die erste Generation britischer mittelschwerer Hinterlader-Schiffsgeschütze dar. In der Bezeichnung steht BL für breech loading (Hinterlader), 8 inch für das Kaliber (203,2 mm), naval gun für den ursprünglich vorgesehenen Verwendungszweck als Schiffsgeschütz und Mk I–VII für die jeweilige Version (Die Bezeichnung britischer Geschütze zum Zeitpunkt der Konstruktion war nicht einheitlich, Geschütze wurden nach dem Geschossgewicht, dem Gewicht des Geschützes oder dem Kaliber bezeichnet).

Inhaltsverzeichnis

Konstruktion

BL 8 inch für den stationären Einsatz in Küstenbefestigungen auf einer Gelenklafette

Die ab Mitte der 1860er Jahre eingeführten Vorderlader mit gezogenem Lauf (RML – Rifle Muzzle Loading) hatten sich bei der Royal Navy und bei der Küstenartillerie grundsätzlich bewährt. In langwierigen Versuchsreihen waren geeignete Kalibergrößen ermittelt worden. Der Fortschritt im Schiffbau, insbesondere in Hinblick auf Geschwindigkeit und Panzerung der dampfgetriebenen Kriegsschiffe, erforderte jedoch eine höhere Reichweite und Kadenz sowie eine größere Durchschlagskraft. Als gasdichte Verschlüsse verfügbar wurden, ging man daher wieder zum Hinterlader über. Aus ökonomischen Gründen sollten jedoch die in großer Anzahl vorhandenen Treibladungen aus Schwarzpulver weiterverwendet werden. Die Kanonen wurden daher ursprünglich für die Verwendung derartiger Treibladungen konstruiert. Wesentlichstes Unterscheidungsmerkmal der einzelnen Versionen ist die Länge des Rohrs. Entwickelt wurden Geschütze mit einer Rohrlänge von 25 bzw. 30 Kalibern. Aus der unterschiedlichen Rohrlänge und diversen anderen Modifikationen resultieren unterschiedliche Massen der einzelnen Versionen.

Bei diesen Geschützen wurden die Granate, die Treibladung in Form von Treibladungsbeuteln und der Zündverteiler jeweils separat geladen.

Eine Vorrichtung zur Aufnahme der Energie des Rückstosses war nicht vorhanden, daher erforderten diese Kanonen speziell konstruierte Lafetten.

Der Typ wurde nicht weiterentwickelt, da die Royal Navy ab 1895 das Kaliber 9,2 inch (und später 7,5 inch) bevorzugte. Als mit der Washingtoner Flottenkonferenz von 1922 jedoch die Kaliber der verschiedenen Schiffsklassen beschränkt wurde, kehrte man 1923 zum Kaliber 8 inch zurück, um für die Schweren Kreuzer die Beschränkungen des Abkommens maximal auszunutzen. Zu diesem Zeitpunkt entstand die Mk VIII 8-inch gun. In der Zwischenzeit entwickelte und fertigte Elswick eine Reihe von Geschützen des Kalibers 8 inch mit Rohrlängen von 40 bzw. 45 Kalibern für den Export.

Mk I und Mk II

Diese Versionen umfassen eine Reihe von Versuchsmustern und Prototypen, die jedoch nicht zum Einsatz kamen. Es wurde eine geringe Anzahl von Geschützen mit einer Rohrlänge von 25 bzw. 30 Kalibern gefertigt.

Mk III

Diese Version ist eine Kanone mit einer Rohrlänge von 25 Kalibern, die für den Einsatz von Schwarzpulver-Treibladungen vorgesehen war. Sie kam auf der HMS Bellerophon, einem Panzerschiff (Ironclad) der Royal Navy, nach deren Umrüstung 1895 zum Einsatz. Das Geschossgewicht betrug 210 pounds (95,25 kg).

Mk IV

Die Version Mk IV hatte eine Rohrlänge von 30 Kalibern. Sie wurde auf den geschützten Kreuzern der Mersey-Klasse (1885) verwendet. Dabei kamen aus Kordit bestehende Treibladungen zum Einsatz. Die Verwendung dieser Art von Treibladungen ermöglichte größere Rohrlängen und damit eine höhere Reichweite und Durchschlagsleistung, erforderte jedoch auch eine Verstärkung des Rohres. Das Geschossgewicht veränderte sich im Vergleich zur Version Mk III nicht.

Mk VI

Die Version Mk VI, Rohrlänge ebenfalls 30 Kaliber, kam auf den indischen Monitoren HMS Abyssinia und HMS Magdala nach deren Umrüstung 1892 zum Einsatz. Verschossen wurden ebenfalls Granaten mit einem Gewicht von 210 pounds (95,25 kg) unter Verwendung von Treibladungen aus Kordit.

Mk VII

BL 8 inch auf HMCS Gayundah, 1903

Die Version Mk VII war eine leichtere Ausführung mit einer Rohrlänge von 25 Kalibern. Verschossen wurden leichtere Granaten mit einem Gewicht von 180 pounds. Mit dieser Waffe wurden Kriegsschiffe der britischen Kolonien in Australien sowie die dortigen Küstenbefestigungen ausgerüstet. Unmittelbarer Anlass für die Einführung dieser Waffe waren die befürchtete russische Expansion (Russian Scare) im Pazifik während des Great Game in den 1880er Jahren.

Mit der Version Mk VII wurden folgende Schiffe ausgerüstet:

  • HMQS Gayundah, 1884
  • HMCS Protector, 1884
  • HMVS Albert, 1884
  • HMVS Victoria, 1884

Weiterhin fand sie in diversen Küstenbefestigungen der Straits Settlements, in Australien und Neuseeland, wie beispielsweise in North Head, Verwendung. Dabei wurden sie auf einer Gelenklafette montiert. Dadurch wurde einerseits die Energie des Rückstoßes aufgenommen, andererseits war ein Nachladen unter Panzerschutz möglich. Da die befürchtete Invasion ausblieb, feuerten diese Kanonen nur wenige scharfe Schüsse ab.

Literatur

Weblinks

 Commons: BL 8 inch Mk I - VII naval gun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. je nach Version, Einsatzland und verwendeter Literatur können die Angaben abweichen
  2. Fertigung der Mk I, III, IV bei Royal Arsenal, der Mk II, IV, VI, VII bei Elswick
  3. Text Book of Gunnery 1902

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