Friedrich Ohly


Friedrich Ohly

Ernst Friedrich Ohly (* 10. Januar 1914 in Breidenbach, Kreis Biedenkopf; † 5. April 1996 in Münster[1]) war ein deutscher germanistischer Mediävist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Studium und Professuren

Ohly studierte nach dem Abitur Germanistik und legte seine Promotion der Doktor der Philosophie ab.

Nach seiner Habilitation wurde er zunächst Ordentlicher Professor für Germanistik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Später erfolgte seine Berufung auf eine Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ohly war auch Ordentlicher Professor für Germanistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und förderte während dieser Zeit Studenten wie Uwe Pörksen. Zuletzt wurde er 1964 Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster (Westfalen). Zu seinen dortigen Assistenten gehörte Wolfgang Harms, während Meinolf Schumacher einer seiner Studenten war.

Auch nach seiner Emeritierung hielt er Vorträge wie zum Beispiel an der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 1967 wurde ihm der Brüder-Grimm-Preis der Philipps-Universität Marburg verliehen.

Während seiner Lehrtätigkeit befasste er sich mit zahlreichen Themen wie Kaiserchronik, Signaturenlehre, Vierfacher Schriftsinn, Geblümter Stil.

Veröffentlichungen

Bereits 1940 verfasste er sein Hauptwerk mit dem Titel Sage und Legende in der Kaiserchronik : Untersuchungen über Quellen und Aufbau der Dichtung. Nach seiner Ansicht sollen die einzelnen Episoden der Kaiserchronik nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern besitzen vor allem eine religiöse und ethisch-exemplarische Bedeutsamkeit. Der Autor möchte dadurch sein Werk von den lugen einer rein weltlichen Dichtung abgrenzen.

1971 war er Herausgeber eines Nachdrucks des Nachschlagewerks Silva allegoriarum totius sacrae scripturae (Barcelona, 1570) des Hieronymus Lauretus. Zu seinen weiteren Veröffentlichungen zählen:

  • Hohelied-Studien : Grundzüge einer Geschichte der Hoheliedauslegung des Abendlandes bis um 1200, 1958
  • Vom geistigen Sinn des Wortes im Mittelalter, 1966
  • Philologische Schriften von Julius Schwietering, 1969
  • Der Verfluchte und der Erwählte : Vom Leben mit der Schuld, 1976
  • Diamant und Bocksblut : Zur Traditions- und Auslegungsgeschichte eines Naturvorgangs von der Antike bis in die Moderne, 1976
  • Schriften zur mittelalterlichen Bedeutungsforschung, 1977
  • Stellungnahmen : 1966 - 1973, 1982
  • Gesetz und Evangelium : Zur Typlogie bei Luther und Lucas Cranach und zum Blutstrahl der Gnade in der Kunst, 1985
  • Süsse Nägel der Passion : Ein Beitrag zur theologischen Semantik, 1989
  • Metaphern für die Sündenstufen und die Gegenwirkungen der Gnade, 1990
  • Ausgewählte und neue Schriften zur Literaturgeschichte und zur Bedeutungsforschung, 1995

Zu seinem sechzigsten Geburtstag erschien die von Hans Fromm herausgebene zweibändige Festschrift Verbum et signum - Beiträge zur mediävistischen Bedeutungsforschung, Studien zu Semantik und Sinntradition im Mittelalter (1975).

Sein Buch Der Verfluchte und der Erwählte erschien auch in englischer Übersetzung unter dem Titel The damned and the elect : guilt in Western culture (1992).

Erst posthum erschienen von ihm die Bücher Das St. Trudperter Hohelied : Eine Lehre der liebenden Gotteserkenntnis (1998), Zur Signaturenlehre der frühen Neuzeit : Bemerkungen zur mittelalterlichen Vorgeschichte und zur Eigenart einer epochalen Denkform in Wissenschaft, Literatur und Kunst (1999) und Die Perle des Wortes : Zur Geschichte eines Bildes für Dichtung (2002).

Einzelnachweise

  1. http://www.deutsche-biographie.de/sfz73266.html

Weblinks


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