Liste bedeutender Seeunfälle 1500 bis 1899

Liste bedeutender Seeunfälle 1500 bis 1899

Die Liste bedeutender Seeunfälle enthält Unfälle auf See, bei denen es zum Verlust von Menschenleben kam oder hoher Sachschaden entstanden ist, in chronologischer Abfolge:

Inhaltsverzeichnis

Chronik

Antike–1499

siehe Liste bedeutender Seeunfälle Antike bis 1499

1500–1799

Datum Name Opfer Beschreibung
1512 Flor de la Mar ~400 Das Flaggschiff des indischen Vizegouverneurs und portugiesischen Seebefehlshabers Afonso de Albuquerque, die Flor de la Mar, läuft im Januar 1512 aufgrund eines Navigationsfehlers nachts auf der Rückreise von Malakka nach Goa in der Straße von Malakka zwischen Indonesien und Malaysia auf ein Riff und sinkt. Die Ladung der Flor de la Mar besteht aus Diamanten, Rubinen, 60 Tonnen Gold und edelsteinenbesetzten Statuen aus einem Raubzug durch malaysische Fürstentümer und gilt als die möglicherweise wertvollste Ladung aller bekannten Schiffswracks aller Zeiten. Historische Quellen sprechen allerdings davon, das Wrack sei bereits kurz nach dem Untergang des Schiffes geplündert worden.
1521 San Anton ? Das spanische Handelsschiff San Anton unter Kommando von Gonzalo Rodríguez mit etwa 100 tons ging an der Küste der Florida Keys auf der Fahrt von Kuba nach Spanien verloren.
1525  ? ~200 1524 segelte ein Expeditionsgeschwader unter Don Lucas Vasquez de Ayllon von Spanien kommend in die Gewässer vor Florida. Eine Karavelle geht dabei vor Kap St. Helen verloren. Alle Überlebenden werden von Ureinwohnern massakriert.
19. Juli 1545 Mary Rose ~500 Das an einem Seegefecht auf dem Solent teilnehmende englische Kriegsschiff Mary Rose, eines der größten Schiffe seiner Zeit, sinkt ohne Kriegseinwirkung. Der Schwerpunkt des Schiffes war nach zahlreichen Umbauten so ungünstig verändert worden, dass das Kriegsschiff nach einem Wendemanöver Schlagseite bekam und Wasser durch die Stückpforten strömte.
18. Oktober 1562 Spanisches Galeerengeschwader ~4.000 Vor der spanischen Küste, nahe Málaga, gerät ein aus 28 Galeeren bestehendes spanisches Geschwader in einen starken Orkan. 25 Galeeren kentern und sinken in meterhohen Wellen, wobei rund 4.000 Seeleute, Seesoldaten und Rudersklaven ertrinken. Unter den Toten ist auch Don Juan de Mendoza, der Geschwaderchef. Nur drei Galeeren erreichen später den Hafen von Málaga.
28. Juli 1566 Dänisch-lübische Flotte ~6.000 Durch einen Sturm sinken zahlreiche Schiffe der vor Gotland liegenden dänisch-lübischen Flotte. Insgesamt sinken elf dänische und drei lübische Schiffe, wobei etwa 6.000 Seeleute und Soldaten den Tod finden. Nur 82 Überlebende von allen 14 Schiffen werden gerettet.
1588 Spanische Armada ~13.000 Rund 40 Schiffe der spanischen Armada gehen durch eine Serie von Schiffbrüchen vor allem entlang der Küsten von Schottland und Irland verloren (von insgesamt etwa 130 Schiffen), nachdem der Versuch einer Invasion Englands aufgegeben werden musste. Auf dem Weg zurück nach Spanien um die britischen Inseln herum werden die teilweise bereits durch Gefechte beschädigten Schiffe von schweren Stürmen getroffen. Wracks der Flotte liegen heute noch von der französischen Küste bis nach Island verstreut auf dem Meeresboden, die Gesamtladung an Golddukaten und Kunstwerken gilt als größter gesunkener Schatz der Geschichte. Neben den 40 Schiffen, die durch Schiffbruch verloren gingen, wurden etwa 25 Schiffe zuvor bei Gefechten mit der englischen Flotte vernichtet, so das insgesamt rund die Hälfte aller spanischen Schiffe in Verlust gerät. Schätzungsweise 13.000 Menschen, darunter 9.000 Seesoldaten, finden den Tod.
15. Oktober 1596 Spanisches Geschwader ~2.000 Eine aus 43 Schiffen bestehende spanische Flotte, die Versorgungsgüter und Truppenverstärkungen für die bedrängten Katholiken in Irland an Bord hatte, gerät in der Biskaya in einen schweren Sturm und verliert etwa 2.000 Mann sowie 13 Schiffe. Das Unternehmen wird daraufhin abgebrochen.
10. August 1628 Vasa ~50 Auf ihrer Jungfernfahrt sinkt das schwedische Kriegsschiff Vasa nach nur etwa 1000 Metern vor Stockholm in der Ostsee, wobei 30 bis 50 der 150 Besatzungsmitglieder umkommen. Die Vasa wurde 1961 gehoben und steht heute in einem Museum.
14. April 1629 Batavia 20 Tote durch das Unglück, 125 Ermordete Das Handelsschiff der Niederländischen Ostindien-Kompanie strandete in Folge eines Navigationsfehlers an einem Riff nahe der Australischen Westküste. Unter den Schiffbrüchigen, welche sich zunächst auf dem Riff retten konnten, kam es bald zu einer Meuterei unter Führung des Jeronimus Cornelisz, die vor allem den Diebstahl der wertvollen Ladung zum Ziel hatte. In einer mehrmonatigen Schreckensherrschaft töteten die Meuterer 125 Personen, bis eine Entsatztruppe dem ein Ende bereiten konnte.
2. November 1641 Nuestra Señora de la Pura y Limpia Concepción ~500 Die spanische Galeone Nuestra Señora de la Pura y Limpia Concepción, beladen mit etwa 60 Tonnen Silber, Edelsteinen und chinesischem Porzellan der Ming-Zeit, gerät im September 1641 auf der Fahrt von Havanna nach Spanien nach acht Tagen Fahrt in einen schweren Sturm und wird dabei beschädigt. Nach Änderung der Fahrtroute Richtung Puerto Rico zwecks Reparatur der Schäden läuft das Schiff am 2. November etwa 110 km vor der dominikanischen Nordküste auf ein Korallenriff, schlägt dabei leck und sinkt. Die 200 Mann starke Besatzung und etwa 300 Passagiere kommen dabei um. Aufgrund der großen Menge an mitgeführten Silberbarren und Silbermünzen wird das Riff danach Silver Bank genannt. 1684 findet der in Neuengland (heutiger US-Bundesstaat Maine) geborene Schiffbauer William Phips nach drei Jahre langer Suche das Wrack vor der Küste der heutigen Dominikanischen Republik und birgt einen Teil der Ladung in Form von 32 Tonnen Silber. In späteren Jahren werden von mehreren Expeditionen weitere Teile des Ladegutes geborgen. 1993 erwirbt schließlich Kapitän Tracy Bowden von der dominikanischen Regierung die Bergungsrechte und kann unter Einsatz modernster Technik eine große Menge an Münzen, Diamanten, historischen Gebrauchsgegenständen und Ming-Porzellan aus dem 15. Jahrhundert bergen.
10. September 1651 Werftunglück in Emden 255 Im Hafen von Emden kippt ein neugebauter Zweimaster von etwa 180 ts während des Stapellaufes um. 255 an Deck sich befindende und neben dem Schiff stehenden Menschen werden dabei vom Rumpf erschlagen oder stürzen zu Tode. Die Zahl der Toten könnte möglicherweise noch höher gewesen sein, zeitgenössische Quellen sprechen jedoch zumeist von 255 Opfern, womit rund 1,7 Prozent der damaligen Stadtbevölkerung zu den Getöteten gezählt hätte.
5. Mai 1668 Santissimo Sacramento ~1.000 Die portugiesische Galeone Santissimo Sacramento, die als Eskorte eines von Portugal nach Brasilien segelnden Konvois dient, läuft aufgrund eines Navigationsfehlers des Lotsen kurz vor dem Hafen von Salvador da Bahia auf ein Riff. Trotz Notsignalen kann wegen des stürmischen Wetters kein Schiff zur Hilfeleistung auslaufen. Kurz vor Mitternacht drückt eine Sturmbö das beschädigte Schiff vom Riff in tiefes Wasser, wo es sofort sinkt. Von den über 1.000 Menschen an Bord können sich nur 70 retten.
11. Oktober 1683 Wapen von Hamburg (I) 64 Das hamburgische Konvoischiff Wapen von Hamburg (I) gerät am 10. Oktober 1683 nach einer Konvoibegleitung im Hafen von Cádiz auf Reede liegend aus ungeklärter Ursache in Brand. Sämtliche Löschversuche scheitern, so dass das Schiff letztlich kurz nach Mitternacht explodiert, als das Feuer die Pulverkammer erreicht. Der bereits zu Lebzeiten berühmte Admiral Berend Jacobsen Karpfanger kommt auf dem Schiff ums Leben.
22. Oktober 1690 HMS Breda ~600 Im Hafen von Cork (Irland) gerät das britische 70-Kanonen-Linienschiff HMS Breda aus ungeklärten Gründen in Brand und explodiert, nachdem die Flammen die Pulverkammer erreichen. Ungefähr 600 Seeleute und Seesoldaten kommen dabei um, nur wenige Crewangehörige überleben.
3. September 1691 Coronation und HMS Harwich ~1.000 Ein im Ärmelkanal vor Plymouth kreuzender Flottenverband aus Schiffen der britischen Royal Navy und der niederländischen Marine wird von einem schweren Südweststurm getroffen. Die Schiffe stehen damit in der großen Gefahr, an die Küste getrieben zu werden. Mehrere Kapitäne entscheiden sich deshalb für den gefährlichen Versuch, in den Plymouth Sound einzulaufen und sich damit in Sicherheit zu bringen. Hierbei gerät das Linienschiff Harwich (70 Kanonen) bei Maker Point auf Grund und wird von der Brandung zerschlagen, wobei 450 Mann der Besatzung ertrinken. Das Linienschiff Coronation (90 Kanonen) verliert schon vor dem Eingang in den Plymouth Sound seine Masten, versucht, sich durch Ankern zu retten, und sinkt zwischen Rame Head und Penlee Point in einer Regenbö. Von den etwa 550 Mann Besatzung überleben lediglich etwa 20. Die Linienschiffe Admiral Sir Francis Wheeler stehender englisch-niederländischer Flottenverband mit insgesamt etwa 85 Kriegs- und Handelsschiffen gerät vor Gibraltar in einen schweren Sturm. Insgesamt gehen 13 Schiffe verloren, darunter das Flaggschiff Sussex (80 Kanonen), die beiden kleineren Linienschiffe HMS Cambridge (70 Kanonen) und HMS Lumley Castle (56 Kanonen) sowie drei kleinere Kriegsschiffe. Nur zwei der 550 Mann an Bord der Sussex können sich retten, insgesamt sterben 823 Besatzungsmitglieder der Royal Navy, die Anzahl der Opfer auf den verloren gegangenen Handelsschiffen ist unbekannt. An Bord der Sussex befindet sich wahrscheinlich ein großer Geldbetrag.
