Gerhard Hund (Musiker)


Gerhard Hund (Musiker)

Gerhard "Doggy" Hund, (* 21. April 1943 in Wien) ist Posaunist und Leiter der Maryland Jazz Band of Cologne, eine der ältesten deutschen Jazz-formationen im New Orleans Stil. Der pensionierte Schulleiter der Ulrichschule in Kerpen-Sindorf widmet sich mit der Band der Musik im Stil der Preservation Hall und hält freundschaftliche Kontakte zu den Jazzlegenden aus New Orleans.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Hund wuchs in einem musikalischen Haushalt auf; die Mutter war Klavierlehrerin in Köln - seit dem 8. Lebensjahr hat er Klavierunterricht – seit dem 10. Lebensjahr kommt Gitarre dazu und mit 15 Jahren Beginn des Posaunenspiels im Posaunenchor des CVJM in Köln, der in den in den 50er Jahren bestand. Das Hauptinstrument war zu diesem Zeitpunkt jedoch das Klavier.

Ende 1959 wurde er als Pianist Mitglied in der gerade als Schülerband gegründeten Maryland Jazz Band und wechselte nach sechs Wochen bis heute zur Posaune. Hier wurde die Liebe zum alten Jazz grundgelegt. Von 1963 bis 1965 Zeitsoldat bei den Pionieren in Köln und Leiter einer „kompanieeigenen Tanzkapelle“ (Gebrauchsmusik) Nach dem Studium (1965-1968 in Bonn) Wohnungswechsel nach Kerpen, „City“, nach kurzer Eingewöhnungszeit vertretungsweise (für ca. 7 Jahre) Übernahme der Organistenstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Kerpen. In dieser Zeit ist die Kirchenmusik neben der Musik im Schulunterricht (73 – 79 GGS Bergheim - Oberaußem als Konrektor, ab 1979 bis 2008 Schulleiter und Musikfachlehrer Ulrichschule Kerpen – Sindorf das wesentliche musikalische Betätigungsfeld.

1975 Wiederbegründung der Maryland Jazz Band; die Band spielt auf vielen Anlässen im gesamten Rhein-Erft-Kreis und bald auch in ganz Nordrhein-Westfalen sowie in Holland und Belgien. später auch weitere internationale Konzerte, u.a. in New Orleans. Auch spielte er 1993 in der Traditional Association in Frankfurt[1], sowie 1994 in der Band of Friends mit Reimer von Essen, Trevor Richards und weiteren Musikern in Hamburg.[2].

Seit 1983 ist er in seiner Heimatstadt Kerpen als künstlerischer Leiter für die jährlich stattfindende Internationale Jazznacht (jetzt: Internationales Jazzweekend) zuständig.

Musikalische Arbeit in New Orleans

1979 findet die erste Fahrt nach New Orleans zum Studium der Jazzmusik an ihren Wurzeln statt – danach fand jährlich mindestens eine Fahrt nach New Orleans statt, um die Kontakte und Freundschaften mit den Originalen besonders in der Preservation Hall zu pflegen. Doggy Hund folgt damit dem Beispiel des Schlagzeugers Barry Martyn, der bereits ab 1963 Musiker aus New Orleans nach Europa brachte[3]. Seit 1980 kommt jedes Jahr mindestens ein Musiker aus New Orleans oder aus dem Bereich der traditionellen Musik als Gast zur Maryland Jazzband, um in Konzerten mit der Band zu spielen. Dies waren u.a. Ken Colyer (Trompete), Louis Nelson (Posaune), Father Al Lewis (Banjo), Percy Humphrey (Trompete), Willie Humphrey, (Klarinette), Frog Joseph (Posaune), Alton Purnell (Klavier), Kid Thomas Valentine (Trompete), Thomas Jefferson (Trompete), Wallace Davenport (Trompete), Alvin Alcorn (Trompete), Sing Miller (Klavier und Gesang), Chester Zardis, (Kontrabass), Freddie Kohlman (Schlagzeug und Gesang), Harold "Duke" Dejan (Altsaxofon), Sylvia Kuumba Williams, (Gesang), Frank Fields (Kontrabass); Sadie Goodson (Klavier und Gesang), Don Vappie (Banjo, Gitarre, Kontrabass und Gesang), Erny Elly (Schlagzeug), Bob French (Schlagzeug), Walter Lewis (Klavier und Gesang), Dave Bartholomew (Trompete und Gesang), Juanita Brooks (Gesang); Lucien Barbarin (Posaune), Joe Muranyi (Klarinette), Ralph Johnson (Tenorsaxophon); Charlie Gabriel (Klarinette und Tenorsaxophon), Herb Hardesty (Tenorsaxophon), Shannon Powell (Schlagzeug und Gesang), Evan Christopher (Klarinette und Saxophon), Lillian Boutté (Gesang), Wendell Brunious (Trompete), Mark Brooks (Kontrabass).

