Candlestick


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Eine Chartanalyse ist eine Vielzahl einzelner Techniken, die eine Vorhersage zukünftiger Börsenkurse anhand historischer Kursentwicklungen (z. B. Trends) anstreben. Diese heute auf einigen Märkten vorherrschende Art der praktischen Finanzanalyse stellt sich primär die Aufgabe, geeignete Zeitpunkte zum An- und Verkauf von Finanzwerten zu identifizieren. Zur Unterstützung der Prognosen werden verschiedene Indikatoren herangezogen.

Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse bleiben Kennzahlen aus der klassischen Makroökonomie, Branchenanalysen oder der Betriebswirtschaft unberücksichtigt. Vielmehr nimmt man an, dass sämtliche entscheidungsrelevanten Informationen über Vergangenheit und Zukunft bereits in der sichtbaren Kursentwicklung – dem Chart – enthalten sind.

Die Chartanalyse wird häufig mit der Technischen Analyse gleichgesetzt, die jedoch zusätzliche Verfahren der Markttechnischen Analyse enthalten kann und damit über die reine Untersuchung von Kursverläufen hinausgeht.

Inhaltsverzeichnis

Zielsetzungen

Allen charttechnischen Analysemodellen ist die Annahme gemeinsam, dass es wiederkehrende, beobachtbare Ereignisse mit jeweils ähnlichen, wahrscheinlichen Zukunftsverläufen gibt. So können – je nachdem, welcher Disziplin ein Chart-Analytiker folgt – bestimmte geometrische Muster oder rein statistische, quantitative Indikatoren als „Richtungsanzeiger“ verwendet werden.

Ziel ist die Ermittlung von Kaufs- und Verkaufssignalen für das analysierte Wertpapier. Versucht wird, den Markt zu übertreffen (beat the market); dies ist dann der Fall, wenn ein Händler eine höhere Rendite erreicht als ein zugrunde gelegter Index.

Kritik

Ob man mit Hilfe der technischen Analyse tatsächlich Aussagen über den weiteren Kursverlauf eines Wertpapiers machen kann, ist wissenschaftlich nicht erwiesen und umstritten. Vertreter der klassischen Finanzmarkttheorien (Effizienzmarkt-Hypothese, Random Walk) stehen etwa in krassem Gegensatz dazu. Quantitative Studien, die sich seit den 1980er Jahren mit der Aussagekraft unterschiedlicher technischer Prognosemodelle beschäftigen (siehe Weblinks: „Zur Erfolgsmessung technischer Handelsansätze“), sind selten und ergeben (jedenfalls im Jahr 2005) kein klares Bild für oder gegen die Annahme, dass technische Analysemodelle eine bessere Möglichkeit zur Antizipation von Marktentwicklungen bieten würden, als der reine Zufall erwarten ließe.

Ein Argument für die Einbeziehung der Charttechnik in die Kursanalyse ist die weite Verbreitung und die Popularisierung über Anlegermagazine. Allein dadurch, dass aus dem Glauben an die Chartanalyse heraus viel Kapital bewegt wird, entsteht das aus der Psychologie bekannte Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung, welches eine aussagekräftige statistische Validitätsuntersuchung erschwert. Aus dem Glauben an ein Eintreffen der erwarteten Kursbewegungen heraus werden dann Aktionen (In diesem Fall entsprechende Limitorders, Stop-Buy- und Stop-Loss-Orders) ausgeführt, die in der Masse dann selbst die eigentliche Ursache für das tatsächliche Stattfinden dieser Kursbewegungen sein können.

In letzter Konsequenz ist zumindest als strittig zu sehen, ob, wie es die technische Analyse impliziert, Kursbewegungen inhärente wiederkehrende Mechanismen zugrunde liegen, aus denen zukünftige Entwicklungen mit hinreichender Bestimmtheit abgeleitet werden können. So können z.B. je nach Beobachtungszeitpunkt bestimmte Chartverläufe sowohl als Anzeichen für eine Trendbestätigung als auch als ein Signal für eine beginnende Trendumkehr gedeutet werden.

Geschichte

Technische Analysemodelle gehen von der Hypothese aus, dass der Kursverlauf von Finanzwerten bestimmte Selbstähnlichkeiten ausbildet, die sich über die Zeit wiederholen und daher – einmal erkannt – Prognosen voraussichtlicher Kursentwicklungen ermöglichen.