26. November 1703 Großer Sturm etwa 2500 Während eines besonders heftigen, als „Großer Sturm“ in die Geschichte eingegangenen Sturms sinken an der englischen Küste 12 Kriegsschiffe der Royal Navy und eine unbekannte Anzahl von Handelsschiffen. Dabei sterben über 1500 Seeleute der Royal Navy und wahrscheinlich viele 100, wenn nicht über 1000 Handelsschiffmatrosen.
1706 Kron-Printzen ? Das dänische Sklavenschiff Kron-Printzen sinkt in einem Sturm mit 820 Sklaven an Bord.
22. Oktober 1707 Flottenverband der Royal Navy 1.450 4 von 21 Schiffen einer britischen Flotte unter dem Befehl von Admiral Sir Cloudesley Shovell auf dem Weg von Gibraltar nach Großbritannien laufen am 22. Oktober gegen halb acht abends vor den westlich von Cornwall gelegenen Scilly-Inseln auf Klippen auf. Alle vier schlagen leck und versinken innerhalb weniger Stunden mit der gesamten Besatzung. Es gab 1.450 Tote. Als Ursache gilt eine mangelhafte Positionsbestimmung und Unkenntnis des Längengrads, die Flotte wähnte sich weitab von den Klippen im Ärmelkanal, mittlerweile werden aber auch fehlerhafte Karten und Navigationstabellen angenommen.
22. August 1711/23. August 1711 Britische Québec-Expedition 884 Ein von Konteradmiral Sir Hovenden Walker kommandierter Flottenverband der britischen Royal Navy dringt mit 15 Kriegsschiffen und weiteren Truppentransporten in den Sankt-Lorenz-Strom ein, um Québec, die Hauptstadt von Französisch-Kanada anzugreifen. Aufgrund schlechten Wetters und mangelhafter Kenntnisse des Fahrwassers laufen am 22. und 23. August acht Truppentransporter auf Grund. Von den etwa 1400 an Bord befindlichen Soldaten und Seeleuten ertrinken 884, der Angriff muss abgebrochen werden.
25. April 1715 Prinsessan Hedvig Sophia 0 Nach einem verlorenen Seegefecht gegen einen dänischen Flottenverband setzte die eigene Besatzung das schwedische Linienschiff Prinsessean Hedvig Sophia in der Kieler Förde vor Strande auf Grund um es dem dänischen Zugriff zu entziehen und gab es auf.
31. Juli 1715  ? ca. 1250 Ein aus elf Schiffen bestehender spanischer Flottenverband mit einer wertvollen Ladung, bestehend aus etwa sieben Millionen Acht-Real-Silbermünzen, Gold und Silber in Barren sowie Edelsteinen und anderen wertvollen Gütern, wird auf dem Weg nach Spanien durch einen Hurrikan in die Florida Keys getrieben und von der Brandung zerschlagen. Kein einziges der elf spanischen Schiffe entgeht der Vernichtung, lediglich die die Flotte begleitende französische Grifon kann entkommen. Fast die Hälfte der 2500 Menschen an Bord der Schiffe stirbt bei der neben den Verlusten der Armada schlimmsten Schiffskatastrophe in der Geschichte Spaniens. Ein wesentlicher Grund für das Desaster war eine durch die Bürokratie der Kolonialbehörden verzögerte Abfahrt aus Havanna, weshalb die Flotte in die Hurrikansaison geriet. Hinzu kam, dass die Schiffe überladen und – aufgrund des zu langen Aufenthalts in tropischen Gewässern – nur noch eingeschränkt seetauglich waren.
13. Juni 1722 16 Schiffe mehrere hundert Tote Seit dem 13. Juni 1722 tobt im Revier um das Kap der Guten Hoffnung ein schwerer Sturm. Bis zum 17. Juni gehen auf See die Schiffe Amstelveen und Samson der VOC unter; die Schiffe Blijnburg, 't Raadhuis van Middelburg, 't Huys te Foreest und Rijnstein werden vermisst. In der Tafelbucht selbst werden alle Schiffe von ihren Ankern gerissen und aufs Ufer getrieben: Die VOC-Schiffe Lakenman, Rotterdam, Standvastigheid, Zoetigheid und der Huker Gouda, ein schottischer Schmuggler, die Brigantine Amy und die drei englischen Ostindienfahrer Candos von Calicut kommend, Addison von Bengalen, Nigtingala aus England. Von den in der Bucht untergegangenen Schiffen können nur 260 Mann gerettet werden.
1725 Akerendam 200 Das Schiff der niederländischen Ostindien-Kompanie ist auf dem Weg nach Batavia im Sturm an den Klippen der norwegischen Insel Runde zerschellt und gesunken. Alle 200 Mann Besatzung kamen dabei um. Die Akerendam hatte einige Kisten mit Gold- und Silbermünzen an Bord. Dieser Schatz wurde 1972 von Sporttauchern entdeckt und geborgen.
5. 21 1737 8 Schiffe mehrere hundert Tote In der Tafelbucht gehen die Retourschiffe der VOC Westerwijk, Rodenrijs, Paddenburg, Goudriaan, Iepenrode, Duinbeek, Buis und die viel kleinere Victoria in einem Sturm unter. Allein auf der Iepenrode sind 208 Mann ertrunken. Es könnten also auch über 1000 Menschen umgekommen sein.
1738 Leijden 702 Das holländische Sklavenschiff Leijden strandet in einem Sturm an der Küste von Suriname. Die Besatzung schließt die Luken und rettet sich; die 702 unter Deck eingeschlossenen Sklaven ertrinken.
2. Oktober 1746  ? etwa 1200 Ein französischer Flottenverband wird nach der Eroberung von Madras (Indien) von einem Taifun getroffen. Hierbei sinken die Duc d'Orléans (54 Kanonen), die Phénix (54 Kanonen) und die Lys (40 Kanonen) sowie die beiden erbeuteten britischen Schiffe Mermaid und Advice. Etwa 1200 Besatzungsmitglieder sterben. Das Flaggschiff Achille (74 Kanonen) und zwei weitere Schiffe werden entmastet. Dadurch sind alle Schiffe des Verbands entweder gesunken oder schwer beschädigt.
13. April 1749 HMS Pembroke und HMS Namur > 850 Während eines Angriffs auf das Königreich von Thanjavur in Südostindien geraten die beiden britischen Linienschiffe HMS Pembroke (60 Kanonen) und HMS Namur (74 Kanonen) – Letzteres das Flaggschiff von Konteradmiral Edward Boscawen – in einen Zyklon und sinken. Von den 344 Mann an Bord der Pembroke überleben nur 14, beim Untergang der Namur sterben 520 Besatzungsmitglieder, retten kann sich offenbar niemand. Vizeadmiral Boscawen, Kapitän Samuel Marshal und einige Offizieren überleben, weil sie sich zur Koordination der militärischen Operationen an Land befinden. Zu den insgesamt 850 Toten kommt noch eine unbekannte Anzahl Besatzungsmitglieder von zwei ebenfalls gesunkenen Schiffen der Britischen Ostindien-Kompanie.
13. April 1758 HMS Prince George 485 Das zu einer Cartagena (Spanien) blockierenden Schwadron der britischen Royal Navy gehörende Linienschiff HMS Prince George (90 Kanonen), das Flaggschiff von Konteradmiral Thomas Broderick, gerät aus unbekannten Gründen in Brand und sinkt. Aufgrund des hohen Wellengangs kentert ein Teil der Rettungsboote, 485 Besatzungsmitglieder sterben. Konteradmiral Broderick wird gerettet, nachdem er eine Stunde im Wasser geschwommen ist.
14. Februar 1760 HMS Ramillies über 700 Das britische Linienschiff HMS Ramillies (90 Kanonen) versucht, trotz schlechten Wetters nach Plymouth (England) einzulaufen, gerät aber aufgrund eines Navigationsfehlers in die durch die Felsenriffe von Bolt Head äußerst gefährliche Bigbury Bay. Eine Strandung kann durch das Kappen der Masten und Ausbringen von Ankern zunächst noch verhindert werden, doch bricht schließlich eine Ankertrosse und der zweite Anker kann das Schiff gegen Wind und Strömung nicht mehr halten. Die Ramillies wird in eine Höhle am Bolt Head getrieben und dort von der Brandung zerschlagen. Über 700 Besatzungsmitglieder sterben, nur 26 Mann können sich retten. Als einziger Offizier überlebt ein Midshipman. Der Schauplatz des Unglücks heißt bis heute Ramillies Cove.
4. August 1782 Grosvenor 125 Der britische Ostindiensegler Grosvenor, ein etwa 43 Meter langer Dreimaster von 741 ts, strandet infolge eines Navigationsfehlers an der südafrikanischen Küste, südlich des heutigen Durban. Das Schiff, auf dem Weg von Trincomalee nach England und mit 143 Seeleuten und Reisenden an Bord, zerbricht an den Klippen, wobei 17 Menschen ertrinken. 126 Personen erreichen zwar die Küste, doch sterben von diesen im Verlauf der nächsten Monate noch einmal 108 an Hunger, Durst und Krankheiten. Erst nach 117 Tagen werden 18 Überlebende der Katastrophe von holländischen Kolonisten zufällig gefunden und gerettet. Bis ins Jahr 1790 hinein werden immer wieder (erfolglose) Suchexpeditionen ins Landesinnere hinein unternommen, um doch noch etwaige Überlebende zu finden. Von 143 Menschen an Bord der Grosvenor finden somit 125 den Tod. An Bord des Schiffes befanden sich auch etwa 2,6 Millionen Goldmünzen und 19 Truhen mit Edelsteinen der britischen Ostindien-Kompanie, die bis heute (2010) nicht geborgen wurden.
29. August 1782 HMS Royal George ca. 800 Das britische Linienschiff HMS Royal George (100 Kanonen) sinkt plötzlich, während es im Spithead vor Anker liegt. Ungefähr 800 Menschen ertrinken, darunter Vizeadmiral Richard Kempenfelt, einer der fähigsten britischen Marineoffiziere seiner Zeit, sowie etwa 300 Frauen und 60 Kinder, bei denen es sich meist um Angehörige von Besatzungsmitgliedern handelt. Das Schiff war für kleinere Reparaturen gekrängt und gleichzeitig mit Rumfässern beladen worden. Eine Untersuchung stellte fest, dass für das Unglück wahrscheinlich der verrottete Zustand der Schiffshölzer verantwortlich war, dessentwegen ein Teil des Unterwasserschiffs herausbrach. Der Untergang ist bis heute das schwerste Schiffsunglück in Friedenszeiten in der Geschichte der Royal Navy.
16. Dezember 1796 Séduisant etwa 680 Das mit Truppen für eine Invasion in Irland beladene französische Linienschiff Séduisant (74 Kanonen) kollidiert beim Auslaufen aus dem Hafen von Brest durch die sogenannte „Passage du Raz“ mit dem „Grand Stevenet-Riff“ und sinkt, wobei etwa 680 Seeleute und Soldaten sterben. Gründe für das Unglück sind das nächtliche Auslaufen, eine kurzfristige Kursänderung durch Vizeadmiral Morard de Galles und das dadurch resultierende Chaos aus sich widersprechenden Lichtsignalen und Signalschüssen.

