Emil Bems


Emil Bems
Emil Bems als Zeuge zur Zeit der Nürnberger Prozesse

Emil Bems (* 26. November 1881 in Bayreuth; † unbekannt) war ein deutscher Jurist. Zur Zeit des Nationalsozialismus war Bems Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Nürnberg.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Bems absolvierte nach dem Ende seiner Schullaufbahn ein Studium der Rechtswissenschaften, das er nach dem Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen und Promotion zum Dr. jur. abschloss.

Nach Abschluss des Jurastudiums schlug Bems die Beamtenlaufbahn ein. Zunächst war er ab 1912 der 5. Staatsanwalt, 1919 der 2. Staatsanwalt, 1920 der 1. Staatsanwalt und 1924 Landgerichtsrat in Landshut. Bems wechselte 1930 ans Amtsgericht Nürnberg, wo er zunächst als Amtsgerichtsdirektor und Abteilungsvorstand und ab 1934 als Vorstand amtierte. 1936 war Bems Senatspräsident am Oberlandesgericht Bamberg und ein Jahr später Landgerichtspräsident in Nürnberg. Von Anfang Oktober 1937 bis Anfang September 1944 war Bems Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Nürnberg. Danach wurde er vom Amt des Generalstaatsanwaltes entbunden und war er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Oberlandesgerichtspräsidenten beauftragt.

Bems nahm an der Tagung der höchsten Juristen des Deutschen Reiches am 23. und 24. April 1941 in Berlin teil, bei der Viktor Brack und Werner Heyde über die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ in den Gaskammern der Aktion T4 informierten. Bems erhielt in diesem Rahmen auch Kenntnis über die „Scheinlegalisierung des Krankenmords“ durch Franz Schlegelberger.[1]

Politische Betätigung

Während der Zeit der Weimarer Republik war Bems eigenen Angaben zufolge zunächst Mitglied der DVP und später der DNVP. Bems gehörte der paramilitärischen Organisation Stahlhelm an und wurde nach deren Überführung in die Sturmabteilung (SA) Mitglied der SA, wo er den Rang eines Hauptsturmführers erreichte. Der NSDAP schloss er sich am 1. Mai 1937 an.

Nach 1945

Nach Kriegsende wurde Bems im Rahmen der Nürnberger Prozesse mehrfach vernommen.[2] Anschließend nahm er seinen Wohnsitz in Heidenheim. [1]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 37.
  2. Records of the United States Nuernberg War Crimes trials Interrogations,1946-1949. Date Published: 1977

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