Cardamine amara

Cardamine amara
Bitteres Schaumkraut
Bitteres Schaumkraut

Bitteres Schaumkraut

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Gattung: Schaumkräuter (Cardamine)
Art: Bitteres Schaumkraut
Wissenschaftlicher Name
Cardamine amara
L.

Das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze nasser und schattiger Standorte. Es gehört zur Gattung der Schaumkräuter in der Familie der Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae) und ist auch unter dem Namen Falsche Brunnenkresse oder Bitterkresse bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Name

Namensgebend für die Gattung ist das Schaumkraut. Der Gattungsname Cardamine ist griechischen Ursprungs von κάςδαμων (kárdamon) = Kresse. Das Bittere Schaumkraut verdankt seinen Art-Namen (Art-Epitheton) dem Geschmack seiner Blätter; amárus, -a, um ist Latein und bedeutet „bitter“.

Standorte

Das Bittere Schaumkraut bevorzugt von kühlem Wasser durchsickerte lehmig-tonige Böden. Man findet es daher vor allem in Quellfluren, Waldsümpfen, Gräben und Erlenbruchwäldern. Seltener kommt es in Feucht- und Nasswiesen vor, da es als Halblichtpflanze vorwiegend Standorte besiedelt, die zumindest teilweise beschattet sind.

Erscheinungsbild

An klimatisch günstigen Standorten kann man auch im Winter blütenlose Triebe dieser mehrjährigen Pflanze finden. Die niederliegenden Stängel treiben wurzelnde Ausläufer mit grundständigen Blättern, die keine Rosetten bilden. Die Blätter sind gestielt und bestehen meist aus vier oder fünf, manchmal auch bis zu zehn Fiederpaaren und einem einzelnen Fiederblatt am Ende, das etwas größer als die anderen ist (unpaarig gefiedert). Die breiten, hellgrünen Fiederblättchen haben einen schwach stumpf gesägten Rand. Sie sind meistens kahl, können gelegentlich aber auch etwas behaart sein.

Im Frühjahr bilden sich aufsteigende, gefurchte, markgefüllte Stängel, die eine Höhe von bis zu 60 Zentimetern erreichen. Sie sind stark beblättert und tragen am Ende eine kurze und lockere Traube von Blüten. Der Blütenstand ist armblütig und wirkt andeutungsweise kopfig eingeebnet. Die Blüten haben vier weißliche bis seltener rosafarbene Blütenblätter, die sieben bis zwölf Millimeter lang sind, und damit etwa dreimal so lang wie der Kelch. Die vier anliegenden, eiförmigen grünen Kelchblätter haben einen weißen Hautrand. Die Blüten enthalten sechs Staubblätter mit violetten Staubgefäßen. Die Blütezeit dauert von April bis Juli.

Als Früchte werden an aufrecht von Stängel abstehenden Stielen stabförmig gerade Schoten gebildet, die zwei bis vier Zentimeter lang und ein bis zwei Millimeter dick werden. Die Samen liegen in jedem Fach einreihig. Die Schote endet in einem etwa drei Millimeter langen Griffelrest. Die Fruchtklappen öffnen sich kurz vor der Reife oder auch bei Berührung explosionsartig aufrollend. Dabei werden die Samen herausgeschleudert.

Blüte

Verbreitung

Das Bittere Schaumkraut ist im europäischen und westasiatischen Raum beheimatet. Es wächst bevorzugt vom Hügelland bis zur subalpinen Stufe. Im Tiefland kommt es seltener vor.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze hat einen hohen Gehalt an Vitamin C. Darüber hinaus enthält sie das Senfölglykosid Glucocochlearin, aus dem unter Wassereinwirkung Butylsenföl abgespaltet wird, was für einen scharfen Geschmack sorgt. Ein noch nicht näher untersuchter Bitterstoff sorgt für den namengebenden bitteren Geschmack.

Nutzung

Wegen seines Gehalts an Vitamin C wurde das Bittere Schaumkraut in früheren Zeiten als Heilmittel gegen Skorbut eingesetzt. Heute wird es noch gelegentlich zur Salatzubereitung gesammelt. (Vorsichtsmaßnahmen beachten: Schadstoffbelastung durch Aufnahme aus dem Wasser oder der Luft möglich; äußere Verunreinigungen vielfältiger Art möglich.)

Verwendung in der Küche

Die (jungen) Blätter, Triebe, Blüten und jungen Stängel eignen sich für Salate und geben ihm eine würzige Note. Auch für Kräuterquark oder -butter, Suppen, Eintöpfe, Soßen und Gemüsegerichte ist das Schaumkraut geeignet und wird wie Brunnenkresse oder Senf verwendet. Es hat einen kresseartig scharfen, mehr oder weniger bitteren Geschmack (besonders im Sommer ist es eher bitter). Die nicht leicht zu erntenden Samen können zu Senf verarbeitet oder an Gemüsebrote und -bratlinge gegeben werden. Das bittere Schaumkraut wird erst nach dem Kochen zugegeben. Zum haltbar machen kann man es einfrieren.

Rezept: Kartoffel-Frühlingssalat Zutaten für 4 Personen:

  • 6 - 8 kleinere Kartoffeln
  • 100 g bitteres Schaumkraut
  • 1 Zwiebel
  • 2 -3 El frische, fein gehackte Wildkräuter (z. B. Giersch, Vogelmiere, Löwenzahn, Sauerampfer, Brennnessel, Bärlauch)
  • Meersalz
  • frisch gemahlenen Pfeffer
  • Muskat
  • Saft und Schale einer unbehandelten Zitrone
  • 4 El Sahne oder Schmand

Zubereitung: Pellkartoffeln kochen, abschrecken, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Das klein gehackte bittere Schaumkraut auf die Kartoffelscheiben legen. Die Zwiebel fein würfeln und darüber streuen. Die frischen Wildkräuter dazugeben. Alles vermischen und mit Meersalz, Pfeffer, Muskat etwas Zitronensaft und geriebener Zitronenschale abschmecken, mit saurer Sahne binden.

Verwendung in der Volksmedizin

Wie bereits erwähnt, wurde das Bittere Schaumkraut als Mittel gegen Skorbut eingesetzt. Aufgrund des hohen Vitamingehalts, besonders Vitamin C, stärkt es das Immunsystem. Man sagt die Pflanze wirkt anregend auf den Stoffwechsel und die Drüsenfunktionen, reinigt das Blut und ist allgemein stärkend bei Infektanfälligkeit und Schwächezuständen.

Ähnliche Pflanze: Brunnenkresse

Das Bittere Schaumkraut kann leicht mit der Brunnenkresse verwechselt werden, besonders im blütenlosen Zustand. Beide Pflanzen haben ähnliche Ansprüche an den Standort und auch ähnliche Blätter und Blüten. Sicher unterscheiden kann man sie anhand der Farbe der Staubgefäße: Die des Bitteren Schaumkrauts sind violett, die der Brunnenkresse sind gelb. Der Stängel der Brunnenkresse ist durchweg hohl, der des Bitteren Schaumkraut mindestens teilweise mit Mark gefüllt. Die Blätter der Brunnenkresse haben normalerweise drei Fiederpaare, die des Bitteren Schaumkrauts mehr (oft vier bis fünf). Beide Pflanzen sind durch hohen Gehalt an Vitamin C gleichermaßen für den Verzehr geeignet, wobei die Brunnenkresse schärfer, das Schaumkraut bitterer schmeckt.

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