1800–1849

Datum Name Opfer Beschreibung
17. März 1800 HMS Queen Charlotte 673 Das britische Linienschiff HMS Queen Charlotte (100 Kanonen) gerät vor dem Hafen von Livorno (Italien) in Brand und sinkt. Von den 829 Besatzungsmitgliedern können nur 156 gerettet werden. Somit sterben 673 Seeleute. Die hohe Anzahl der Opfer liegt unter anderem daran, dass die geladenen Geschütze durch die Hitze detonieren und dadurch Rettungsschiffe fernhielten.
20. September 1800 USS Insurgent 340 Nach dem Auslaufen aus Hampton Roads (Virginia) verschwindet aus ungeklärten Gründen die amerikanische 40-Kanonen-Fregatte USS Insurgent. Das Schiff hätte im Seegebiet zwischen den Westindischen Inseln und der Küste Virginias patrouillieren sollen, ist aber vermutlich um den 20. September 1800 in einen Hurrikan geraten und mit der gesamten Besatzung von 340 Mann gesunken.
5. Februar 1805 Earl of Abergavenny 261 Der Ostindienfahrer Earl of Abergavenny strandet auf dem Weg nach Indien aufgrund schlechten Wetters und eines inkompetenten Lotsen auf einer Sandbank in der Nähe von Weymouth (Dorset), England. Das Schiff kommt zwar wieder frei, sinkt aber bei dem Versuch, Weymouth zu erreichen, wobei 261 der 405 Menschen an Bord sterben, darunter der Kapitän John Wordsworth, ein Bruder des Dichters William Wordsworth. Bei modernen Untersuchungen des Wracks stellt sich heraus, dass konstruktive Mängel eine Schlüsselrolle beim plötzlichen Untergang des Schiffs gespielt haben.
25. Dezember 1806 Stotfield Fishing Disaster 21 Drei Fischerboote des am Moray Firth gelegenen Fischerortes Stotfield werden von einem plötzlich aufkommenden Sturm überrascht und können nicht mehr in den Heimathafen zurück kehren. Alle 21 an Bord befindlichen Personen und somit alle arbeitsfähigen Männer von Stotfield kommen bei dem Unglück ums Leben.
Februar 1807 HMS Blenheim und HMS Java etwa 820 Das britische Linienschiff HMS Blenheim (74 Kanonen) und die begleitende Fregatte HMS Java (32 Kanonen) gehen vermutlich in einem Zyklon nahe der Insel Rodrigues mit ihrer gesamten Besatzung im Indischen Ozean verloren. Das genaue Datum des Unglücks ist unbekannt, die Schiffe verließen am 12. Januar Madras Richtung Kapstadt. Unter den ca. 820 Ertrunkenen (600 der Blenheim, 220 der Java) ist auch Konteradmiral Sir Thomas Troubridge.
November/ Dezember 1811 Baltikum-Konvoi mehr als 2000 Ein aus etwa 130 britischen Handels- und Kriegsschiffen bestehender Konvoi wird im November und Dezember 1811 auf dem Weg von Schweden nach Großbritannien in dänischen Gewässern von mehreren schweren Stürmen getroffen. Allein bei der Strandung der beiden Linienschiffe HMS Defence (74 Kanonen) und HMS St. George (90 Kanonen) an der Westküste Jütlands sterben 1407 Seeleute, nur 18 können gerettet werden; bei Texel sinkt das Linienschiff HMS Hero (74 Kanonen), wobei von den 550 Mann Besatzung nur 8 überleben (anderen Quellen zufolge gab es keine Überlebenden). Eine große Anzahl an Handelsschiffen geht ebenfalls verloren, insgesamt sterben mehr als 2000 britische Seeleute, mehr als im Kampf in den gesamten Napoleonischen Kriegen gefallen sind. Neben der verspäteten Abfahrt des Konvois wegen widriger Winde werden die mangelhafte Ausstattung der Royal Navy mit modernen Navigationsinstrumenten als Ursache der Tragödie genannt.
31. August 1812 Salvador 470 Der spanische Truppentransporter Salvador strandet auf dem Weg von Spanien nach Montevideo im Mündungsgebiet des Río de la Plata während eines Sturms auf einer Sandbank, bricht auseinander und sinkt. Von den etwa 600 Menschen an Bord – größtenteils Soldaten, die einen Aufstand gegen die spanische Kolonialherrschaft niederschlagen sollen – ertrinken 470. Es handelt sich um das schwerste Schiffsunglück in der Geschichte von Uruguay.
9. August 1815 USS Epervier 134 Nach dem Passieren der Straße von Gibraltar, auf dem Weg von Algier nach den USA, geht im Atlantik aus ungeklärten Gründen die amerikanische Korvette USS Epervier verloren. Höchstwahrscheinlich ist das Schiff um den 9. August 1815 im Mittelatlantik in einen Hurrikan geraten und mit der gesamten Besatzung von 134 Mann gesunken.
2. Juli 1816 Méduse 140 Die Fregatte erlangte Berühmtheit durch eine katastrophale Evakuierung des Schiffs, nachdem es an der Arguin-Bank gestrandet war. Die Katastrophe, die zu dem Tod von 140 Passagieren und Crewmitgliedern führte, erregte Aufmerksamkeit in ganz Europa und führte aufgrund der Inkompetenz des Schiffskapitäns und der schlechten Rettungsaktion letztlich zu einem Skandal in der französischen Regierung. Diese Katastrophe ist Gegenstand mehrerer bemerkenswerter Gemälde. Das bekannteste dieser Gemälde ist Théodore Géricaults Das Floß der Medusa, das im Louvre in Paris ausgestellt ist.
20. November 1820 Walfänger Essex 12 Das Walfängerschiff Essex wird von einem Wal angegriffen und sinkt dadurch. Die Mannschaft rettet sich auf drei kleine Walfängerboote und durchquert in einer 3500 Seemeilen langen Reise den halben Südpazifik. Drei Männer bleiben auf der kleinen Pazifikinsel Henderson zurück, es kommt zu Kannibalismus in den Booten. Mit den Männern auf Henderson überlebten 8 der 20 Mann starken Besatzung. Diese Katastrophe wird die Vorlage für Herman Melvilles Roman Moby Dick.
Januar 1822 Tek Sing mehr als 1600 Die chinesische Dschunke Tek Sing (dt.: Wahrer Stern) segelt im Januar 1822 mit einer Ladung Porzellan, mehr als 200 Mann Besatzung und mindestens 1600 Passagieren an Bord von der chinesischen Hafenstadt Amoy (heute Hsiemen) in Richtung Java, kollidiert aber unterwegs im südchinesischen Meer mit dem „Belvidere-Riff“ und sinkt. Ein chinesisches Begleitschiff nimmt zwar im Vorbeifahren 18 Schiffbrüchige auf, stoppt aber nicht. Zwei Tage später segelt der britische Ostindiensegler Indiana unter dem Kommando von Kapitän James Pearl an der Unfallstelle vorbei. Seine Mannschaft rettet unter Einsatz des eigenen Lebens 180 Schiffbrüchige. Trotzdem sterben mindestens 1600 Menschen, mehr als beim Untergang der Titanic.
12. März 1835 George III 133 (+14) Das Sträflingsschiff George III segelte im Dezember 1834 ab Woolwich nach Hobart, Van-Diemens-Land mit 308 Personen, davon 220 Sträflingen an Bord. Etwa auf Höhe des Äquators brach ein Feuer aus, das große Teile des Proviants zerstörte, was in der Folge zum Ausbruch von Skorbut führte, der unter den Sträflingen bereits 14 Todesopfer forderte. Als sie Van-Diemens-Land erreichte, entschied man, um Zeit zu sparen, durch den D’Entrecasteaux-Kanal zu segeln. Gegen 9:15 kollidierte das Schiff mit einem Felsen und zerbrach in den folgenden Stunden in der schweren See. Um die geordnete Evakuierung der Passagiere zu ermöglichen, wurden die Sträflinge unter Deck zurückgehalten. Um der Panik Herr zu werden, wurden mehrere Schüsse in die Menge gefeuert, wobei ein bis drei Sträflinge umkamen. Über die Hälfte von ihnen, darunter die Kranken in ihren Betten, ertranken. Von den 133 Opfern waren 128 Sträflinge.
7. September 1838 Forfarshire ca. 42 Der Raddampfer Forfarshire von der Dundee & Hull Shipping Company lief am 5. September in Kingston upon Hull mit über 60 Passagieren und Fracht an Bord aus. Am 7. September prallt er bei stürmischer See vor den Farne-Inseln an die Klippen und zerbricht. Von den Passagieren konnten sich einige selbst retten. Weitere neun konnten von Grace Darling und ihrem Vater, dem Leuchtturmwärter, unter Einsatz ihres Lebens ebenfalls gerettet werden. Wegen ihres Rettungseinsatzes wurde die junge Grace Darling landesweit berühmt und als Heldin gefeiert.
13. Januar 1840 Lexington 139 Nur wenige Stunden nach dem Ablegen in Manhattan brennt der Raddampfer Lexington auf dem East River ab. Den meisten Passagieren bleibt nur der Sprung ins um null Grad kalte Wasser. Bei der schwersten Dampferkatastrophe im Long Island Sound kommen 139 der 143 Menschen an Bord ums Leben.
März 1841 President 109 Der Raddampfer President (2366 BRT), das größte Dampfschiff seiner Zeit, legt am 11. März 1841 in New York mit 81 Besatzungsmitgliedern und 28 Passagieren zu einer Überfahrt nach Liverpool ab. Nach einer letzten Sichtung am 13. März in der Georges Bank verschwindet die President spurlos. Bei der letzten Sichtung kämpfte das Schiff mit stürmischen Winden und hohen Wellen.
4. August 1845 Cataraqui 399 Das britische Auswandererschiff Cataraqui wird auf dem Weg von Liverpool nach Australien in einem Sturm in der Bass-Straße auf die Klippen von King Island geschleudert und bricht auseinander. Beim schwersten Schiffsunglück in der Geschichte Australiens sterben 399 Passagiere und Besatzungsmitglieder, nur neun Überlebende können sich retten.
April 1847 Volumnus 9 Vor der jütländischen Westküste strandet die Bark Volumnus. Durch eine privat durch den dänischen Justizrat organisierte Rettungsaktion können vier der 13 Besatzungsmitglieder aus aussichtsloser Lage gerettet werden. Die Rettungstat gilt heute als Geburtsstunde des dänischen Seenotrettungswesens.
22. November 1847 Phoenix ca. 250 Der Raddampfer Phoenix ist mit etwa 300 Menschen an Bord auf dem Michigansee unterwegs von Buffalo nach Chicago. Überhitzte Dampfkessel setzen die Holzverkleidung des Dampfers in Brand, der daraufhin in Flammen aufgeht und fünf km vor Sheboygan ausbrennt. Nur 42 Menschen überleben eines der schwersten Schiffsunglücke auf den Großen Seen.
28. August 1848 Katastrophe am Moray Firth 100 Eine Flotte von 800 Fischerbooten, die zum Heringsfang auf den Moray Firth ausgelaufen ist, wird von einem plötzlich aufkommenden Sturm überrascht. Beim Versuch, in die Häfen zurück zu kehren, sinken 124 Fischerboote bzw. werden an den Klippen zerschlagen, wobei insgesamt 100 Besatzungsmitglieder der Boote ums Leben kommen.
24. August 1848 Ocean Monarch 178 Wenige Stunden nach dem Auslaufen aus Liverpool geht die Bark Ocean Monarch, die mit knapp 400 Menschen auf dem Weg nach Boston ist, vor Llandudno an der walisischen Küste in Flammen auf. Vier in der Nähe befindliche Schiffe können 208 Menschen retten, doch 178 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen um.

