Batschke


Batschke
Batschke
Die Batschke (rot dargestellt) im Leipziger Gewässerknoten

Die Batschke (rot dargestellt) im Leipziger Gewässerknoten

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Pleiße → Weiße Elster → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle als Nebenarm der Weißen Elster bei Kotzschbar (Zwenkau)
51° 12′ 51″ N, 12° 18′ 44″ O51.21416666666712.312222222222120
Quellhöhe 120 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Leipzig in die Pleiße
51.30527777777812.358333333333109.2

51° 18′ 19″ N, 12° 21′ 30″ O51.30527777777812.358333333333109.2
Mündungshöhe 109,2 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 10,8 m
Länge 1.960 km[1]
(ursprünglich etwa 10 km)dep1Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlenVorlage:Infobox Fluss/EINZUGSGEBIET_fehlt
AbflussmengeVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ: 1 m³/s
Großstädte Leipzig
Mittelstädte Markkleeberg
Kleinstädte Zwenkau
Bekannte Brücken Weiße Brücke
Mündung in die sedimentreiche Pleiße

Mündung in die sedimentreiche Pleiße

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Die Batschke war einer der zahlreichen Nebenarme der Weißen Elster in deren anastomosierendem Flusslauf (oft als Binnendelta bezeichnet). Sie wurde in den 1970er Jahren durch den Tagebau Zwenkau unterbrochen. Ihr Unterlauf (heute oft Floßgraben genannt) wird seit 2000 aus dem Cospudener See gespeist.

Inhaltsverzeichnis

Ehemaliger Verlauf

Abzweig des Elsterfloßgrabens von der Batschke bei Budigaß[2]

Die Batschke zweigte westlich des Zwenkauer Ortsteiles Kotzschbar am Alten Elsterwehr von der Weißen Elster ab und floß am östlichen Rand der Elsteraue durch Zwenkau hindurch.

Südlich von Budigaß teilte sie sich in zwei Arme, wovon der östliche weiterhin dem Rand des Tales folgte und an Prödel und Zöbigker vorbei floß. Er wurde zum Flößen genutzt und hieß deshalb auch Floßgraben. Der westliche Lauf teilte sich nochmals auf einem kurzen Stück bei Cospuden und umfloß dieses.[3]

Abzweig der Paußnitz (damals Schwarze Lache) von der Batschke, vor deren Zusammenfluss mit dem Elsterfloßgraben[4]

Kurz vor der Wiedervereinigung mit dem Floßgraben zwischen den Markkleeberger Ortsteilen Gautzsch, Zöbigker und dem Gut Lauer (seit 1920 zur Stadt Leipzig gehörend) zweigte von der Batschke ein weiterer Nebenarm ab - die Paußnitz.

Bei Gautzsch speiste die Batschke den heute ausgetrockneten Wassergraben, der das Rittergut einschloss, und floss daraufhin westlich am Wolfswinkel vorbei, einem Waldstück westlich von Raschwitz. Anschließend erreichte die Batschke im Leipziger Ortsteil Connewitz das Ratsholz, wo sie schließlich nordwestlich ihres Altarmes (Panigs Lache) in die Pleiße mündete.

Heutiger Verlauf

Mündung der Batschke (hier Floßgraben) nordwestlich ihrer alten Mündung, darüber ihr Nebenarm Paußnitz (1908)[5]

Die Batschke ist heute kein Nebenarm der Weißen Elster mehr und führt nur noch im Unterlauf ab Gautzsch Wasser. Ober- und Mittellauf sind ausgetrocknet bzw. durch den Braunkohlebergbau devastiert. Vor allem im Bereich des Mittellaufs befinden sich heute der Zwenkauer See und der Cospudener See, von dem der Unterlauf der Batschke gespeist wird. Im Bereich des ehemaligen Paußnitzabzweigs[6] markiert der historische Verlauf der Batschke jedoch noch heute die Grenze zwischen Markkleeberg und Leipzig.