In der westlichen Welt gilt der US-Amerikaner Charles Dow (der Entwickler des nach ihm benannten Dow Jones Index), als Begründer der technischen Analyse. Er publizierte seine Dow Theory über die Chartanalyse in einer Reihe von Artikeln im Wall Street Journal ab 1884. Dow erhob dabei nie den Anspruch, eine wissenschaftliche Theorie entwickelt zu haben, die dazu geeignet wäre, künftige Preise einzelner Aktien vorherzusehen. Er betrachtete seine Erkenntnisse vielmehr als Handwerkszeug für Analysten, um generelle Markttrends besser definieren zu können. Dow geht davon aus, dass Finanzmärkte sich zyklisch verhalten und in kurz- mittel- und langfristigen Wellen verlaufen.

Der US-Mathematiker Ralph Nelson Elliott baute in den 1930er und 40er Jahren auf den Erkenntnissen von Charles Dow auf und begründete die Theorie der „Elliott Waves“. Sein Modell beschreibt ebenfalls Trendzyklen, die aber sehr viel stärker mathematisch definiert sind als in der Dow-Theorie.

Richard Schabacker, einer der einflussreichsten Finanzjournalisten seiner Zeit, veröffentlichte in seinem 1932 erstmals erschienenen Buch „Technical Analysis and Stock Market Profits: A Course in Forecasting“ die heute noch gültige Zusammenfassung der Grundlagen der auf geometrischen Mustern basierenden Chartanalyse.

Möglicherweise marktbeeinflussend wurden die rein quantitativen Analysemodelle der Charttechnik aber erst mit der breiten Verfügbarkeit der Computertechnik. Seit den 1980er Jahren sind technische Handelsmodelle in Realzeit berechenbar und werden zum Handeln gewaltiger Investitionssummen auf internationalen Finanzmärkten angewandt.

Methoden

  • Klassische Analysetechniken
    • Trends
    • Durchschnitte
    • Trendfolger
    • Statistik
  • Candlestick Analyse
  • Elliott-Wellen

Definition und Charttypen

Ein Chart ist hierbei ein Diagramm, das den Kursverlauf des Wertpapiers über einen bestimmten Zeitraum darstellt. Der Zeitraum ist prinzipiell frei wählbar. Neben dem Zeitraum ist die Intervalleinteilung entscheidend, am häufigsten sind Unterteilungen in Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten und so genannte „Ticks“ (jede einzelne Kursveränderung), wobei die letzteren drei lediglich für das Intraday-Trading interessant sind. Die Zeitangabe in der Bezeichnung eines Charts (z.B. 4-Stunden-Chart) bezieht sich nicht auf den dargestellten Gesamtzeitraum, sondern auf die Intervalleinteilung. Der dargestellte Gesamtzeitraum kann variiert werden, indem die einzelnen Intervalle (z.B. Balken) unterschiedlich dicht angeordnet werden. Beim Tick-Intervall ist die Zeitachse nichtlinear, da die einzelnen Ticks in unterschiedlichen Abständen auftreten.

Die vertikale Achse der Charts wird je nach Zweck und Eignung entweder linear oder logarithmisch dargestellt. Letzteres hat den Vorteil, das gleiche vertikale Abstände gleichen prozentualen Veränderungen entsprechen. Lineare Charts mit großer Differenz zwischen minimalem und maximalem Kurswert oder Charts über lange Zeiträume sind im unteren Bereich sehr eng und glatt, und im oberen Bereich breit und zerklüftet.

Bei den meisten Charts handelt es sich um Linien- oder Balkencharts:

Balken-Chart

DAX Balkenchart

In Balkencharts wird jedes Intervall (beispielsweise ein Tag) als senkrechte Linie dargestellt, an der der Höchst- und Tiefstkurs des Intervalls ablesbar sind. Ein waagerechter Strich auf der linken Seite repräsentiert den Eröffnungskurs und einer auf der rechten Seite zeigt den Schlusskurs an. Eröffnungs- und Schlusskurse sind insbesondere in Tages-Charts von Bedeutung.

Linien-Chart

DAX Linien-Chart

In Liniencharts wird nur der Schlusskurs eines jeweiligen Intervalls dargestellt. Somit sind die Kursschwankungen innerhalb eines Intervalls nicht ersichtlich, insofern wird die Chartanalyse für Profis etwas ungenauer. Allerdings gibt es auch Charttechniker, die diese Darstellung bevorzugen, da diese nur die jeweiligen Schlusskurse für wichtig erachten. Manche Charts können nur als Linienchart dargestellt werden, beispielsweise Intraday-Charts, die jeden Tick (Handelsabschluss) als eigenen Wert darstellen. Tick-Charts haben eine nichtlineare Zeitachse, weil sich pro Zeiteinheit unterschiedlich viele Ticks ergeben, je nachdem wie oft ein Wertpapier in der jeweilen Zeiteinheit gehandelt wird. Intraday-Handel aufgrund von Tick-Charts eignen sich höchstens für absolute Profis (Skalper) oder Händler die keine Handelsgebühren entrichten müssen.