1850−1859

Datum Name Opfer Beschreibung
4. Januar 1852 RMS Amazon 104 180 km südwestlich der Scilly-Inseln bricht auf dem neuen britischen Raddampfer RMS Amazon der Royal Mail Line, der sich auf seiner Jungfernfahrt zu den Westindischen Inseln befindet, ein unkontrollierbares Feuer aus. Nur zwei Rettungsboote können zu Wasser gelassen werden, bevor das Schiff explodiert und untergeht. 104 der 163 Menschen an Bord sterben.
26. Februar 1852 Birkenhead 445 Beim Untergang des Schiffes vor Danger Point kommen 445 Personen (alles Männer) ums Leben, 193 überleben, darunter alle Frauen und Kinder.
15. April 1854 Powhattan 200-365 (?) Der 17 Jahre alte amerikanische Schoner Powhattan läuft auf einer Fahrt nach New York bei Beach Haven an der Küste von New Jersey in einem Sturm auf Felsen und zerschellt. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord kommen ums Leben. In den unterschiedlichen Quellen waren zwischen 200 und 365 Menschen an Bord.
Mai 1854 RMS City of Glasgow 480 Der Passagierdampfer City of Glasgow der britischen Reederei Inman Line läuft am 1. Mai 1854 aus dem Hafen von Liverpool in Richtung New York aus und verschwindet mit 480 Menschen an Bord spurlos. Bis heute gibt es keine Hinweise auf seinen Verbleib oder den Grund des Verlusts.
21. Januar 1854 RMS Tayleur 362 Der eiserne Klipper RMS Tayleur der White Star Line läuft in der Irischen See bei Sturm und Nebel auf die Felsen vor Lambay Island. 362 der 652 Menschen an Bord kommen dabei ums Leben.
27. September 1854 Arctic etwa 350 Der Passagierdampfer Arctic der amerikanischen Collins Line kollidiert bei Cape Race vor Neufundland mit dem französischen Dampfer Vesta und sinkt während des vergeblichen Versuchs, die Küste zu erreichen. Aufgrund der Panik an Bord ist keine organisierte Rettung möglich. Die Angaben über die Opfer schwanken zwischen 285 und 372 Opfern, am wahrscheinlichsten dürften etwa 350 Tote sein, darunter alle Frauen und Kinder an Bord.
5. November 1854 Johanne 77 Vor Spiekeroog strandet bei Nordweststurm die mit 216 Auswanderern und 13 Besatzungsmitgliedern besetzte Bark Johanne. Das Fehlen geeigneter Rettungsmittel auf der Insel führt zum Tod von 77 Menschen. Die Übrigen können sich bei einsetzender Ebbe an den Strand retten. Die völlig unzureichenden Rettungsmittel auf der Insel führen zu ersten Rufen zur Gründung des deutschen Seenotrettungswesens.
15. Februar 1855 La Sémillante 693 Die mit Truppen und Ausrüstung für den Krimkrieg beladene französische Fregatte La Sémillante wird in der Straße von Bonifacio zwischen Sardinien und Korsika von einem Orkan überrascht, auf die Felsen der Lavezzi-Inseln getrieben und von der Brandung zerschlagen. Von den 693 Seeleuten und Soldaten an Bord überlebt niemand.
23. Januar 1856 Pacific 186 Der amerikanische Raddampfer Pacific der Collins Line ist mit 186 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von Liverpool nach New York, als er kurz nach der Abfahrt spurlos verschwindet. Erst 1991 wird an der Küste von Wales das Wrack des Schiffs gefunden. Bis heute ist die Unglücksursache unklar.
19. Februar 1856 John Rutledge 135 Das Segelschiff John Rutledge (ca. 1600 t) der New York & Liverpool Packet Company, das drei Tage zuvor mit 120 Passagieren und 16 Mannschaftsmitgliedern an Bord unter dem Kommando von Kapitän Kelly in Liverpool mit Ziel New York abgelegt hatte, rammt in einem Sturm einen Eisberg und wird aufgegeben. Alle Personen an Bord können das Schiff verlassen, doch im Sturm verschwinden die Rettungsboote spurlos. Der Schotte Thomas W. Nye wird am 28. Februar von der Germania gefunden und nach New York gebracht. Er ist der einzige Überlebende des Unglücks.
Februar 1856 Ocean Queen 123 Der Klipper Ocean Queen der amerikanischen Reederei London and New York Line verlässt mit 90 Passagieren und 33 Besatzungsmitgliedern an Bord am 8. Februar 1856 London zu einer Atlantiküberquerung nach New York. Nach einer Sichtung vor der Isle of Wight am 15. Februar wird nie wieder etwas von dem Schiff gehört.
Februar 1856 Driver 372 Der britische Klipper Driver (1594 t) läuft mit 28 Mannschaftsmitgliedern und 344 Passagieren unter dem Kommando von Kapitän Nicholas Hobberton am 12. Februar 1856 in Liverpool aus und verschwindet auf hoher See. Das Schiff wird nie wieder gesehen.
24. September 1856 Niagara 60-70 Auf dem Raddampfer Niagara bricht auf dem Michigansee wenige Meilen vor Port Washington ein Feuer im Bereich des Maschinenraums aus. Der Dampfer brennt komplett aus und geht unter. In der Panik werden die Rettungsboote gestürmt, von denen alle bis auf eines kentern. Von den etwa 175 Passagieren und Besatzungsmitgliedern kommen zwischen 60 und 70 ums Leben (die Zahlen gehen in den Quellen auseinander).
2. November 1856 Lyonnais 130 Das französische Dampfschiff Lyonnais, das am Vortag New York verlassen hatte, kollidiert 50 Seemeilen südöstlich des Feuerschiffs von Nantucket mit der amerikanischen Bark Adriatic und sinkt. Von den 146 Passagiere und Besatzungsmitgliedern überleben nur 16 auf einem Floß, das von der deutschen Bark Elise gefunden wird. Die anderen Rettungsboote werden nie gefunden.
13. Februar 1857 Tempest 150 Nach dem Ablegen in New York verschwindet der Dampfer Tempest der britischen Anchor Line spurlos auf dem Nordatlantik. Er wird nie wieder gesehen.
20. August 1857 Dunbar 121 Am Eingang zum Hafen von Sydney kommt es an Bord des britischen Segelschiffs Dunbar bei heftigen Winden und starkem Regenfall zu einer navigatorischen Fehleinschätzung, sodass das Schiff auf Felsen läuft und zerschellt. Von den 122 Menschen an Bord überlebte nur ein einziges Besatzungsmitglied.
11. September 1857 Central America 425 Der Schaufelrad-Segel-Passagierdampfer Central America versinkt mit 425 Menschen nach Wassereinbruch und tagelangen Kampf gegen einen Sturm. Das Schiff war mit 477 Passagieren und 101 Crew-Mitgliedern auf den Weg von Panama nach New York City, mit einem Zwischenaufenthalt in Havanna. Es hatte eine große Ladung Gold an Bord. Durch den Verlust des Goldes wurde die Wirtschaftskrise von 1857 verschärft. Das Wrack wurde 1987 geortet und große Mengen Gold gehoben.
13. Juni 1858 Pennsylvania 200-250 Auf dem Mississippi River explodieren in der Nähe von Memphis die Kessel des Raddampfers Pennsylvania. Von den etwa 450 Menschen an Bord kommen unterschiedlichen Quellen zufolge zwischen 200 und 250 ums Leben, darunter Henry Clemens, der Bruder von Mark Twain. Twain war selbst bis wenige Tage zuvor ein Mitglied der Besatzung des Dampfers gewesen.
13. September 1858 Austria 471 Der Passagierdampfer Austria der HAPAG gerät auf dem Weg von Hamburg in die USA mit 538 Menschen an Bord in Brand, als der Schiffsarzt die Zwischendecks ausschwefeln lässt. An Bord bricht Panik aus, eine geordnete Rettung ist unmöglich. Nur 61 Überlebende können sich mit einem Rettungsboot von dem sinkenden Schiff retten und werden von der französischen Bark Maurice aufgenommen, 471 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
27. April 1859 Pomona 391 Auf dem Weg von Liverpool nach Amerika strandet bei Sturm und Dunkelheit der amerikanische Klipper Pomona auf einer Sandbank sieben Meilen vor Ballyconigar an der Küste der irischen Grafschaft Wexford. Während das Schiff festsetzt und der Starkwind zunimmt, gelingt es kaum, die Rettungsboote ordnungsgemäß zu Wasser zu lassen. Die meisten gehen in den stürmischen Wellen unter. 18 Männer der Besatzung und drei Passagiere, alles Männer, schaffen es lebend an Land, während 391 Passagiere und Mannschaftsmitglieder ums Leben kommen.
26. Oktober 1859 Royal Charter 449 Der Klipper Royal Charter, der Passagiere und Fracht von Liverpool nach Australien bringt, gerät vor Anglesey in einen schweren Sturm. Das Schiff wird gegen die Felsen geschleudert, bricht auseinander und sinkt. Nur 39 Menschen überleben, alles Männer. 449 Personen sterben, darunter alle Frauen und Kinder an Bord. Der Untergang der Royal Charter ist bis heute das schwerste Schiffsunglück an der Küste von Wales.