Die Paußnitz wird heute künstlich über den Grenzgraben mit Elsterwasser beaufschlagt und hat aufgrund des geringen Durchflusses eher den Charakter eines Baches. Die Batschke hingegen fließt in einem neu geschaffenen Bett vom Cospudener See bis zum Waldbad Lauer (ehemalige Kiesgrube), mündet kurz darauf in ihr altes Bett und anschließend in die Pleiße.

Hydromorphologie

Die Batschke hatte eine Länge von etwa zehn Kilometern und war durchschnittlich fünf Meter breit. Der heute wieder Wasser führende Unterlauf (Floßgraben) ist 1960 m lang[1] und hat einen mittleren Abfluss von etwa einem Kubikmeter pro Sekunde.[7]

Durch die landwirtschaftliche Flächennutzung im Einzugsgebiet der Weißen Elster seit den Bandkeramikern vor etwa 7000 Jahren[8] und die damit beschleunigte Erosion ist der Fluss sehr reich an feinen Sedimenten wie Sand und Schluff.

Die Weiße Elster hat deshalb im Tiefland etwa vier Meter mächtige Lehmschichten in ihrem Flussbett abgelagert, welches eine Breite von mehreren Kilometern hat. Letzteres wurde vor allem durch die im Altpleistozän durch Leipzig fließenden Flüsse Saale und Mulde verursacht.[9][10]

Der sogenannte Schwemmfächer wuchs dabei nicht gleichmäßig in die Höhe. Vielmehr sedimentierte der Fluss im nahen Umfeld, bis Altarme und Lachen im Rest des breiten Tals etwas niedriger lagen. Besonders nach Hochwassern verlegte der Fluss seinen Hauptlauf regelmäßig zurück in die nun tiefer liegenden Bereiche, bis auch diese mit Sediment gefüllt waren.

Diese Umstände begünstigten die Ausbildung eines weit verzweigten, sich dauernd verändernden Gewässernetzes mit zahlreichen Nebenarmen und Flussinseln, welches heute im Bereich der Mündungen von Pleiße und Parthe auch Leipziger Gewässerknoten[11] genannt wird.

Die Batschke, die bei Zwenkau von der Weißen Elster abzweigte, hatte selbst mehrere Nebenarme und Altwasser. Auch sie wechselte im Verlauf von Jahrhunderten regelmäßig ihr Bett.

Seit der Regulierung der Weißen Elster im 19. und 20. Jahrhundert ist die Ablagerung von Auelehm weitestgehend unterbunden und die Wasserläufe schneiden sich tiefer in die Sedimente ein.

Wiederherstellung

Nach der Flutung des Tagebaurestloches Cospudener See wurde die Untere Batschke mit einer Schleuse an diesen angebunden und entschlammt. Außerdem wurde die Unterquerung der Brückenstraße mit einer Betonbrücke für kleine Boote schiffbar gemacht. Sie ist damit das erste fertiggestellte Teilstück des Gewässerverbundes im Leipziger Neuseenland.

Der Zwenkauer Teil, der durch die Verlegung der Weißen Elster nach Westen in ein betoniertes Bett trockengefallen ist, wird frühestens 2013 wieder bespannt,[12] da sich das wesentlich größere Tagebaurestloch Zwenkauer See noch in Flutung befindet.

Die ebenfalls für den Wassertourismus vorgesehene Verbindung zwischen Cospudener und Zwenkauer See, welche mit einer Schleuse den Höhenunterschied von drei Metern überwinden wird, stellt dann nach über dreißig Jahren die Verbindung zwischen Ober– und Unterlauf wieder her.

Aufgrund der vorgesehenen touristischen Nutzung kann die Batschke nur begrenzt wieder zu einem natürlichen Fließgewässer entwickelt werden. Auch die starke Belastung mit Schwefelsalzen aus den Tagebauten wirkt sich negativ aus. Am sinnvollsten ist eine Renaturierung daher beim Zwenkauer Abschnitt und bei der Paußnitz, da beide mit relativ guter Wasserqualität direkt von der Weißen Elster gespeist werden und sich in den letzten beiden großen Resten Auwald befinden.