Candlestick-Chart (Kerzenchart)

DAX Candlestick-Chart

Candlestick-Charts sind eine andere Art Balkencharts in denen kleinere Trends leichter erkennbar sind. Der japanische Reishändler Munehisa Homma (‚Gott der Märkte‘, geb. 1724) war der erste, der aus einer langjährigen Aufzeichnung der Preise an der japanischen Reis-Börse die Darstellungsform der Kerzencharts entwickelte und die Analyse der Kerzencharts für die Prognose der Preisentwicklung für den Reis nutzte. Die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs wird als kleines Rechteck (Körper) dargestellt, darüber hinausragende Schwankungen werden als Docht oder oberer Schatten, darunter ragende Schwankungen als Lunte oder unterer Schatten dargestellt, so dass diese Darstellungsform eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Kerze hat. Um kenntlich zu machen, ob der Schlusskurs höher oder tiefer als der Eröffnungskurs liegt, haben die Kerzen unterschiedliche Darstellungen bzw. Farben. In der Regel ist die Kerze hohl bzw. weiß oder grün, falls der Schlusskurs höher liegt und ausgefüllt, bzw. schwarz oder rot, falls dieser niedriger liegt. Kerzen ohne Körper, sog. Doji (japanisch für Dolch) entstehen wenn Eröffnungs- und Schlusskurse sehr eng beieinander liegen oder identisch sind.

Future-Charts

Future-Charts zeigen die Preisentwicklung von Terminkontrakten. Kontrakte haben eine begrenzte Laufzeit. Future-Charts bestehen somit aus mehreren Einzel-Charts. Es gibt verschiedene Verfahren, diese Charts zu verbinden. Aufgrund der unterschiedlichen Endtermine und den damit verbundenen wechselhaften Zukunftsspekulationen können sie nicht einfach aneinander gereiht werden.

Analyse, Strategie und Taktik

Die Kurse der Handelsinstrumente (Aktien, Terminkontrakte, usw.) ergeben sich aufgrund von Angebot der Verkäufer bzw. Nachfrage der Käufer für das jeweilige Instrument. Die Kurse entwickeln sich normalerweise sehr unstetig weil sie in hohem Maße durch die Psyche der Handelsteilnehmer beeinflusst sind. Um objektivere Handelsentscheidungen zu erleichtern werden die Charts meistens mit Gleitenden Durchschnitten (GD) oder anderen Indikatoren versehen. Kurzfristig orientierte Trader verwenden Durchschnitte mit etwa 20 Intervallen bzw. Balken. Langfristig orientierte Investoren verwenden Durchschnitte ab 50 Intervalle.

Erfahrene Handelsteilnehmer beobachten ihre favorisierten Instrumente langfristig und regelmäßig in mehreren Charts gleichzeitig (z. B. Monatschart, Wochenchart, Tageschart) und zeichnen zusätzlich Trendkanäle (TK) in die Charts. Trendkanäle bestehen aus einer oberen und einer unteren Kanallinie. Diese werden parallel zum jeweiligen GD gezeichnet. Trendkanäle sollten die Chart-Kurve möglichst kursnah beinhalten, aber bitte parallel zum jeweiligen GD.

Ein möglicher Kauf eines Instruments wäre z. B. unter den folgenden Bedingungen (bitte studieren Sie unbedingt einige gute Börsenbücher, bevor Sie an der Börse handeln):

1. Im strategischen Langfristchart (z. B. Monatschart) bildet der mittel- bis langfristige GD (z. B. GD50 bis GD100) nach langer Zeit einen Boden aus und fängt an, sich wieder nach oben zu richten. Anhand dieses Charts wird entschieden, ob man bullisch (Käufer) oder bärisch (Verkäufer bzw. Leerverkäufer) sein soll. Keinesfalls darf man bullisch werden, falls der langfristige GD in diesem Chart nicht steigend ist. Keinesfalls darf man bärisch werden, falls der langfristige GD in diesem Chart nicht fallend ist.