1860−1869

Datum Name Opfer Beschreibung
19. Februar 1860 Hungarian 205 Das Dampfschiff Hungarian der Allan Line strandet auf den Felsen von Cape Ledge vor Sable Island an der Küste von Nova Scotia (Kanada) und sinkt mit allen Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord.
8. September 1860 Lady Elgin ca. 400 Bei Dunkelheit und stürmischer See wird der Raddampfer Lady Elgin, die so genannte „Königin der Großen Seen“, auf dem Michigansee von dem unbeleuchteten Schoner Augusta gerammt und sinkt innerhalb von 20 Minuten. Über 400 Menschen kommen durch das bis heute schwerste Schiffsunglück auf den Großen Seen ums Leben. Unter den Toten sind viele Deutsche und Iren.
10. September 1860 Alliance mindestens 9 Auf dem Borkum vorgelagerten Hohen Riff strandet die Brigg Alliance. Dabei kommt die gesamte Besatzung nach langem Todeskampf vor den Augen der untätigen Bevölkerung, die es nur auf die Ladung des Schiffes abgesehen hatte, ums Leben. Das Verhalten der Bevölkerung sowie das Nichtvorhandensein von Rettungsmitteln an der Küste sorgte überregional für große Empörung und führte zur Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im Jahre 1865.
20. September 1860 (?) USS Levant 190 Die amerikanische 20-Kanonen-Brigg USS Levant, auf dem Weg von Hawaii nach Panama, mit 190 Besatzungsangehörigen verschwindet aus ungeklärten Gründen im östlichen Pazifik. Vermutlich ist das Schiff, das Hawaii am 18. September verlassen hatte, um den 20. September in einen Hurrikan geraten und gesunken. Von der Besatzung überlebt niemand. Im Juni 1861 werden auf Hawaii Trümmerstücke angespült, die dem Schiff zugeordnet werden können, was die These, dass das Schiff in einem Sturm sank, bestätigen würde.
4. Juni 1861 Canadian 35 Der Passagierdampfer Canadian der Allan Line läuft in der Belle Isle-Straße zwischen der Labrador-Halbinsel und Neufundland acht Seemeilen vom Land entfernt auf Eis. Das Schiff wird auf voller Länge aufgerissen und sinkt eine halbe Stunde nach der Kollision. Zwar können in der Zwischenzeit alle an Bord befindlichen Menschen das Schiff verlassen, aber eines der Rettungsboote kentert und alle 35 Insassen ertrinken. 266 Überlebende werden geborgen.
20. August 1861 Herzogin Marie 0 Die frachtgehende mecklenburgische Bark Herzogin Marie schlägt vor Aveiro (Portugal) im Atlantik leck und sinkt. Besatzung (13 Mann) und Passagiere (2 Personen) können sich retten.
27. Juli 1862 Golden Gate 204 Etwa 15 Meilen vor Manzanillo an der mexikanischen Küste gerät der amerikanische Raddampfer Golden Gate mit 338 Menschen an Bord in Brand, wird auf Grund gesetzt und bricht in der Brandung auseinander. 204 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen um.
27. April 1863 Anglo Saxon 238 Der Passagierdampfer Anglo Saxon befindet sich mit 445 Passagieren und Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von Liverpool nach Québec, als er vor Cape Race an der Küste von Neufundland in dichtem Nebel mit einem Felsen kollidiert und sinkt. Der Untergang der Anglo Saxon ist mit 238 Toten das bis dahin schwerste Schiffsunglück auf dem Nordatlantik und der größte Verlust von Menschenleben auf einem Schiff der Allan Line.
27. April 1865 Sultana 1.700 Auf dem Mississippi River explodieren drei Kessel des als Truppentransporter im Sezessionskrieg genutzten Raddampfers, der daraufhin in Flammen aufgeht und binnen kürzester Zeit sinkt. Zahlreiche andere Schiffe in der Nähe konnten auf grund der immensen Hitzeentwicklung keine Hilfe leisten.
30. Juli 1865 Brother Jonathan 225 Bei stürmischer See prallt der Raddampfer Brother Jonathan mit 244 Menschen und viel Gold an Bord vor Crescent City an der kalifornischen Küste auf einen bis dahin nicht verzeichneten Unterwasserfelsen und sinkt. Nur ein einziges Rettungsboot mit 19 Menschen darin entkommt dem Untergang. Mit 225 Toten ist es das bis dahin schwerste Schiffsunglück an der amerikanischen Pazifikküste.
11. Januar 1866 London 220 Das britische Passagierschiff London, das sich mit 239 Personen an Bord auf dem Weg von Gravesend nach Melbourne befindet, gerät im Golf von Biskaya in einen Sturm, der das Schiff zum Rollen bringt. Seewasser dringt in den Rumpf, löscht das Feuer in den Kesseln und bringt den Dampfer schließlich zum Sinken. Nur ein Rettungsboot mit 16 Besatzungsmitgliedern und drei Passagieren darin kann zu Wasser gelassen werden, bevor die London sinkt. Alle anderen Reisenden kommen um.
14. Mai 1866 General Grant 68 Die Bark ist mit 83 Passagieren und Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von Melbourne nach London, als sie vor den Auckland-Inseln vom Kurs abkommt, auf die Klippen prallt und von der Flut in eine felsige Höhle geschoben wird. Der Hauptmast zerbricht an der Decke der Höhle und in der Panik können nur wenige Rettungsboote ausgesetzt werden und die Höhle verlassen. Nur 15 Menschen überleben das Unglück, darunter nur eine Frau. Die Überlebenden werden erst im November 1867, eineinhalb Jahre nach dem Unglück, gefunden. Nur zehn von ihnen waren noch am Leben.
12. Juli 1866 Cawarra 61 Auf dem Weg nach Brisbane gerät der australische Passagierdampfer Cawarra in einen schweren Sturm, in dem insgesamt 15 Schiffe untergehen und der 77 Menschenleben fordert. Die Cawarra bricht ihre Reise ab und sucht Schutz im Hafen von Newcastle, wo sie jedoch von hohen Wellen erfasst wird und sinkt. Von den 62 Menschen an Bord überlebt nur einer.
3. Oktober 1866 Evening Star 262 Auf einer Fahrt von New York nach New Orleans gerät der amerikanische Passagierdampfer Evening Star etwa 180 Meilen östlich von Tybee Island in einen schweren Orkan. Gewaltige Brecher beschädigen die Decksaufbauten, sodass sich die Wellen in das Schiff ergießen, den Maschinenraum fluten und die Feuer in den Kesseln löschen. Die Segel werden zerfetzt, das Ruder reagiert nicht mehr und die Rettungsboote werden in der schweren See überschwemmt. Die Evening Star kentert schließlich und geht unter. Von den 278 Passagieren und Besatzungsmitgliedern überleben nur 16, darunter nur zwei der etwa 100 Frauen.
29. Oktober 1867 RMS Rhone 124 An der Küste von Salt Island bei den britischen Jungferninseln (Karibik) sinkt das britische Passagierschiff RMS Rhone der Royal Mail Line in einem schweren Hurrikan. Von den 147 Menschen an Bord überleben nur 23 Besatzungsmitglieder. Die Passagiere waren den damaligen Gepflogenheiten entsprechend an ihre Betten gebunden und konnten nicht entkommen. Das Wrack ist heute eines der populärsten in der Karibik.
25. November 1868 Hibernia 78 Im Nordatlantik 700 Meilen westlich von Irland bricht mitten in der Nacht in einem Orkan die Welle des britischen Dampfschiffs Hibernia, das sich mit 133 Menschen an Bord auf dem Rückweg nach Glasgow befindet. Das Schiff läuft voll und sinkt. Alle Rettungsboote werden sicher zu Wasser gelassen, werden aber im Sturm verstreut und gehen teilweise verloren