Zudem gibt es mit der Regulierten Weißen Elster (Zwenkauer Altarm) eine wesentlich besser touristisch nutzbare Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und der heutigen Weißen Elster, sodass die Batschke im Zwenkauer Eichholz vom Tourismus verschont bleibt.

Da die Paußnitz durch Wassertouristen nicht genutzt werden kann, konzentrieren sich die Renaturierungsbestrebungen für den Südlichen Leipziger Auenwald vor allem auf diesen ehemaligen Batschke-Arm. So planen die für Bergbaufolgelandschaften zuständige LMBV und die Stadt Leipzig[12] in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland, den Zulauf über den Grenzgraben zu vergrößern,[13] wodurch nicht nur die Durchflussmenge der Paußnitz erhöht, sondern auch das Wasser der Batschke über einen Verbindungsgraben verdünnt werden kann.

Name

Der slawische Name Batschke ist in Zwenkau noch heute üblich, während Floßgraben für einen östlichen Nebenarm der Batschke gebraucht wird.[14] Dieser wurde von 1610 bis 1864 zum Flößen von Scheitholz nach Leipzig benutzt und fiel dem Tagebau Zwenkau zum Opfer. In der Messestadt Leipzig war der slawische Name schon seit der Nutzung für den Holztransport unüblich.[3]

Weblinks

 Commons: Batschke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Leipziger Fließgewässer II. Ordnung
  2. Ausschnitt von Blatt 25 (von 1879), Topographische Karte Sachsen 1:25000 (Äquidistantenkarte), bearbeitet im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabes, Leipzig: Giesecke & Devrient, Auf: deutschefotothek.de
  3. a b Meilenblätter von Sachsen 1:12000 "Berliner Exemplar", aufgenommen 1780-1806 unter Leitung von Friedrich Ludwig Aster, Kart. M 14433, Blätter B18 und B27, Auf: deutschefotothek.de
  4. Ausschnitt von Blatt 26 (von 1876), Topographische Karte Sachsen 1:25000 (Äquidistantenkarte), bearbeitet im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabes, Leipzig: Giesecke & Devrient, Auf: deutschefotothek.de
  5. Ausschnitt von Blatt 11 (von 1908), Topographische Karte Sachsen 1:25000 (Messtischblätter), Abteilung für Landesaufnahme des Königl. Sächs. Generalstabes, Leipzig, Auf: deutschefotothek.de
  6. 51° 16′ 27.15″ N, 12° 20′ 44″ E
  7. Stadt Leipzig, Amt für Stadtgrün und Gewässer
  8. Historische Auenwaldentwicklung im Leipziger Auenwald Dr. Judith Gläser, 2002 (pdf)
  9. Daniel Schrankel: Laborversuche zur Untersuchung von hydraulischen und hydrochemischen Prozessen in Braunkohlentagebaukippen 1999, Unterpunkt 1.1.2 Geologischer Überblick (pdf)
  10. Jahrestagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft Teil 1 und 2, 2. September 2007 (pdf)
  11. Umgestaltung des Leipziger Gewässerknotens im Sinne der ökologischen und morphologischen Durchgängigkeit ECOSYSTEMS SAXONIA und TU Dresden, 2005 (pdf)
  12. a b Leitplan Wassertouristisches Nutzungskonzept Region Leipzig Auf: gewaesserverbund.de, 2008 (pdf)
  13. Wassertouristisches Nutzungskonzept Region Leipzig (WTNK) – Modellgestützte Nachweisführung der wasserwirtschaftlichen Machbarkeit Auf: ldl.sachsen.de, 2008 (pdf)
  14. Topographische Karte Sachsen 1:25000 (Äquidistantenkarte), bearbeitet im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabes, Leipzig: Giesecke & Devrient, versch. Auflagen 1874-1918, Blatt 25, Auf: deutschefotothek.de

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