2. Im taktischen Mittelfristchart (z. B. Wochenchart) vollendet ein kurz- bis mittelfristiger GD (z. B. GD20 bis GD50) an der unteren Linie des Trendkanals einen Boden und biegt wieder nach oben. Im taktischen Chart wird entschieden, wo man ein- oder aussteigen soll.

Definition eines Trends

Für eine Chartanalyse muss zunächst ermittelt werden, welchem Trend das Wertpapier momentan folgt, hier existieren grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Von einem reinen Aufwärtstrend spricht man, falls in einer Gruppe von Kursbalken jedes Hoch eines folgenden Kursbalkens höher ist als das jeweilige Hoch des vorhergehenden Kursbalkens UND jedes Tief eines folgenden Kursbalkens höher ist als das jeweilige Tief des vorhergehenden Kursbalkens. Der Trend gilt als intakt, solange ein relatives Tief nicht durch ein neues Tief des nachfolgenden Kursbalkens nach unten durchbrochen ist. In diesem Fall besteht das Risiko, dass sich der Trend ändern könnte.
  2. Bei einem Seitwärtstrend schwankt der Kurs zwischen einem Hoch und einem Tief einer Gruppe von Kursbalken. Sollte der aktuelle Kurs über oder unter dieser Bandbreite gelangen, ist mit einem Trendwechsel zu rechnen.
  3. Von einem reinen Abwärtstrend spricht man, falls in einer Gruppe von Kursbalken jedes Hoch eines folgenden Kursbalkens tiefer ist als das jeweilige Hoch des vorhergehenden Kursbalkens UND jedes Tief eines folgenden Kursbalkens tiefer ist als das jeweilige Tief des vorhergehenden Kursbalkens. Der Trend wird durch das überschreiten eines vorherigen Hochs gebrochen.

Bei der längerfristigen Chartanalyse gibt es zur Ermittlung eines Trends dabei zwei Möglichkeiten:

  1. Die Kursbalken werden so eingestellt, dass z. B. die komplette Bewegung einer Woche in einem einzigen Balken (also Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss) dargestellt werden.
  2. Statt den Kursbalken werden einfach die Schlusskurse der jeweiligen Tage abgebildet. Damit werden starke Tagesschwankungen aus der Chartbetrachtung herausgefiltert.

Trendlinien und Trendkanäle

Um Trends zu ermitteln werden Trendlinien an lokale Extrema eines Chart eingezeichnet. Es gibt Aufwärts-Trendlinien und Abwärts-Trendlinien. Eine Aufwärts-Trendlinie wird an mindestens zwei nicht zu eng benachbarte lokale Minima eines Aufwärtstrends gezeichnet. Eine Abwärts-Trendlinie wird an mindestens zwei nicht zu eng benachbarte lokale Maxima eines Abwärtstrends gezeichnet.

Trendkanäle erhält man falls man jeweils zwei möglichst parallel geführte Linien in unterschiedlichen Abständen zueinander im Chart einzeichnet. Ein enger Trendkanal umfasst kurzfristige Kursschwankungen, ein breiter Trendkanal umfasst längere Kurszyklen. Verdeutlichung: Man stelle sich vor man schiebe nacheinander durchsichtige Schläuche mit Durchmessern von 1, 2, 4 und 8 Einheiten über die Chartkurve, zuerst die dünnen Schläuche, dann die dickeren. Dann kann man sich Trendkanäle leichter vorstellen. Die dicken Schläuche ergeben die längerfristigen Trendkanäle.

Ist ein Trend ermittelt und ein Handel mit dem Wertpapier gewünscht, muss als nächstes der optimale Einstiegspunkt sowie der maximal hinnehmbare Verlust (Stop-Loss) ermittelt werden, damit bei festgelegtem Risiko möglichst ein Gewinn erzielt wird. Dies kann anhand einer oberen und einer unteren Grenze eines möglichst längerfristigen Trendkanals erfolgen. Ein Stop-Loss von max. 10 % pro Position bei insgesamt ca. 10 Positionen kann für einen Anfänger als Lehrgeld bezeichnet werden. Professionelle Anleger setzen Stopps im Bereich von max. 2 % (sogar bis unter 0,1 %) pro Position je nach Finanzinstrument, das sie handeln. Marktteilnehmer sollten wissen, dass Börsenhandel mehr Kunst ist denn berechenbare Wissenschaft. Das Studium guter Börsenliteratur ist ebenso ein Muss wie das sorgfältige Kennenlernen und Beobachten der Chartmuster bzw. Kursverläufe.