1870−1879

Datum Name Opfer Beschreibung
28. Januar 1870 City of Boston 191 Nach dem Ablegen in Halifax verschwindet der britische Passagierdampfer City of Boston der Inman Line mit 191 Menschen an Bord spurlos auf dem Nordatlantik. Er kommt nie in Liverpool an. Es wurde nie eine Spur von dem Schiff gefunden, sein Schicksal ist unklar.
6. September 1870 HMS Captain 474 Die neu gebaute britische Panzerfregatte HMS Captain gerät auf ihrer Jungfernfahrt vor Kap Finisterre nachts in einen schweren Sturm und kentert, weil eine Böe die Fregatte auf die Seite drückt und Wasser in das zu niedrig angelegte Artilleriedeck eindringen kann. Insgesamt sterben 474 Menschen, darunter auch der Konstrukteur des Schiffes, Captain Cowper Phipps Coles. Nur 18 Besatzungsangehörige überleben. Ein Untersuchungsausschuss der Royal Navy sieht die Verlustursache später in einem Konstruktionsfehler.
19. Oktober 1870 Cambria 179 Das Passagierschiff Cambria der britischen Anchor Line prallt vor der Küste der irischen Grafschaft Donegal bei stürmischer See mit voller Fahrt auf das schroffe Felsenufer der Insel Inishtrahull. Das einbrechende Seewasser löscht die Feuer in den Kesseln und lässt das Schiff schnell sinken. Nur ein einziger Passagier überlebt das Unglück.
30. Juli 1871 Westfield 125 Im Hafen von New York ereignet sich eine Katastrophe. An Bord der Westfield, einer Passagierfähre, die zwischen Manhattan und Staten Island pendelt, kommt es kurz vor dem Ablegen vom Staten Island Ferry Terminal in Manhattan zu einer Kesselexplosion, die den Bug des Schiffs aufreißt und hunderte Menschen in den Hudson River schleudert. Insgesamt 125 Menschen kommen beim schwersten Fährunglück im New Yorker Hafen ums Leben.
November 1872 Mary Celeste 10 Die Brigantine sollte eine Ladung Industriealkohol von New York City nach Genua bringen, ehe sie am 4. Dezember 1872 führerlos von einem anderen Schiff auf halbem Wege zwischen den Azoren und Portugal aufgefunden wurde. Die Mannschaft verschwand spurlos. Die Mary Celeste gilt als eines der bekanntesten Geisterschiffe, dessen Überreste liegen vor dem Rochelais Riff bei Haiti unter Wasser.
22. Januar 1873 Northfleet 293 Das britische Segelschiff Northfleet liegt mit 379 Menschen an Bord auf dem Weg nach Tasmanien vor der Landzunge Dungeness an der Küste der englischen Grafschaft Kent vor Anker, als es von dem spanischen Dampfer Murillo gerammt wird und innerhalb einer halben Stunde untergeht. In der Panik kommen 293 Menschen ums Leben, bevor Rettung am Unglücksort eintrifft.
1. April 1873 Atlantic 545 Der Passagierdampfer RMS Atlantic der britischen White Star Line strandete bei Meagher's Island in der kanadischen Provinz Nova Scotia auf einem Unterwasserfelsen. Von den 957 Menschen an Bord kamen 545 Menschen, darunter alle Frauen und alle Kinder bis auf eines, ums Leben.
22. November 1873 Ville du Havre 226 Der Transatlantikliner Ville du Havre der französischen Compagnie Générale Transatlantique wird mitten in der Nacht auf dem Nordatlantik von dem schottischen Klipper Loch Earn gerammt, bricht auseinander und geht innerhalb von zwölf Minuten unter. In der kurzen Zeit können sich nur wenige Menschen retten. 226 der 313 Menschen an Bord ertrinken.
20. Mai 1874 Nil 142 Der Passagierdampfer Nil der französischen Reederei Messageries Maritimes läuft im Seto-Inlandsee (Japan) auf einen bisher nicht bekannten Unterwasserfelsen und sinkt. Von den 185 Menschen an Bord überleben nur 43.
17. November 1874 Cospatrick 467 Das britische Segelschiff Cospatrick gerät mit 470 Menschen an Bord auf der Fahrt von London nach Auckland im Südatlantik, etwa 640 km südwestlich vom Kap der Guten Hoffnung aus ungeklärter Ursache in Brand und sinkt. Nur zwei Boote mit etwa 60 Menschen können entkommen. Ein Boot mit fünf Menschen, von denen zwei nach der Rettung sterben, wird zehn Tage später von der British Sceptre gefunden, das andere Boot bleibt spurlos verschwunden. Die Geretteten haben durch Kannibalismus an Verstorbenen aus dem Boot überlebt. Die Hälfte der Opfer waren Frauen und Kinder.
24. Februar 1875 Gothenburg 113 Auf einer Fahrt von Darwin im Norden Australiens nach Adelaide im Süden des Landes wird der Passagierdampfer Gothenburg an der Küste von Queensland von einem Zyklon überrascht und prallt auf Felsen des Great Barrier Reef. Das Schiff sitzt auf den Felsen fest und wird langsam geflutet. Die meisten Passagiere werden von Bord gespült und ertrinken. Nur 22 Menschen überleben.
7. Mai 1875 Schiller 335 Am 7. Mai 1875 läuft der deutsche Segeldampfer Schiller auf der Fahrt von New York nach Hamburg auf die den Scilly-Inseln vorgelagerten Riffe auf. Nur 37 Menschen können gerettet werden.
1. Juni 1875 Vicksburg 47 Der Passagierdampfer Vicksburg der britischen Dominion Line fährt auf einer Reise von Liverpool nach Québec vor Neufundland in ein Eisfeld und läuft kurz vor Mitternacht am 31. Mai 1875 auf einen unterseeischen Eisberg, der den Propeller abtrennt und den Rumpf aufreißt. Das Schiff sinkt am folgenden Morgen. 47 der 91 an Bord befindlichen Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen dabei ums Leben.
4. November 1875 Pacific 273 Der Raddampfer kollidiert südwestlich von Cape Flattery an der Küste des US-Bundesstaats Washington mit dem Segelschiff Orpheus und sinkt. Es gibt zu wenige Rettungsboote und diejenigen, die zu Wasser gelassen werden, gehen allesamt unter. Nur zwei Männer überleben das Unglück, 273 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben, darunter alle Frauen und Kinder.
6. Dezember 1875 Deutschland 57 Durch einen Navigationsfehler läuft der Dampfer Deutschland auf eine Sandbank vor der Themsemündung und zerbricht.
11. September 1877 Avalanche 106 Der 1210 Tonnen große britische Dreimast-Segler Avalanche wird vor der Isle of Portland von dem Segelschiff Forest gerammt. Von den 97 Menschen an Bord schaffen es drei Besatzungsmitglieder, von der sinkenden Avalanche auf die Forest zu springen. Die Forest ist ebenfalls schwer beschädigt und sinkt kurz nach der Avalanche. In der schweren See sinken die Rettungsboote der Forest, sodass von ihren 21 Besatzungsmitgliedern nur neun überleben. Insgesamt kommen auf beiden Schiffen 106 Menschen um, während zwölf überleben.
31. Januar 1878 Metropolis 85 Das ehemalige Kriegsschiff der United States Navy USS Stars and Stripes, das seit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs unter dem Namen Metropolis als Passagierschiff im Dienst ist, gerät mit 248 Passagieren und Besatzungsmitgliedern in den Outer Banks an der Küste von North Carolina in einen schweren Sturm. Der Rumpf schlägt leck und läuft voll, sodass die Maschinen versagen und die Feuer gelöscht werden. Manövrierunfähig rollt der Dampfer in der schweren See und wird von Brechern schwer beschädigt. Er strandet schließlich bei Currituck Beach in der stürmischen Brandung. Ein Teil der Menschen an Bord schafft es an Land, aber 85 Menschen ertrinken oder werden in den Wellen von Trümmern erschlagen oder gegen Felsen geschleudert.
24. März 1878 HMS Eurydice etwa 350 Das Schulschiff Eurydice der britischen Royal Navy gerät auf der Fahrt von Bermuda nach Portsmouth in einen Schneesturm und sinkt unbekannten Gründen vor der Isle of Wight, wobei sich zwei Menschen retten konnten.
31. Mai 1878 SMS Großer Kurfürst 269 Während eines Manövers im Ärmelkanal kollidierten die beiden deutschen Panzerschiffe SMS Großer Kurfürst und SMS König Wilhelm vor Folkestone miteinander. Beide Schiffe hatten zuvor versucht, zwei Fischerbooten auszuweichen; das Signal zum Abdrehen war aber missverstanden worden. Bei dem Zusammenstoß wurde die SMS Großer Kurfürst so schwer beschädigt, dass sie wenig später sank. Das Sinken wurde noch dadurch beschleunigt, dass sich das Schiff nicht im Verschlusszustand befunden hatte. Mit dem Schiff gingen 269 Besatzungsangehörige unter. 218 Mann konnten von deutschen und britischen Schiffen gerettet werden.
3. September 1878 Princess Alice 640 Der britische Ausflugsdampfer wird mit über 800 Menschen an Bord auf der Themse von dem Kohlenfrachter Bywell Castle gerammt, in zwei Teile geschnitten und sinkt in vier Minuten. Es handelt sich um das bis heute schwerste Schifffahrtsunglück in britischen Binnengewässern.
18. Dezember 1878 Byzantin ca. 150 Der französische Passagierdampfer Byzantin der Compagnie de Navigation Fraissinet kollidiert bei orkanartigem Wetter am Eingang der Dardanellen während eines Anlegemanövers mit dem britischen Dampfschiff Rinaldo und kentert fünf Minuten später. Von den etwa 260 Passagieren und Besatzungsmitgliedern werden 113 gerettet.
28. Februar 1879 Vingorla 68 Durch ein Leck im Laderaum kommt es 70 Seemeilen nordwestlich von Bombay zum Wassereinbruch an Bord des britischen Passagierdampfers Vingorla. Das Schiff sinkt einige Stunden später. 68 Menschen kommen bei dem Untergang ums Leben.
24. Mai 1879 Ava 70 Etwa 70 Seemeilen vor der Mündung des Flusses Hugli an der Küste von Westbengalen (Indien) wird das britische Dreimast-Dampfschiff Ava der British India Steam Navigation Company bei aufgewühlter See von dem Segelschiff Brenhilda mittschiffs gerammt und fast in zwei Hälften geteilt. Zwei Rettungsboote werden beschädigt und sind unbrauchbar; in den anderen drei entkommen 53 Menschen und setzen zur Brenhilda über. 70 Passagiere und Besatzungsmitglieder, darunter der Kapitän, kommen ums Leben.
2. Dezember 1879 Borussia 169 Vier Tage nach dem Ablegen in A Coruña (Spanien) gerät das britische Passagierschiff Borussia der Dominion Line auf dem Nordatlantik in einen Sturm. Durch ein Leck im Rumpf dringt so viel Wasser ein, dass die Pumpen nichts mehr ausrichten können und der Maschinenraum geflutet wird. Das Schiff sinkt, bevor alle Rettungsboote zu Wasser gelassen werden können. Nur 15 Menschen in zwei Booten überleben.

