Cap Trafalgar


Cap Trafalgar
Plakat der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft mit der Cap Trafalgar

SMS Cap Trafalgar war ein 18.710 BRT großes Passagierschiff der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft ("Hamburg Süd"), das im Ersten Weltkrieg von der Kaiserlichen Marine requiriert und zum Hilfskreuzer umgerüstet wurde.,

Das Schiff lief im Oktober 1913 bei der Bremer Werft Vulkan AG vom Stapel. Es war 186 Meter lang und 22 Meter breit, und lief 17 Knoten. Bis zum Ausbruch des Krieges versah es Liniendienst zwischen seinem Heimathafen Hamburg und Häfen in Südamerika. Im August 1914 befand sich die Cap Trafalgar in Südamerika, als sie von der Kaiserlichen Marine requiriert wurde. Alle Passagiere und nicht kriegswichtigen Besatzungsmitglieder wurden in Montevideo ausgeschifft, während zusätzliche Heizer und anderes seemännisches Personal von anderen im Hafen festliegenden deutschen Handelsschiffen übernommen wurden. Das Schiff traf sich dann auf hoher See mit dem Kanonenboot SMS Eber, von dem sowohl Marineoffiziere und –mannschaften als auch Geschütze und Munition übernommen wurden. Die Hauptbewaffnung bestand aus zwei 10,5-cm Geschützen und sechs 3,7-cm Revolverkanonen. Als Handelsstörer sollte die Cap Trafalgar (Hilfskreuzer B), unter dem Kommando von Korvettenkapitän Wirth, in der Folge britische Handelsschiffe aufbringen und versenken.

Die Cap Trafalgar dampfte zunächst zur brasilianischen Insel Trindade, 450 Seemeilen östlich von Vitória, wo die Kaiserliche Marine ein kleines Versorgungsdepot eingerichtet hatte. Dort wurde sie, zusammen mit zwei Kohleschiffen, am frühen Morgen des 14. September 1914 von dem britischen Hilfskreuzer RMS Carmania entdeckt, einem ehemaligen Passagierdampfer der Cunard-Line.

Um Platz zum Manövrieren zu gewinnen, fuhren beide Schiffe zunächst mehrere Seemeilen weit in die offene See, und die Cap Trafalgar funkte eine chiffrierte Botschaft, die die Position des bevorstehenden Gefechts mit 35 Grad West und 26 Grad Süd bei Kurs NNW angab. Als beide Schiffe dann aufeinander zudrehten, um den Kampf aufzunehmen, feuerte die Carmania zu früh, so dass die Cap Trafalgar die ersten Treffer erzielen konnte. Die Carmania erhielt während der folgenden zwei Stunden 79 Treffer, davon mehrere unter der Wasserlinie, und ihre Brücke wurde vollständig zerstört. Mit abnehmender Entfernung erzielte aber auch sie zahlreiche Treffer auf der Cap Trafalgar. Auf beiden Schiffen brachen Feuer aus, und beide Seiten beschossen sich von Deck aus mit Maschinengewehren, als die Entfernung zwischen den Kombattanten auf wenige hundert Meter geschrumpft war.

Als es schien, dass die Brände auf der Carmania außer Kontrolle geraten würden, drehte die Cap Trafalgar abrupt ab und ließ ihre Rettungsboote zu Wasser. Das Schiff entwickelte in kürzester Zeit Schlagseite und begann zu sinken, da ein Treffer unter der Wasserlinie mehrere Schotten zum Einbruch gebracht hatte. Die Kohlenschiffe bargen 279 Mann ihrer Besatzung; 51 Mann kamen bei dem Gefecht oder beim Untergang ums Leben, darunter Korvettenkapitän Wirth. Die Überlebenden wurden von den beiden Kohleschiffen nach Montevideo gebracht.

Die Carmania war nicht in viel besserer Verfassung – mit schwerer Schlagseite, Wasser im Schiff, in Brand, und mit neun Toten und vielen Verwundeten. Der kurz darauf am Schauplatz erscheinende deutsche Hilfskreuzer SMS Kronprinz Wilhelm, herangeführt durch die gefunkten Positionsangaben der Cap Trafalgar, hätte der schwer angeschlagenen Carmania wohl ein Ende bereiten können, fürchtete jedoch eine Falle, da die Funksprüche der Carmania wohl auch britische Kriegsschiffe herbeigerufen hatten. Die Kronprinz Wilhelm drehte daher ab, ohne einen Schuss zu feuern, und suchte das Weite. Die Carmania wurde am nächsten Tag von anderen Schiffen der Royal Navy nach Pernambuco geleitet.

Literatur

  • Edwards, Bernard: "Salvo! Epic Naval Gun Actions," Cassell, Großbritannien: 1995. ISBN 0-304-35171-7.
  • Simpson, Colin: "The Ship That Hunted Itself,"- Penguin Books, 1977.
  • Niezychowski, Alfred: "The Cruise of the Kronprinz Wilhelm," 1928.

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