Trends können über lange Zeiträume stabil verlaufen, aber es sind oft innerhalb dieses Trendkanals kurzfristige, durchaus auch gegenläufige Trends vorhanden. Findet man bei einem stabilen, langfristigen Aufwärtstrend dann einen kurzzeitigen Abwärtstrend, der an der unteren Grenze, wie erwartet, wieder umdreht ergibt das einen potentiell gut geeigneten Einstiegszeitpunkt. Ebenso kann ein Marktteilnehmer die Annäherung an die obere Trendkanalgrenze als möglichen Ausstiegszeitpunkt deuten.

Bei Trendlinien und Trendkanälen ist allerdings zu beachten, dass sie verlässlich mehr oder weniger erst im Nachhinein gezeichnet werden können. Trendlinien für aktuelle Trends sind häufig neu zu zeichnen, da es möglich ist, dass eine Bewegung falsch eingeschätzt wird. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, wie viele Hochs bzw. Tiefs benötigt werden, um eine möglichst nutzbare Trendlinie zu zeichnen.

Es existiert auch die Vorgehensweise der internen Trendlinien, bei denen nicht die höchsten Hochs oder die tiefsten Tiefs miteinander verbunden werden sollen, sondern möglichst viele Punkte, bei denen extreme Kursspitzen nicht berücksichtigt werden.

Gleitende Durchschnitte

Ein gleitender Durchschnitt gehört zu der Klasse der Trendfolge-Indikatoren. Er besteht aus dem Durchschnitt einer Anzahl von Kurs-Werten. Hierbei werden beispielsweise die Tagesschlusskurse der letzten 20, 50, 100 oder 200 Tage verwendet. Hierdurch wird erreicht, dass unumgängliches „Rauschen” in den Kursbewegungen ausgefiltert wird und mittel- bis langfristige Trends sichtbar werden. Als Ein- bzw. Ausstiegssignal eignen sich gleitende Durchschnitte allein im Allgemeinen nur in deutlichen Aufwärts- und Abwärtstrends. In Seitwärtsphasen erzeugen sie viele Fehlsignale, weshalb ihre Eignung als Signalgeber zum Handeln umstritten ist. In Kombination mit anderen Trendfolge-Indikatoren, Oszillatoren, Trendkanälen und Trendlinien ermöglichen sie dem erfahrenen Marktteilnehmer jedoch bessere Trading-Entscheidungen.

Formationen und Signale

Es gibt innerhalb der Chartanalyse eine Menge von Signalen, die hierfür verwendet werden können:

Formationen, die aus dem Chart direkt abgeleitet werden können:

Ein-Tages-Formationen

Bei Ein-Tages-Formationen wird der Kursverlauf eines Tages untersucht und es werden daraus Rückschlüsse für die zukünftige Entwicklung geschlossen.

Gaps

Von Gaps wird gesprochen, wenn innerhalb eines Charts Lücken durch Kurssprünge auftreten. Hierbei liegt der Tiefpunkt des aktuellen Tages höher als das Hoch des vorherigen Tages (Gap nach oben) oder das Hoch des aktuellen Tages niedriger als das Tief des vorherigen Tages (Gap nach unten). Gaps sind besonders in Balkencharts sehr deutlich zu erkennen.

  • Als Gewöhnliche Gaps oder Common Gap werden Kurssprünge innerhalb der Trendbewegung bezeichnet. Diese Gaps haben keine Bedeutung, da sie keine Aussage über den weiteren Kursverlauf treffen.
  • Als Ausbruchsgap oder Breakaway Gap wird ein Kurssprung über bzw. unter eine Trendlinie innerhalb eines Seitwärtstrends bezeichnet. In diesem Fall ist von weiteren Kursentwicklungen in dieser Richtung auszugehen.
  • Als Runaway Gap werden ein oder mehrere Kurssprünge hintereinander in Richtung des Trends bezeichnet. In der Regel setzt sich der weitere Trend in diese Richtung weiter fort und befindet sich in etwa in der Mitte eines Trends.
  • Als Exhaustion Gap wird eine Kurslücke bezeichnet, die nach einer Kursbewegung den Endpunkt bildet. Anschließend verliert der Trend an Dynamik und es ergibt sich ein gegenläufiger Trend.