1880−1889

Datum Name Opfer Beschreibung
16. Oktober 1880 Alpena 80 Der Raddampfer Alpena, mit Passagieren und Fracht auf dem Weg nach Chicago, verschwindet auf dem Michigansee in einem schweren Sturm, der als „The Big Blow“ bekannt wird. Niemand an Bord überlebt; die genauen Umstände des Unglücks bleiben ungeklärt.
29. Oktober 1880 Rettungsboot Eliza Adams 11 Beim Versuch die Seeleute der gestrandeten Brigg Ocean Queen zu retten, kentert das in Wells-next-the-Sea (England) stationierte Ruderrettungsboot. Nur zwei der 13 Besatzungsmitglieder können sich retten, die übrigen finden den Tod.
7. Februar 1881 Bohemian 35 Auf einer Fahrt von Boston nach Liverpool läuft der britische Frachtdampfer Bohemian der Reederei S. S. Bohemian Co. Ltd. bei Caher Island an der Mizen-Halbinsel im Nebel auf Felsen; 35 der 57 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
29. April 1881 Tararua 131 Das neuseeländische Passagierschiff rammt in der Nähe von Waipapa Point an der Küstenregion The Catlins (neuseeländische Südinsel) ein Riff und sinkt 20 Stunden später. Nur 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder überleben. Es handelt sich um das bis heute zweitschwerste Schiffsunglück Neuseelands.
13. Juni 1881 Jeannette 33 Das Expeditionsschiff Jeannette (USA) wurde 1879 vor Sibirien vom Packeis eingeschlossen. Nach 21 Monaten wurde es vom Eis zerdrückt und sank. Beim versuch, Sibirien zu erreichen, starben 33 Besatzungsmitglieder (von ca. 60)
30. August 1881 RMS Teuton 236 Der britische Passagierdampfer RMS Teuton rammt vier Meilen vor Quoin Point an der Küste der südafrikanischen Kapkolonie ein Riff und sinkt während des Versuchs, die Hafenstadt Simon’s Town zu erreichen. Von den 272 Passagieren und Besatzungsmitgliedern überleben nur 36.
5. Oktober 1881 Koning der Nederlanden 90 An Bord des niederländischen Passagierdampfers Koning der Nederlanden bricht mitten auf dem Indischen Ozean die Welle und der Maschinenraum wird geflutet. Alle 216 Passagiere und Besatzungsmitglieder können das Schiff verlassen, bevor es sinkt. Da die Koning der Nederlanden aber 400 Seemeilen vom nächsten Land unterging, verlieren sich die Rettungsboote auf dem Ozean. Nur drei werden gefunden; 90 Menschen verschwinden spurlos.
14. Oktober 1881 Fischerflotte von Eyemouth 189 19 Boote, rund die Hälfte der örtlichen Fischereiflotte von Eyemouth, sinken während eines plötzlich hereinbrechenden Orkans oder werden aufgrund des gezeitenbedingt niedrigen Wasserstandes bei ihrer Rückkehr an der steinigen Küste vor der Stadt zerstört.
7. Januar 1883 City of Brussels 10 Der Passagierdampfer City of Brussels der Inman Line wird beim Einlaufen in die Mündung des Mersey in dichtem Nebel von dem Frachtschiff Kirby Hall gerammt und fast in zwei Hälften geschnitten. Sie sinkt 20 Minuten nach der Kollision; zwei Passagiere und acht Besatzungsmitglieder sterben.
19. Januar 1883 Cimbria 437 Am 19. Januar 1883 kollidiert der HAPAG-Passagierdampfer Cimbria auf der Reise von Hamburg nach New York in dichtem Nebel bei Borkum mit dem britischen Dampfer Sultan und sinkt.
November 1883 Rhône 14 Kollision der beiden Dampfer Rhône und Cygne in einer stürmischen Novembernacht bei starken Westwinden auf dem Genfersee. Nach dem Zusammenstoss hatte die Rhône ein Loch an der Seite und versank innerhalb weniger Minuten. Die Cygne erreichte dagegen rund 20 Minuten nach der Katastrophe das Ufer des Genfersees in Ouchy. Beim tragischen Unfall kamen damals 11 Passagiere und 3 Besatzungsmitglieder ums Leben. Es gab dramatische Szenen wie auf der Titanic. So rettete ein frisch verheirateter Mann im Eifer des Gefechts nicht seine eigene Frau auf die Cygne, sondern eine andere. Die Falsche wollte er danach über Bord werfen. Überdeckt mit Flusssedimenten aus der Rhône ruht der leckgeschlagene Zeitzeuge nun auf einem hügeligen, sandigen Untergrund des Genfersees.
18. Januar 1884 City of Columbus 103 Vor der Insel Martha’s Vineyard an der Küste des US-Bundesstaats Massachusetts prallt der amerikanische Passagierdampfer City of Columbus bei stürmischem Wetter auf einen Unterwasserfelsen und sinkt. Die schwere See spült die meisten Passagiere von Bord und die Rettungsboote zerschellen beim Versuch, sie zu Wasser zu lassen, am Schiffsrumpf. 29 Menschen, die sich an die Takelage klammern, können gerettet werden, während 103 ertrinken oder im eiskalten Wasser an Unterkühlung sterben, darunter alle Frauen und Kinder an Bord.
3. April 1884 Daniel Steinmann 121 In der Nähe des Leuchtturms Sambro Island Lighthouse am Eingang zum Hafen von Halifax verhindern stürmische See und dichter Nebel, dass das belgische Passagierschiff Daniel Steinmann sicher in den Hafen einlaufen kann. Dreimal wird der Dampfer gegen die Felsen des Riffs Mad Rock Shoal geschleudert und sinkt nach dem dritten Aufprall. Von den 130 Menschen an Bord werden nur neun gerettet, darunter der Kapitän.
18. April 1884 State of Florida 130 Der britische Passagierdampfer State of Florida, auf dem Weg von New York nach Glasgow, kollidiert mitten auf dem Nordatlantik mit der kanadischen Bark Ponema. Beide Schiffe sinken. 118 der 162 Menschen an Bord des Dampfers und 12 der 15 Besatzungsmitglieder der Bark kommen ums Leben. Die Überlebenden werden zwei Tage danach von einem norwegischen Segelschiff gerettet.
22. Juli 1885 Rettungsboot Zephyr 8 Beim Versuch, die Besatzung einer auf den Barber Sands in der englischen Grafschaft Norfolk gestrandeten Bark zu retten, stürzt der Mast der Bark, in den sich die Schiffbrüchigen gerettet hatten, auf das Rettungsboot. Acht der 13 Besatzungsmitglieder des Rettungsbootes finden bei dem Unglück den Tod, die übrigen können sich retten.
30. Mai 1886 Ly-ee-Moon 71 Der australische Passagierdampfer Ly-ee-Moon strandet auf den Felsen der Landzunge Cape Green an der Küste von New South Wales. Das Schiff bricht nach wenigen Minuten auseinander. Nur 15 Menschen können sich über den abgeknickten Vordermast und eine Seilverbindung an Land retten. 71 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
10. Dezember 1886 Rettungsbootkatastrophe an der Horse Bank 44 Während eines Sturmes strandet die Hambuerger Bark Mexico, die sich auf der Reise von Liverpool nach Ecuador befindet, auf der Horse-Bank vor Blackpool. Von drei englischen Rettungsbooten, die zur Rettung der 12-köpfigen Besatzung auslaufen, gelingt es nur einem, die Mexico zu erreichen und die Besatzung komplett zu retten. Die Rettungsboote Laura Janet (Station St. Annes) und Eliza Fernley (Station Southport) kentern dagegen beim Versuch, den Havaristen zu erreichen. Nur 3 der insgesamt 27 Besatzungsmitglieder beider Boote überleben das Unglück.
20. Januar 1887 Kapunda 297 Vor Maceió an der brasilianischen Küste kollidiert der britische Eisen-Klipper Kapunda, der sich auf dem Weg von London nach Australien befindet, mit der Bark Ada Melmore. Die Kapunda wird fast in zwei Hälften geteilt und sinkt innerhalb von fünf Minuten. Von den 313 Menschen an Bord werden nur acht Besatzungsmitglieder und acht Passagiere, allesamt Männer, gerettet. 297 Menschen kommen ums Leben, darunter alle Frauen und Kinder.
17. April 1887 Tasmania 35 Der P & O-Liner Tasmania strandet an der Südküste von Korsika auf den Klippen Les Moines (korsisch I Munacci, englisch Monachi Rocks). Alle Passagiere können gerettet werden, aber 35 Mitglieder der Mannschaft, darunter der Kapitän, sterben.
19. November 1887 W. A. Scholten 132 Das Dampfschiff der niederländischen Holland-America Line, das zwischen Rotterdam und New York verkehrt, kollidiert im Ärmelkanal in dichtem Nebel mit dem bei Dover ankernden britischen Kohlenfrachter Rosa Mary. Der Dampfer bekommt sofort schwere Schlagseite und sinkt nach 20 Minuten. 132 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
22. Juni 1888 Northampton 2 Das deutsche Vollschiff Northampton (1171 RT) sank nach einer Kollision mit dem britischen Dampfer Aegean im Bristol-Kanal.
14. August 1888 Geiser 118 30 Meilen südlich von Sable Island (Neufundland) kommt es bei Regen und Nebel zur Kollision der Passagierschiffe Geiser und Thingvalla der dänischen Reederei Thingvalla-Linie, als die Thingvalla in voller Fahrt in die Steuerbordseite der Geiser fährt, die dann innerhalb von fünf Minuten untergeht. Die beschädigte Thingvalla rettet 31 Menschen und wird nach Halifax geschleppt.
8. Februar März 1889 ADVENTURE H1500 11 Beim Untergang des Trawler ADVENTURE H1500 aus Hull in der Nordsee kommen 11 Besatzungsmitglieder ums Leben.
15./16. März 1889 Zyklon von Samoa 1889 145 Während aufgrund von geopolitischen Spannungen mehrere Kriegsschiffe der USA, Deutschlands und Großbritanniens vor dem Hafen von Apia auf Samoa liegen, zieht ein starker, zwei Tage andauernder Zyklon über die Insel hinweg und versenkt dabei die deutschen Kanonenboote SMS Eber und SMS Adler sowie die US-Fregatte USS Trenton und die amerikanische Korvette USS Vandalia. Das amerikanische Kanonenboot USS Nipsic und die deutsche Korvette SMS Olga werden schwer beschädigt, können aber später wieder repariert werden. Bei der Katastrophe finden insgesamt 52 amerikanische und 93 deutsche Seeleute den Tod. Das Desaster im Zyklon verhindert aber zugleich eine drohende militärische Auseinandersetzung; der Streit um Samoa zwischen den USA und Deutschland wird auf dem Verhandlungsweg beigelegt.
31. Dezember 1889 Erin 72 Nach dem Ablegen in New York verschwindet der Dampfer Erin der britischen National Line spurlos auf dem Nordatlantik. Er wird nie wieder gesehen.

1890−1899

Datum Name Opfer Beschreibung
28. Februar 1890 RMS Quetta 134 Der britische Passagierdampfer RMS Quetta läuft in der Torres-Straße vor der Küste von Queensland (Australien) auf einen nicht verzeichneten Unterwasserfelsen und sinkt innerhalb von 3 Minuten. 134 der 292 Menschen an Bord sterben.
nach dem 30. August 1890 Amphitrite 25 Das frachtgehende deutsche Vollschiff Amphitrite geht auf der Fahrt von Cardiff (Großbritannien) nach Hongkong (China) während eines Taifuns im Chinesischen Meer mit der gesamten Besatzung verloren.
10. November 1890 HMS Serpent 172
Gedenktafel HMS Serpent
Die HMS Serpent, ein Torpedokreuzer der Archer-Klasse der Royal Navy, strandet auf einer Fahrt von Plymouth nach Sierra Leone an der felsigen Küste von Cabo Vilán. Von den 175 Männern an Bord überleben nur drei.
17. März 1891 Utopia 535 Der britische Passagierdampfer wird im Hafen von Gibraltar durch eine Sturmböe gegen den Bug des Kriegsschiffs HMS Anson geworfen. Das Passagierschiff wird aufgeschlitzt und sinkt in nur fünf Minuten. 514 Passagiere, 19 Besatzungsmitglieder und zwei Einsatzkräfte der Royal Navy kommen ums Leben.
nach dem 22. August 1892 Pluto 17 Auf der Reise von Blyth (Großbritannien) nach Iquique (Chile) wird der deutsche Frachtsegler Pluto (Vollschiff / 1.133 RT) seit der letzten Sichtung am 22. August 1892 im Südatlantik mit der gesamten Besatzung vermisst. Eventuell ist das Schiff im Seegebiet von Kap Hoorn verloren gegangen.
10. Oktober 1892 Bokhara 125 Vor den Pescadoren-Inseln westlich von Taiwan wird das britische Passagierschiff Bokhara, das sich mit 148 Menschen an Bord auf dem Weg nach Hongkong befindet, von einem Taifun überrascht. Es kommt zu einem Wassereinbruch in den Maschinenraum, die Rettungsboote werden von den Wellen über Bord gerissen und nachdem der Dampfer zweimal gegen ein Riff geschleudert wurde, geht er binnen zwei Minuten unter. Nur 23 Menschen überleben. Es ist das bis dahin verheerendste Unglück in der Geschichte der Reederei P & O.
27. Oktober 1892 Roumania 113 Der britische Passagierdampfer Roumania der Anchor Line kommt vor Peniche an der portugiesischen Küste bei Sturm und Nebel dem Land zu nah und prallt auf das felsige Ufer. Das Schiff zerbricht und geht unter. Von den 122 Passagiere und Besatzungsmitgliedern überleben nur neun.
7. Februar 1893 Trinacria 34 Vor Cabo Vilán an der Nordwestküste Spaniens gerät der britische Passagierdampfer Trinacria durch dichten Nebel vom Kurs ab. Der Nebel ist so undurchsichtig, dass der Leuchtturm von Cabo Vilán nicht ausgemacht werden kann. Das Schiff prallt auf Felsen und bricht in der schweren See auseinander. Nur sieben Menschen können sich retten.
19. Februar 1893 Naronic 74 Das Dampfschiff Naronic der britischen White Star Line verschwindet mit 74 Menschen an Bord auf dem Weg von Liverpool nach New York auf dem Nordatlantik. Vier Flaschenpostnachrichten, die nach dem Verschwinden des Schiffes in den USA und Großbritannien auftauchten, lassen vermuten, dass das Schiff in einem schweren Sturm mit einem Eisberg kollidierte. Die Echtheit der Nachrichten wird allerdings angezweifelt.
22. Juni 1893 HMS Victoria 322 Vor der Küste des Libanon stießen während eines Manövers der britischen Mittelmeerflotte das Panzerschiff HMS Victoria und das Panzerschiff HMS Camperdown zusammen. Die HMS Victoria wurde dabei so schwer beschädigt, dass sie innerhalb von elf Minuten kenterte und sank. Mit dem Schiff gingen 322 Seeleute unter, darunter auch der Kommandeur der britischen Mittelmeerflotte, Vizeadmiral Sir George Tyron. 357 Besatzungsangehörige des Panzerschiffes konnten gerettet werden. Verursacht wurde die Katastrophe, so stellte es ein Untersuchungsausschuss später fest, durch Missverständnisse in der Befehlskette und die unüberlegte Befehlsvergabe von Vizeadmiral Tyron; ihm wurde später die Hauptschuld an dem Unglück zugesprochen.
13. Juli 1893 Duchess of Albany 2 Am 13. Juli 1893 strandet auf der Reise von Rio de Janeiro nach Valparaíso das in Liverpool bei Robert Hamilton & Co. registrierte Vollschiff Duchess of Albany - benannt nach Helene von Waldeck-Pyrmont - in dichtem Nebel an der Atlantikküste der Halbinsel Mitre (Feuerland) nahe Caleta Policarpo beim Versuch, eine sichere Bucht zu finden. Dem Kapitän gelang es, per Boot mit 10 anderen Seeleuten weiter ostwärts die Thetisbucht zu erreichen und kehrte mit ihnen später auf dem Dampfer Britannica nach England zurück. 17 Seeleute und Passagiere lehnten eine Fahrt mit dem Rettungsboot ab und schlugen sich zu Fuß an der Küste entlang durch. 14 wurden später von einem chilenischen Schlepper aufgenommen. Mindestens einer verblieb bei den Indianern der Region. Das zerfallende Wrack liegt nunmehr seit 118 Jahren (2011) am Strand. Die schöne Galionsfigur konnte 1979 geborgen werden und befindet sich restauriert im "Museo del Fin del Mundo" in Ushuaia.
3. August 1893 Helmuth Mentz 9 Die frachtgehende deutsche Bark Helmuth Mentz (1332 RT) musste nach einem Ladungsbrand vor Südchile aufgegeben werden. Die 17-köpfige Besatzung konnte sich zunächst retten, jedoch wird ein Rettungsboot mit neun Mann seit dem 5. August 1893 vermisst.
16. Februar 1894 SMS Brandenburg 44 An Bord des deutschen Linienschiffes SMS Brandenburg (10.060 ts) platzt während einer Probefahrt im Maschinenraum der Steuerbordmaschine ein Hauptdampfrohr, vermutlich infolge eines Materialfehlers. 25 Crewangehörige, 18 Werftarbeiter und ein mit der Prüfung der Maschinenanlage betrauter Ingenieur kommen dabei ums Leben. Sieben Menschen werden verletzt. Das Schiff muss danach für fast ein halbes Jahr in die Werft.
29. Oktober 1894 Wairarapa 121 Das neuseeländische Passagierschiff ist auf dem Weg von Sydney nach Auckland, als Nebel und Navigationsfehler es vom Kurs abbringen. Das Schiff passiert die Great-Barrier-Insel wesentlich dichter als geplant und prallt schließlich kurz nach Mitternacht auf die Felsen von Miners Head. Die wenigsten Passagiere können schwimmen und nur ein Rettungsboot schafft es ans nahe Land. 121 Menschen sterben. Es handelt sich um eines der schwersten Schiffsunglücke in der Geschichte Neuseelands.
22. Dezember 1894 Dezember-Orkan 1894 mind. 169 Zahlreiche Fischereifahrzeuge geraten auf der Nordsee in einen schweren Orkan. Neun Smacks und sechs Trawler aus Hull kehren nicht mehr in ihren Heimathafen zurück. Insgesamt gehen bei dem Orkan mindestens 108 Besatzungsmitglieder aus Hull mit ihren Schiffen unter oder werden über Bord gespült.

