Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies

Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies
Filmdaten
Deutscher Titel Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies
Originaltitel La classe operaia va in Paradiso
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 120 Minuten
Stab
Regie Elio Petri
Drehbuch Elio Petri
Ugo Pirro
Produktion Ugo Tucci
Musik Ennio Morricone
Kamera Luigi Kuveiller
Schnitt Ruggero Mastroianni
Besetzung

Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies (Originaltitel: La classe oparaia va in Paradiso) ist ein italienischer Politfilm von Regisseur Elio Petri aus dem Jahr 1971 mit Gian Maria Volonté in der Hauptrolle. Alternativtitel ist Die Arbeiterklasse kommt ins Paradies.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In 15 Jahren hat es Lulù Massa (Gian Maria Volontè) zum Vorbild für effektive Arbeitsweise gebracht, weshalb er wenig beliebt bei seinen Kollegen ist. Auch sein Familienleben und seine Gesundheit leiden unter seiner ständigen Jagd nach immer höheren Fertigungszahlen. Als Teile der Belegschaft zu streiken beginnen, zeigt sich Massa resistent gegen deren Argumente. Während Studenten ständig ihre Parolen für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter durch Megaphone heraus schreien, geht er wie immer stur an seinen Arbeitsplatz.

Doch als er auf Grund seiner dauerhaften Müdigkeit einen Finger verliert, ändert sich seine Haltung radikal. Er schließt sich den Streikenden an und wird zu deren Wortführer. Euphorisiert von seiner neuen Position, hat er spontanen Sex mit einer Kollegin und nimmt die Studenten zu sich nach Hause in seine Wohnung. Als seine Frau, die ihn schon verlassen hatte, dorthin zurückkehren will, ergreift sie endgültig die Flucht. Aber auch die Studenten, aus Angst, seine Frau könnte zur Polizei gehen, verlassen wieder Lulù Massas Wohnung. Inzwischen war es auch zu einer Einigung zwischen der Firmenleitung und den Streikenden gekommen, so dass die Arbeit wieder geregelt aufgenommen wurde. Nur Lulù Massa wurde als Streikführer entlassen, weshalb dieser ohne Frau und Arbeit da steht. Auch die Studenten, deren ideologische Argumentation er nicht begreift, wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Angesichts dieser Entwicklung ergreift Massa der Wahnsinn, weshalb er nicht mehr wirklich wahrnimmt, dass seine Frau wieder zu ihm zurück kehrt, noch das er seinen Arbeitsplatz wieder erhält, nachdem sich die Kollegen für ihn eingesetzt hatten. Nur seiner Arbeit kann er wie früher nachgehen – zu leicht verbesserten Arbeitsbedingungen.

Kritik

„Ein Film, der zur Auseinandersetzung anregt, weil er beide Seiten kritisch hinterfragt, und mit seinem Pathos und dem nervösen Rhythmus der Inszenierung eine ungewöhnliche Wirkung erzielt.“, bemerkte das Lexikon des Internationalen Films.[1]

Hintergrund

Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies ist der zweite Teil der „Neurotischen Trilogie“ (Trilogia della nevrosi), zu der noch Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger (Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto) von 1970 und La proprietà non è più un furto von 1973 gehören – die Filme stehen jeweils für die Begriffe Arbeit, Macht und Geld.

Auszeichnungen

Internationale Filmfestspiele von Cannes 1972

Italian National Syndicate of Film Journalists 1972

  • Auszeichnung (Silbernes Band) für die beste Hauptdarstellerin, Mariangela Melato
  • Auszeichnung (Silbernes Band) für den besten Nebendarsteller, Salvo Randone

David di Donatello 1972

  • Gewinn des David für den besten Film

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies im Lexikon des Internationalen Films

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