Carl August Wellner

Carl August Wellner
Porträt von Carl August Wellner auf der Grabstele

Carl August Wellner (* 2. Mai 1824 in Aue; † 25. Mai 1909 daselbst) war ein sächsischer Fabrikant und Unternehmer. Er erbte 1857 von seinem Vater Christian Gottlieb Wellner die 1840 gegründete Argentanfabrik und baute sie in den folgenden Jahren zu einem bedeutenden Unternehmen aus, dessen bekannteste Produkte Bestecke waren. Ende des 19. Jahrhunderts traten seine Söhne als Mitinhaber in die Firma ein, die nun Sächsische Metallwarenfabrik August Wellner Söhne hieß. Wellner hatte großen Einfluss auf die industrielle Entwicklung der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Zusammen mit sechs Geschwistern, davon einem Bruder, wuchs Carl (später auch Karl geschrieben) August in der Familie des Unternehmers Christian Gottlieb Wellner auf. Nach dem Besuch der Schule in Aue machte er eine Lehre als Tischler und konnte 1854 den Meisterbrief erwerben. Durch den frühen Tod des Vaters erbte Carl einen Teil der Argentanfabrik und führte sie nach dreijähriger Wanderschaft ab 1858 erfolgreich weiter. Spezielle Kenntnisse über die Herstellung von Argentan und der Weiterverarbeitung zu Blechen und Endprodukten erwarb Karl August 1862 durch Besuch der Berliner Neusilberfabrik Henninger. Karl August heiratete am 13. Juli 1851 Karoline Schott aus Bärenwalde. In den folgenden Jahren wurde er Vater von fünf Söhnen (Ernst Albin, Ernst, Hermann, Richard Paul und Gustav Emil) sowie einer Tochter (Ida Marie, *1864). 1872 verunglückte Wellners Frau in seiner Fabrik tödlich. Sie hatte in der Produktion mitgearbeitet und war in das Räderwerk einer Löffelwalze geraten.

1892 übergab Wellner die Fabrik an seine Kinder Ernst Albin, Paul und Ida Marie, behielt jedoch noch bis 1895 die Leitung.

Kupferschmuck am Grabmal Wellner

Nachdem Carl August Wellner 1909 gestorben war, wurde er in der Familiengruft auf dem Gemeindefriedhof St. Nicolai, dem heutigen Städtischen Friedhof an der Schwarzenberger Straße beigesetzt. Sein Schwiegersohn und späterer Geschäftsführer der Wellner'schen Besteckfabrik, Peter Paul Gaedt, ließ in den 1920er Jahren ein imposantes Grabmal für die Familie Wellner errichten. Es trägt eine künstlerisch gestaltete Kupferplatte mit dem von zwei Engeln getragenen Porträt von Karl August. Hinter zwei Trauernden ist das in seinem Auftrag errichtete Firmengebäude in der heutigen Marie-Müller-Straße dargestellt. Die Platte wird von dem schlichten Schriftzug Wellner auf dem Stein umgeben. Die Gruft wurde zu Beginn des 21. Jahrhundert als Kulturdenkmal eingestuft.

Verdienste um die Besteckproduktion

Hauptartikel: Wellner

Carl August Wellner führte nach der Übernahme der Leitung der Argentanfabrik moderne Maschinen und Produktionsverfahren ein, wodurch die Tagesproduktion gesteigert und die manuelle Arbeit verringert werden konnte. Bereits 1861 erwarb er beispielsweise von der Firma Erdmann Kircheis die erste doppelarmige Handspindelpresse.

Symbolfiguren an den Wellnerwerken: Elefant auf Würfel

Die Fabrikanlagen wurden durch Zukauf der stillgelegten Langmühle (die nach vier Jahren wieder abgestoßen wurde) und Erwerb von Baugelände an der Zwickauer Mulde stetig ausgebaut. Es entstanden eine Langkessel-Dampfkraftanlage, ein Walzwerk, eine Argentangießerei mit Stangen- und Drahtzieherei. Der Produktionsschwerpunkt verlagerte sich auf Löffel, Tafelgeschirr und Hohlwaren wie Kannen. 1897 wurden völlig neue Fabrikhallen eingeweiht, die äußerlich kunstvoll ausgestattet waren. Karl August hatte mit der Wahl der Symbolfiguren Elefant (= Kraft), drei Zwerge („drei Männel“) und einem Würfel (= Glück und Vielfalt) einprägsame Markenzeichen für seine Produkte eingeführt. Diese Symbole sind auch als Fassadenschmuck an den Industriebauten des Werkes dargestellt. In den Jahren der stetigen Erweiterung der Erzeugnisse aus Argentan eröffnete Wellner in elf anderen deutschen Städten und auch im Ausland Niederlassungen und Handelsvertretungen. [1] Beim Tod von Carl August Wellner zählten die Auer Wellner-Werke mit 1000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern des Ortes. Die Statistik nennt für 1911 eine Jahresproduktion von 36 Millionen Besteckteilen in 122 verschiedenen Modellen sowie 222 unterschiedliche Hotel- und Tafelgeräte.

Literatur

  • Sächsische Metallwarenfabrik August Wellner Söhne AG (Hrsg.), Dietrich Nathusius: Deutsche Besteck-Industrie. Aue 1924. (Firmenfestschrift mit 40 Seiten)

Quellen

  • Information von Jana Hecker, Pressereferentin der Stadtverwaltung Aue, vom Mai 2009

Einzelnachweise

  1. :eprosa - Magazin der Stadtwerke Aue GmbH, Nr. 01/2009: Aus der Geschichte der Auer Besteckherstellung

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