Barombi Mbo


Barombi Mbo
Barombi Mbo
Der Barombi Mbo ist der kreisrunde See oberhalb der Bildmitte. Satellitenfoto der NASA.
Der Barombi Mbo ist der kreisrunde See oberhalb der Bildmitte. Satellitenfoto der NASA.
Geographische Lage Region Sud-Ouest, Kamerun
Größere Städte in der Nähe Kumba
Daten
Koordinaten 4° 40′ 0″ N, 9° 24′ 0″ O4.66666666666679.4Koordinaten: 4° 40′ 0″ N, 9° 24′ 0″ O
Barombi Mbo (Kamerun)
Barombi Mbo
Länge 2,5 kmdep1f6
Maximale Tiefe 111 mf10
Besonderheiten

Maar

Der Barombi Mbo (früher auch Elefantensee) ist ein Kratersee in der Region Sud-Ouest Kameruns. Er wurde schon 1912 vom deutschen Geografen Kurt Hassert vermessen. Mit einem Durchmesser von 2,5 km ist er der größte Kratersee Westkameruns. Seine Maximale Tiefe beträgt 111 Meter [1]. Der See wird nur durch Regenwasser gespeist und hat einen Abfluss am Südende, der in das Mungo-Flusssystem führt. Am Abfluss wurde ein kleiner Staudamm errichtet, so dass die früher typischen Wasserstandsschwankungen von etwa einem Meter heute fehlen. Seine Ufer sind steil und bewaldet. Es gibt felsige und sandige Bereiche sowie Stellen, die von Falllaubansammlungen und in das Wasser gestürzten Bäumen geprägt sind. Bis in eine Tiefe von vier Metern ist der See mit Wasserpflanzen bewachsen. Unterhalb von 40 Metern ist der See sauerstofffrei. Die Sicht unter Wasser ist sehr gut und beträgt ungefähr zehn Meter.[2]

Das Ufer ist unbewohnt. Der See wird nur von den Bewohnern eines nahe gelegenen Barombi-Dorfes zum Fischfang und zum Baden genutzt. Überfischung, das Abholzen der Ufer und der Eintrag von Chemikalien aus der Landwirtschaft gefährden Flora und Fauna des Sees.

Inhaltsverzeichnis

Fauna

Der Buntbarsch Stomatepia mongo kommt nur im Barombi Mbo vor.

Im See leben insgesamt 15 Fischarten, Krebse der Gattungen Caridina, Macrobrachium und Potamon sowie Schwämme der Gattung Corvospongilla. Von den Fischen sind elf Arten Buntbarsche. Alle sind endemisch, das heißt, sie leben nur hier. Drei Buntbarscharten gehören zur Gattung Sarotherodon, die übrigen zu den auf unterschiedliche Lebenrräume und Ernährungsweisen spezialisierten, endemischen Gattungen Myaka (Planktonfresser), Konia (mückenlarvenfressender Tiefwasserbewohner), Pungu (schwammfressender Flachwasserbewohner) und Stomatepia (Raubfische) . Alle Buntbarscharten sind Maulbrüter. Wahrscheinlich sind sie durch Sympatrische Artbildung aus einem oder nur wenigen Vorgängerarten entstanden. Die Tilapie Sarotherodon galilaeus kommt in den umliegenden Flusssystemen weit verbreitet vor und ist eine mögliche Vorgängerart. Neben den Buntbarschen beheimatet der See zwei Raubwelsarten (Clarias), eine Barbe (Barbus batesi) und einen Prachtkärpfling (Aphyosemion oeseri).[2][1]

Geschichte

Bau der Barombistation am Elefantensee um 1888

Zu Zeiten der deutschen Kolonie Kamerun wurde der Barombi Mbo auch Elefantensee genannt. Damals waren am Seeufer noch häufig Elefanten anzutreffen, die aber bereits kurz nach 1900 seltener wurden. 1888 gründete der deutsche Forscher und Kolonialist Eugen Zintgraff in der Nähe des Sees die Barombistation. Von hier aus wurden Expeditionen ins Hinterland Kameruns entsandt.[3]

Von dem deutschen Autor Eginhard von Barfus stammt der 1896 erschienene Jugendroman Am Elefantensee, in dem der See im Mittelpunkt einer Abenteuergeschichte steht.[4]

Einzelnachweise

  1. a b Uli Schiewen: Vielfalt auf kleinstem Raum - Kameruns Südwestprovinz. in DATZ, 2/2003, ISSN 1616-3222
  2. a b Uli Schiewen: Die Cichliden der Kameruner Kraterseen. in DATZ, 3/92, ISSN 1616-3222
  3. Rochus Schmidt: Deutschlands Kolonien. Band 2, Berlin: Verlag des Vereins der Bücherfreunde Schall & Grund, 1898, S. 126.
  4. Abenteuerroman.info: Am Elefantensee

Quellen


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