Eduard Stein

Eduard Stein

Eduard Stein (* 16. Oktober 1818 in Kleinschirma; † 16. März 1864 in Sondershausen) war ein deutscher Dirigent, Musikdirektor und Fürstlicher Hofkapellmeister des Loh-Orchesters in der Residenzstadt von Schwarzburg-Sondershausen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Ausbildung

Eduard Stein wurde 1818 als Sohn des Landmannes Johann Traugott Stein in Kleinschirma bei Freiberg in Sachsen geboren.

Er besuchte das Gymnasium in Freiburg, wo auch seine musikalische Neigung vom Begründer der Singakademie und Dirigent des Bergmusikchors A. Fr. Anacker (1790-1854) gefördert wurde, die zuvor vom heimatlichen Pfarrer entdeckt worden war. Daraufhin begann er ein Theologiestudium an der Universität Leipzig, das er jedoch unter Einfluss von Heinrich Marschner und Felix Mendelssohn Bartholdy zugunsten einer musikalischen Ausbildung abbrach.

Beruflicher Werdegang

Nach seinem Studiumsabbruch und einer musikalischen Ausbildung war Stein bis 1845 in Bautzen Musikdirektor einer wandernden Theatergesellschaft.

Danach ging er nach Frankfurt (Oder) und wurde zunächst Leiter der Oper. Später wirkte er als Dirigent der Sinfoniekonzerte, der Liedertafel und der Singakademie.

Nach Bewerben als Fürstlichen Hofkapellmeister des Loh-Orchesters in Sondershausen erhielt er diese Stelle im Januar 1853, die er bis zu seinem Tod 16. März 1864 bekleidete. In seiner Sondershäuser Zeit unterrichtete er unter anderem auch den späteren schottischen Dirigenten und Komponisten Alexander Mackenzie.

Familie

In Altenburg lernte Eduard Stein die aus Annaberg stammende Eleonore Natalie Richter (geb. 1818), die Tochter eines Dresdener Tanzlehrers, kennen. Am 4. Oktober 1842 schließlich heirateten sie in Bautzen. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor, deren Spuren sich jedoch nach Eduards Tod verlieren.

Schaffen in Sondershausen

Eduard Stein gelang es als Dirigent, die von Gottfried Hermann (1808-1878) zum Sinfonieorchester entwickelten Hofkapelle auf das qualitative Niveau der bis dahin bedeutender Orchester musikalisch bestimmender deutscher Zentren zu heben. Sehr früh führte er die sogenannte Neudeutsche Musik von Franz Liszt und Richard Wagner auf, die damals noch sehr ungewohnt und schwer waren. Zur Erleichterung schrieb er für die Konzertbesucher Einführungen, die heute selbstverständlich sind.

Die Programmgestaltung und Aufführungspraxis bewunderte Franz Liszt und veranlasste ihn drei Mal nach Sondershausen zu kommen, um Konzerte unter Stein zu erleben. Auch nach Steins Tod folgten weitere Besuche. Mit Liszt kamen auch der Pianist, Dirigent und gefürchtete Kritiker Hans von Bülow und Journalist und Herausgeber der Neuen Zeitschrift für Musik Leipzig Franz Brendel in die Residenzstadt. Sie machten mit ihren lobenden Berichten die Stadt Sondershausen und das Orchester in der Musikwelt weit bekannt.

Nachklang

Die ehemalige Loh-Halle am Lohplatz in Sondershausen

Zum Jahresgedächtnis am 16. März 1865 wurde unter Klopstock-Gesang "Auferstehen, ja auferstehen wirst du, mein Staub" ein Marmorstein mit der Inschrift "EDUARD STEIN/+/XVI. MAERZ MDCCCLXIV" feierlich enthüllt. Die Grabstätte wurde jedoch zu DDR-Zeiten 1952 von der Stadt Sondershausen eingeebnet, sodass eine würdige Gedenkstätte der Stadt noch aussteht.

Bis zum Abriss der Loh-Halle 1973 stand Steins Name neben anderen Kapellmeistern des Loh-Orchesters in einem umlaufenden Fries in der Konzertmuschel.

Heute findet man von diesem Fries eine Nachbildung in der Musikabteilung des Schlossmuseums Sondershausen. Auch im Foyer des Konzerthauses "Haus der Kunst" in Sondershausen ist sein Name zu lesen.

Literatur

  • Persönlichkeiten in Sondershausen – Eduard Stein, Sondershausen, 2010
  • Der Deutsche 1864 Nr. 33, 34, 36, 37, 38
  • Der Deutsche 1865 Nr. 33
  • Sondershäuser Heimatecho 2011 Nr. 1

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