David Wolf Landau


David Wolf Landau

David Wolf Landau (* in Lissa; † 24. August 1818 in Dresden) war der erste Oberrabbiner zu Dresden und Verfasser mehrerer Danksagungen, Oden und Gebete für Friedrich August, König von Sachsen . [1]


Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Ode
Danksagung

Landau verfügte neben rabbinischem auch über mathematisches Wissen. Er war erst als Oberrabbiner im westpreußischen Flatau beschäftigt, bevor er von 1803 bis zu seinem Tod Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde zu Dresden wurde. Dabei wurde er sowohl von den Gemeindevorstehern Mendel Schie, Samuel Kaim und Hirsh Beer unterstützt. Abraham Levy und später Zacharias Frankel folgten Landau. Er war der Großvater des Oberrabbiners Wolf Landau

Er war als Schriftsteller tätig und publizierte eine Danksagung für Friedrich August, den Gerechten, die am 23. Dezember 1806, dem Geburtstag des Königs, in allen Bethäusern zu Dresden verlesen wurde. Anlass war der Friedensschluss und die Erhebung des Kurfürsten Friedrich August dem Gerechten in den Königsstand. [2]Zum ersten Neujahrstag zu seiner Erhebung in den Königsstand verfasste Landau folgende Ode:

Es grüßte uns, wie heute, viele Jahre
der Friedensgenius erfreut;
er opferte mit blumumkränzten Haare
mit jedem Jahr an seinem Hochaltare
der glücklichen Vergangenheit.

Oft wenn sein Aug auf finstre Leichen hallen
der Wehmuth Thräne fallen ließ;
dann, Tröstung ihm, dann sah mit Wohlgefallen
der Aehren Gold auf Sachsens Flur er wallen,
und rief:Hier ist mein Paradies

Und walten ließ er über ferne Reiche
das unerforschliche Geschick;
nur blieb er gern des Guten stiller Zeuge
und sonnte unterm Schirm der Palmenzweige
sich an der Sachsen stillem Glück.

Wo Lieb und Licht sich treu verbunden halten,
wo eines Fürsten weiser Sinn,
wo Redlichkeit und ernste Tugend walten,
muß ihm zum Schmuck sich jede Blum' entfalten,
da reift der Früchte Goldgewinn:

So dachte, wenn auf Sachsens Lustgefilde
holdlächelnd sah der Genius,
so pries' er stets des Fürsten Huld und Milde
und ruhte unter seinem Tugendschillde
im wonneseligen Genuß.

Er zählte acht und dreißig Segensjahre
des Herrsches lange,goldne Zeit;
er fleht auf zum Himmel: O bewahre
nur mein Asyl, wo so das Gute, Wahre
und Schöne ungestört gedeiht!

Ein von Landau verfasstes Gebet, sollte König Friedrich August und Königin Amalia Augusta auf deren Reise nach Warschau montags und donnerstags auf Weisung der Israelitischen Gemeinde Dresden in allen Bethäusern Dresdens gelesen werden. [3]

Allmächtiger … Du warst es, der mit Huld und Treue unserm allergnädigsten und frommen Regenten, Friedrich August, König von Sachsen, …stehts bewahrest! Du bist es, der Seine Gereichtigkeitsliebe zu Stütze Ihm werden ließest, im Drange des Krieges Sein Haupt schütztest, und Hülfe Ihm warest; ja mehr als dieß, Ihn das liebliche Erbtheil Seines väterlichen Stammes zu Theil werden ließest.
Ewiger! der du … deine Majestät über Ihm glänzend ausstrahlen ließest, um Ihn als ein der erhabensten Vorbilder zu zeigen, damit Ehrfurcht gegen Ihn auf ihrem Angesicht immerdar schwebe und mit Seinem herrlichen Namen noch den Namen; Herzog von Warschau zu vereinigen.
O! sey Ihm gnädig, schütz Ihn, bewahre Dessen Leben; glückselig sey Er im Lande, das Du unter seine Behrrrschung gebracht; richte deine Vorsehung auf die von Ihm eingesetzten treuen Verwalter des Landes, daß Er in deinem vollkommenen Wege wandeln könne; und befertige Seinen Thron mit deiner huldreichen Gnade!
Da er nun deinen Willen gemäß seine Reise angetreten um die Einwohner des Landes, die du unter den Schatten Seiner Flügel gesetzt, mit Seinem Gnadenblick zu erfreuen, eine Zeitlang ihre nahe Wonne zu werden und Seine Zufriedenheit ihnen erkennen zu geben: so lasse denn unser inbrünstiges und andächtiges Gebet wie Weihrauch vor dir seyn; wohl mögen die Reden unseres Mundes, die Gedanken unseres Herzens, dir, Ewiger, unserm Schöpfer und Erlöser gefallen, daß Höchstderselbe Seine Reise, von ihrem Anfange bis zu ihrer Vollendung in dem erwünschten Orte, unter deinem Schutze glücklich zurücklegen möchte und in dem königlichen Palaste Seiner beliebten Residenz glücklich wieder anlangen möchte

David Wolf Landau[3]


Ein Dankgebet ebenfalls von Landau verfasst, dankte für die Rückkehr von König Friedrich August und Königin Amalia Augusta am 7. Juni 1815. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig verließen König Friedrich August I. die sächsische Residenz. Nach dem Wiener Kongress schloss König Friedrich August I. mit Preußen den Friedensvertrag und konnte im Juni 1815 nach Dresden zurückkehren: [3]

Ewiger!
Wie groß ist deine Güte! Die du uns erzeigest! Unsere Herzenswünsche zu erfüllen, setztest du wieder, die deinen Namen fürchten, in Ihr Eigenthum ein, führtes glücklich unsern geliebten König und Dessen hohe Familie in Seine Residenz zurück, … Mit Lobgesang und Dankgefühl laut uns verkündend beugen wir uns vor deinem erhabenen Thorne, danksagend, deiner gütigen Züchgitung, hochpreisend deine unerwartet gesendete Hülfe!…
Ewiger! Segne die Wohnung diesss frommen Königs, dass es eine Wohnung des Friedens werde, und keine feindliche Angst mehr Dessen theures Leben beunruhige! Verlängere des Königs Leben, verdopple Seine Jahreszahl, und verjüngere Ihn dem Adler gleich! In seinen Mauern wohne Fried in Seinen Palästen Zufriedenheit!Der Ihm von dir Ertheilte Segen wirke wohltuhend auf die von ihm eingesetzten treuen Verwweser des Landes, nicht minder auf Seine Feldherren.

Galerie

Literatur

  • Kerstin Hagemeyer: Jüdisches Leben in Dresden. Ausstellung anlässlich der Weihe der neuen Synagoge Dresden am 9. November 2001. Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Berlin 2002, ISBN 3-910005-27-6.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hagemeyer, S. 38, 44, 45, 52, 53
  2. Hagemeyer, S. 38
  3. a b c Hagemeyer, S. 45

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