Im selben Orkan sinken bei Hornsriff die Bremerhavener Fischdampfer Neck, Nereide, Lilly, Eide und Hermann. Dabei kommen alle 61 Besatzungsmitglieder ums Leben. Ursachen der Katastrophe sind vermutlich Seeschlag sowie das zu diesem Zeitpunkt Nichtvorhandensein von geschlossenen Ruderhäusern. Die Tragödie sorgt für verschärfte Sicherheitsvorschriften in der Hochseefischerei.

30. Januar 1895 Elbe 332 Am 30. Januar 1895 wird der Dampfer Elbe vom Norddeutschen Lloyd vom englischen Frachter Crathie, nördlich der Straße von Dover, gerammt. Die Elbe befindet sich mit 352 Auswanderern auf der Fahrt von Nordenham nach New York. Sie sinkt binnen 20 Minuten. Nur 20 Menschen überleben. Zum Zeitpunkt der Kollision befinden sich weder Wachoffizier noch Ausguck auf der Brücke der ausweichpflichtigen Crathie. Der Rudergänger bemerkt das deutsche Schiff erst, als es sich direkt vor dem Bug befindet. Die Elbe hat den Briten zwar rechtzeitig bemerkt, muss aber, als Wegberechtigte, Kurs und Geschwindigkeit genau beibehalten. Bis zuletzt hält man sich an diese Bestimmung und unterlässt fatalerweise eine Warnung durch das Typhon. Es erschien der deutschen Brückenwache zu unwahrscheinlich, dass ein so großes, hellerleuchtetes Schiff einfach übersehen werden könnte.
11. März 1895 Reina Regente 402 Auf dem Weg nach Cádiz verschwindet der spanische Geschützte Kreuzer Straße von Gibraltar in einem schweren Sturm. Erst nach Tagen werden an Land gespülte Überreste des Schiffs gefunden. Es gibt keine Überlebenden.
24. Dezember 1895 Rettungsboot Civil Service Number Seven 15 Beim Versuch, die Besatzung des an der ostirischen Küste gestrandeten russischen Segelschiffes Palme (1114 BRT) zu retten, kentert das in Dún Laoghaire stationierte Rettungsboot Civil Service Number Seven in schwerer See. Alle 15 Besatzungsmitglieder kommen bei dem Unfall ums Leben. Die 20-köpfige Besatzung der Palme wird am 26. Dezember 1885 in einer dramatischen Rettungsaktion durch einen Dampfer der damaligen irischen Leuchtturmbehörde (Commissioners of Irish Lights (CIL)) unter Kapitän McCrombie vollzählig gerettet.
16. Juni 1896 Drummond Castle 243 Der britische Passagierdampfer gerät vor der französischen Insel Ouessant bei schlechtem Wetter in eine Nebelbank und prallt auf ein Riff. Das Schiff sinkt innerhalb von vier Minuten. Nur drei der 246 Passagiere und Besatzungsmitglieder überleben.
26. September 1896 Alexander Yeats 0 Das kanadische Vollschiff Alexander Yeats strandete im Sturm vor Gurnards Head und musste aufgegeben werden. Die Besatzung konnte gerettet werden.
8. Dezember 1896 Salier 279 Auf dem Weg von Bremen nach La Plata prallt die Salier, ein Passagierdampfer des Norddeutschen Lloyd, in der Bucht von Arosa, vier Meilen nördlich der Stadt Villagarcía de Arosa (Nordspanien) in einem Sturm auf ein Riff und sinkt. Es gibt keine Überlebenden.
13. Januar 1897 Carla Bauer 0 Die frachtgehende deutsche Bark Carla Bauer (954 RT) schlug bei Sturm im Atlantik leck und musste aufgegeben werden. Die Besatzung wurde vom britischen Frachtsegler Loch Vennachar gerettet.
9. Juni 1897 Aden 78 Bei stürmischer See prallt der britische Passagierdampfer Aden (P & O) auf die Klippen an der Küste der Insel Sokotra vor dem Horn von Afrika. 78 Menschen sterben; die 42 Überlebenden sitzen auf dem Schiff fest und werden erst nach 18 Tagen gerettet.
15. Februar 1898 USS Maine 266 Vermutlich auf Grund eines Brandes im Kohlebunker der USS Maine, die im Hafen von Havanna auf Kuba (damals spanische Kolonie) vor Anker liegt, explodiert das Munitionsdepot des Schiffes, das daraufhin sinkt. Da die US-Regierung von Präsident William McKinley von einem Torpedoangriff spanischer Einheiten ausgeht, ist das Ereignis in weiterer Folge Auslöser für den Beginn des Spanisch-Amerikanischen Krieges im April desselben Jahres.
4. Juli 1898 La Bourgogne 565 Der französische Passagierdampfer befindet sich auf dem Weg von New York nach Le Havre, als er an der Küste von Nova Scotia von dem britischen Segelschiff Cromartyshire gerammt wird und sinkt. Von den 730 Menschen an Bord überleben nur 165, darunter nur eine Frau. Es handelt sich um eines der größten Unglücke in der Geschichte der zivilen französischen Dampfschifffahrt.
13. Oktober 1898 Mohegan 106 Das noch neue Passagier- und Frachtschiff Mohegan ist mit 161 Passagieren und Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von Tilbury nach New York, als es aufgrund einer fehlerhaften Kursänderung vor der Küste von Cornwall auf das Riff The Manacles aufläuft und innerhalb von 12 Minuten sinkt. Die Lichter gehen fast augenblicklich aus und nur ein einziges Rettungsboot kann sicher gefiert werden. Es handelt sich um das größte Unglück in der Geschichte der Reederei Atlantic Transport Line.
26. November 1898 Portland 192 Das amerikanische Passagierschiff der Reederei Portland Steam Packet Company war einer der größten und luxuriösesten Raddampfer, der Passagiere von Portland im US-Bundesstaat Maine nach Boston brachte. Im November 1898 geriet das Schiff vor Cape Ann an der Küste von Massachusetts in einen Sturm, der die Küste von Neuengland heimsuchte und mehr als 450 Menschenleben forderte. Alle 192 Menschen an Bord der Portland kamen ums Leben. Der Sturm wird noch heute „The Portland Gale“ (zu deutsch in etwa Der Portland-Sturm) genannt.
27. Januar 1899 Port Melbourne 52 Das Passagierschiff Port Melbourne der britischen National Line verschwindet auf dem Weg von New York nach London spurlos auf dem Atlantik.
30. März 1899 Stella 105 Der britische Dampfer Stella der London and South Western Railway rammt 15 Meilen vor der Insel Guernsey (Ärmelkanal) in dichtem Nebel und bei voller Geschwindigkeit ein zur Felsengruppe Casquets gehörendes Riff und sinkt innerhalb von acht Minuten. 105 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
nach dem 23. August 1899 Henny Clement ? Die frachtgehende deutsche Bark Henny Clement (1657 RT) wird seit einer letzten Sichtung am 23. August 1899 im Atlantik mit der gesamten Besatzung vermisst.
nach dem 7. Dezember 1899 Aldeburgh 7 Während eines Orkans kentert das im englischen Aldeburgh stationierte gleichnamige Rettungsboot während eines Orkans in der Brandung. Von den 18 Besatzungsmitgliedern kommen 7 bei dem Unfall ums Leben.

1900–1949

siehe Liste bedeutender Seeunfälle 1900 bis 1949

1950–1999

siehe Liste bedeutender Seeunfälle 1950 bis 1999

seit 2000

siehe Liste bedeutender Seeunfälle seit 2000

Siehe auch


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