Spike

Ein Spike ist eine Kursformation, bei der sich im Gegensatz zu dem vorherigen und folgenden Tag ein deutliches Hoch bzw. ein deutliches Tief gebildet hat und der Schlusskurs sich am anderen Ende der bisherigen Bewegung befindet, und dadurch in einem Balkenchart einer Speerspitze gleicht. Es wird hierbei angenommen, dass ein solcher Spike den Höhepunkt des aktuellen Kauf- bzw. Verkaufdrucks kennzeichnet und es aus diesem Grund zu einer Trendumkehr kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem Spike eine hohe Bedeutung zukommt, steigt, je stärker dieser aus der aktuellen Chartentwicklung hervorsticht.

Umkehrtage

Als Umkehrtage werden Kursformationen bezeichnet, bei der sich ein neues Kurshoch innerhalb des Tages gebildet hat und zum Schlusskurs unterhalb des Schlusskurses des Vortages liegt. Da Umkehrtage allerdings sehr häufig auftreten und dadurch viele Fehlsignale liefern, werden diese von vielen Leuten ignoriert.

Nach Joe Ross sind Umkehrtage aber in einem Trend wichtige Hinweise, um eine Position zu schließen. Erscheint nach z.B. 4 grünen Kerzen - also 4 steigenden Balken - eine rote Kerze (der Umkehrtag), dann sollte die vorher eingegangene Long-Position teilweise geschlossen werden. Denn ein Umkehrtag deutet darauf hin, das der Trend sich verlangsamt, wenn nicht sogar jetzt umkehrt.

Upthrust- und Downthrustdays

Bei Upthrustdays befindet sich der Schlusskurs über dem Schlusskurs des Vortages. Im Gegensatz dazu befindet sich bei einem Downthrustday der Schlusskurs unterhalb dem Schlusskurs des Vortages. Ein einzelner Upthrust- bzw. Downthrustday hat keine besondere Bedeutung. Man kann allerdings beim Auftreten vieler Upthrustdays auf einen Aufwärtstrend bzw. bei vielen Downthrustdays von einem Abwärtstrend ausgehen. Bei einer relativ ausgeglichenen Menge kann von einer Seitwärtsbewegung ausgegangen werden.

Wide-Ranging Days

Bei Wide-Ranging Days handelt es sich um Tage mit ungewöhnlich hohen Kursschwankungen. Sollte der Schlusskurs gegenläufig zum aktuellen Trend nahe am Rand der Kursschwankung befinden, ist dies ein Signal zur Trendumkehr.

Trendumkehrformation

Als Trendumkehrformationen werden grafisch interpretierbare Kursmuster bezeichnet, die eine Trendumkehr signalisieren. Bekannte Formationen sind:

Bärische Muster

  • Zweifachhoch
  • Dreifachhoch
  • Umgekehrte Untertasse
  • Schulter-Kopf-Schulter-Top
  • Umgekehrtes Dreieck

Bullische Muster

  • Zweifachtief
  • Dreifachtief
  • Untertasse
  • Schulter-Kopf-Schulter-Boden

Trendbestätigungsformation

Als Trendbestätigungsformationen werden grafisch interpretierbare Kursmuster bezeichnet, die einen bestehenden Trend bestätigen. Bekannte Formationen sind u. a.:

  • Rechteck
  • Dreiecke und Keile
  • Flaggen und Wimpel

Signale

Signale, die einem Chart aufgrund von verschiedenen Berechnungen eingezeichnet werden können:

  • Gleitender Durchschnitt (häufig werden ein 38-Tage- und ein 200-Tage-Durchschnitt gewählt)
  • Bollinger-Bands (Bänder um einen gleitenden Durchschnitt im Abstand von einer oder mehreren Standardabweichungen)
  • Betafaktor

Signale, die von so genannten Oszillatoren gegeben werden:

Vergleichscharts

Sehr interessant ist auch die Beschäftigung mit Vergleichscharts, obwohl auch diese auf keiner wissenschaftlichen Grundlage stehen.

Vielfach wird von der Fundamentalanalyse behauptet, Gold sei die Konkurrenzwährung zum US-Dollar. Der Vergleichschart zeigt aber weder eine Antikorrelation noch eine Korrelation. Ähnlich verhält es sich bei Platin zum Automobilwerte-Index des Dow-Jones. Hier besteht keine Korrelation, obwohl Platin hauptsächlich für die Automobilindustrie (Abgas-Katalysatoren) benötigt wird. Hierbei ist anzumerken, dass die Edelmetallpreise aber alle miteinander korrelieren und fast keine typischen Formationen wie Double-Top- und Kopf-Schulter-Formationen aufweisen.

Siehe auch

Weblinks


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