Auszeichnungen

1994 wurde allen Mitgliedern der Band die Ehrenbürgerschaft der Stadt New Orleans, Vereinigte Staaten verliehen, gemeinsam als Gruppe und individuell jedem einzelnen Musiker.
2010 wird Doggy Hund mit dem Kulturpreis des Rhein-Erft-Kreises ausgezeichnet[4][5].

Unterstützung von Musikern in New Orleans

2005, nach der verheerenden Hurrikankatastrophe Katrina hat die Maryland Jazz Band durch Benefizkonzerte ca. 25.000 Euro gesammelt und damit persönlich befreundeten Musikern in der größten Not geholfen [6]. Dies hat die persönlichen Kontakte zwischen der Band und New Orleans noch verstärkt [7]. Die Band darf während ihrer Aufenthalte in N.O. regelmäßig offiziell ein Konzert in der Preservation Hall geben [8]; während der Konzerte in New Orleans ist es den einheimischen Musikern eine Ehre, bei der Band „ehrenamtlich“ mitzuwirken. 2006 und 2008 wirkt die Maryland Jazz Band in New Orleans im Howlin' Wolf und in Abita Springs (Old Opry) zwei Großveranstaltungen mit: „Rent Parties“ – zum Finanzieren von Hilfprojekten zugunsten der Katrina- Opfer spielt die Band zusammen mit national und international bekannten Musikern aus N.O. 2006 wird die Band in den „Morning news“ des Channel 4 vorgestellt. Die Rent Party 2006 wird in Teilen in einer Dokumentation über die „Creole Reunion“ auf DVD herausgebracht.

Musik auf Tonträgern

Ein Dutzend Langspielplatten und 18 CDs sowie eine DVD, aufgenommen beim Jazzfestival Ascona/CH belegen die intensive Arbeit von Doggy Hund mit der Maryland Jazz Band of Cologne.

  • Jazz in Schloß Gracht (1987)
  • Maryland Jazz Band of Cologne & Sing Miller & Sam Lee at the „Streckstrump“ (1988)
  • Willie Humphrey meets his friends in Germany (1990)
  • From Papa Joe's Jazzlokal, Cologne (1991)
  • Kiss to build a dream on (1992)
  • Jazz in Schloß Gracht II, Wrap Your troubles in dreams (1993)
  • Traditional Association (1993; Frankfurter Sparkasse CD 940401/02
  • Walking to New Orleans (1994)[9]
  • New Orleans „Yea Yea“ Breakdown (1995)
  • Christmas Time in New Orleans (1995)
  • I'll be lowing You, Always (1996)
  • Smiles (1997)
  • Que pasa, amigo (2001)
  • Live at the Palm Court Jazz Café (2004)
  • Maryland Jazz Band goes to the Movies (2005)
  • to: Maryland Jazz Band, special requests (2006)
  • Live at Jazzascona 2007 (DVD, 2007)
  • ...Happy ho ho ho to You... (2008)
  • Let's all go down to New Orleans (2008)

Schriften

  • Al "Father" Lewis aus New Orleans in Berlin-Kerpen. In: Knollen, Kohle und Miljöh, ein Erftkreislesebuch. Rhein-Eifel-Mosel-Verlag 1990, ISBN 3-924182-17-5

Weblinks

Einzelnachweise

  1. dokumentiert auf CD940401/02
  2. Biographie Abbi Hübner
  3. Alyn Shipton: A new History of Jazz, ISBN 0-8264-7380-6 reprinted 2006 , Seite 631
  4. Der Kulturpreis 2010 vereint Generationen. In: Kölnische Rundschau vom 19. März 2010. Abgerufen am 23. August 2010
  5. Liste der Kulturpreisträger 1983 bis 2010 des Rhein-Erft-Kreises
  6. http://www.jazzzeitung.de/jazz/2005/11/dossier-aktion-cologne.shtml Die Resonanz war überwältigend - Katrina-Hilfsaktion der Maryland Jazz Band of Cologne] In: Jazzzeitung vom November 2005. Abgerufen am 23. August 2010
  7. In Gedanken bei Freunden in New Orleans. In: Kölner Stadtanzeiger vom 5. September 2005. Abgerufen am 23. August 2010
  8. What's happening in and around New Orleans, The Times-Picayune vom 4. April 2010. Abgerufen am 23. August 2010
  9. Allmusic

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